{"id":1256,"date":"2012-11-18T20:31:46","date_gmt":"2012-11-18T19:31:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.darkover-con.de\/?page_id=1256"},"modified":"2019-04-22T14:43:09","modified_gmt":"2019-04-22T13:43:09","slug":"berichte-november-2006","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.darkover-con.de\/?page_id=1256","title":{"rendered":"2006 &#8211; Herbst"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Plot zur November Con 2006<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mittwinternachtstraum<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Welt fiebert Mittwinter entgegen.<br>Seit Tagen liegt eine knisternde Spannung in der Luft.<br>Die Feierlichkeiten in Thendara versprechen die grandiosesten seit Jahren zu werden, denn allem Anschein nach werden alle vier Monde zu Mittwinter am Himmel stehen.<br>Grund genug, dass auch ihr euch auf den Weg macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Sterne einer frostigen Nacht am Himmel stehen, erreicht ihr auf eurem Weg Titanias Kupferkessel, ein gro\u00dfes Gasthaus an der Kreuzung der Nordstra\u00dfe mit der Gew\u00fcrzroute.<br>Gerade noch rechtzeitig bevor die Tore f\u00fcr die Nacht geschlossen werden.<br>Der Duft feiner Speisen hei\u00dft euch willkommen und das Aroma von Jaco und hei\u00dfem Gew\u00fcrzwein verspricht Ruhe und Erholung von der Reise. Die Grezalis laden zum Verweilen wie auch die Musik und das Angebot an Gl\u00fccksspielen, um die B\u00f6rse noch einmal aufzuf\u00fcllen vor dem gro\u00dfen Fest. Dennoch liegt eine seltsame Stimmung \u00fcber dem Hof und als ihr den Wirt nach einem Zimmer fragt, rollt ferner Donner \u00fcber den Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur T\u00fcr kommt ein junger Mann herein, dem noch der Stallgeruch anhaftet.<br>\u201eDa habt Ihrs ja grade noch geschafft vor dem gro\u00dfen Sturm!\u201c, zwinkert er Euch zu.<br>Dann f\u00e4hrt er fort dem Wirt zu erkl\u00e4ren, dass im Norden Gewitterwolken die Sterne verdecken und der eisige Wind bereits metallisch nach Schnee und Eis schmeckt. Einige G\u00e4ste blicken unruhig zur Theke hin\u00fcber und der Wirt legt Euch nahe, doch vielleicht lieber die Feierlichkeiten hier zu verbringen, statt zu riskieren morgen oder \u00fcbermorgen auf offener Stra\u00dfe ein Opfer des Sturms zu werden.<br>Gem\u00fctlich ist es allemal und f\u00fcr Zerstreuung und das leibliche Wohl scheint gut gesorgt.<br>Ihr vereinbart einen ertr\u00e4glichen Preis f\u00fcr Kost und Logie und der junge Stallknecht bietet Euch an, die Zimmer zu zeigen.<br>\u201eMit all den Leuten hier, d\u00fcrfte die Feier wirklich gro\u00dfartig werden.<br>Oberon wird sich da sicher einiges einfallen lassen.\u201c<br>Er grinst Euch schelmisch an und meint:<br>\u201eWenn Ihr irgend etwas braucht, lasst es mich wissen!\u201c<br>Als er sich umdreht h\u00e4lt er kurz inne, blickt Euch erneut an und stellt sich vor:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u00dcbrigens, mein Name ist Puck!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>~*~<\/p>\n\n\n\n<p><em>Out-Time - Infos<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Conteilnehmer, oder solche die es noch werden wollen,<\/p>\n\n\n\n<p>dieser Plot ist als \u201eKleine-Leute-Plot\u201c gedacht.<br>Deshalb w\u00e4re es super, wenn ihr euch erst mal mit einem Bauer\/B\u00fcrger anfreundet als mit dem Superlaranzu oder dem Dom\u00e4nenlord.<br>Wer bis zur Deadline nicht abgegeben hat, der bekommt von uns seine Rolle.<br>Wer gerne als NSC kommen m\u00f6chte, m\u00f6ge uns doch bitte per Mail anschreiben, wir werden uns dann mit ihm\/ihr in Verbindung setzen.<br>Wir haben uns viele Gedanken um ein ver\u00e4ndertes Regelwerk gemacht, gerade wegen der vielen Diskussionen nach dem letzen Plot.<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Rollen sind zu vergeben:<br>Der Bauer \/ Wirt<br>2 Schankmaiden<br>1 Stallknecht<br>Personal f\u00fcr einen gro\u00dfen Bauernhof mit Taverne und G\u00e4stehaus<\/p>\n\n\n\n<p>Lia, Dio und Nayell<\/p>\n\n\n<h2><span style=\"color: #993300;\">November Con 2006 - Berichte<br \/><\/span><\/h2>\n<p>Hier findet ihr die Berichte der Cons, die die im Forum gepostet wurden.<\/p>\n<p><a href=\"#heb\">Ein bischen Hebammenklatsch<\/a><br \/><a href=\"#puk\">Puuuuk!!!<\/a><br \/><a href=\"#ly\">Lyondris Geschichte<\/a><br \/><a href=\"#s\u00f6\">Des S\u00f6ldners Leid<\/a><br \/><a href=\"#co\">Comyn,oder nicht Comyn? Das war hier die Frage<\/a><br \/><a href=\"#bett\">\"Eine Bettgeschichte\" v. Rafaith Scott<\/a><\/p>\n<h3><a name=\"heb\"><\/a>Ein bischen Hebammenklatsch<\/h3>\n<p>Wenn man den Ger\u00fcchten glauben schenken darf, die jetzt die Runde \u00fcber das Geschehene machen, so war ich unbewusst an der rechten Stelle, als ich \u2013 verloren im Schneesturm \u2013 auf eine Reisegruppe traf, der ich mich anschlie\u00dfen konnte. Ein Mann mit zwei Frauen und einem Kind waren von den ungem\u00fctlichen Witterungsbedingungen genauso \u00fcberrascht worden wie ich und gemeinsam machten wir uns auf die Suche nach einer Herberge f\u00fcr die Nacht.<\/p>\n<p>Da! Endlich ein Licht in der Dunkelheit! Und ein warmes kupfernes Leuchten vom Zunftzeichen von Oberons und Titanias Kupferkessel! Noch dazu ein eilfertiger Bursche namens Puck, der uns ins Haus geleitete und einen Tisch zuwies. Sogleich war Beta, die Wirtstochter, dabei uns mit warmen Getr\u00e4nken zu versorgen. Meine erfrorenen H\u00e4nde um den Henkeltopf mit hei\u00dfem Jaco gelegt, schaute ich mich in der Herberge um.<br \/>Meine Mitreisenden waren recht schweigsam, wie schon auf dem ganzen Weg, denn nach ihrer Vorstellung hatten sie wenig von sich gegeben.<br \/>Ganz anders die beiden M\u00e4nner an unserem Tisch! Der Mund lief ihnen fast \u00fcber, als sie vom grausamen Tod ihres Gef\u00e4hrten berichteten, den die Vogelmenschen \u00fcberfallen hatten. Pferde und Geld schienen ihnen auch noch verlorengegangen zu sein, was sie offensichtlich mehr beeindruckte, als der Verlust ihres Kumpans.<\/p>\n<p>Es dauerte nicht lange und die Sch\u00e4nke f\u00fcllte sich. Kaum ein Platz war noch frei und so kam es, dass ein weiterer Mann, ein H\u00e4ndler, an unserem Tisch Platz nahm. Claudius Caramellus handelte mit S\u00fc\u00dfigkeiten und auch er \u2013 oder besser gesagt: seine Bonbons - waren Opfer der hungrigen Ya-M\u00e4nner geworden. Ohne Geld war er auf die Gunst des Wirtes angewiesen. Nichtsdestotrotz fing er bald darauf an mit einer der zwielichtigen Damen anzub\u00e4ndeln. Zugegeben, sie war ja h\u00fcbsch und adrett, aber man konnte von weitem sehen, was ihr Gewerbe war. Als ich daraufhin den H\u00e4ndler nach seiner Familie befragte, gab er unumwunden zu, zu Hause eine Frau und Kinder zu haben. Soviel zur Treue der M\u00e4nner! Als Hebamme bekomme ich gen\u00fcgend Klagen zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ich setzte mich dann an einen anderen Tisch, denn die Gesellschaft behagte mir nicht, nachdem sich die Familie zur\u00fcckgezogen hatte. Das Baby hatte Bauchgrimmen und die junge Frau nahm einen meiner Kr\u00e4utertees entgegen und fl\u00f6\u00dfte ihn dem Kinde ein.<br \/>Erinnern kann ich mich auch noch an einen seltsam gekleideten und daherredenden Mann. Er wurde vom Wirt aus der Stube verbannt, weil einige G\u00e4ste seinen Geruch als anst\u00f6\u00dfig empfanden. Da sa\u00df er nun im Stall und fror und brabbelte unverst\u00e4ndliches Zeug. Er dauerte mich. Deshalb bezahlte ich ein Kupferst\u00fcck f\u00fcr einen Becher Bier und brachte ihn dem Ungl\u00fccklichen. Er schien immer noch verwirrt und nannte mich \u201eVai dom\u201c, obwohl meine R\u00f6cke wohl kaum zu \u00fcbersehen waren.<\/p>\n<p>Dann lauschte ich noch einem Barden und ein paar Besuchern, die mit Liedern gegen Dunkelheit und Langeweile ank\u00e4mpften, denn der Wirt hatte allen gesagt, dass ein Fortkommen an diesem Abend nicht m\u00f6glich war. Wir waren eingeschneit.<br \/>Ich schlief tief und fest und selbst das R\u00fctteln der Fensterl\u00e4den machte mir nichts aus. Manche G\u00e4ste kamen am Morgen aber mit tiefen Augenringen zum Fr\u00fchst\u00fcck. Gerede von schrecklichen Albtr\u00e4umen machte die Runde und ein halbw\u00fcchsiger Junge schlug sogar auf dem Boden hin und sandte Blitze \u00fcber uns. Es wurde nach Heilern gerufen und flugs war ich zur Stelle, aber ein Mann von Stande, gekleidet in gutes Tuch, machte mir klar, dass meine Hilfe hier nicht n\u00fctzen w\u00fcrde.<br \/>Nun ja, es gibt immer hochn\u00e4sige Herren die die Leistungen anderer gering sch\u00e4tzen, und dieser Comyn geh\u00f6rte wohl dazu.<\/p>\n<p>Andere hatten Albtr\u00e4ume von den Vogelmenschen gehabt und glaubten, jene w\u00e4ren noch nicht endg\u00fcltig in den W\u00e4lder verschwunden.<br \/>So machten sich einige M\u00e4nner an das Bauen einer Falle. Dass sie f\u00fcr Tiere durchaus brauchbar war, ergab eine \u00dcberpr\u00fcfung mit des Wirtes Hausgetier.<\/p>\n<p>Ich war sehr zufrieden, dass das Baby die Nacht gut \u00fcberstanden hatte. Selten habe ich eine Familie gesehen, in der die M\u00e4nner sich so um ein Kleinkind m\u00fchten. Da waren der junge Mann, ich nehme an, der Vater des Jungen, und dann auch noch sein Gro\u00dfvater, der pl\u00f6tzlich aufgetaucht war und dem wirr sprechenden Menschen vom Abend zuvor verd\u00e4chtig \u00e4hnlich sah. Gerade als der Kleine seine Mahlzeit erhielt, t\u00f6nte lautes Geschrei \u00fcber den Hof. Vogelmenschen! Alles, was ein Schwert halten konnte, rannte nach drau\u00dfen und mit vereinten Kr\u00e4ften war es ihnen verg\u00f6nnt, die Eindringlinge zu fassen und einen Kopf als Abschreckung an die Wirtshaust\u00fcr zu nageln.<\/p>\n<p>Aber das sollte noch nicht der letzte Schrecken des Tages gewesen sein. Pl\u00f6tzlich gab es einen Riesentumult in der K\u00fcche. Der feine Herr st\u00fcrzte auf den Wirt und seine Angestellten los und es kam zu einem heftigen Kampf, in dem auch Tiegel und Nudelh\u00f6lzer als Waffen eingesetzt wurden.<\/p>\n<p>Der Wirt und sein Koch wurden dabei schwer verletzt. Nun, da kein Heiler zugegen war, besann man sich meiner F\u00e4higkeiten. Ich muss zugeben, es war kein leichtes Unterfangen, denn beim Versuch, mein bescheidenes Laran einzusetzen, konnte ich beim Hausherren kein Ergebnis erzielen. Ein Druckverband musste reichen und dazu ein Tee mit blutstillenden Kr\u00e4utern. Und wie der Wirt sein Gesicht verzog und lamentierte, als er das Gebr\u00e4u schluckte! Es gibt eben keine richtigen M\u00e4nner mehr heutzutage. Beim Koch schoss mein Laran Kapriolen und erreichte zuviel des Guten. Das Blut gerann in Windeseile und der arme Mann wurde blass und blasser. Was tun? Ein paar meiner wei\u00dfen Pillen konnten dem abhelfen. Froh, dass beide wieder genesen waren, durfte ich mich von jetzt an freier Kost und Logis erfreuen, was ich sogleich mit einen Krug Jaco ausnutzte.<\/p>\n<p>Beta brachte ihn und zugleich ein geheimnisvolles Papier mit seltsamen Zeichen. Keiner hatte diese jemals zuvor gesehen. Ein paar des Schreibens kundige G\u00e4ste begannen, das Gewirr zu entziffern und erfuhren eine seltsame Geschichte von unvollst\u00e4ndigen blauen Steinen. Mit aller Kraft wurden diese im Wirtshaus gesucht und um den Hals und im Zimmer der gewerbetreibenden Damen gefunden.<\/p>\n<p>Eine davon war mir schon aufgefallen. Immer spielte sie mit einem feinen Taschentuch, das sie von einem ihrer Verehrer bekommen hatte, vor meiner Nase herum, so dass \u2013 ich gebe zu, ich war nicht neugierig! \u2013 ich das Monogramm erkennen musste. G.H.!!! Das war dasselbe Monogramm, mit dem ich im vergangenen Jahr auf die Suche nach dem Vater des Findelkindes gegangen war. Damals hatte ich keinen Erfolg. Sollte er mir hier beschieden sein?<br \/>Aber nein. Die Dame k\u00f6nnte sich nur an die Erscheinung und Kleidung des edlen Spenders erinnern, aber nicht an seinen Namen.<\/p>\n<p>Unheimlich wurde uns allen, als der Barde berichtete, wir w\u00fcrden alle diesen Abend nicht \u00fcberleben. Das B\u00f6se gehe um, sei aber nicht greifbar. Hatten die blauen Steine etwas damit zu tun?<br \/>Irgendwann hatten die M\u00e4nner diese mit Kupferdraht zusammengesetzt und ein Matrixgitter gebaut. Laran sollte helfen, den Stein wieder zum Ganzen werden zu lassen. Diesmal war ich froh, dass man mich nicht fragte, denn als wilder Telepath w\u00e4re das Risiko wohl zu gro\u00df gewesen.<\/p>\n<p>Von Ferne betrachteten wir die geheimnisvolle Zeremonie, die in einem nebelverhangenen Disaster endete. Der Kreis brach auseinander und Hilfe tat Not. Doch ich hielt das Kind im Arm, das mir die junge Mutter, die im Kreis wirkte, anvertraut hatte. Wo sollte ich meine Loyalit\u00e4ten zuerst suchen? Das Kind bewahren oder die Verletzten retten?<br \/>Ich dr\u00fcckte es einem neben mir Stehenden in die Hand und st\u00fcrzte ins Gedr\u00e4nge der gefallenen und verwundeten Kreisarbeiter. Mit letzter Kraft setzte ich mein Laran ein, um dem Gro\u00dfvater des Kindes bei einer tiefen R\u00fcckenwunde beizustehen und endlich hatte ich Gl\u00fcck und konnte meine F\u00e4higkeiten so einsetzen wie ich es geplant hatte. Froh, einen Menschen gerettet zu haben, wandte ich mich nach dem Kinde um.<\/p>\n<p>Oh Schreck! Der Mann war verschwunden!! Mir wurde kalt bis ins Mark. Was hatte er mit dem Jungen vor? Die Mutter erhob sogleich ein wildes Geschrei und st\u00fcrzte auf mich zu. Gemeinsam rannten wir durch alle R\u00e4ume des Wirthauses. Aldones sei Dank, das Kind war wohlbehalten aus der Gefahrenzone gebracht worden.<\/p>\n<p>Nach all der Aufregung klang der Abend doch noch vers\u00f6hnlich mit einem guten Braten und fr\u00f6hlicher Musik aus. Und diesmal h\u00e4tte es drau\u00dfen st\u00fcrmen und schneien k\u00f6nnen, es h\u00e4tte uns nicht gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>PS. Mit meinen \u201eLaranaugen\u201c habe ich das alles festgehalten. Die Bilder sind noch durch die Hellers unterwegs.<\/p>\n<h3><a name=\"puk\"><\/a>Puuuuk!!!<\/h3>\n<p>Ich hoffe ihr seht es mir nach, wenn ich da\u00df ein oder ander dezent durcheinanderwirbel, aber beim vielen herumwirbeln hab ich von den 1000 F\u00e4den einige schwer fallengelassen.<\/p>\n<p>PUCK!<\/p>\n<p>Willkommen in Tiatania\u2019s Kupferkessel, darf ich mich kurz vorstellen:<br \/>Mein Name ist Puck, ich bringe Euch zu Oberon dem Wirt und egal WAS Ihr braucht,<br \/>ich besorge Euch ALLES was in meiner Macht steht.<br \/>So begr\u00fc\u00dfte ich die ersten G\u00e4ste, welche gut daran taten, hier bei uns in der Herberge zuflucht zu suchen.<br \/>Es war noch fr\u00fch am Tag und mein Gebein, auf welches leider immer Verlass war, lie\u00df mir nur zu gut sp\u00fcren, da\u00df ein schwerer Schneesturm wohl auch Gast zum Wittwinter-Fest sein wird.<br \/>Eigentlich hatte ich mir ein ruhiges Fest erhofft, aber da\u00df was die Tage auf mich lauerte, spottete jeder Beschreibung, von wegen Ruhe!<\/p>\n<p>Die Leute str\u00f6mten geradezu auf den Kupferkessel zu.<br \/>Zwei S\u00f6ldner, der eine gr\u00f6\u00dfer als der Schrank in meiner Stallknechtsstube mit einem mehr als edlem Streitro\u00df und grimmigem Blick und ein daneben fast windig wirkender junger Kerl, welcher aber flink und wach dreinschaute und einem ..nunja\u2026was hatte er am Z\u00fcgel\u2026wenn ich es nicht besser w\u00fcsste und ansich wei\u00df ichs noch immer nicht, so k\u00f6nnte dieses j\u00e4mmerliche Gesch\u00f6pf eine Mischung aus Muli und Chervine sein.<br \/>Wohlan, ich f\u00fchrte die Beiden zu Oberon und justament h\u00f6rte ich schon die n\u00e4chsten G\u00e4ste sich vor der T\u00fcr den Schnee von den Stiefeln klopfen.<br \/>Eine ganze Reisegesellschaft, grob durchgefroren, ein Mann und zwei Frauen, von denen eine ein qu\u00e4kendes B\u00fcndel unter dem Schweren Mantel verbarg. Bei Evanda! Ein Baby!<br \/>Hurra, ich hoffte nur, da\u00df dieses Balg Nachts nicht die ganze Herberge zusammenschrie.<br \/>vor allem nicht meine wohlersehnte Nachtruhe.<br \/>Dann kamen auch noch zwei Herren, welche ich schon oft genug hier antraf und war nicht b\u00f6se \u00fcber ihre Anwesenheit, denn wenn sie da waren schadete es meinem Kupferbeutel nie.<br \/>Die Herrschaften hatten eine lukrative Gesch\u00e4ftsidee umgesetzt und die Damen die sie seinerzeit in unserer Herberge als Dauerg\u00e4ste einquartierten waren ja auch nicht so ganz ohne.<br \/>So fiel auch dauerhaft der ein oder andere Sekal f\u00fcr mich ab, wenn ich den ein oder anderen Gast in die N\u00e4he einer der Damen geschickt bugsieren konnte.<br \/>Auf alle F\u00e4lle war mir klar, da\u00df den Beiden daran gelegen war, ob ihrer Identit\u00e4t in Kognito<br \/>bleiben zu wollen.<br \/>Einer der S\u00f6ldner war neugierig und wollte wissen, wer wohl die beiden Gecken seien. Auf die schnelle fiel mir nichts d\u00fcmmeres ein, sie als Alderans zu deklarieren. Wer kennt in dieser Gegend schon einen Alderan von Angesicht, dacht ich mir, unwissend wie falsch ich mit dem Gedanken liegen w\u00fcrde.<br \/>Der Sturm begann urpl\u00f6tzlich st\u00e4rker zu werden und was schneite mit ihm herein\u2026na Toll\u2026Ich roch den \u00c4rger regelrecht. Zwei M\u00e4nner\u2026na ja einer grad eben dem Knabenalter entwachsen\u2026in guter Kleidung und sie stanken f\u00f6rmlich nach Kupfer. Der Junge zog ein Gesicht, welches gut und gern der schlimmsten Gewitterwolke entsprungen sein k\u00f6nnte.<br \/>Ein vorlauter verzogener Bengel der grad noch auf dem Weg zum Tor eine Standpauke \u00fcber das benehmen eines Mannes von Stand abbekam.<br \/>Na Bravo, da kommen auch noch Comyn zu uns, die haben mir grade noch gefehlt. Auch wenn es mir nicht schwer fiel, so zog ich meine geistigen Barrieren etwas h\u00f6her. Der Fluch in Meinem Kopf war mir ab und an bei meinen Gesch\u00e4ften zutr\u00e4glich, aber ansonnsten war ich nicht all zu froh \u00fcber meine Donas. Es hatte seinen Grund warum ich fernab hier als Stallbursche lebte und einfach meine Ruhe wollte.<br \/>Flugs sah ich zu, die beiden zu Oberon und Titania zu bringen und m\u00f6glichst nicht in Ihrer \u00e4u\u00dferst Arroganten Gegenwart zu verweilen, gleich gar nicht nachdem der Junge lautstark krakeelte, es r\u00f6che hier nach Ziege.<br \/>Ich verdr\u00fcckte mich in den Stall um einmal in Ruhe die Reittiere der G\u00e4ste zu versorgen und auch einen \u00dcberblick zu bekommen, welche der Tiere sich nebeneinander am besten vertrugen. Es dauerte nicht lange bis Oberons mehr als ungeduldiger Schrei meinen Namen sehr laut und lang gezogen \u00fcber den Hof schallte.<br \/>PUUUUUUUUUUUCK! Verdammt nochmal wo steckst du schon wieder.<br \/>oh oh\u2026jetzt pressierts.<br \/>Schnell folgte ich dem Ruf und fragte Oberon was er den wolle.<br \/>Aufgeregt teilte er mir mit, da\u00df wir Comyn zu Gast haben herrjeh, welch Neuigkeit! und da\u00df wir uns um die hohen G\u00e4ste besonders zu k\u00fcmmern hatten und ich die Betten in Ihrem Zimmer nochmal aufsch\u00fctteln soll.<br \/>Ich, PUCK der Stallknecht, soll die Betten der Schn\u00f6sel aufsch\u00fctteln!? Aber Halloooo, sind in seiner Familie nicht genug Weibsbilder, welche dieser Arbeit nachkommen sollten??<br \/>Nun gut, dann sch\u00fcttel ich die Betten halt auf, obwohl ich wei\u00df, da\u00df sie es nicht n\u00f6tig haben.<br \/>Leicht frustriert trieb ich meine Faust in das Kopfkissen, stellvertretend f\u00fcr den Kopf dessen, der sich als n\u00e4chster darauf betten w\u00fcrde.<br \/>Zur\u00fcck in der Schankstube, in der Hoffnung einen Schluck hei\u00dfen Jaco\u2019s zum w\u00e4rmen meines durchfrorenen K\u00f6rpers zu bekommen.<br \/>In der Stube wimmelte es nur so von G\u00e4sten und Beta, die Tochter Titania\u2019s warf mir einen schmachtenden Blick zu. Selbst wenn ich gewollt h\u00e4tte, aber ich habe gelernt mich nicht mit Frauen einzulassen, welche in Ihrem Clan Verwandte mit der Aufschrift \u00c4rger hatten.<br \/>Sie war lieb und bem\u00fchte sich wahrlich um mich, aber ich wollte mir meine neu gefundene Heimat nicht durch den Zorn Oberons verscherzen. Es w\u00e4re nicht das erste mal, da\u00df mir nahegelegt w\u00fcrde zu gehen, nur weil sich die falsche Frau unaufgefordert aber willig in mein Bett gelegt hat. Was kann ich daf\u00fcr, da\u00df ich von Kindesbeinen an beim Fahrenden Volk gelernt habe, Frauen anders zu achten als es bei den sesshaften der Fall war.<br \/>Tja und ganz adrett bin ich ja nun auch\u2026Aldones bin ich hei\u00df\u00df\u00df\u00df\u00df\u00df\u00df \ud83d\ude09<br \/>Aber lieber g\u00f6nn ich mir ein Sch\u00e4ferst\u00fcndchen mit Rabatt bei einer unserer Stammg\u00e4ste,<br \/>als Lohn und Brot zu verlieren.<br \/>Lang konnte ich nicht meinen Gedanken nachh\u00e4ngen, als pl\u00f6tzlich lautes Geschrei erschallte.<br \/>Es wurde nach Hilfe gerufen und von einem Angriff gepl\u00e4rrt. M\u00e4nner mit gezogenen Schwertern eilten an mir vorbei und zur Hintert\u00fcr hinaus. Ich zog meinen Dolch, welcher mir ansich meist nur zum Essen diente und blieb vor der Hintert\u00fcr, durch welche die todesmutigen st\u00fcrmten stehen und beobachtete das Geschehen aus der Weite. \u201eVogelmenschen\u201c riefen die einen, \u201ePuck einen Heiler\u201c die anderen.<br \/>Heiler\u2026einer von der Reisegesellschaft schien mir ein solcher zu sein, also trabte ich in die Stube und rief einfach \u201eist ein Heiler zugegen?\u201c<br \/>Der den ich vermutete sprang auf und folgte mir zum Ort des Geschehens.<br \/>Er stellte nur noch den Tod des armen Kerls, der dort danieder lag fest und empfahl dummerweise diesen zu verscharren. Mir schwante b\u00f6ses, wer wohl diesen letzten Dienst erweisen darf.<br \/>Welch sch\u00f6ner Tag, murrte ich vor mich hin und traf im Hof auf einen ziemlich heruntergerissenen Mann. Er irrte ziemlich Planlos umher...<br \/>Fast zur gleichen Zeit, als ich den Alten ersp\u00e4hte h\u00f6rte ich, wen wunderts ein lautes<br \/>\u201ePUUUUCK! Was ist das f\u00fcr ein Penner?? schaff ihn vom Hof, er hat doch eh nix!\u201c<br \/>Ich war entsetzt! Einen Mann in diesen Sturm zu jagen war grade so als ob man ihn gewollt in den Tod schicken w\u00fcrde. Schnell merkte ich, da\u00df mein Gedanken von mehreren die dies h\u00f6rten geteilt wurde. Ich eilte geschwind auf ihn zu, wenigstens um zu erfahren wer er denn \u00fcberhaupt sei.<br \/>\u201eHey da alter Mann, was verschl\u00e4gt euch zu uns. Nun gut, er sah schon etwas heruntergekommen drein, aber unter der tiefen fransigen Hutkrempe blitzten zwei freundliche Augen hervor. Er zuckte kurz zusammen, als ich ihn anrief aber er l\u00e4chelte mich an.<br \/>\u201e\u201eIch bin Dereck, vai Dom.\u201c\u201c sprach er und hielt wie zum Schutz den angewinkelten Arm vor sich.<br \/>\u201eAha, Dereck hei\u00dft du, aber warum nennst du mich Vai Dom? Ich bin kein vai Dom, sondern nur Puck. Also sag mir wo du bei dem Wetter hin willst.\u201c<br \/>Er sah mich an und es war so als ob er jedes Wort Buchstabe f\u00fcr Buchstabe in sich aufsaugen w\u00fcrde.<br \/>\u201e\u201eVai Dom hat gesagt, geh nach Thendara, vai dom Puck.\u201c\u201c<br \/>Ich zog eine Augenbraue hoch jetzt nennt er mich schon wieder vaiDom, was soll da\u00df? Der hellste ist er wirklich nicht<br \/>Von der Eingangst\u00fcr h\u00f6rte ich Oberon schon wieder pl\u00e4rren \u201ePuck! Was stehst Du da rum, schick den Alten weiter!\u201c<br \/>Der \u00e4ltere unserer welcher sich darum k\u00fcmmerte, da\u00df wir in der Taverne wenig \u00c4rger haben und sich um seine einquartierten Damen k\u00fcmmert kam auf uns zu.<br \/>Er nahm mich zur Seite und meinte \u201eWir haben hinten noch das Problem, welches tiefer gelegt werden m\u00fcsste, vielleicht kann dir der Alte dabei helfen, wenn er es macht gib ihm die 2 Sekal, dann kann er sich wenigstens was Warmes zu trinken kaufen\u201c<br \/>Ich strahlte ihn an, der Mann gef\u00e4llt mir und er hat immer ne gute L\u00f6sung parat.<br \/>\u201eDereck\u201c rief ich und winkte ihn zu mir zu kommen und er kam sogleich auf mich zu und schaute mich an wie ein gro\u00dfer treuer Hund.<br \/>\u201eDereck, kannst Du mir helfen ein kleines Problem zu beseitigen? Du bekommst auch 2 Sekal als Lohn und kannst dir damit etwas warmes zu Trinken kaufen.\u201c<br \/>Er nickte mir voller Eifer zu. \u201e\u201eDereck vai Dom Puck helfen und 2 Sekal bekomme, ja ja, was soll Dereck f\u00fcr vai Dom Puck der kein vai Dom ist machen?\u201c\u201c<br \/>Ich f\u00fchrte ihn zu dem Ort, wo das Problem abgelegt wurde und gab ihm Spitzhacke und Schaufel und wies ihn an, das Problem zu verscharren und flugs machte er sich an die Arbeit.<\/p>\n<p>Als ich zur\u00fcckkam stand Rafaith, ein strammer Kerl der zuvor mit einem etwas seltsam und vor allem komisch sprechenden Mann eintraf, vor der T\u00fcr. Ich hatte mich in der Stube schon kurz mit ihm belanglos \u00fcber das Wetter und dergleichen unterhalten und er schien mir ganz in Ordnung. Kaum da\u00df ich auf seiner H\u00f6he war, sprach er mich auch gleich an \u201e\u201eSag mal, es gibt hier doch bestimmt viel zu tun, kannst du mir nicht irgend eine Arbeit besorgen f\u00fcr die ich eventuell einen Schlafplatz erhalten k\u00f6nnte, egal was es ist, hauptsache ein Bett und vielleicht eine Mahlzeit kommen dabei rum?\u201c\u201c<br \/>Ich \u00fcberlegte kurz sagte er egal was es ist\u2026hm\u2026sei vorsichtig um was du Bittest, es k\u00f6nnte Dir gegeben werden, da war noch eine Arbeit um die ich mich seit Tagen dr\u00fcckte<br \/>\u201eDu bist gut gebaut und ich h\u00e4tte da was, ich frag Oberon ob er mit dem Handel einverstanden ist. Ah da kommt er eh gerade.\u201c<br \/>Oberon kam eh schon auf uns zu und ich nutze sogleich die Gelegenheit, ihm schmackhaft zu machen, da\u00df der Mann diese Arbeit machen wolle.<br \/>\u201eOberon, der Mann w\u00fcrde uns die l\u00e4ngst f\u00e4llige Latrinengrube ausheben, wenn er f\u00fcr diese Nacht ein Bett und eine warme Mahlzeit bek\u00e4me, es w\u00e4re ja wirklich dringend, bei den vielen G\u00e4sten wird die alte Grube\u2026na du weist schon\u2026und ich hab alle H\u00e4nde voll zu tun.\u201c<br \/>Irgendwie konnte ich es mir nicht verkneiffen, \u00fcber die Schulter zu Rafaith zu sehen, als ich<br \/>Oberon den Handel unterbreitete. Rafaiths Blick als er die Art der Arbeit erfuhr sprach B\u00e4nde.<br \/>Was bin ich doch f\u00fcr ein Schelm, l\u00e4chelte ich in mich hinein.<br \/>Oberon war klar, da\u00df bei unserer alten Grube und der Menge G\u00e4ste die Sch\u2026 bald bis an den Donnerbalken reichen w\u00fcrde und er willigte sogleich zum abgemachten Lohn, wenn auch murrend ein.<br \/>Grinsend wandte ich mich zu Rafaith \u201eSiehst, es ist ganz einfach, schon hast Du ein warmes Bett und eine Mahlzeit, ich sagte nicht umsonnst bei der Begr\u00fc\u00dfung, wenn Du etwas brauchst, wende Dich an mich.\u201c<br \/>Rafaith schluckte, er hat wohl nicht damit gerechnet, sich das Bett so hart verdienen zu m\u00fcssen, aber des einen Freud des andren Leid und spitzb\u00fcbisch geb ich zu, da\u00df ich lieber auf der Seite der Freud stehe.<br \/>\u201e\u201eTjaaa\u2026\u201c\u201c seufzte Rafaith \u201e\u201eDann werde ich mich wohl an die Arbeit machen, danke Puck!<br \/>Wenn du mir noch Werkzeug geben k\u00f6nntes, dann mach ich mich sogleich an die Arbeit.\u201c\u201c<br \/>schwang da leichter Sarkasmus in dem Wortlaut mit? Ok, ich verstehs<br \/>\u201eIch bring Dir gleich Schaufel und Spitzhacke, der Boden ist leider verdammt hart.\u201c<br \/>So dann schau ich mal ob Dereck mit der Landschaftsversch\u00f6nerung schon fertig ist.<br \/>Seine Arbeit war gut verrichtet. Wer h\u00e4tte gedacht da\u00df in dem Alten so viel Kraft steckt, einfach war es gewiss nicht.<br \/>Eigentlich klopfte ich dem Mann nur freundschaftlich auf die Schulter und wollte Ihm f\u00fcr die gute Arbeit danken, aber er wich sofort erschreckt zur\u00fcck und hob abwehrend den Arm und rief fast panisch \u201e\u201eNicht schlagen, vai om Puck, der nicht vai dom genannt werden will, vai dom!\u201c\u201c<br \/>\u201eBei allen G\u00f6ttern, ich tu dir nichts, sieh her, ich hab hier 2 Sekal mit denen du in die Stube gehen kannst um was Warmes zu trinken und dich etwas aufw\u00e4rmen kannst. Komm mit und erz\u00e4hl mir doch was dir armen Mann geschehen ist? Was ist passiert?\u201c<br \/>Der Mann tat mir leid, wer wei\u00df wie lange er schon so umherirrte und ich wusste zu gut, wie grausam Menschen sein konnten, wenn ihnen Fremde gegen den Strich gingen. Denn das fahrende Volk wurde nicht \u00fcberall freundlich empfangen. Irgendwie wollte ich ihm helfen.<br \/>Dereck griff l\u00e4chelnd nach den Kupferst\u00fccken in meiner Hand und sagte in einem Tonfall als ob er \u00fcber die Sch\u00f6nste Sache der Welt reden w\u00fcrde \u201e\u201eAlle tot, vai Dom, Frau tot, Tochter tot, gro\u00dfes Feuer, alles verbrannt. Vai dom sagen, Dereck nach Thendara gehen und gro\u00dfen Vai Dom sagen, alle tot.\u201c\u201c<br \/>Wie vom Donner ger\u00fchrt blieb ich stehen und sah den Mann an.<br \/>\u201eGn\u00e4dige Avarra, alle tot? Deine Frau und deine Tochter verbrannt und Haus und Hof auch hin?? Wo ist das geschehen und welcher Vai Dom schickt nach Thendara?\u201c<br \/>Wir waren schon nah genug bei Rafaith, da\u00df dieser die Worte von Dereck auch vernahm.<br \/>Er eilte sogleich mit best\u00fcrztem Gesicht auf uns zu und fragte mich ob er es recht verstanden hatte. Der arme Mann, kein Wunder, da\u00df sein Geist angeschlagen war, bei dem Grausamen Erlebnis.<br \/>Zugleich redeten wir auf den gebeutelten Mann ein, wo dies denn geschehen sei und warum ihn ein vai Dom nach Thendara schickt und zu welchem gro\u00dfen vai Dom er das sagen solle.<br \/>Dereck schaute mit einer gewissen faszination abwechselnd Rafaith und mich an<br \/>\u201eKomme von Alton Land, vai dom Puck, geh nach Thendara sagt vai Dom, Thendara Hasturland, sage alle tot.\u201c<br \/>Rafaith und ich sahen uns fragend an, \u00fcber unseren K\u00f6pfen hingen Fragezeichen so gro\u00df wie die schweren Schneewolken am Himmel, wir verstanden \u00fcberhaupt nichts mehr.<br \/>Die beiden S\u00f6ldner kamen nach drau\u00dfen, wohl um etwas Luft zu schanppen<br \/>\u201eHe da, ihr beiden\u201c rief ich sie an \u201eHerrscht auf Alton-Land Krieg?\u201c<br \/>Der gr\u00f6\u00dfere sah uns verdutzt an \u201e\u201eAuf Alton-Land? Dort herrscht seit einem Jahr Frieden, wir kommen geradewegs von Hammerfell, aber von erneutem Krieg auf Alton-Land wei\u00df ich nichts.\u201c\u201c<br \/>Rafaith sah mich an und stillschweigend waren wir uns einig, da\u00df diesem Mann gehofen werden musste. Er nahm Dereck Hacke und Schaufel ab und nickte mir zu<br \/>\u201eSieh zu da\u00df der Mann was warmes bekommt und ich werde nicht eher ruhen ein Zweites Bett f\u00fcr den Mann zu besorgen, wenn ich mir eines verdingen kann, dann auch ein zweites.\u201c<br \/>sprachs und machte sich an die Arbeit.<br \/>Respekt, ein Mann mit dem Herz am rechten Fleck. Jetzt wurmts mich fast, da\u00df ich ihm solche Drecksarbeit zu geschanzt hab.<br \/>Dereck hatte nun Kupfer, was soll Oberon jetzt noch sagen k\u00f6nnen, wenn ich Ihn in die Stube brachte. Falsch gedacht, kaum hatte ich den alten in die Stube geschoben, erschallte schon Oberons gebr\u00fcll, auch einige der G\u00e4ste warfen uns unfreundliche Blicke zu. Ich seufzte, einzig und allein die Reisegruppe sah eher interessiert und nicht abweisend zu dem Mann.<br \/>Rufe, nicht nur von Oberon wurden laut. \u201eDer stinkt nach Ziege\u201c kam, wen wunderts, aus der Castamier Ecke, \u201eEr ver\u00e4rgert unsere G\u00e4ste\u201c br\u00fcllte Oberon, ich sah zu Titania und sie blicke verunsichert zu den Castamiers und mir, als wollte sie mir flehentlich zu verstehen geben, da\u00df sie auch nicht wei\u00df was sie tun soll und f\u00fcr wen sie sich entscheiden solle.<br \/>Mir blieb nichts als laut zu seufzen und insgeheim w\u00fcnschte ich den Leuten, in eine ebenso missliche Lage zu geraten, wie dieser geplagte Mann. \u201eKomm Dereck, die sind alle nicht Nett, ich bring Dich in die Futterscheune, dort ist es wenigstens nicht so kalt und f\u00fchrte ihn fort von den feindlichen Blicken. M\u00f6gen die G\u00f6tter geben, da\u00df er diese Blicke nicht mehr zu deuten verstand.<br \/>Kaum als ich von der Scheune zur\u00fcckkam um noch etwas Jaco f\u00fcr ihn zu holen, kam Oberon wutentbrannt auf mich zugeschossen \u201ePUCK!Was hast Du getan!?\u201c br\u00fcllte er und packte mich sogleich am Arm und zerrte mich unwirsch ums Hauseck.<br \/>Er zwang mich in die Knie und setzte eine Zange an meinem Ohr an und dr\u00fcckte zu.<br \/>Schmerz durchfuhr mein Ohr und ich konnte nur noch winselnd fragen, was denn in ihn gefahren sei.<br \/>Aufgebracht und voller Zorn rief er \u201eDu mieser Knilch bist so dreist und greifst in meine Kasse!!\u201c<br \/>Das war zu viel, der Schmerz war h\u00f6llisch, aber die Wut \u00fcber diese b\u00f6swillige und vor allem Falsche Anschuldigung lie\u00df mich fast mit fester Stimme sagen, da\u00df ich nichts dergleichen getan habe.<br \/>Es reichte Oberon nicht und er glaubte wohl noch derber werden zu m\u00fcssen und zog mir eine Daumenschraube \u00fcber den Finger und drehte so zu, da\u00df ich das Gelenk knacken h\u00f6rte<br \/>\u201eGieb es endlich zu!!\u201c schrie er.<br \/>Die Tr\u00e4nen schossen mir in die Augen, es tat so weh.<br \/>Jetzt konnte ich nur noch wimmern \u201eIch hab nichts getan, warum sollte ich und es ist Titanias Kasse und Sie w\u00fcrd ich nie bestehlen!\u201c<br \/>Oberon lie\u00df ab, wie es schien glaubte er mir nach der Folter doch.<br \/>Gequ\u00e4lt schleppte ich mich zur Scheune, Dereck stand da und ich klagte ihm mein Leid.<br \/>Der alte Mann hob die Hand und griff sachte nach meinem Ohr und legte die andere Hand auf meinen schmerzenden Daumen. Meine Nackenh\u00e4rchen str\u00e4ubten sich und ich f\u00fchlte pl\u00f6tzlich starkes Laran. Dereck sagte ganz ruhig \u201eDu bist geheilt\u201c und l\u00e4chelte.<br \/>\u201eWer bist Du?\u201c stammelte ich, der Daumen und auch das Ohr schmerzten nicht mehr, wer war dieser Mann???<br \/>Ich konnte nur noch \u201eDanke, ich komm bald wieder\u201c stammeln, denn jetzt wollt ich wissen was es mit der Beschuldigung auf sich hatte. Schnell noch ein Taschentuch um den Daumen gebunden und die Hand ans Ohr gelegt ging ich in die Stube und winkte den Heiler herbei.<br \/>Schon l\u00e4nger schwante mir, da\u00df auch er Laran hat und irgendwie traute ich ihm.<br \/>Oberon rief mir \u201eTut mir leid Puck, es hat sich alles gekl\u00e4rt\u201c zu. Daf\u00fcr erntete er erst Recht einen beleidigten Blick.<br \/>Finn, so erinnerte ich mich, kam auf mich zu., laut bat ich ihn meinen kaputten Daumen anzusehen und hielt ihn ihm unter die Nase.<br \/>Verwirrt sah er mich an \u201eDa ist nichts?\u201c sprach er leise fragend.<br \/>Leise fl\u00fcsterte ich ihm zu \u201eGenau da\u00df ist das Problem, Oberon hat mich mit einer Daumenschraube taktiert, so da\u00df das Gelenk knackte und das Ohr hat er mir auch fest gezwickt. Der Alte Mann hat mich nur ber\u00fchrt und weder Schmerz noch Wunde sind noch da.\u201c<br \/>Finn schaute mich erstaunt an \u201eWas soll ich jetzt heilen?\u201c<br \/>Ich zwinkerte ihm zu, \u201eDu warst seit eurer Ankunft immer nett zu mir, sollst auch was davon haben.<br \/>Schnell drehte ich mich zu Oberon, dessen Blick tats\u00e4chlich so was wie schlechtes Gewissen ausstrahlte \u201eOberon, gib den Mann 2 Kupfer, daf\u00fcr da\u00df er meine Arbeitkraft wieder hergestellt hat.\u201c stand auf und ging mit einem leichten grinsen im Gesicht.<br \/>Mein Hauptbegehr war nun in erster Linie heraus zu bekommen was es mit Dereck auf sich hatte. Wer war er und was war ihm geschehen. Eines war klar, er hatte Laran und davon nicht zu wenig, denn die Leichtigkeit mit der er mich heilte war schon fast unheimlich, aber letztendlich stand ich in seiner Schuld, denn ohne seine Tat h\u00e4t ich l\u00e4nger mit einem sehr schmerzenden Daumen zu k\u00e4mpfen.<br \/>Von den meisten Leuten die hier weilten war nicht viel Hilfe zu erwarten und vor allem wenig Verst\u00e4ndnis oder glauben an meine neue Erkenntnis von Dereck.<br \/>Mir fiel Sharian (M\u00f6ge da\u00df Nayells geheimnisumwittertert Char-Namen gewesen sein, jetzt hei\u00dft er halt so *g*) ein. Er hatte von Anfang an f\u00fcr Dereck gesprochen, also machte ich mich auf die suche nach ihm, oder wollte.<br \/>Wie es auch sei, eines der wohl h\u00e4uffigsten W\u00f6rter in dem Sprachschatz aller am Anwesen befindlichen hallte durch die G\u00e4nge \u201ePUUUUUUUCK!\u201c<br \/>Flugs eilte ich in die Richtung, aus welcher gebr\u00fcllt wurde und lief dem \u00e4lteren Castamir in die Arme \u201ePuck, hast Du Lyondri gesehen? Such Ihn!\u201c Auch Oberon kam dazu und machte eine scheuchende Handbewegung. Nun gut, wenn der Bursch verstecken spielen will, dann such ich ihn halt und tat das auch pflichtbewusst und sah wirklich in jedem Winkel des Hauses nach. (Ganz sch\u00f6n gro\u00df die Herberge, hab ich da erst mal so richtig realisiert)<br \/>Zur\u00fcck von der Ergebnislosen Suche, stellte sich heraus, da\u00df der Bursch wieder aufgetaucht ist, aber dennoch wanderte eine Belohnung f\u00fcr meine M\u00fche vom Castamir in meine Geldkatze. So dann, auf zu Sharian, mal sehen was der von meiner Information h\u00e4lt.<br \/>Gesucht, gefunden und er war sichtlich Erstaunt \u00fcber meine Vermutung, da\u00df der alte nicht das ist was er schien. Ein Mann mit starkem Laran, auch wenn sein Geisteszustand das nicht erahnen lie\u00df. Gemeinsam suchten wir die Castamirs auf, die einzigen von denen wir wussten, da\u00df sie mit Laran umzugehen vermochten. Der Junge kam geradewegs aus dem (f\u00fcr mich verfluchten) Turm zu Hali. Dereck brachte ich nach kurzer Absprache in meine Kammer und Sharian mit den Castamirs stie\u00dfen dazu. Merryl Castamir beauftragte Lyondri einen Wahrheitszauber zu weben. Dieser wandte ein, wer ihn \u00fcberwachen solle und zu meiner eigenen \u00dcberraschung, wohl weil ich zum einen Helfen und zum anderen meine Neugierde zog ich meinen Matrixbeutel heraus und sagte \u201eIch \u00fcberwache dich.\u201c<br \/>Drei verwunderte Augenpaare hafteten sogleich auf mir \u201eSchon gut, ich bin ausgebildeter \u00dcberwacher, wenn auch schon etwas aus der \u00dcbung, aber daf\u00fcr reichts noch und nickte Lyondri zu.\u201c<br \/>Ich griff mit meinen Geist hinaus zu Lyondri und f\u00fchlte seine anf\u00e4ngliche Nervosit\u00e4t, welche aber schnell der Routine wich. Es war sp\u00fcrbar, wievile Kraft es den Jungen kostete, er griff mental nach Dereck und stellte ihn mit harter Stimme die Frage, wer er denn sei.<br \/>Dereck zuckte kurz zusammen und begann sein altes Lied herunter zu leiern.<br \/>\u201eIch Dereck vai Dom, nach Thendara gehen mu\u00df\u2026nicht schlagen\u2026\u201c<br \/>Dereck wand sich und Lyondri brachte Immense Kraft auf, wiederholt befragte er den alten mit eindringlcher Stimme \u201eWer bist Du und was willst Du!\u201c<br \/>So gut es ging versuchte ich mental Lyondri zu st\u00fctzen, es war seltsam, da\u00df ein Wahrheitsbann so schwer aufrecht zu erhalten war f\u00fcr einen ge\u00fcbten Turmarbeiter, es sei denn der zu Befragende war stark.<br \/>\u201eIch Dereck\u2026vai Dom Raffalla Hagebuttenwein\u2026gro\u00dfen vai dom sagen Yoric\u2026nicht schlagen vai Dom Puck der nicht vai Dom genannt werden will\u2026nach Thendara gehen, alle tot\u2026\u201c<br \/>Wie durch einen gut gezielten Faustschlag warf es Lyondri zu Boden und aus der Verbindung und auch mich traf eine Welle von Schmerz und versuchte so vorsichtig es ging den Raport zu Lyondri zu trennen. Beide f\u00fchlten wir uns ausgelaugt.<br \/>Merryl, Sharian und wir beiden sahen uns verwirrt an.<br \/>Dom Castamir sch\u00fcttelte verst\u00e4ndnislos den Kopf \u201eDom Hagebuttenwein\u2026der Mann ist wirr, sonnst nichts.\u201c Auch Sharian konnte mit dem gestammel nichts weiter anfangen und Lyondri und ich wurden losgeschickt uns zu erholen und vor allem zu Essen.<br \/>Bereits auf dem Weg hat es bei uns beiden \u2019KLICK\u2019 gemacht und Lyondri begann die geh\u00f6rten Namen lamentieren.<br \/>\u201eVerdammt soll ich sein, wenn ich diese Namen nicht vor langem im Zusammenhang geh\u00f6rt habe, schlie\u00dflich liegt es nicht zu lang her, da\u00df ich dieses Verdammten Zuchtb\u00fccher studieren und deshalb auch Latrinenschrubben musste und \u00fcberhaupt, wo hast du \u00fcberwachen gelernt?\u201c<br \/>Ich schluckte kurz, ja die verdammten Zuchtb\u00fccher, sie waren f\u00fcr mich hochinteressant und zugleich erschreckend. Es war wohl eher nicht davon auszugehen, da\u00df auch nur ein Funken von Liebe bei der gezielten Zeugung solch Kinder mit im Spiel war.<br \/>\u201eSo wie Du habe ich in Hali gedient, ich kam bis zum \u00dcberwacher als man mir nahe legte den Turm zu verlassen, aber hake nicht weiter nach, es war weit vor Deiner Zeit.\u201c<br \/>W\u00e4hrend wir da sa\u00dfen und Rosinen und N\u00fcsse mechanisch in uns reinstopften versuchten wir die Namen irgendwo unterzubringen\u2026Yoric\u2026Raffaella\u2026Hagebuttenwein???<br \/>Pl\u00f6tzlich entfuhr Lyondry \u201eAlderan, ja klar\u2026er meinte nicht Raffaela sondern Rakhaila und Yoric ist ihr Vater!\u201c<br \/>Lyondri wurde laut und sofort begann Merryl Castamir beschwichtigend auf ihn einzureden, da\u00df hier keine Alderans oder wohl noch schlimmer di Asturiens unter den G\u00e4sten verweilen w\u00fcrden.<br \/>Eine Welle von Wut und Hass schwappte zu mir und ich war froh, da\u00df er den Jungen aufs Zimmer schicke um zu Ruhen, was er auch n\u00f6tig hatte nach der Anstrengung.<br \/>Ruhe\u2026da\u00df w\u00e4rs jetzt dacht ich mir aber da wurde schon wieder nach mir verlangt.<br \/>Ein seltsamer Typ mit noch viel seltsameren Akzent bat mich, ihm nach drau\u00dfen zu folgen.<br \/>Er druckste etwas herum und meinte dann, er habe einen Freund der seit langem nicht mehr geschlafen hat und er habe geh\u00f6rt, da\u00df evt. ich ihm etwas besorgen k\u00f6nnte, was das Schlafproblem beheben k\u00f6nnte.<br \/>hm\u2026Schlafproblem, wer hat dies zur Zeit nicht\u2026 in Gedanken ging ich meinen kleinen Fundus durch und tats\u00e4chlich, ich hatte was, da\u00df dem FREUND helfen k\u00f6nnte.<br \/>Ich bat ihn kurz zu warten und stapfte zu meiner kleinen Fundgrube, er wartete derweil und ich kam schon bald zur\u00fcck und hielt ihm meine Version von Schlafmittel hin.<br \/>Er schaute mich verwundert an \u201eEin Pilz? Ich dachte ein Pulver oder dergleichen? Wie soll ich Ihm das geben?\u201c<br \/>Herrjehh, der hat wirklich keine Ahnung WAS f\u00fcr einen Pilz ich ihm da hinhielt<br \/>Als ich den Mann das erste mal sah, dacht ich mir bei seiner Kleidung, er k\u00f6nne zu einem der kleinen unbekannteren Clans der Fahrenden geh\u00f6ren, aber nach dieser Reaktion, fiel der Gedanken flach.<br \/>\u201eSoll er ein paar Stunden schlafen, dann gib ihm maximal die H\u00e4lfte davon, ist es mehr schl\u00e4ft er zu guter Letzt f\u00fcr immer. Misch es unter das Essen oder zerreib ihn und gibs ins Getr\u00e4nk.\u201c<br \/>Wir einigten uns auf einen, im nachhinein l\u00e4cherlichen Preis. Normalerweise verkaufte ich sie Scheibchenweise. Ein Scheibchen in die Backe geklemmt und man ertrug die n\u00e4chsten Stunden mit einem l\u00e4cheln. Ein paar Kupfer schnell verstaut und zur\u00fcck in die Stube.<br \/>H\u00e4t ich nur nicht diesen Weg gew\u00e4hlt, lautes Gerumpel und Gebr\u00fcll und haufenweise aufgeregte Leute und wie soll es anders sein\u2026\u201cPUCK\u201c<br \/>Was ist denn jetzt schon wieder?<br \/>\u201e\u201eHier Puck, dein Stein! Er lag vor der K\u00fcche, sie hat ihn eben gefunden und jetzt ist der\u2026\u201c\u201c<br \/>h\u00f6rte ich gerade noch und hielt den gro\u00dfen kaputten Matrixstein in den H\u00e4nden und hatte sogleich einen aufgebrachten fasst mit Schaum vor dem Mund w\u00fctenden jungen S\u00f6ldner vor mir der mich anbr\u00fcllte den Stein heraus zugeben. Der Kerl wurde mit Gewalt von ein paar M\u00e4nnern zur\u00fcckgehalten und ich floh mit dem Stein in die K\u00fcche.<br \/>*anmerkung der Redaktion: Puck musste, als er DIESEN Stein sorglos in der K\u00fcche<br \/>deponierte etwas zuviel von seinen Pilzen genascht haben ;)*<br \/>Urpl\u00f6tzlich st\u00fcrmten der gro\u00dfe S\u00f6ldner und der Castamir in die K\u00fcche und br\u00fcllten auch um die herausgabe des Steins. Da hatten sie aber den falschen Ort und vor allem Ton gew\u00e4hlt.<br \/>Titiana schnappe sich ihr Nudelholz und Oberon den Fleischhammer und als die ungebetenen Eindringlinge nicht nachgeben wollten \u00b0dong\u00b0 \u00b0dong\u00b0 gingen die wackeren nach Holz und Hammer Massage ihrer Ged\u00e4chtnisstuben schon zu Boden.<br \/>Glaub nie, ungebeten die Heiligt\u00fcmer einer K\u00f6chin zu betreten zu d\u00fcrfen!<br \/>Ich kauerte in der Ecke, den Stein verkrampft in der Hand haltend und gut gesch\u00fctzt von meinen Wirtsleuten und deren T\u00f6chtern und Nichten\u2026.puh\u2026das war Eng.<br \/>Nach kurzer Zeit hat sich die Lage wieder beruhigt und ich gab Oberon den Stein um ihn Sicher zu verwahren. Der arme hat Kopf und Kragen f\u00fcr mich riskiert und bei dem K\u00fcchen\u00fcberfall eine unsch\u00f6ne Armverletzung davon getragen. Ansich eine heroische Tat, aber die darf ich gewiss irgendwie abbezahlen.<br \/>Kaum da\u00df man etwas RUHE erwartete schon das n\u00e4chste gepl\u00e4rr vom Hof.<br \/>\u201eHilfe Angreiffer! Vogelwesen! Hiiiiielfe\u201c h\u00f6rte ich Rafaith rufen.<br \/>Nunja, ich gebs zu\u2026es war mir im Moment egal. Wenns was zum wegr\u00e4umen gibt, werden sie mich schon holen. Mein begehr war, die n\u00e4chste Zeit dem irren S\u00f6ldner aus dem Weg zu gehen.<br \/>Ja es dauerte nicht lange, bis man mich zum Aufr\u00e4umen rief. Der seltsam sprechende Kerl war hin.<br \/>Wie Rafaith mir erkl\u00e4rte, hat er sich von ihm \u00fcberreden lassen den tiefschlafenden Barden zu irgendeiner nahe gelegenen H\u00fctte zu bringen.<br \/>Doch sie kamen nur grad an die Grenze des Geh\u00f6fts und wurden von riesigen Vogelwesen angegriffen. Der Barde wurde von dem Fall in den Schnee wohl wieder munter und entkam wieder zur\u00fcck in die Herberge. Rafaith hat sich an der Harfe des Barden, wie auch immer, die Finger verbrannt und auch Dereck wurde in die Tat verwickelt. Sharian gebot uns, den Entf\u00fchrer der seinen Versuch mit dem Leben bezahlte gegen einen netten Lohn tiefer zu legen.<br \/>Ach wie gut da\u00df wir eine neue Latrinengrube hatten, rein mit dem Kerl und drauf ge\u2026<br \/>ach lassen wir weitere Ausf\u00fchrungen.<br \/>Schnell wurden Raffaith und ich drauf angesetzt Fallen f\u00fcr die Vogelwesen zu bauen.<br \/>Mit Menschenatrappen und K\u00f6dern wie wir sie f\u00fcr V\u00f6gel andachten\u2026Ratten, K\u00f6rner und Beeren, dazu Seile und Fangschlauffen. W\u00e4r doch gelacht wenn wir keinen fangen w\u00fcrden.<br \/>Ich war sooo m\u00fcde. Dereck hatte die letzte Nacht mein Bett bekommen, da ich wegen dieser verdammten Viecher drau\u00dfen in der erb\u00e4rmlichen K\u00e4lte, zwar dick eingemummelt aber dennoch kaum ein Aug zutuend schlafen durfte.<br \/>Jetzt hatte er sich ein eigenes Bett an Lohn verdient.<br \/>Ruhe\u2026welch s\u00fc\u00dfes Wort.<br \/>\u201ePUUUUUUUUUUUUUUCK\u201c<br \/>Tja, noch bin ich wohl nicht so weit.<br \/>Der kleine Castamir hat herrlich schlecht getr\u00e4umt von\u2026was wohl\u2026Vogelmenschen.<br \/>Auch diverse andere G\u00e4ste hatten \u00e4hnliche oder andere bedr\u00fcckende Albtr\u00e4ume.<br \/>Ein Zettel, welcher im Feuer des Backsteins gefunden wurde verhie\u00df nichts gutes.<br \/>Schon kamen sie wieder auf die Idee, mich wegen meines Steines zu nerven.<br \/>Sie schickten Lyondri, weil sie schon wussten, da\u00df ich weder den alten Castamir noch sonnst einen in Bezug auf meinen Stein auch nur einen Funken vertrauen schenken w\u00fcrde.<br \/>Es schien tats\u00e4chlich so, da\u00df mein Stein mit dem im Zettel erw\u00e4hnten was zu tun haben k\u00f6nnte und ich konnte mich nach dem Lesen dieses Verdachts auch wirklich nicht erwehren.<br \/>Der Gedanken gefiel mir dennoch nicht. Es war ein Gro\u00dfer Stein, nicht komplett, aber einen kompletten Stein dieser gr\u00f6\u00dfe in falschen H\u00e4nden\u2026bei Aldones\u2026mir wurde Angst und bang und es str\u00e4ubte sich einiges in mir. OK das gro\u00dfe Bruchst\u00fcck solln sie schon mal haben.<br \/>Schnell geholt und Lyondri gegeben. Zwei der dauerhaft gastierenden Damen hatten auch noch Splitter, von welchen ich mit der Zeit erfuhr, da\u00df sie tats\u00e4chlich zu meinem Stein passten. Aber ich bat Lyondri und auch Finn, der in die Sache wohl auch Involviert war, die Teile bis auf weiteres gut zu verwahren und war zufrieden diese in einem Matrixschlo\u00df versiegelten K\u00e4stchen in Titanias Obhut zu wissen.<br \/>Herrjeh, da hatte ich doch glatt Dereck vergessen, nunja er hatte eine gem\u00fctliche Schlafstatt,<br \/>n\u00e4mlich meine. Na er wird schon irgendwann angekrochen kommen, wenn er sich aus dem flauschig wohlig warmen und von mir bitterlich vermissten Lager trennen kann.<br \/>Fast alle Anwesenden wirkten etwas verunsichert und verst\u00f6rt. Es hat die Runde gemacht, da\u00df irgendetwas Bedrohlicheres als ein Wintersturm \u00fcber uns allen lag.<br \/>Mir ging es nicht viel anders und gr\u00fcbelte auch vor mich hin, der seltsame Zettel erinnerte nicht nur mich an eine alte Sage, wie sie meine Gro\u00dfmutter oft am Feuer erz\u00e4hlte.<br \/>Aus gut wurde B\u00f6se und nur durch reinstes Licht kann das B\u00f6se gebannt werden und mit edelstem Metall gebunden.<br \/>Ein weiterer j\u00e4her Schrei riss alle von den St\u00fchlen.<br \/>Wieder waren Vogelmenschen aufgetaucht, aber real und nicht in Traumform.<br \/>Eines der Wesen verlor schnell seinen Kopf und ein anderes konnte tats\u00e4chlich, wenn auch schwer verwundet gefangen werden.<br \/>So sahen die also von der N\u00e4he aus. Starke Klauenbew\u00e4hrte Beine, ein gro\u00dfer scharfer Schnabel und eine fast anderthalb Mann hohe schlanke Statur. Wirklich wohl f\u00fchlte ich mich nicht in der N\u00e4he dieser kr\u00e4chzenden Kreatur, schnell noch geholfen das Vieh? im Holzschuppen zu fesseln und dann nichts wie weit fort von dem Wesen.<br \/>Rafaith kam mir des Weges und ich fragte ihn ob er Dereck gesehen h\u00e4tte. Er nickte und sagte, er sei bei der Reisegruppe und spr\u00e4che mit klarer Zunge.<br \/>Wie jetzt, der redet normal???Ja hat der Alte mich wohl den ganzen Tag verarscht???<br \/>Leicht angeranzt machte ich mich auf die Suche nach ihm, da gabs noch was klar zu stellen.<br \/>Im Zimmer der Reisegruppe fand ich ihn dann auch frisch gekleidet mit den Frauen redend vor. Dann kam der N\u00e4chste Hammer. Dereck war nicht Dereck sondern Lord Alderan in Person. Freundlicherweise deckte die Gruppe ihre wahre Identit\u00e4t auf. Bei allen G\u00f6ttern, da stand fast der gesamte Alderan Clan vor mir und der gro\u00dfe S\u00f6ldner war niemand geringeres<br \/>als Corran diAsturien, der Wolf. Sogleich begannen sie auf mich einzureden, da\u00df ich ihnen den Stein \u00fcberlassen solle und ob ich nicht eine Ahnung h\u00e4tte, wo sich die restlichen Bruchst\u00fccke bef\u00e4nden. Sie waren \u00e4usserts H\u00f6flich und es kam auch wirklich ihr ungutes Gef\u00fchl r\u00fcber. Gut, da\u00df sie so beunruhigt waren, da\u00df sie sogar mit den Castamirs redeten, gab schon sehr zu bedenken, denn die Fehde dieser Clans war weit \u00fcber ihre Grenzen bekannt.<br \/>Dennoch, ich kam nicht umhin auch meine Bedenken zu \u00e4u\u00dfern. Ein Stein dieser gr\u00f6\u00dfe, mir ward Angst und ich erkl\u00e4rte ihnen so gut es ging meine Bedenken. sie wussten mittlerweile, da\u00df ich kein dummer Stallknecht bin, sondern in einem Turm ausgebildet wurde und um die Macht der Sternsteine wusste.<br \/>\u201eGebt mir Zeit, vielleicht kann ich die Bruchst\u00fccke auftreiben. aber setzt mich nicht unter Druck\u201c<br \/>Als ich das Zimmer verlie\u00df kam schon wider der Ruf nach mir und es hie\u00df ein weiteres Grab zu schaufeln. Raifaith wurde mir zur Seite gestellt und dieses mal schleppten wir ein lebloses B\u00fcndel weit ab des Geh\u00f6fts. Dort unter dem Massiven Baum wo zwischen dem Wurzelwerk eh schon eine kleine Kuhle war begannen wir zu schaufeln, aber es gab im Erdreich ein seltsames Hohles Ger\u00e4usch. Mit den Stiefeln scharrten wir an der Stelle und es Kam der Deckel einer kleinen Truhe zum Vorschein. Sie war noch in sehr gutem Zustand und war mit Ketten und einem seltsamen Schlo\u00df versiegelt. Die Truhe schnell geborgen, da\u00df B\u00fcndel etwas lieblos verscharrt, gingen wir mit unserem Fund zur\u00fcck.<br \/>\u201eGeben wir sie Sharian, da kommt wenigstens etwas Finderlohn rum\u201c beschlossen wir einstimmig.<br \/>Dieser war erstaunt und auch nicht minder Neugierig. Sofort begann er mit ein paar Leuten sich an die \u00d6ffnung der Truhe zu machen.<br \/>\u201eHaut doch einfach drauf\u201c meinte Rafaith.<br \/>Der Vorschlag wurde schnell verworfen als der Hinweis \u201eund was, wenn Haftfeuer drin ist?\u201c<br \/>eingeworfen wurde. Haftfeuer scheute jeder, der auch nur davon geh\u00f6rt hatte.<br \/>Schnell verzog ich mich aus dem f\u00fcr mich nun zum Gefahrenbereich erkl\u00e4rten Platz.<br \/>Aber es zog mich dennoch zur\u00fcck, denn ich hatte auf der Kiste ein seltsames Symbol gesehen, welches mir irgendwie bekannt vorkam.<br \/>Meinen kleinen Fundus an seltsamen Dingen und Sachen die ich irgendwo fand und nicht so, wie viele andere wohl achtlos liegengelassen, weil irgendwann k\u00f6nnt es ja von Nutzen sein.<br \/>Es waren Zwei miteinander verbundene Scheiben, aber es gab eine \u00c4hnlichkeit zu dem Symbol. Ich gab es Sharian, mit der Bitte, sollte sich was von Wert drin finden, evt. auch etwas davon mir zukommen zu lassen. Etwas Lohn f\u00fcr meine M\u00fchen soll schon rausschauen fand ich.<br \/>An allen Ecken fanden sich kleine Gr\u00fcppchen zusammen und versuchten das ein oder andere R\u00e4tsel zu l\u00f6sen, um das globalste Problem, was die schon als Visionen zu sehenden Albtr\u00e4ume, welche nach und nach obwohl von verschiedenen Leuten getr\u00e4umt, aber dennoch alle eine \u00dcbereinstimmung hatten und diese Informationen auf einen Nenner zu bringen.<br \/>Die Alderans sahen mich mit fragenden und fast flehenden Blicken an und \u00fcberall wurden die Rufe nach den fehlenden Splittern lauter und verzweifelter.<br \/>Sie ahnen, da\u00df ich die \u00fcbrigen Bruchst\u00fccke habe. Aber sie setzten mich nicht unter Druck, was in mir doch ein gewisses Vertrauen weckte.<br \/>Von draussen h\u00f6rte man Jubel und Rufe, da\u00df die Truhe ge\u00f6ffnet sei.<br \/>Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, da\u00df darin ein Ding war, da\u00df die Comyn als D\u00e4mpfer betitelten und irgend ein Gitterzeug.<br \/>Ein D\u00e4mpfer?! Bei Aldones, endlich mal eine gute Neuigkeit. So beschlo\u00df ich mich zu \u00fcberwinden die fehlenden Splitter doch herauszugeben.<br \/>So ging ich in meine Stube, griff unter die Matratze in die kleine Falte und griff nach dem Beutelchen, da\u00df dort ruhte. NEIN ruhen sollte. Panik ergriff mich. Ich riss die Matratze heraus. Tastete sie ab, sah unter das Lager und begann die ganze Stube zu durchw\u00fchlen.<br \/>NICHTS..wie kann das sein??? Jetzt ist alles aus und vorbei. Alle werden glauben, da\u00df ich sie habe und nicht rausr\u00fccken will und wenn sich die Visionen bewahrheiten, dann ist es mit uns allen nicht gut bestellt und jedermann wird mich der Schuld bezichtigen.<br \/>Mehr kroch als ging ich in die Stube und war geknickter denn jeh. Mit einen Becher Jaco setze ich mich in die einsamste Ecke die ich finden konnte und gab mich der Depression und dem Elend eines bestohlenen hin. Der Barde spielte immer noch unabl\u00e4\u00dflich auf seiner Harfe wie seit Tagen, doch die Melodien gaben nichts mehr von Fr\u00f6hlichkeit sondern mehr von Trauer und Leid wieder.<br \/>Mir war zum Heulen und kurz bevor ich mich wirklich meinem Elend hingeben wollte, hatte ich den Dolch eines vor Wut sch\u00e4umenden Lyondris an der Kehle, welcher mich anbr\u00fcllte endlich die fehlenden Bruchst\u00fccke heraus zugeben, denn wer sonnst sollte sie haben.<br \/>Kurz hatte ich den Gedanken meine Kehle selbst gegen die Schneide zu dr\u00fccken, aber schon wurde der Junge von mir weggerissen und ich hatte mehrere vorwurfsvoll fragende Blicke auf mir haften und das geschrieene \u201eGib die Splitter heraus!\u201c stand in dem nun Mucksm\u00e4uschen stillen Raum. Nur Beta sah mich voller Mitleid an.<br \/>Die Tr\u00e4nen rannen mir \u00fcbers Gesicht und ich fl\u00fcsterte mit zittriger Stimme<br \/>\u201eIch wollte sie holen, aber dort wo sie waren sind sie nicht mehr. Irgendwer hat mich bestohlen und glaubt mir ich habe \u00fcberall gesucht.\u201c<br \/>Unruhe machte sich breit und da standen der Castamir, der Aldaran mit finsteren Blick und befahlen mir mit ihnen in meine Kammer zu gehen.<br \/>Dort angekommen sahen sie mich Fordernd an.<br \/>\u201ePuck, welcher Familie entstammst Du?\u201c<br \/>Kleinlaut sagte ich \u201e\u00e4hm ich bin von den Des Lucidos\u201c wohl wissend, da\u00df mir nun wohl keiner mehr in irgendeiner Sache glauben schenken w\u00fcrde.<br \/>Schlie\u00dflich war es so, da\u00df unsere Donas gerne f\u00fcr \u2026nennen wir es Spione, gefragt war.<br \/>Wir konnten selbst unter dem Wahrheitsbann eines Bewahrers L\u00fcgen wie gedruckt, ohne da\u00df der einen Fehl unterstellen konnte.<br \/>\u201eNun gut, dann ist es ja f\u00fcr Dich ein leichtes zu erf\u00fchlen, wer als letztes an Deinen Sachen war. So k\u00f6nnen wir den Dieb finden.\u201c<br \/>*Ein Skeptischer Blick meinerseits als Spieler zur SL. Kann da\u00df ein Des Lucido? Mir war so als ob da\u00df die Donas einer anderen kleinen Familie waren. SL sagt ja, ergo \u00a71 *g*<br \/>Ich taste die Matratze noch einmal ab \u201eIch f\u00fchle Dereck, der lag letzte Nacht ja hier und dann kann ich auch Beta sp\u00fcren\u2026\u00e4hm\u2026die lag vor ein paar Tagen in meinem Bett, aber ich hab sie weggeschickt\u201c setzte ich schnell und wahrheitsgm\u00e4s hinzu \u201eaber sie w\u00fcrde mich gewiss nicht bestehlen! sonnst f\u00fchle ich keinerlei fremde Pr\u00e4senz.\u201c<br \/>Unverrichteter Dinge zogen wir wieder los und ich wanderte planlos durch die G\u00e4nge.<br \/>Eine der T\u00e4nzerinnen, welche f\u00fcr das Mittwinterfest zugegen war kam auf mich zu.<br \/>\u201ePuck\u2026Du kannst doch so ziemlich alles besorgen was man braucht?\u201c<br \/>Endlich mal jemand der mich im Moment nicht anbr\u00fcllt, sondern einen h\u00f6flich fast bittenden Ton anschl\u00e4gt.<br \/>\u201ehmja\u2026wenn ich wei\u00df was Du brauchst, kann ich mal schauen ob ich es organisieren kann.\u201c<br \/>Sie hatte eine seltsame Bitte<br \/>\u201eIch br\u00e4uchte reinen Kupferdraht.\u201c<br \/>Reinen Kupferdraht? Wozu braucht eine Tanzmaus so einen nicht grade billigen Draht? Ja, in meinem Fundus befand sich eine Rolle davon, welche ich als eine Art Altersvorsorge h\u00fctete.<br \/>Ich zog eine d\u00fcnne Kupferkette hervor, welche ich den jungen S\u00f6ldner gegen Sekals eintauschte, da der arme Tropf kein reales Zahlungsmittel hatte. er trennte sich nicht leicht davon und ich gab ihm ansich mehr als sie Wert war daf\u00fcr.<br \/>Daf\u00fcr hatte sie keine Verwendung. Sie zog einen kleinen aber h\u00fcbschen Ring vom Finger als Anzahlung und meinte so zwei Ellen lang sollte er sein und deutete auf ihre Arml\u00e4nge, die nicht all zu lange war. Ja soviel konnt ich gut entbehren, aber zu gro\u00dfz\u00fcgig wollt ich nicht sein. Mein Gedanken war, da\u00df sie wohl eine Kette f\u00fcr ein Mittwintergeschenk davon machen wollte und fand das St\u00fcck, welches ich ihr kurz darauf gab als ausreichend.<br \/>Der Hunger trieb mich in die Taverne und dort sah ich Finn oder wer immer er wirklich war, durch die ihn umringenden Leute, \u00fcber ein Matrixgitter gebeugt und jemand hielt meinen komplett wirkenden Matrixstein wie ein rohes Ei in der Hand.<br \/>Leute murmelten in erleichtertem Ton, da\u00df die fehlenden Teile allesamt gefunden wurden.<br \/>Die Ger\u00f6llhalde des Scaravell-Passes fiele von meinen Schultern und ich war erleichtert.<br \/>Bei dem diAsturien sollen sie unter dem Kopfkissen gelegen haben. Ich wusste da\u00df er sie nicht genommen hatte, irgend etwas \u00fcbles war da vorgegangen, so verurteilte ich ihn nicht vorschnell. Denn man sah, da\u00df er und Finn sehr vertraut waren, weshalb h\u00e4tte er sie dann verstecken sollen.<br \/>Jetzt wagte ich mich nun doch n\u00e4her an den Tisch und sah ein filigranes Gitter und auch der Kupferdraht f\u00fcr die Verbindungen kam mir bekannt vor.<br \/>Es sieht aus, als dort f\u00e4hige Leute zusammen sa\u00dfen und nun daf\u00fcr sorgen w\u00fcrden da\u00df alles gut w\u00fcrde. Langsam ging ich zur T\u00fcr hinaus als ich Finns Stimme hinter mir h\u00f6rte.<br \/>\u201ePuck\u2026warte mal. Sag mal, Du hast Laran?\u201c<br \/>Ich zuckte zusammen, leugnen nutzte nichts, es wussten eh schon zu viele.<br \/>\u201eJa und ich habe im Turm zu Hali gedient. Aber das ist eine Weile her und ich benutze es nicht gern.\u201c<br \/>Was dann kam \u00fcberraschte mich sehr.<br \/>\u201ePuck, wir werden mit allen Laranbegabten einen Kreis bilden, kannst Du uns \u00dcberwachen?\u201c<br \/>Herrjeh, einen Kreis dieser gr\u00f6\u00dfe mit lauter mir Fremden? Vorallem nicht unbedingt mir mittlerweile Wohlgesonnenen, was das Unterfangen erschweren k\u00f6nnte??<br \/>Ich streckte mein Kreuz durch und erkl\u00e4rte Finn bereitwillig, alles in meiner Macht stehende zu geben.<br \/>Vorsichtig wurde das Gitter nach draussen gebracht und die mehr als zerbrechlich wirkende kaputte Matrix eingesetzt.<br \/>Erstaunt sah ich wie viele, vor allem welche Leute, sich in diesem Kreis niederlie\u00dfen und schluckte. Ein siebener Kreis! Finn \u00fcbernahm den Part des Bewahrers und Corran stand hinter ihm und legte seine H\u00e4nde auf seinen Kopf . Dies erschien mir seltsam, aber sie werden wohl wissen was sie da tun.<br \/>Langsam rief Finn die einzelnen Leute in den Kreis und griff nun auch nach mir und holte mich in die Runde. Die Nervosit\u00e4t der anwesenden war sp\u00fcrbar. Vorsichtig klopfte ich nach und nach bei allen an, sah zu da\u00df sie in ihrer Atmung in Einklang kamen. Bei Lyondri f\u00fchlte ich eine Verkrampfung in einem Bein und l\u00f6ste diese vorsichtig. Ich ging alle sieben im Kreis sitzenden ab und aufeinmal f\u00fchlte ich eine weitere Pr\u00e4senz, welche nur liebe ausstrahlte.<br \/>Yarid der Barde nannte sie glaub ich Alyra.<br \/>Wie eine leise Stimme in meinem Kopf vernahm ich Finns bitte an Lyondri, die Wolken \u00fcber uns weg zu schieben und justament erhellte sich der Himmel und die Monde schimmerten ungehindert auf uns nieder und das Gitter samt Stein erhellte sich. Es war sch\u00f6n, doch pl\u00f6tzlich sa\u00dfen wir in einem dichten Nebel und gro\u00dfe Unruhe erfasste alle und ich hatte zu tun die Leute zu beruhigen.<br \/>\u201eHaltet den Kreis!\u201c hallte Finns verzweifelnde Stimme in meinem Kopf.<br \/>Von jedem einzelnen str\u00f6mten pl\u00f6tzlich die unterschiedlichsten Emotionen auf mich ein.<br \/>Von Panik abgewechselt bis zur freudigen Euphorie und dann tauchten dunkle Gestalten in diesem seltsamen Nebel auf, aber ich war zu konzentriert auf den Kreis und vernahm nur fetzen ihres Gebr\u00fclls und dann vernahm ich mit meinen Ohren von aussen her laute Widerworte von Corran, der wohl gegen diese Schatten anschrie.<br \/>Die letzten Worte die ich noch auffing waren \u201eDen \u00dcberwacher zuerst!\u201c<br \/>Im selben Moment f\u00fchlte ich einen brennenden Schmerz an meiner H\u00fcfte.<br \/>Es ri\u00df mich herum und ich sah den gequ\u00e4lten Blick Padric\u2019s und mir war klar da\u00df er nicht aus freiem willen die Klinge f\u00fchrte und glitt zu Boden.<br \/>Ich f\u00fchlte noch kurz das Pumpen des Blutes an meinem R\u00fccken und dann wurde es still. Wie aus weiter Ferne vernahm ich noch ein voll trauer ausgerufenes Puuuck!<br \/>Ein kurzes glei\u00dfendes Licht und dann unendliche Ruhe.<\/p>\n<p>My End<\/p>\n<h3><a name=\"ly\"><\/a>Lyondris Geschichte<\/h3>\n<p>Der Plot aus der Sicht eines 15-J\u00e4hrigen<br \/>Lyondris Geschichte<\/p>\n<p>Na prima! Das hatte ich scheinbar wieder einmal richtig gut hinbekommen! Es st\u00fcrmte und schneite, blitzte und donnerte und zu allem \u00dcberfluss befanden wir uns mitten in der Ein\u00f6de zwischen Hali und Thendara. Nur dass ich weder wusste WIE ich das Wetter so hinbekommen hatte und schon gar nicht, wie es sich wieder normalisieren k\u00f6nnte. Wenn man im Winter auf Darkover \u00fcberhaupt \u00fcber normales Wetter reden konnte. Nur Verzweifelte und Verr\u00fcckte reisen im Winter. Wohl wahr! Stellt sich nur die Frage, wer hier verzweifelt und wer verr\u00fcckt war. Das einzige was ziemlich klar auf der Hand lag war, DASS ich dieses Wetter so hinbekommen hatte. Oh ja, das war nicht nur mir klar! Dass ich alles andere als gl\u00fccklich \u00fcber diese Umst\u00e4nde war und dass Merryl etwa \u00e4hnlich dachte, das war....!<br \/>Merryl!<br \/>Man oder vielmehr mein \u00e4ltester Bruder und Lord, Marius Castamir, lie\u00df mich von Hali nach High-Garth schaffen. Aus Gr\u00fcnden, die man mir entweder absichtlich oder ohne gro\u00dfartige Hintergedanken an meine Person, verschwieg und als ob das nicht genug w\u00e4re, setzte man mir, MIR, auch noch eine Art Amme vor die Nase. Meinen \u00e4lteren Bruder Merryl.<br \/>Merryl Castamir, Lakai - oder wie er es nennen w\u00fcrde, Friedensmann - von Jermome Hastur von Carcosa.<br \/>Als ob ich es nicht allein (gut, mit dem ein oder anderem Gardisten, denn ein Comyn reist nun einmal nicht alleine) bew\u00e4ltigen w\u00fcrde, vom Turm zu Hali gen dem Stammsitz meiner Familie zu reisen.<br \/>Eine Frechheit!<br \/>Ich z\u00e4hle immerhin 15 Sommer und bin Manns genug auch diese Aufgabe zu bew\u00e4ltigen.<br \/>Aber wiedereinmal interessierten meine Einw\u00e4nde niemanden oder alle Welt um mich herum zeigte sich diesbez\u00fcglich sehr unbeeindruckt. Ich war ja nur ein Turmnovize und der j\u00fcngste Sohn!<br \/>Den ein oder anderen Grund h\u00e4tte auch ich mir zusammen reimen k\u00f6nnen, aber vielleicht wollte ich im Augenblick gar nicht daran denken, dass Asturias zum Krieg r\u00fcstete. Vielleicht wollte ich schon gar nicht daran denken, dass mir die Donas der Rockraven, das Wetterlaran, angez\u00fcchtet wurde, dass ich nur deswegen existierte und dass ich damit wohl die perfekte Waffe in einem m\u00f6glichen Krieg abgeben w\u00fcrde (wenn ich diese Donas nur halb so sehr beherrschen w\u00fcrde, wie Lord Castamir sich das vorstellte, dann stimmte das sicherlich auch).<br \/>Und vielleicht wollte man mich von dieser Tatsache an sich ablenken oder man hatte wieder einmal vergessen mir gegen\u00fcber zu erw\u00e4hnen, warum wir nicht auf direktem Weg nach High-Garth ritten, sondern einen Abstecher nach Thendara beabsichtigten.<br \/>Ich muss gestehen, wir beabsichtigen es, aber ob wir Thendara erreichen w\u00fcrden, lag in der G\u00f6tter H\u00e4nde (oder irgendwie in meinen - denn schlie\u00dflich trug ich oder vielmehr meine Donas an diesem ungl\u00fcckseligen Wetter die Schuld. Aber auf diverse Schuldfragen werde ich sp\u00e4ter eingehen!)<\/p>\n<p>Stand der Dinge war, dass wir nicht w\u00fcrden weiter reiten k\u00f6nnen, ohne das Leben unserer Reittiere und wohl auch unser eigenes aufs Spiel zu setzen. Merryl war zwar der festen \u00dcberzeugung, dass ER dieses garstige Wetter durchaus im Freien \u00fcberleben w\u00fcrde, aber auf die Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung meines verehrten Herrn Bruders m\u00f6chte ich an dieser Stelle lieber nicht eingehen.<br \/>Letztlich hatte Merryl es geschafft, dass ich die Entscheidung f\u00e4llte, dass wir in einer nach Ziege stinkenden, kleinen Taverne eine Unterbringung f\u00fcr die Nacht und ein warmes Mahl suchten.<br \/>Aber nicht ohne mir vorher meiner Meinung nach ein wenig zu eindringlich seinen Stand der momentanen Situation zu schildern.<br \/>Die ewige Leier:<br \/>Ein Comyn zu sein ist eine Ehre!<br \/>Man muss der Familie gegen\u00fcber loyal sein!<br \/>Wenn Marius nach mir ruft, muss ich dem nachkommen!<br \/>Ich trage die Waffe, welche diesen Krieg entscheiden kann, in mir!<br \/>Ich solle mich auf Grund der Tatsache, genau f\u00fcr einen solchen Zweck gez\u00fcchtet zu sein, nicht so anstellen - angeblich ginge es kaum jemandem der Comyn anders.<br \/>Merryls Theorie, dass man an Mitwinter und unter vier Monden doch sicherlich Spa\u00df haben k\u00f6nnte und ich genie\u00dfen solle, erntete einen weiteren bitterb\u00f6sen Blick (er hatte allem Anschein nach nicht wirklich Ahnung, von was er da sprach. Schlie\u00dflich wusste er, welche Donas ich in mir trug!)<br \/>Und das w\u00e4re mit Sicherheit nicht alles gewesen, doch irgendwann \u00f6ffneten wir die T\u00fcre der Taverne und selbst Merryl wollte diese Unterhaltung nicht f\u00fchren, wenn andere Leute h\u00e4tten lauschen k\u00f6nnten.<br \/>Es stank nach Ziege!<br \/>Ich verstand noch nicht einmal ann\u00e4hernd oder sinngem\u00e4\u00df, \u00fcber was sich die Besucher dieser \u00d6rtlichkeit unterhielten - und wir waren nicht die Einzigen, die Unterschlupf wegen des miserablen Wetters suchten.<br \/>Es war kein einzelner Tisch mehr frei!<br \/>Die Leute trugen Kleider, mit denen ich noch nicht einmal den Boden dieser Spelunke w\u00fcrde aufwischen wollen (ich w\u00fcrde \u00fcberhaupt keinen Boden aufwischen wollen!).<br \/>Allein die Gedanken an einen Bettler mit einem h\u00e4sslichen Strohhut, der so erb\u00e4rmlich stank, dass mir schier \u00fcbel wurde, lassen mir heute noch einen kalten Schauer \u00fcber den R\u00fccken laufen.<br \/>Und ich hatte noch immer kein warmes Getr\u00e4nk geschweige denn etwas warmes zu essen.<br \/>(Gibt acht was Du Dir w\u00fcnschst, es k\u00f6nnte Dir gew\u00e4hrt werden! Sollte ich mir HIER wirklich ein Abendessen w\u00fcnschen?)<br \/>Und die Tatsache, dass mein Bruder vor mir stand und sich an dieser Konstellation wohl die n\u00e4chsten Tage nichts \u00e4ndern w\u00fcrde, verbesserte meine Laune auch nicht gerade - im Gegenteil.<br \/>Kurz gesagt, ich war wirklich sehr schlecht gelaunt, sehr hungrig, sehr durstig und meine Nase wurde einer \u00fcblen Prozedur unterzogen.<br \/>In mir kochte und brodelte es!<\/p>\n<p>Man sollte annehmen, dass es damit genug sein k\u00f6nnte - weit gefehlt.<br \/>In dieser Taverne stank es nicht nur erb\u00e4rmlich und \u00fcber die Leute dort, m\u00f6chte ich mich gerade nicht erneut auslassen, nein, ich f\u00fchlte an fast jeder Ecke eine Pr\u00e4senz von Laran, dass es mich schier von den F\u00fc\u00dfen holte.<br \/>Weit und breit kein Comyn zu erkennen - und man erkennt uns, wenn man uns sieht, aber Laranenergie war vorhanden, als w\u00fcrden mindestens wenn nicht mehr von uns Gleichen in diesem Raum verweilen.<br \/>Doch ich kam vorerst nicht wirklich dazu, mir Gedanken zu machen, denn noch bevor ich mich endlich auf einem Stuhl niederlassen und meine kalten Gliedma\u00dfen aufw\u00e4rmen konnte, br\u00fcllte irgendwer, dass drau\u00dfen vor dem Stall ein Unfall geschehen sei und man einen Heiler verlangte.<br \/>Gut, ich h\u00f6rte es nur schreien, Merryl \u00fcbersetzte mir, da ich noch immer niemanden richtig verstehen konnte und schickte mich zu allem \u00dcberfluss nach drau\u00dfen.<br \/>ICH (!) sollte mir hier die H\u00e4nde schmutzig machen? HIER?<br \/>Ich blickte meinen Bruder ungl\u00e4ubig an, zumal ich auch kein Heiler, sondern lediglich Turmnovize war, aber er zeigte sich einmal mehr unbeeindruckt und schleppte mich zu den St\u00e4llen.<br \/>Dort angekommen, kniete bereits ein Mann bei dem Verletzten und alle Welt um mich herum erkl\u00e4rte panisch etwas von Vogelmenschen.<br \/>Verst\u00f6rt blickte ich zu Merryl.<br \/>Vogelmenschen - vielleicht meinten diese Narren Ya-M\u00e4nner. Aber diese kamen nicht in die Ebene und fielen schon gar keine Menschen an, das wusste doch jedes Kind!<br \/>Der Verletzte war jedenfalls nicht nur verletzt, sondern auch ziemlich tot. Merryl meinte noch, ich sollte diese Tatsache bittesch\u00f6n \u00fcberpr\u00fcfen, aber der Mann, der noch immer bei dem Toten kniete, erkl\u00e4rte mir, dies sei nicht von Nutzen, denn schlie\u00dflich wisse er, wann ein Mann tot sei und wann nicht.<br \/>Und wieder sp\u00fcrte ich die Pr\u00e4senz von Laran und vor allen Dingen war der Mann vor mir der erste neben meinem Bruder, den ich problemlos verstehen konnte.<br \/>Ich \u00f6ffnete schon den Mund um meiner Verwunderung Ausdruck zu verleihen, doch Merryl schien zu sp\u00fcren, was mir durch den Kopf schwirrte und zog mich nach drinnen in den Schankraum. Wieder einmal ohne mich zu fragen, sollte ich das \u00fcberhaupt noch erw\u00e4hnen m\u00fcssen!<\/p>\n<p>Und noch immer durfte ich ihm nichts von meiner Verwunderung \u00fcber diesen seltsamen Ort berichten. Denn er schob mich an einen Tisch und erkl\u00e4rte mir vehement, dass er sich um Getr\u00e4nke und Unterkunft f\u00fcr uns k\u00fcmmern m\u00fcsse.<br \/>Auch Merryl war mit Laran gesegnet, er hatte wohl genau gewusst, was ich ihm hatte sagen wollen, doch diese Gedanken hatte ich in diesem Moment nicht wirklich. Meine schlechte Laune steigerte sich ins unermessliche.<br \/>Und eine wirklich unz\u00fcchtige Frau, die mir eindeutige Avancen machte, lie\u00df mich nicht nur sprachlos wirken, sie l\u00f6ste auch zus\u00e4tzlich eine Welle der Emp\u00f6rung bei mir aus. Wo bitte war ich hier hingeraten!<br \/>Doch ich erwehrte mich der unfl\u00e4tigen Dame und tat wie mir gehei\u00dfen. Ich war im Begriff, mich an den Tisch zu setzen, an den Merryl mich geschoben hatte.<br \/>Ein L\u00e4cheln - das erste an diesem Abend - huschte \u00fcber meine Lippen, als ich die beiden bezaubernden Mestras erblickte, die bereits an diesem Tisch Platz genommen hatten.<br \/>\"Ben Dia!\"gr\u00fc\u00dfte ich sehr charmant. In Anbetracht der Tatsache, dass bislang noch nichts so lief wie ich es mir vorstellte, war dies eine Meisterleistung meinerseits - ; finde ich!<br \/>Ich bat darum, ebenfalls Platz nehmen zu d\u00fcrfen und versuchte krampfhaft, die \u00fcbrigen Umst\u00e4nde einfach zu verdr\u00e4ngen und das, was sich mir hier bot, zumindest zu genie\u00dfen.<br \/>Weit gefehlt, denn mein liebreizender Bruder kam alsbald zu uns an den Tisch und ich h\u00e4tte zum x-ten Male an diesem Tage fragen k\u00f6nnen 'Kannst Du nicht einmal nett sein?';<br \/>Er konnte nicht, zumindest dachte ICH das!<br \/>Jedenfalls hatte ich etwas zu trinken vor mir und bald darauf brachte uns die Wirtin auch ein Abendbrot.<br \/>Ich will mich nicht weiter dar\u00fcber auslassen, denn ich wei\u00df bis heute nicht, was ich da gegessen habe, nur, dass ich es mit den Fingern essen musste und ich das Essen \u00fcberlebt habe!<br \/>Ab diesem Augenblick war ich nicht nur w\u00fctend \u00fcber diverse Ereignisse in meinem Leben, mir war auch noch langweilig!<br \/>Merryl dr\u00e4ngte sich derma\u00dfen in den Vordergrund und verbot mir mehr oder weniger den Mund, dass es mir vorkam, als trottete ich ihm wie ein gehorsamer Hund hinterher. Und das mir!<br \/>Die Mestras an unserem Tisch sollte und wollte ich jedoch weder mit meiner schlechten Laune, noch mit meinen weiteren Problemen und schon gar nicht mit den Problemen behelligen, die eventuell noch auf uns zu kommen k\u00f6nnten. Und es bedurfte sicherlich keiner Zukunftsvorausschau um erahnen zu k\u00f6nnen, dass Probleme ins Haus standen - wie Recht ich mit diesem Gedanken haben sollte, war mir allerdings zu diesem Zeitpunkt bei weitem nicht bewusst!<br \/>Ich setzte also meine telepathischen F\u00e4higkeiten ein, um Merryl ungest\u00f6rt meine Bef\u00fcrchtungen, Bedenken und alle sonstigen Auff\u00e4lligkeiten mit zu teilen.<br \/>Ich hatte ganz Recht mit meiner Annahme, dass diverse Dinge nicht nur mir aufgefallen waren.<br \/>Doch Merryl teilte mir SEINE Bedenken zumindest nur zum Teil mit.<br \/>Er unterhielt sich mit der Wirtin!<br \/>(Warum tat er das? Wir hatten doch unsere Getr\u00e4nke und auch ein Abendbrot!)<br \/>Er lie\u00df seine Blicke durch den Raum schweifen, saugte Eindr\u00fccke auf und teilte sich mir nicht mit!<br \/>Typisch!<br \/>Eigentlich Merryls Schuld, dass ich auf dumme Ideen kam.<br \/>(Und ICH befand diese Ideen gar nicht f\u00fcr dumm).<br \/>Da war Puck, ein kleiner Kerl - wieder sp\u00fcrte ich Laran, der so urig war, dass er einem nur sympathisch sein konnte. Und Puck half mir, mich zumindest einmal in dieser Herberge umzusehen.<br \/>Ich zahlte ihm ein Kupferst\u00fcck daf\u00fcr, dass er mich nicht an meinen Bruder verraten w\u00fcrde. Im nachhinein stellte sich heraus, dass Merryl ihm den dreifachen Preis zahlte, nur um ihn dazu zu bringen, mich zu finden - was er nat\u00fcrlich nicht tat.<br \/>Nein, ich war so d\u00e4mlich, dass ich meinem Bruder ganz allein in die Arme lief \u2013 aber ich hatte mich vorher zumindest ein wenig umgesehen und die Sympathie zu Puck sollte sich sp\u00e4ter noch f\u00fcr uns auszahlen.<br \/>Merryls Standpauke werde ich hier nicht weiter ausf\u00fchren, dies w\u00fcrde mich in ein zu schlechtes Licht r\u00fccken *r\u00e4usper*!<br \/>Es dauerte jedenfalls nicht all zu lange, da traten zwei geckenhaft gekleidete Herren an unseren Tisch und baten uns ihnen zu folgen.<br \/>Man wolle uns auf einen Begr\u00fc\u00dfungstrunk in bessere Gem\u00e4cher einladen.<br \/>Endlich jemand, der sich daran erinnerte, dass wir Castamirs Comyn waren!<br \/>Doch weit gefehlt, wenn ich annahm, dass mein Bruder sich ebenfalls \u00fcber diese Einladung freuen w\u00fcrde.<br \/>Mitnichten!<br \/>Er legte eine \u00dcberheblichkeit an den Tag, dass es mir schon fast peinlich war und als es letztlich anfing interessant zu werden, schickte er mich wie ein Kleinkind vor die T\u00fcre und erkl\u00e4rte, dass er alles weitere allein besprechen w\u00fcrde.<br \/>Wirklich ein erhebendes Gef\u00fchl! *vor Ironie trief*<\/p>\n<p>Doch wie sollte ich mich wehren, er war mein \u00e4lterer Bruder, ich hatte zu gehorchen und es hatte wenig Zweck, mich dagegen zu wehren. Wenn ich auch all das, was gerade um mich herum geschah, nicht wirklich verstand, diese Tatsache zumindest hatte ich verstanden!<br \/>Ich trottete also wieder zur\u00fcck in den Schankraum, hoffte, dass man Merryl nicht vergiften oder ihm sonst etwas zu leide tun w\u00fcrde und \u00fcberlegte, wie ich die Zeit, bis Merryl zur\u00fcck kommen w\u00fcrde, \u00fcberbr\u00fccken konnte.<br \/>Nein, ich hatte sicher nicht pl\u00f6tzlich die unb\u00e4ndige Liebe zu Merryl entdeckt, aber dennoch, er blieb mein Bruder. Und seine Argumente waren im allgemeinen ja ziemlich treffend und richtig, aber das konnte ich kaum zugeben, oder?<br \/>Ich sorgte mich, aber ich lenkte mich ab.<br \/>Schlie\u00dflich trug ich nicht umsonst einen von mir eigenh\u00e4ndig gebrauten Trunk bei mir. Eben um genau in solchen Situationen nicht vor Langeweile zu sterben.<br \/>Mein Aphrodisiakum w\u00fcrde schon daf\u00fcr Sorge tragen, dass es mir nicht langweilig w\u00fcrde, ich musste diesmal nur zusehen, dass ich es nicht selbst zu mir nahm - und ich begehe Fehler nur einmal.<br \/>Mit einem breiten L\u00e4cheln trat ich an den Tresen der Taverne und lenkte die Aufmerksamkeit der Schankmaid gekonnt in andere Bahnen um ungest\u00f6rt meinen Trank in all die Kr\u00fcge zu verteilen, die gef\u00fcllt auf dem Tresen standen.<br \/>Herrlich!<\/p>\n<p>Und wieder hatte ich weit gefehlt, denn die Auswirkungen meines Trunkes bekam ich wirklich nur am Rande mit.<br \/>Es dauerte nicht nur eine halbe Ewigkeit, bis die Schankmaiden die von mir best\u00fcckten Kr\u00fcge \u00fcberhaupt an die Besucher verteilten, nein, die Ereignisse \u00fcberschlugen sich auch so sehr, dass ich meinen Erfolg nicht wirklich genie\u00dfen konnte.<br \/>Eine der Mestras an meinem Tisch trank schlie\u00dflich von dem Shallan und schenkte mir mit verz\u00fccktem Blick genau die Aufmerksamkeit, die ich von ihr hatte haben wollen.<br \/>Doch auch mein Bruder bestellte etwas aus einem dieser Kr\u00fcge und so konnte ich mich in keinster Weise den Avancen der Mestra Beria widmen, nein, ich musste zusehen, dass Merryl nicht von diesem Wasser trank.<br \/>Sein Blick, als ich ihm letztlich zwei Becher umkippte - einen \u00fcber den Tisch und einen \u00fcber seine Tunika - muss ich denke ich nicht beschreiben, oder?<br \/>So kommen wir nun zu den bereits erw\u00e4hnten Ereignissen!<br \/>Die beiden M\u00e4nner, ich meine, es w\u00e4ren Nedestros\u00f6hne der Familie Haldar (Haldir *lach*), waren nicht minder besorgt \u00fcber die Geschehnisse und hatten ebenso bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmig war.<br \/>Der stinkende Bettler, ich erw\u00e4hnte ihn bereits, schien jedoch mehr zu wissen oder zumindest den Eindruck zu erwecken, als wisse er irgendetwas.<br \/>Wie auch immer, man musste mir ja nichts erkl\u00e4ren, diesen Zustand kannte ich bereits. Doch als Merryl mir mitteilte, dass ich einen Wahrheitsbann weben m\u00fcsse, um diesem verr\u00fcckten Kerl sein Wissen zu entlocken, ging das eindeutig zu weit!<br \/>Meine Entr\u00fcstung zeigte keinerlei Wirkung und ehe ich mich versah, stand ich zusammen mit diesen Gecken, meinem Bruder, mit Puck und einem verr\u00fcckten und nach Ziege stinkenden Bettler in einem der Zimmer und hatte meine Matrix in der Hand.<br \/>Das Leben erschien mir so ungerecht!<br \/>Mein Bann war wohl nicht gut genug oder der Verr\u00fcckte wusste doch nichts zu sagen, als das Gewirr, welches er bereits die ganze Zeit von sich gab.<br \/>Und mich warf es aus dieser Verbindung - schmerzlich. Ich flog zusammen mit dem Hut des Bettlers unsanft auf den Zimmerboden.<br \/>Doch einen Vorteil hatte die Geschichte dennoch - zumindest f\u00fcr mich!<br \/>Er faselte wirres Zeug, ja, sicher, aber er sagte andauernd 'Vai Dom' und z\u00e4hlte der Reihe nach Namen auf, die mir seeehr bekannt vorkamen.<br \/>Nur g\u00f6tter-verdammter Reish, woher kamen sie mir bekannt vor.<br \/>Ich musste schon so oft Latrinen schrubben, weil ich mir die Zuchtbucheintr\u00e4ge nicht wirklich gut merken konnte (wollte! Aber das verraten wir keinem, in Ordnung?) und diese Namen kamen eindeutig in Zuchtb\u00fcchern und den dazugeh\u00f6rigen Stammb\u00e4umen vor. So viel Zufall konnte es gar nicht geben.<br \/>Mein Bruder war unbeeindruckt von meinen Ideen, nein, er zog mich sogar von Puck weg, dem die Namen genauso bekannt vorkamen wie mir.<br \/>\u00c4rgerlich lie\u00df ich mich nach drau\u00dfen zerren, nutzte aber die n\u00e4chste M\u00f6glichkeit, um mit Puck zu reden, der wie er mir erz\u00e4hlte selbst einige Zeit in einem Turm verbracht hatte, vor langer, langer Zeit. Und siehe da, zwei Leute die Gr\u00fcbeln erreichen mehr als einer.<br \/>Wir hatten den Stammbaum erkannt, von dem der Bettler sprach.<br \/>Als mir bewusst wurde, was ich da erkannt hatte und sehr laut herausplauderte, verschlug es mir wohl zum ersten Mal aber nicht zum letzten Mal die Sprache.<br \/>Der verr\u00fcckte Bettler sprach von niemand Geringerem, als von der Sippe der Aldarans!<br \/>Rakhaela Aldaran!<br \/>(Aber wer bitte war Vai Dom Hagebuttenwein?? - egal)<br \/>Joric Aldaran!<br \/>Aliciane Aldaran!<br \/>Und mit wem war Aliciane Aldaran verheiratet?<br \/>Mit niemand anderem als Corran Di Asturien, Lord Green Scarp!<br \/>Mit einem Mal kochte Wut in mir hoch. Dieser Name schon gen\u00fcgte!<br \/>Dieser von sieben V\u00e4tern gezeugte Sohn einer Bergziege war an allem Schuld.<br \/>Er trug die Schuld, dass unser Vater dem Wahnsinn verfallen war.<br \/>Er schlug ihm ein Ohr ab und verletzte ihn damit nicht nur k\u00f6rperlich.<br \/>Er und sein g\u00f6tterverdammtes Laran traktierte unsere Familie, bis sie fast v\u00f6llig ausgel\u00f6scht war.<br \/>Und er, er trug die Schuld, dass ich als Experiment gez\u00fcchtet wurde.<br \/>Wegen ihm entschied mein Vater, dass er eine perfekte Waffe z\u00fcchten musste um diesem Bastard bei zu kommen. Wegen ihm pflanzte man mir, einem m\u00e4nnlichem Comyn, die Donas der Rockraven in vollem Ausma\u00df ein, so dass ich das Wetter beherrschen w\u00fcrde und die Energiefelder des Planeten anzapfen konnte um damit letztlich die Linie der Di Asturiens und vor allen Dingen Corran Di Asturien vernichten sollte.<br \/>Alles Leid, welches mir wiederfuhr, wiederfuhr mir wegen diesem Mann!<br \/>Und ich teilte Merryl lautstark meine Best\u00fcrzung mit!<br \/>Drau\u00dfen tobte der Schneesturm von Neuem!<\/p>\n<p>In meinem Kopf aber ratterte es.<br \/>Und auch Puck pflichtete meinen \u00dcberlegungen bei.<br \/>Ich sp\u00fcrte Laran!<br \/>Ich sah eine Frau mit einem Kleinkind unter den G\u00e4sten!<br \/>Und dieses Kind k\u00f6nnte im gleichen Alter sein, wie das Kind von Rakhaela Aldaran.<br \/>Einen Mann, der allem Anschein nach ihr Gatte war, erkannte ich auch unter den G\u00e4sten und auch bei diesem Mann, der kein geringerer war als der Heiler, welcher vor ein paar Stunden den Tod dieses Bauern fest gestellt hatte, sp\u00fcrte ich Laran.<br \/>Der Bettler hatte auch den Namen Joric genannt und eine weitere Frau befand sich in der Reisegruppe dieser Leute - vielleicht Aliciane, Jorics Schwester und ich wusste, mit wem sie verheiratet war!!<br \/>Und mit wem war Rakhaela verheiratet? Mir Corrans Friedensmann Fionn!<br \/>Und an einem Ort, an dem sich Joric Aldaran, Rakhaela Aldaran, Fionn McEllinen und Aliciane Aldaran befanden, sollte nicht auch Corran Di Asturien an diesem Ort verweilen?<br \/>Wenn ja, dann nicht mehr lange, so dachte ich und fasste w\u00fctend nach meinem Dolch und meinem Schwert.<br \/>Ich w\u00fcrde schon daf\u00fcr Sorge tragen, dass er sein Leben aushauchte, sobald er mir nur zwischen die Finger kam!<br \/>Doch Merryl machte mir unerbittlich klar, dass weder Corran unter den G\u00e4sten sei - und er kannte ihn schlie\u00dflich - noch dass ich auch nur ann\u00e4hernd eine Chance gegen diesen Mann hatte, sollte ich ihm heute begegnen.<br \/>Zornig trommelte ich meinem Bruder gegen die Schultern - Corran musste sterben, lieber heute als morgen und am allerliebsten w\u00fcrde ich dies selbst \u00fcbernehmen. Jawoll!<br \/>Ich erw\u00e4hne an dieser Stelle nicht, dass mir Tr\u00e4nen in die Augen schossen - Tr\u00e4nen sind unm\u00e4nnlich!<br \/>Doch das 'Ciyu'von Merrly und sein Zuspruch trugen sehr dazu bei, dass ich mich vorl\u00e4ufig beruhigte und wie sollte es anders sein, der Sturm ein wenig nachlie\u00df.<br \/>Merryl dr\u00e4ngte auf meine Vernunft! (Auf was?)<br \/>Er bat um mein Vertrauen! (Ach ja?)<br \/>Er siegte - auch wenn nur deshalb, weil ich kaum eine Wahl hatte.<br \/>Er best\u00e4tigte mir schlie\u00dflich, dass er Joric Aldaran erkannt hatte und er best\u00e4tigte ebenso, dass Rakhaela, ihr Balg, Fionn und Aliciane verkleidet unter den G\u00e4sten waren. Corran hatte wohl zus\u00e4tzlich zwei S\u00f6ldner entsendet, um auf seine Sippe zu achten. Und einer der S\u00f6ldner erschien mir nicht nur riesengro\u00df, sondern auch irgendwie seltsam. Dieser Tatsache h\u00e4tte ich vielleicht ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken sollen.<br \/>Doch ich war aufgew\u00fchlt und verst\u00f6rt. Zuviel war hier nicht in Ordnung, zuviel davon verstand ich nicht und zuviel war ich in die Dinge verstrickt.<br \/>Zumal ich mir absolut nicht erkl\u00e4ren konnte, warum die halbe Aldaran-Sippe verkleidet durch die Ausl\u00e4ufer der Hellers zog und der Lord selbst nicht Alle beisammen hatte, denn das hatte ich w\u00e4hrend des Rapports mit dem vermeintlichen Bettler gesp\u00fcrt.<br \/>Merryl sp\u00fcrte meine Unsicherheit, Angst und Panik (oder er hatte Angst, dass sich das Wetter noch weiter verschlechtern w\u00fcrde, wer wei\u00df, oder vielleicht beides). Jedenfalls schickte er mich ohne auf Widerworte zu achten in meine Kammer. Er befahl mir meinen D\u00e4mpfer zu aktivieren (als h\u00e4tte es dieses Befehls bedurft!) und mich schlafen zu legen - morgen sei schlie\u00dflich auch noch ein Tag.<br \/>Und wie sollte es anders sein - ich gehorchte.<br \/>Selbst wenn ich gekonnt h\u00e4tte, ich war wirklich nicht mehr in der Lage, mich mit Merryl anzulegen.<br \/>Seltsamerweise dachte ich nicht mehr lange \u00fcber die Geschehnisse nach, sondern schlief unmittelbar nachdem ich mein Schlafgewand \u00fcbergezogen hatte ein.......<\/p>\n<p><em><strong>.........Lyondris Traum.........<\/strong><\/em><\/p>\n<p>..........Dunkelheit! Meine Angst \u00fcberschattend. Ich stand in einem gro\u00dfen Raum, fast schon eine Halle. Seltsam mystische Ger\u00e4usche und Melodien vernahm ich, doch sehen konnte ich nichts. Dann ein schummriges Licht am Ende der Halle.<br \/>Eine Gestallt, kaum zu erkennen und doch da!<br \/>Gro\u00dfgewachsen, wei\u00dfes Haar, bleiches Gesicht - und doch so dunkel und kalt. Schwarze Kleider und eine b\u00f6sartige Aura.<br \/>Und diese Gestallt nahm auch mich war, schien f\u00f6rmlich auf mich gewartet zu haben.<br \/>\"Nun junger Castamir!\"<br \/>Ich schluckte hart, zitterte am ganzen K\u00f6rper \u2013 kalter Schwei\u00df und doch obsiegte etwas diese Angst, denn ich gab ihm Antwort.<br \/>\"Ja!\"<br \/>Ein kaltes Lachen, welches mir Mark und Bein gefrieren lie\u00df und immer noch sp\u00fcrte ich B\u00f6ses!<br \/>\"Hast Du die Macht Di Asturiens vergessen?\", br\u00fcllte er und seine Stimme hallte von den W\u00e4nden wieder.<br \/>Ich konnte nicht mehr antworten, denn von drei Seiten kamen Ya-M\u00e4nner auf mich zu, bewaffnet.<br \/>Und sie hoben ihrer Schwerter und schlugen auf mich ein.<br \/>\"Drei gegen einen?\", rief ich verzweifelt und erwehrte mich meiner Haut.<br \/>\"Ist das die Macht Di Asturiens?\"Einen konnte ich wohl verletzen, aber gegen drei Gegner kam ich nicht an.<br \/>Ich st\u00fcrzte und noch immer schlugen die Ya-M\u00e4nner auf mich ein.<br \/>Verzweifelt und voll von Todesangst rief ich nach....<br \/>\"MEEEEERRRRYYYYYYYYYYYYYLLLLLLLLLL!\"<br \/>und erlag der Macht.<br \/>Ich wurde erschlagen und starb!<\/p>\n<p>\"MEEEEEEEERRRRYYYYYYYYYYLLLLL!\"<br \/>\"MEEEEEEEERRRRYYYYYYYYYYLLLLL!\"<\/p>\n<p>Ich h\u00f6rte mich selbst rufen.<br \/>Das erste, an das ich mich wieder erinnerte war, dass Fionn mich kr\u00e4ftig ohrfeigte (vielen Dank Farly *G*). Merryl hatte mir ja gestern Abend seine Identit\u00e4t best\u00e4tigt.<br \/>Ich keuchte auf und als n\u00e4chstes befand ich mich wieder in der durch den D\u00e4mpfer brummenden, aber heilen Welt meines Zimmers.<br \/>Und Merryl war endlich da!<br \/>Irgendwer, vielleicht Merryl, vielleicht aber auch Fionn oder sonst jemand versuchte mir zu erkl\u00e4ren, dass ich mich ausruhen sollte.<br \/>Aber ich wollte auf keinen Fall alleine sein!<br \/>(W\u00fcrde man mich fragen, w\u00fcrde ich dies allerdings LEUGNEN)<br \/>Merryl konnte kaum bei mir h\u00e4ndchenhaltend am Bett sitzen - daf\u00fcr war einfach zu viel geschehen.<br \/>Und dass viel geschehen war, das wurde mit sp\u00e4testens dann klar, als ich in Fionns Augen blickte, als ich verzweifelt versuchte den Traum wiederzugeben, der mir in dieser Nacht widerfahren war.<br \/>Erkennen!<br \/>Nicht nur ich hatte schlecht getr\u00e4umt!<\/p>\n<p>Merryl schickte Fionn nach drau\u00dfen, half mir in meine Kleidung (Oh G\u00f6tter, dies sollte vielleicht nicht die Runde machen - mein Ruf w\u00e4re zerst\u00f6rt) und bugsierte mich zur\u00fcck in die Taverne.<br \/>Ich lie\u00df mir einen Becher hei\u00dfen Jako bringen und als ich aufblickte, sah ich die beiden Mestras Beria und Elinor an meinem Tisch sitzen.<br \/>Sie blickten besorgt und ich versuchte mich an einem L\u00e4cheln.<br \/>Egal was geschehen war, ich wollte tunlichst nicht wie ein ver\u00e4ngstigtes Chervine dreinblicken und den Eindruck erwecken, als sei ich viel zu klein f\u00fcr diese Welt.<\/p>\n<p>Dann \u00fcberschlugen sich einmal mehr die Ereignisse.<br \/>Mein Bruder zog mich vom Tisch weg und f\u00fchrte mich in eine Nische.<br \/>Selbst meinen Jako durfte ich nicht mitnehmen.<br \/>Er blickte mich ernst an, verlangte Vertrauen, weil er mir jetzt etwas sagen m\u00fcsse. Er wolle mir Vertrauen zeigen, in dem er mir die Wahrheit erz\u00e4hlen w\u00fcrde. Merryl erinnerte mich an meinen Traum (vielen Dank, als ob ich nicht selbst st\u00e4ndig daran dachte), verlangte, dass ich dar\u00fcber nachdachte (Zandrus 9. H\u00f6lle - genau das tat ich, seit ich mich von diesen Ohrfeigen erholt hatte). Er erkl\u00e4rte mir zudem sehr eindringlich, dass es wohl auf der Hand lag, dass ich im Augenblick keine Chance gegen Corran Di Asturien hatte.<br \/>Er blickte an den Nebentisch - und mir kippte die Kinnlade herunter.<br \/>Nein!<br \/>Das durfte doch bittesch\u00f6n nicht wahr sein, oder?<br \/>Wenn Merryl sich hier einen Scherz erlaubte, dann war jetzt der geeignete Augenblick mich zum Lachen aufzurufen.<br \/>Doch nichts der gleichen geschah.<br \/>Hatte ich wirklich an meine Theorie des S\u00f6ldners geglaubt?<br \/>Merryl blickte mich fast schon bittend an.<br \/>\"Rei\u00df Dich zusammen, Lyondri! Du wei\u00dft gut, dass hier etwas nicht stimmt und wir aber nicht weg k\u00f6nnen. Wir M\u00dcSSEN jetzt zusammen halten. Ich will diesen Mann nur tot sehen, glaube mir! Aber jetzt w\u00e4re der denkbar ungeeignetste Zeitpunkt. Nicht nur, weil wir jetzt keine Chancen haben - auch weil wir zusammen gegen dieses Etwas angehen m\u00fcssen, was uns hier traktiert!\"<br \/>In meinem Kopf war Nebel und ich sch\u00fcttelte nur den Kopf. Merryls Worte drangen nur zu einem Teil zu mir durch.<br \/>......etwas stimmt nicht.......nicht weg.....zusammenhalten......tot......keine Chance.....<br \/>Meine Lippen zitterten und Wut und Verzweiflung machten sich in meinem Bauch breit.<br \/>Wie von selbst glitt meine Hand an meinen Dolch und ehe Merryl sich versah, war ich aufgesprungen.<br \/>Meine schlimmste Vorahnung hatte mein Bruder ohne Worte best\u00e4tigt.<br \/>Dort dr\u00fcben sa\u00df dieser verhasste Sohn einer Bergziege, der meinen Vater in den Wahn getrieben hatte und der mich auf dem Gewissen hatte.<br \/>Es war kein S\u00f6ldner, den Corran seiner Sippe mit auf den Weg geschickt hatte. Es gab \u00fcberhaupt keinen S\u00f6ldner - der Mann dort dr\u00fcben war Corran selbst!<br \/>Und er tat so, als sei es v\u00f6llig nat\u00fcrlich, dass er mit seiner Sippe dort fr\u00fchst\u00fcckte oder was auch immer tat.<br \/>Br\u00fcllend wollte ich mich auf ihn st\u00fcrzen - Corran tot sehen, leiden sehen, das war es, was ich wollte.<br \/>Blitze zuckten durch den Raum, doch ich merkte nichts. Wie toll schrie ich und tobte in meiner Wut um mich.<br \/>Ich h\u00f6rte eine Harfe und mein Bruder hatte Kraft und zwang mich, ihm in die Augen zu blicken.<br \/>\"Lyondri SEI RUHIG!\"<br \/>M\u00e4chtig hallten seine Worte in meinem Kopf - nahezu liebevoll aber sein Blick.<br \/>Ich schien wie eingeschlafen - wieder diese Musik, ein zweistimmig gesungenes Lied und pl\u00f6tzlich war ich ruhig, so ruhig.<br \/>Yarid, der Barde kniete mit seiner Harfe vor mir und erz\u00e4hlte mir auch auf meine Frage nach der zweiten Stimme, dass eine Chieri-Frau in seiner Harfe sei.<br \/>Laran oder nicht Laran - ich hielt mich nicht lange mit der Frage danach auf.<br \/>\"Fang an zu denken! Nicht hier und schon gar nicht jetzt w\u00fcrden wir Erfolg haben!\" h\u00f6rte ich Merryl sagen, als ich die Augen ganz aufschlug.<br \/>Und ich war ruhig und versuchte zu denken.<br \/>Merryl hatte Recht!<br \/>(auch das w\u00fcrde ich in der \u00d6ffentlichkeit nur sehr bedingt zugeben!!)<br \/>Ich vermochte den Hass, die Wut und die Verzweiflung hinten an zu stellen.<br \/>Doch ich bat Merryl, mich nicht mit Corran alleine zu lassen (mich am besten \u00fcberhaupt nicht alleine zu lassen!) und wenn, dann immer zwischen uns zu stehen.<br \/>Er versprach es mir und ich fand mich an Corrans Tisch stehend, hinter Merryl wieder, um die Situation zu besprechen.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, das w\u00e4re genug und wir h\u00e4tten genug damit zu tun, uns mit den bereits bestehenden Problemen zu befassen.<br \/>Wiederum weit gefehlt.<br \/>Irgendwer br\u00fcllte, dass Ya-M\u00e4nner drau\u00dfen w\u00e4ren und irgendwen angegriffen h\u00e4tten.<br \/>Hart ausatmend schnappte ich mir mein Schwert und rannte nach drau\u00dfen.<br \/>Die G\u00f6tter sind nicht gn\u00e4dig.<br \/>Ausgerechnet mit Corran stand ich einer dieser Kreaturen gegen\u00fcber.<br \/>Corran war der bessere K\u00e4mpfer. Wie er das Schwert schwang und diesen Vogelmenschen in die Enge trieb - w\u00e4re es nicht Corran, w\u00e4re ich versucht gewesen, bewundernd drein zu blicken.<br \/>Den letzten Hieb, der dem Ya-Mann die Kehle durchtrennte, konnte ich setzen, aber es war wohl Corran gewesen, der diesen Kampf gewonnen hatte und mir vielleicht das Leben rettete - vielleicht!<br \/>Sp\u00e4testens jetzt war mir bewusst, dass sich mein Traum bewahrheitete und auch Merryl die Wahrheit sagte.<br \/>Verzweifelt lie\u00df ich mich von meinem Bruder, der auf der anderen Seite der Taverne gek\u00e4mpft hatte, nach drinnen f\u00fchren<br \/>\"Du hast es doch versprochen!\", fl\u00fcsterte ich und lie\u00df meinen Kopf an seine Schulter sinken.<br \/>\"Ciyu, Du warst gro\u00dfartig und hast Mut bewiesen!\", beruhigte mich mein Bruder und das Zittern lie\u00df ein wenig nach.<br \/>Ich wusste, dass ich jetzt Mann genug sein w\u00fcrde, Corran die Troph\u00e4e, das Schwert des Ya-Mannes, welches ich in H\u00e4nden hielt, zu \u00fcberbringen. Nun nicht ganz, ich dr\u00fcckte Merryl still das Schwert in die Hand: \"Das geb\u00fchrt Corran!!\"<\/p>\n<p>Ich betrat hinter Merryl die Taverne.<br \/>Pl\u00f6tzlich wallte eine Larankraft durch den Raum, man meinte es kr\u00f6che aus allen Ritzen und Nischen. Mir zog es den Boden unter den F\u00fc\u00dfen weg. Alles drehte sich um mich und ich sah nichts und niemanden mehr. Dunkelheit und Angst waren in meinem Kopf.<br \/>\"Heute Abend wird die Dunkelheit siegen. Corrans Barrieren werden fallen und Du wei\u00dft, was das bedeutet!\"<br \/>Ich h\u00f6rte die Stimme, die meinen Geist voll auszuf\u00fcllen schien.<br \/>Schreiend \u00f6ffnete ich die Augen und fand mich in Fionns Armen wieder, w\u00e4hrend Merryl meine H\u00e4nde fest hielt.<br \/>Ein scheu\u00dflicher Geschmack (ESSIG!!!) - Raivannin - Fionn wusste sich wohl nicht mehr anders zu helfen.<br \/>Und wo gerade noch Laran im \u00dcberfluss zu sein schien, war pl\u00f6tzlich alles anders.<br \/>Mein Geist schien nur noch eine geleeartige Masse zu sein, selbst Corran h\u00e4tte pl\u00f6tzlich ein netter Zeitgenosse sein k\u00f6nnen und Fionns Blick besorgt um mich als Person.<br \/>Tr\u00e4nen schossen mir in die Augen und ich war froh, dass mein Bruder noch immer meine H\u00e4nde hielt, auch wenn ich nicht mehr sp\u00fcrte, warum und aus welchen Beweggr\u00fcnden er dies tat.<br \/>\"Reish.....\" keuchte ich nur, aber ich konnte mich an diesen Zustand einfach nicht gew\u00f6hnen - kopfblind!<br \/>Ich dr\u00fcckte Fionn zur Seite und erkl\u00e4rte vehement, dass es mir besser gar nicht gehen k\u00f6nne.<br \/>Drau\u00dfen waren noch immer Wolken, aber der Sturm schien sich gelegt zu haben.<br \/>\"Merryl.......!\", Ich atmete tief ein und aus, zumindest das war noch in meinem Kopf. Die einfachsten Verhaltensregeln.<br \/>Ich erz\u00e4hlte Merryl von meiner Vision.<br \/>\"Hast Du auch nur ann\u00e4hernd eine Ahnung, was geschieht, wenn diese Vision sich bewahrheitet? Kennst Du das Laran Corrans????\"<br \/>Merryl nickte nur schweigend, er wusste, wovon ich sprach. Schlie\u00dflich hatte er Corrans Laranauswirkungen schon gesehen - an unserem Vater.<br \/>Wieder zitterten meine Lippen und ich bekam nicht mit, dass irgendwer nach einem Stein suchte und irgendwo ein Zettel im Feuer (Backofen) auftauchte.<br \/>Wenn wir bis heute Abend keine ad\u00e4quate L\u00f6sung gefunden hatten - und einfach weg gehen war keine, denn dann w\u00fcrden wir erfrieren, dann w\u00fcrden wir alle SEHR qualvoll sterben (was Erfrieren doch zu einer annehmbaren Alternative machte).<br \/>Und ich wollte nicht sterben! Nicht jetzt und nicht hier und schon gar nicht so!<br \/>Und zum ersten Mal waren Merryl und ich einer Meinung!<br \/>Doch wieder lie\u00dfen uns die G\u00f6tter keine Zeit, uns mit der Situation in irgendeiner Form auseinander zu setzen.<br \/>Hatte ich irgendwann einmal irgendetwas geh\u00f6rig falsch gemacht und bekam jetzt die Quittung?<br \/>Merryl schien mehr \u00fcber irgendeine Matrix zu wissen und Puck hatte irgendetwas damit zu tun.<\/p>\n<p>\"Du kannst doch gut mit Puck!\", erkl\u00e4rte mir Merryl nur und zog mich in Richtung K\u00fcche. Erkl\u00e4rungen bekam ich wieder einmal keine geliefert.<br \/>Ich nickte also g\u00f6tterergebend und folgte Merryl in die K\u00fcche.<br \/>Dort stand Oberon, der Wirt und Corrans S\u00f6ldner und Corran schrie seinen Gefolgs-Mann an, er m\u00f6ge den Stein herausgeben (welchen Stein?).<br \/>Was dann passierte, kann ich nicht erkl\u00e4ren, doch ehe ich mich versah, lagen Corran und Merryl vor mir auf dem Fu\u00dfboden.<br \/>Avarra sei meiner Gn\u00e4dig!<br \/>Dort lag er nun, der Mann den ich lieber tot und leidend sehen wollte. Doch ich hatte ja mein Wort gegeben. Ich vermochte mir zudem die Konsequenz, wenn ich Corran jetzt die Kehle, die sich mir entgegen zu strecken schien, durchtrennte, nicht aus zu malen.<br \/>Das Raivannin hatte mir mein Laran geraubt und als ob mir die G\u00f6tter einen Streich spielen wollten, war es just in diesem Moment vorbei mit meiner Kopfblindheit und mein Laran wieder zur Stelle.<br \/>Wollte man mir eine weitere M\u00f6glichkeit geben, Corran einfach t\u00f6ten zu k\u00f6nnen? Wollte man mich auf die Probe stellen?<br \/>Sein Friedensmann war weit und breit nicht zu sehen - vielleicht auch au\u00dfer Gefecht gesetzt, von was auch immer.<br \/>Doch die Vernunft siegte \u00fcber den Hass.<br \/>Ich konzentrierte mich zuerst auf Merryl. Er schien zu schlafen, der Puls ging regelm\u00e4\u00dfig und ihm schien nichts zu fehlen.<br \/>Dann war Corran dran!<br \/>Ich schluckte hart und konzentrierte mich auf meine Matrix. Auch sein Puls ging regelm\u00e4\u00dfig und ich gab ihm Kraft, von der ich selbst kaum etwas hatte, so dass er seine Augen \u00f6ffnete.<br \/>Mir war es ganz Recht, dass sich ab dann jeder um jeden k\u00fcmmerte und ich mich offiziell um meinen Bruder sorgen durfte.<br \/>Merryl kam wieder zu sich - auch hier gab ich Kraft, von der ich nicht annahm, dass ich sie zu diesem Zeitpunkt \u00fcberhaupt noch hatte.<br \/>Corran und seine Sippe waren irgendwann verschwunden und ich fand mich fast heulend an den Schultern meines gro\u00dfen Bruders wieder (passierte verdammt oft - das sollte vielleicht auch keiner erfahren!).<br \/>\"Ich hab ihm reish-nochmal das Leben gerettet - ICH, ausgerechnet ICH!!\"<br \/>Doch wenn ich dachte, dass sich Merryl ausschlie\u00dflich um mich k\u00fcmmern konnte, t\u00e4uschte ich mich wieder.<\/p>\n<p>Langsam wurde mir dieses Treiben zu bunt, doch hatte ich eine Wahl?<br \/>Merryl erz\u00e4hlte mir von diesem Brief, den ich kurz darauf zu lesen bekam. Hier zahlte sich aus, dass man mich im Turm \u00f6fters als mir lieb war getriezt hatte, denn binnen k\u00fcrzester Zeit hatte ich nicht nur den Brief gelesen, sondern auch die Zusammenh\u00e4nge verstanden.<br \/>Hier ging es um die dunkle Legende dieser Matrix und hier stand auch die L\u00f6sung - direkt auf diesem Schriftst\u00fcck.<br \/>'Gutes wurde zu B\u00f6sem! Um das wieder r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, ben\u00f6tigte man unter Sternenlicht: reinstes Metall, reinstes Licht und diese Matrix als Schl\u00fcssel'<br \/>Man sagte mir, dass Beria diesen Stein ebenfalls in H\u00e4nden gehalten hatte und ihr nichts geschehen war. So war ich sicher, dass dieser Stein im Augenblick nicht aktiviert sein konnte.<br \/>Es erschien so einfach und doch so kompliziert.<br \/>\"Merryl, das reinste Metall ist eindeutig Kupfer! Das reinste Licht ist das Licht der Vier Monde - die heute am Himmel stehen. Und diese Matrix, die im Moment noch unbrauchbar ist, weil sie nicht vollkommen ist, ist der Schl\u00fcssel, um das B\u00f6se wieder in Gutes zu wandeln. Dass von Sternen die Rede ist, zeigt, dass dies alles heute Nacht geschehen muss!!\"<br \/>Merryl stimmte mir zu, auch er sah diese Zusammenh\u00e4nge. Woher die restlichen Teile dieser Matrix nehmen, die eindeutig fehlten?<br \/>Daran dachte ich noch gar nicht!<br \/>Ich blickte Merryl verzweifelt an, denn jetzt kam meiner Ansicht nach der nahezu komplizierteste Teil des Ganzen.<br \/>\"Aber die Vier Monde geben kein Licht ab, schon gar kein reinstes Licht, denn man sieht sich nicht, sie sind hinter den Wolken!!! Und ICH bin der Grund, warum dort\", ich deutete verhei\u00dfungsvoll nach drau\u00dfen, \"noch Wolken alles andere verdecken und wenn nichts geschieht auch heute des Nachts noch.\"<br \/>Wieder liefen mir Tr\u00e4nen \u00fcber die Wange und dank meines Larans konnte ich sp\u00fcren, dass mein Bruder bei mir war.<br \/>\"Ich KANN aber die Wolken nicht beiseite schieben, so als w\u00fcrde ich den Tag \u00fcber nichts anderes Tun, Merryl!\"<br \/>Merryl schloss verzweifelt die Augen, denn auch er wusste, dass irgendetwas geschehen musste, dass ich nicht bei dem Versuch, die Wolken weg zu schieben, alle um mich herum mit Blitzen erschlug.<br \/>Merryl atmete tief durch.<br \/>\"Jetzt m\u00fcssen wir erst einmal mit den Di Asturiens reden, Corran muss von Deiner Vision erfahren Lyondri!\"<br \/>Nach diesen Worten stiefelte ich alles ergeben abnickend hinter Merryl in Richtung der R\u00e4umlichkeiten von Corran und seiner Sippe her.<br \/>Ich schluckte allen Unmut und alle Angst hinunter, denn \u00fcber diese Br\u00fccke musste ich alleine gehen. Nicht Merryl, ICH musste von dieser Vision erz\u00e4hlen - keinem geringeren als Corran Di Asturien, denn um ihn ging es in dieser Vision mehr als um alle anderen.<br \/>Und ich tat genau dies, ich erz\u00e4hlte ihm, dass man mir sagte, dass er heute des Nachts seine Barrieren verlieren w\u00fcrde.<br \/>Ich erntete erst Ungl\u00e4ubigkeit seitens Corran, er h\u00e4tte sich im Griff.<br \/>Doch Fionn f\u00fchlte, dass ich nicht log und irgendwann schien auch dieser ungeschlachte Berg zu begreifen, dass ich mir hier keinen Spa\u00df erlaubte.<\/p>\n<p>Vielleicht weil er mir nicht gleich Glauben schenken wollte, vielleicht weil meine Nerven blo\u00df lagen, vielleicht aber auch, weil ich gar nicht anders konnte und Corran MICH die ganze Zeit fixierte \u2013 meine Augen umw\u00f6lkten sich und ich f\u00fchlte Hilflosigkeit und Zorn.<br \/>\"Sieh mich an....!\" Als ob ich das nicht bereits die ganze Zeit \u00fcber tat.<br \/>\"Zwischen uns gibt es kaum einen Unterschied, junger Castamir!\"<br \/>Ich streckte stolz mein Kinn und ignorierte die zitternden Lippen.<br \/>\"NEIN!\", gab ich mit br\u00fcchiger Stimme zur Antwort.<br \/>\"Ich bin nicht wie IHR!\"<br \/>Corrans Blick ruhte weiter auf mir- graue Augen.<br \/>\"Oh doch, als Waffe f\u00fcr einen Krieg gezeugt. Ein Krieg, f\u00fcr den keiner mehr den wahren Grund zu nennen wei\u00df!\"<br \/>\"Ich bin nicht wie Ihr, denn Ihr seit der Grund, warum ich all dies erleiden muss. ICH wei\u00df sehr wohl, warum es diesen Krieg geben wird. Denn Ihr habt meinen Vater in den Wahnsinn getrieben, habt mit eurem Laran meine Familie fast ausgel\u00f6scht. Aber ich habe all das nicht getan. Ich bin nicht wir IHR!!\"<br \/>Corran schwieg einen Moment, doch er wurde nicht w\u00fctend, wie es in das Bild, welches in meinem Kopf bestand, gepasst h\u00e4tte.<br \/>\"Aye....!\", gab er mir Recht?<br \/>\"Aber Du kannst etwas \u00e4ndern!\"<br \/>Und wie?<br \/>\"Du musst nicht dem gleichen Weg folgen, den ich ging. Du musst nicht das erf\u00fcllen, weswegen du gezeugt wurdest. Ich hatte keine Wahl. Zumindest dachte ich das und ich tat, was man mir befahl. Aber du....!\"<br \/>Ich f\u00fchlte keinerlei Triumphgedanken von Corran ausgehen.<br \/>Doch konnte ich nichts sagen, denn die Gef\u00fchle und Gedanken in meinem Kopf wollte ich selbst nicht wahrhaben.<br \/>Ich konnte doch wohl kaum Bewunderung und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Mann aufbringen, der meine Familie fast zerst\u00f6rt hatte und meinem Vater wie meiner Mutter mehr oder weniger das Leben nahm und wegen dem ich zu dem erschaffen wurde was ich war. Oder hatte ich doch eine Wahl?<br \/>Merryl nahm mir die Entscheidung zu antworten auf seine Art und Weise ab, er sprach den Brief an und unsere Schlussfolgerungen.<br \/>Was dann geschah lie\u00df mich meinen, wir w\u00e4ren doch nicht so verschieden wie ich angenommen hatte. Corran Di Asturien war alles andere als Vern\u00fcnftig. Er wollte seinen Kram packen und gehen (erfrieren!). Er wollte weglaufen!<br \/>Erst Fionn konnte ihn dazu bringen, zumindest bis zum Abend zu bleiben.<br \/>Ich wusste in diesem Moment nicht warum, aber ein Gef\u00fchl sagte mir, dass es \u00fcberhaupt nicht gut w\u00e4re, wenn Corran jetzt verschwinden w\u00fcrde, aus welchen Gesichtspunkten heraus auch immer.<br \/>Ein Gedanke, der mich wieder an mir zweifeln lie\u00df, denn w\u00fcrde Corran jetzt weg reiten, w\u00fcrde er erfrieren und wir Castamirs h\u00e4tten ein Problem weniger, DAS Problem weniger, oder?<\/p>\n<p>Corran, Fionn, Rakhaela und Aliciane gingen, um das Schriftst\u00fcck zu betrachten.<br \/>Ich ging nach drau\u00dfen, Schnee hin oder her, ich ben\u00f6tigte dringend eine Ladung frische Luft und vielleicht ein paar Augenblicke keine neue Aufregung.<br \/>Ich zog die kalte Luft in meine Lungen und hatte noch nicht ausgeatmet, als Corran neben mir stand. Eine Weile blickten wir schweigend in verschiedene Richtungen.<br \/>Doch dann konnte ich meine Neugierde nicht bremsen.<br \/>\"Wie habt Ihr das gelernt!\"<br \/>Ich musste nicht erw\u00e4hnen, dass ich von seinen Barrieren sprach.<br \/>\"Ich habe jahrelang nichts anderes getan - und das ohne die Ausbildung, welche Du genie\u00dft!\"<br \/>Zwar genoss ich diese Ausbildung bei weitem nicht immer, aber ich wusste, was er mir sagen wollte.<br \/>\"Das macht doch einsam, oder?\"<br \/>Ich hatte \u00fcberhaupt nicht \u00fcberlegt, die Frage war einfach aus mir herausgesprudelt.<br \/>\"Sehr!\", Corran nickte und w\u00fcnschte mir einen Menschen an meine Seite, der f\u00fcr mich so sein m\u00f6ge, wie Fionn f\u00fcr ihn.<br \/>Ich lie\u00df diesen Satz unbeantwortet.<br \/>\"Kann ich es lernen?\", wieder obsiegte meine Neugierde.<br \/>\"Alles was ich Dir anbieten kann, ist zu mir zu kommen, dann lehre ich es Dich!\"<br \/>\"Ja, sicher!\" - Ich lachte trocken auf.<br \/>\"'Entschuldige mich einen Augenblick Marius!'\", imitierte ich \u00fcbertrieben.<br \/>\"'Ich werde gleich f\u00fcr Dich gegen Di Asturien k\u00e4mpfen. Aber erst muss ich noch zu Corran, dass er mir beibringt, wie ich meine Barrieren aufrecht erhalten kann'\"<br \/>Wir lachten beide, wussten wir doch, dass dies unm\u00f6glich war und ich es absichtlich ins L\u00e4cherliche gezogen hatte.<br \/>Als ich wieder in den Schankraum zur\u00fcck kam, sah ich einen weiteren Mann bei Aliciane und Rakhaela stehen - Joric Aldaran pers\u00f6nlich. Ich hatte zuvor schon von Merryl erfahren, dass dieser stinkende Bettler nicht Derrek hie\u00df, sondern eben Dom\u00e4nenlord Joric Aldaran war. Wie man es geschafft hatte, ihn vom Wahnsinn zu befreien, wusste ich nicht. Ich wusste um Merryls Sorgen, weil Lord Aldaran, Corran, Rakhaela, Fionn und dieses Kind hier gezielt aufeinander trafen, denn Merryl war schlie\u00dflich Friedensman von Hastur von Carcosa und da gab es wohl die ein oder andere Ungereimtheit. Aber ich stellte fest, dass mir die Gegenwart eines nicht stinkenden Mannes schicht lieber war, als die eines ranzigen Bettlers und ich eh nichts an der Situation \u00e4ndern konnte.<br \/>Schlie\u00dflich nahm mich Fionn beiseite. Eigentlich h\u00e4tte ich stolz sein m\u00fcssen, doch ich erkannte bald die Notwendigkeit.<br \/>Er fragte mich, was ich von der ganzen Sache mit dem Brief und der Matrix hielt und wie man sich weiter verhalten k\u00f6nne. Er h\u00f6rte sich meine Zusammenh\u00e4nge an und er fragte mich um mein Laranpotential und auch um das meines Bruders. Er fragte nicht Merryl - in Laranangelegenheiten fragte er mich und ein Blick in Merryls Augen lie\u00df mich seine Zustimmung sehen.<br \/>Wir sprachen \u00fcber die Matrix und wie wir sie, so wir die fehlenden Teile beisammen h\u00e4tten, in Betrieb nehmen konnten.<br \/>Ich erkl\u00e4rte, dass ich lediglich Anw\u00e4rter auf das Mechanikeramt sei, mich aber in einen Kreis einf\u00fcgen w\u00fcrde k\u00f6nnen. Merryl war Telepath, mit ein wenig Empathie im Hintergrund, aber er w\u00fcrde seine Kraft ebenso einbringen wie jeder andere mit Laran gesegnete hier im Raum.<br \/>Da w\u00e4ren Aliciane - laut Fionn nutzte sie ihre Kr\u00e4fte nicht oft, aber sie war vorhanden.<br \/>Rakhaela - jung, von der Geburt geschw\u00e4cht, aber sie war stark.<br \/>Joric Aldaran - sicherlich ein gef\u00e4hrlicher Mann, aber mit einer solchen Macht ausgestattet, dass man sich \u00fcber kaum etwas anders Gedanken machen m\u00fcsste.<br \/>Dieser Barde, Yarid, ich hatte seine Kraft gesp\u00fcrt und war fast froh, ihn hier zu wissen, entgegen aller Ger\u00fcchte und Erz\u00e4hlungen.<br \/>Merryl, Fionn und meine Wenigkeit.<br \/>Das waren insgesamt sieben, denn Corran schied aus, da stimmte ich Fionn zu. W\u00fcrden seine Barrieren fallen, w\u00e4ren wir alle tot - und ein Kreis mit Barrieren konnte kaum gut gehen.<br \/>Ich erw\u00e4hnte Puck. SEIN Laran hatte ich nicht nur gesp\u00fcrt, ich wusste auch um seine Zeit im Turm.<br \/>Vielleicht der Part des \u00dcberwachers?<br \/>Ich grinste und rief nach dem kleinen Kerl.<br \/>Puck!<br \/>Puuuck!<br \/>PUUUUUUUUUUUUUCCCCCCCCCKKKKKKKKK!<br \/>Es dauerte nicht lange und ich hatte ihn \u00fcberzeugt, er w\u00fcrde uns helfen.<br \/>Ein Hoffnungsschimmer - weit weg aber vorhanden und nicht nur ich sp\u00fcrte Hoffnung. Auch Fionn und als ich mich mit meinem Bruder austauschte, sp\u00fcrte ich auch hier ein wenig Zuversicht.<br \/>In der Zwischenzeit hatte irgendjemand entdeckt, dass die Huren einen Teil der fehlenden Matrizen um den Hals trugen. Man sammelte alle Splitter zusammen, ich schloss die Teile in meinen D\u00e4mpfer und gab diesen Titania, der Wirtein, zum Aufbewahren.<br \/>Jetzt galt es, die restlichen Teile zu finden - und das m\u00f6glichst schnell, uns lief die Zeit davon. Um die Wolken vor den Monden musste ich mich schlie\u00dflich auch noch k\u00fcmmern - irgendwie.<br \/>Merryl brachte mich auf die Idee, dass auch hier mein Laran von Nutzen sein w\u00fcrde.<br \/>\"Geh und frage jeden, ob er etwas mit den Steinen zu tun hat, ob er um diese fehlenden Steine wei\u00df! DU wirst dann wissen, wer dich bel\u00fcgt und wer die Wahrheit spricht!\"<br \/>Ich nickte und konnte nicht umhin die Brust ein wenig Stolz zu recken.<br \/>Ich fragte jeden, der mir \u00fcber den Weg lief und fragte und fragte und fragte.<br \/>Ich war letztlich sogar so w\u00fctend, dass ich Puck meinen Dolch an den Hals hielt, weil ich keine andere M\u00f6glichkeit mehr fand - die G\u00f6tter m\u00f6gen seiner Seele gn\u00e4dig sein.<br \/>Die fehlenden Steine waren und blieben verschwunden und kein Mensch schien auch nur ann\u00e4hernd etwas dar\u00fcber zu wissen.<br \/>Drau\u00dfen d\u00e4mmerte es - wir hatten keine Zeit mehr!<\/p>\n<p>Und dann fiel mein Bruder, mein Halt in dieser Situation, einfach um!<br \/>Er schlief!<br \/>Sein Puls ging ruhig, sein Atem regelm\u00e4\u00dfig, wirklich als ob er sich den ungeeignetsten Zeitpunkt erw\u00e4hlt hatte, um ein Nickerchen zu machen.<br \/>\"MERRYYYYYL, wir brauchen Dich! Wach auf!\"<br \/>Verzweiflung kam wieder zum Vorschein.<br \/>Auch Fionn kniete inzwischen neben meinem Bruder, so wie ein S\u00f6ldner und auch Corran.<br \/>\"Merryl, Reish, steh auf, Du hast gesagt heute ist die Nacht der Vier Monde und wenn wir dies alles geschafft haben, dann haben wir Spa\u00df!<br \/>Merryl, Spa\u00df haben ist aber etwas anderes!\"<br \/>Nichts!<br \/>Ich wusste mir wiedereinmal nicht zu helfen und schlug w\u00fctend auf Corran ein, der ja schlie\u00dflich die Situation auch h\u00e4tte ausnutzen k\u00f6nnen.<br \/>Doch wieder blieb Lord Green Scarp ruhig, blickte mir in die Augen und erkl\u00e4rte, er tr\u00fcge keine Schuld.<br \/>Und ich wusste, er sprach die Wahrheit!<br \/>Es dauerte wie mir erschien eine Ewigkeit, aber dann schlug Merryl endlich die Augen auf, sch\u00fcttelte sich kurz und faselte etwas von einer Vision!<br \/>Avarra sei uns gn\u00e4dig, blieb uns denn nichts erspart?<br \/>Die Steine seien in Asturias zu finden - ein wenig weit weg in Anbetracht der Tatsache, dass uns kaum mehr Zeit blieb.<br \/>Corran gab Anweisung, dass jeder seines Gefolges die eigenen Zimmer durchsuchen m\u00f6gen - wer wisse schon, wer hier wem etwas untergeschoben hatte. Er blickte nicht in unsere Richtung und ich wusste, dass sein Verdacht auch nicht auf uns Castamirs fiel.<br \/>Und wirklich - unter Corrans Kopfkissen fanden sich die Steine.<br \/>Mir war in diesem Moment egal, wer sie dort hingelegt hatte oder ob \u00fcberhaupt. Die Hauptsache war, dass wir die Steine beieinander hatten.<br \/>Wir begannen ein Gitter zu bauen und setzten zuvor die Teile der Matrix zusammen, die wir bislang hatten. Wir waren ein gutes Gespann. Alle halfen, Feindschaft war vergessen. Nur zusammen w\u00fcrden wir diese Gefahr bannen.<br \/>Und Corran blieb, trotz dass es drau\u00dfen schon dunkel war - er harrte aus. Vielleicht vertraute auch er auf diesen neuen Zusammenhalt.<br \/>Es gab noch recht viel Trubel, weil mein D\u00e4mpfer pl\u00f6tzlich verschwunden war und unter mysteri\u00f6sen Umst\u00e4nden wieder auftauchte.<br \/>Dann brachten die Haldars einen Kasten, wo auch immer sie diesen ausgegraben hatten, in dem noch weitere Matrix-Splitter zu finden waren und Teile f\u00fcr das Gitter. Die T\u00e4nzerinnen brachten Kupferdraht und endlich hatten wir das Gitter fertig und die Matrix zusammen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Jetzt musste der Kreis gebildet werden. Merryl misstraute Puck - warum auch immer, ich mochte den kleinen Kerl. Doch mit der Rolle als \u00dcberwacher gab sich nicht nur Puck sondern auch Merryl und die \u00fcbrigen zufrieden. Doch wer sollte der Bewahrer des Kreises sein?<br \/>Ich blickte Fionn an - er schien zu wissen, dass nur er \u00fcbrig blieb.<br \/>Auch wenn er vielleicht nicht den Hauch einer Ahnung hatte, was jetzt auf ihn zu kommen w\u00fcrde.<br \/>Fionn w\u00fcrde die Energonenringe lenken m\u00fcssen - er w\u00fcrde unsere komplette Energie leiten m\u00fcssen.<br \/>Doch war es nicht er, der es schaffte, Corrans Barrieren aufrecht zu erhalten?<br \/>War er nicht l\u00e4ngst ein Bewahrer?<br \/>Keine langen Diskussionen, die Zeit dr\u00e4ngte - der Kreis war gebildet und die erste Aufgabe war es, die Wolken weg zu bewegen. Meine Aufgabe!<br \/>Ich brauchte Kraft, meine Barrieren aufrecht zu erhalten und teilte dies den anderen mit.<br \/>Konzentration - Fionn holte uns einen nach dem anderen in den Kreis.<br \/>Das Gef\u00fchl, welches ich pl\u00f6tzlich mit Merryl (und auch mit all den anderen mehr oder weniger Fremden) teilte, trieb mir Tr\u00e4nen der R\u00fchrung in die Augen - und nicht nur mir!<br \/>Fast hatte ich das Gef\u00fchl, dass wir, dieser zusammengew\u00fcrfelte Haufen aus Feinden, so harmonierten, als ob wir tagein tagaus nichts anderes tun w\u00fcrden.<br \/>Ich f\u00fchlte die Kr\u00e4fte, die meine Barrieren st\u00fctzten, Halt gaben und mir die M\u00f6glichkeit lie\u00df, die Energien der Wolken aufzul\u00f6sen und weg zu leiten ohne gro\u00dfartigen Schaden anzurichten.<br \/>Und endlich schienen uns die G\u00f6tter gn\u00e4dig gestimmt zu sein - die Wolken l\u00f6sten sich auf, die Vier Monde waren deutlich zu sehen und reinstes Licht erhellte unseren Kreis.<br \/>Wieder vereinten wir uns, gl\u00fccklich, dass uns der erste Schritt gegl\u00fcckt war. Ich vermochte nicht zu sagen, wo ich anfing und Merryl aufh\u00f6rte. Zum ersten Mal trat ich nicht nur mit den Leuten um mich in Rapport, nein, das mir Wichtigste, zum ersten Mal trat ich mit Merryl, meinem Bruder in Rapport. Dazwischen waren noch Rakhaela, Fionn, Aliciane, Yarid und Joric zu finden. Und auch Corran, der von Au\u00dfen Kontakt zu Fionn hielt, ihm seine Kraft gab, war ganz deutlich zu sp\u00fcren.<br \/>Wir befanden uns in der grauen Ebene der Oberwelt. So zu sehen, wie wir uns zu sehen glaubten. Fionn, reine Kraft best\u00e4rkt von Corran. Aliciane, wie ein drittes und dringend ben\u00f6tigtes Bestandteil der beiden. Joric, ein Fels genauso wie Rakhaela. Yarid, klare Energie, gepaart mit der Chieri-Frau in seiner Harfe, die ich lichtdurchscheinend neben ihm wahrnahm. Merryl, der Energie leitete, von der er wohl bis eben nicht wusste, dass er sie \u00fcberhaupt besa\u00df und in dem Ma\u00dfe einsetzen konnte - und ich selbst, bei weitem nicht in undefinierbaren Roben eines Novizen. Ich war verbunden und f\u00fchlte Verbundenheit.<br \/>Doch dann schien irgendetwas nicht mehr zu stimmen.<br \/>Ich wusste nicht was und warum, h\u00f6rte nur Fionn verzweifelt rufen \"Bleibt zusammen, trennt die Verbindung nicht!\"<br \/>Doch zu sp\u00e4t - die Verbindung brach und wir waren in unserem eigenen Kreis in der Oberwelt gefangen.<\/p>\n<p>Meine eigenen \u00c4ngste holten mich ein. Nebel, \u00fcberall Nebel!<br \/>Ich h\u00f6rte Merryl, wie er verzweifelt nach mir rief. Fand ihn, hielt seine Hand und gab ihm Kraft durch zu halten. Wie auch immer wir uns aus dieser vertrackten Situation befreien sollten. Wir hielten uns an den H\u00e4nden, wir gaben uns Mut. Ich h\u00f6re noch immer Rakhaelas Stimme: \"Lyondri, in Deinem Alter habe ich eine Dom\u00e4ne in den Krieg gef\u00fchrt - Du bist nicht zu jung!\"<br \/>Wir waren so unterschiedlich und doch hielten wir zusammen, waren eins.<br \/>Ich sah, wie Ya-M\u00e4nner auf uns einschlugen und konnte den Schmerz so deutlich sp\u00fcren, als w\u00fcrde mein eigener K\u00f6rper geschunden und nicht nur sein geistiges Abbild - und so war es auch. Merryl schrie, Yorick br\u00fcllte vor Schmerz und Fionn\u00b4rief laut nach Corran.<br \/>Dann brach etwas auseinander, ein D\u00e4mpfer explodierte und wir alle wurden aus dem Kreis katapultiert.<\/p>\n<p>Was danach passierte, muss wohl von Corran berichtet werden, denn er sah die ins Dunkle gewandelten Chieris aus unseren Tr\u00e4umen mit Schwertern bewaffnet vor ihm stehen, er k\u00e4mpfte f\u00fcr sich und f\u00fcr uns, so dass sie die Matrix nicht erreichen konnten und er t\u00f6tete die Wesen nicht, weil er nicht wusste, was dann geschehen w\u00fcrde.<br \/>Er siegte \u00fcber seine eigene Angst und rettete damit nicht nur sich, sondern uns allen das Leben. Allen, bis auf Puck, der sein Leben in diesem Kampf lassen musste.<br \/>In dieser Zeit lagen wir anderen alle ohnm\u00e4chtig und von b\u00f6sen Tr\u00e4umen und Ya-M\u00e4nnern traktiert am Boden.<br \/>Von irgendwo wurde uns Hilfe zu teil.<br \/>Die Tochter des Wirts holte mich ins Leben zur\u00fcck, unterst\u00fctzt von Beria, die meine verletzte Seite verband. Alle um mich herum waren verletzt. Man h\u00f6rte Joric vor Schmerz st\u00f6hnen, Rakhaela nach ihrem Kind weinen, Fionn nach Corran rufen.<br \/>Ich hielt erst Merryls Hand und ihn dann im Arm. Ich gab Trost und f\u00fchlte ganz genau, dass uns das hier keiner mehr nehmen konnte. Blo\u00df ist der R\u00fccken dessen, der keinen Bruder hat. Und ich hatte in diesen Tagen einen Bruder gewonnen.<br \/>Wir hatten das B\u00f6se nicht wieder ins Gute wandeln k\u00f6nnen - und hatten damit verloren.<br \/>Aber wir waren am Leben und alle anderen auch und hatten zusammen gehalten - damit haben wir letztlich doch gewonnen.<br \/>Verloren und gleichzeitig gewonnen, denn sie w\u00fcrden wieder kommen, das war mir bewusst.<br \/>Aber dies w\u00fcrde nicht mehr mein Kampf sein, denn dieses unsere Gefecht in der Oberwelt, hatte wohl jeder halbwegs f\u00e4hige Telepath auf ganz Darkover mit gef\u00fchlt (halb Europa ohne Strom?? *G*) und damit w\u00fcrden sp\u00e4ter andere k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Ein seltsames Mitwinterfest, wohl wahr. Jeder Bissen Fleisch gab mir das Gef\u00fchl, noch nie zu vor so gro\u00dfartig gegessen zu haben. Jeder Schluck Ale glich einem Jungbrunnen. Das Bewusstsein \u00fcber die allt\u00e4glichen Dinge des Lebens war in mir neu geweckt.<br \/>Die Geschichte dar\u00fcber, warum ich mir die Erinnerung daran, dass ich Lord Aldaran jemals gesehen habe und daran, dass Merryl schlie\u00dflich den Stein an sich genommen hatte, erz\u00e4hlt euch vielleicht mein Bruder, ihn betrifft dies weit mehr als mich.<br \/>Doch ich durfte meinem Bruder einmal mehr beweisen, dass ich ihm ein Bruder und wahrer Freund bin.<br \/>Ich hatte in diesen zwei Tagen so sehr viel gelernt.<br \/>Ich war gereift, wurde akzeptiert und respektierte mein Umfeld.<br \/>Wir waren alle nur Menschen und atmeten die gleiche Luft.<br \/>Nichts hat nur eine Seite und es ist im Leben wohl immer hilfreich, auch vorurteilsfrei die Gegenseite zu betrachten.<\/p>\n<p>Adelandeyo<br \/>Lyondri Castamir<\/p>\n<h3><a name=\"s\u00f6\"><\/a>Des S\u00f6ldners Leid<\/h3>\n<p>Ich nannte mich Corryn. Das war alles und niemand hatte sich f\u00fcr sonderlich mehr als diesen Namen interessiert. Ich reiste mit wenig Gep\u00e4ck, kam direkt aus dem Norden und war ein schweigsamer, und manchmal auch m\u00fcrrischer Geselle. Obwohl ich immer wieder davon sprach, dass es ein gutes Jahr war. Zumindest f\u00fcr einen S\u00f6ldner.<br \/>Es hatte ein paar Scharm\u00fctzel auf Hammerfell Land gegeben, dazu noch ein paar reisende H\u00e4ndler, die sich pers\u00f6nlichen Schutz durch unruhiges Gebiet leisten konnten. Alle hatten gut bezahlt, weshalb meine Kleider neu waren und mein Beutel gut gef\u00fcllt.<br \/>Jetzt, wo Mittwinter langsam nahte, war mein einziges Bestreben nach Thendara zu kommen.<br \/>Ein M\u00e4dchen, lautete meine Antwort, wenn man mich nach dem Grund fragte. Ein M\u00e4dchen und ein Kind.<br \/>Nichts davon war gelogen. Aber die ganze Wahrheit war es auch nicht gewesen.<br \/>Ivan interessierte das nicht. Ich hatte ihn vor einigen Tagen in den Kilghards getroffen. Er war ein Soldat, wie ich einer war, jedoch niemandem zur Treue verpflichtet und frei wie ein Vogel. Ohne viel Kupfer und ohne ein anst\u00e4ndiges Reittier, denn beides hatte er verspielt.<br \/>Es gab gute Gr\u00fcnde sich zusammen zu schlie\u00dfen und gemeinsam zu reisen. Ich hatte etwas zu verbergen und er konnte mir die n\u00f6tige Tarnung verschaffen. Er brauchte Kupfer und davon hatte ich tats\u00e4chlich genug.<br \/>Und der beste Grund von allen: unser beider Ziel hie\u00df Thendara.<br \/>Verr\u00fcckt genug waren wir, um uns in dieser Jahreszeit noch auf den langen Weg zu machen. Verzweifelt war keiner von uns. Denke ich zumindest nicht.<br \/>Dennoch lag es mir wie ein schwerer Stein im Magen, als das Wetter immer schlechter wurde und wir fr\u00fchzeitig in eine Taverne einkehren mussten. W\u00fcrde ich rechtzeitig nach Thendara kommen? W\u00fcrde ich wichtige Dinge verpassen? W\u00e4re ich zu weit weg, um sch\u00fctzend eingreifen zu k\u00f6nnen?<br \/>\u201eEs hilft nichts\u201c, meinte Ivan achselzuckend. \u201eWir m\u00fcssen warten, bis der Schneesturm aufh\u00f6rt.\u201c<br \/>Also blieben wir und wurden von einem Stallburschen empfangen. \u201eWillkommen in Titanias Kupferkessel. Ich k\u00fcmmer mich um die Pferde. Wenn ihr so lang warten m\u00f6chtet!\u201c<br \/>Sein Akzent war so ausgefallen, dass ich eine Weile brauchte, um ihn zu verstehen. Berge\u2026 Tiefster Hellersakzent.<br \/>\u201eAye\u201c, erwiderte ich, schulterte meine Satteltaschen und wartete.<br \/>\u201eSch\u00f6nen Gaul hab Ihr da!\u201c rief er.<br \/>\u201eHe, pass mit meinem auf!\u201c Ivan rollte mit den Augen.<br \/>Der Stallbursche z\u00f6gerte. \u201e\u00d6hm, joar. Sch\u00f6nes\u2026 Chervine?\u201c<br \/>Ich war mir selbst nicht sicher, was es war. Aber ein Chervine mit Sicherheit nicht. Schlie\u00dflich hatte er die Tiere versorgt und f\u00fchrte uns hinein. \u201eWenn Ihr irgendwas braucht, meine Herren\u2026 Mein Name ist Puck und ich kann ALLES besorgen!\u201c Dabei zwinkerte er verschw\u00f6rerisch und \u00fcbergab uns den H\u00e4nden der Schankmaid.<br \/>Doch ich f\u00fcr meinen Teil bereute es schon schmerzlich, \u00fcberhaupt einen Fu\u00df in die Taverne gesetzt zu haben. Da sa\u00df ein Barde am Tisch. Ein Mann, den ich gut kannte.<br \/>Und bitterlich hasste!<br \/>Er sah mich. Seine Augen verengten sich in gleichem Ma\u00dfe wie meine und es dauerte lange, bis einer von uns den Blick abwandte. F\u00e4uste ballten sich, Herzen schlugen schneller\u2026 er hatte auch mich erkannt. Lange w\u00fcrde es nicht dauern, bis ein anderer Name durch den Schankraum gefl\u00fcstert werden w\u00fcrde als der, den ich mir gegeben hatte.<br \/>Abwesend, mit den Gedanken woanders, zahlte ich den horrenden Zimmerpreis f\u00fcr mich und Ivan und vers\u00e4umte es in meiner aufkeimenden Wut sogar, mir das Zimmer zeigen zu lassen. Daf\u00fcr wurden wir aber (zum Ausgleich?) am hintersten und zugigsten Platz der Taverne platziert und man setzte uns etwas zu trinken vor. Das Bier war gut, wenn auch lange nicht mit dem zuhause zu vergleichen. Doch f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit gab es kein zuhause. Zumindest nicht f\u00fcr die, die mich nicht kannten.<br \/>\u201eLass uns ne Runde w\u00fcrfeln. Du siehst aus, als k\u00f6nntest die Ablenkung gebrauchen.\u201c<br \/>Wie immer war Ivan pragmatisch. Schlie\u00dflich brauchte er Geld und der erste Einsatz ging um die Bezahlung des Zimmers.<br \/>Er gewann, doch sein Schicksal war es, dass er nicht aufh\u00f6ren konnte und am Ende gingen die Sekal wie Rosinen zwischen uns hin und her.<br \/>\u201eNoch mal\u2026\u201c forderte er. \u201eIch brauch ein paar Sekal, damit mein Bett heute Nacht nicht so kalt bleibt.\u201c<br \/>Also gab ich nach, spielte weiter und streifte die umhergehenden Grezali mit kurzen Blicken. Genau so ein Blick war es, der mir enth\u00fcllte wer da noch in den Schankraum trat. Erleichterung mischte sich mit Sorge, als ich die schwer bepackten Gestalten erkannte. Da schritt ein junger Mann voran, gebeugt von der Last auf seinem R\u00fccken. Hinter ihm eine hoch gewachsene sch\u00f6ne Frau, deren Haar unter einem Tuch verborgen war und ein M\u00e4dchen mit einem Neugeborenen in den Armen.<br \/>Es kostete mich \u00dcberwindung, um nicht von meinem Platz aufzuspringen und dort hin zu rennen. Nein, ich blieb sitzen, hob mein Kinn nur ein wenig an und hoffte auf einen Blick, der mir zu erkennen gab, dass ich gesehen worden war. Doch nichts dergleichen. Unruhig scharrte ich mit den F\u00fc\u00dfen und vermasselte zwei W\u00fcrfe, worauf Ivan triumphierend grinste.<br \/>\u201eKennst hier jemanden?\u201c<br \/>\u201eNein, nicht\u2026\u201c wollte ich gerade sagen. Doch zwei weitere Fl\u00fcchtlinge vor dem Sturm lie\u00dfen mich innehalten. \u201eNun ja, mehr als ich dachte.\u201c<br \/>\u201eDu kennst die halbe Welt! Sieht aber nich aus, als w\u00fcrd\u2019s dir gefallen, was du siehst.\u201c<br \/>\u201eNicht wirklich.\u201c<br \/>Castamir. Merryl Castamir, Friedensmann von Jerome Hastur. In seinem Schlepptau ein halbw\u00fcchsiger, lamentierender Knabe.<br \/>Merryl kannte mich. Er hatte mich mehr als einmal gesehen und er wusste, dass ich zwar einen Eid geleistet, dies aber alles andere als freiwillig getan hatte.<br \/>Ich senkte das Kinn, betrachtete mein Bier und wandte mich ein wenig zur Seite. Aber wozu das alles? Wir sa\u00dfen in einem Schankraum, der nicht viel gr\u00f6\u00dfer war als ein mittelpr\u00e4chtiger Pferdestall und fr\u00fcher oder sp\u00e4ter w\u00fcrde er mich entdecken.<br \/>Nun, damit hatte ich rechnen m\u00fcssen. Meine Verkleidung war nicht so gut gew\u00e4hlt, als dass ich lange unerkannt h\u00e4tte bleiben k\u00f6nnen. Ein Bart macht aus Corran di Asturien noch keinen beliebigen S\u00f6ldner.<br \/>\u201eIch geh mal nach den Pferden gucken\u201c, meinte ich leise zu Ivan, stand auf und lie\u00df ihn sitzen. Im Gehen warf ich dem jungen Mann und den beiden Frauen einen langen Blick zu. Sie sa\u00dfen in einer Nische, die nicht von meinem Platz einzusehen war. Doch sobald ich durch die Taverne ging, hefteten sich so gut wie alle Blicke auf mich. Ein gro\u00dfer Mann wird immer gesehen. Auch wenn er es gern anders h\u00e4tte.<br \/>Ich war allerdings gerade an der T\u00fcr angelangt, als ein Schrei von drau\u00dfen die Stimmung umschlagen lie\u00df. \u201eVogelm\u00e4nner!!!\u201c<br \/>Ich zuckte zusammen. Sie mussten Ya-M\u00e4nner meinen! Nicht hier\u2026 nicht in den Ebenen. In den Bergen sah man sie selten, aber hier\u2026?<br \/>Ich zog mein Schwert und winkte Ivan heran. Wir mussten hinaus und nachsehen. Der fr\u00fche Abend war dunkel. Und es war kalt wie in Zandrus eisigster H\u00f6lle.<br \/>\u201eGebt das Bier den G\u00e4sten, nicht den Angestellten!\u201c br\u00fcllte ich laut und rannte mit dem Schwert in der Hand den M\u00e4nnern nach.<br \/>Vor einem auf dem Boden liegenden K\u00f6rper blieb ich stehen. Hier kam wohl jede Hilfe zu sp\u00e4t, dachte ich, doch schon riefen sie nach einem Heiler. Ich wusste, wer da angerannt kam, auch ohne Licht. Leichte Lederschuhe klapperten auf den Pflastersteinen und der Heiler beugte sich \u00fcber den K\u00f6rper des Mannes. \u201eHier kann ich nichts mehr tun\u201c, lautete sein Urteil.<br \/>\u201eDas waren Vogelm\u00e4nner!\u201c sagte der eine der M\u00e4nner in fester \u00dcberzeugung.<br \/>\u201eSei nicht dumm, Mann!\u201c entgegnete ich. \u201eYa-M\u00e4nner dringen nicht bis in die Ebenen vor. Selbst bei so einem Sturm nicht! Und sie greifen schon gar keine Menschen an, es sei denn sie sind verzweifelt genug daf\u00fcr!\u201c<br \/>Aber meine Einw\u00e4nde prallten an der Sturheit der beiden M\u00e4nner ab, die den Toten gefunden hatten. Sie beharrten darauf, selbst als der Tote weggeschafft war und wir wieder in der Taverne sa\u00dfen.<br \/>Ich hielt die Bedenken im Kopf, doch die auf mich einstr\u00f6menden Eindr\u00fccke lie\u00dfen das Geschehene bald in den Hintergrund treten. Zu erst einmal fielen mir die schwarz gekleideten Herren auf, die durch den Schankraum stolzierten. Unzweifelhaft von hohem Blut, aber sie sahen aus wie Gecken. Und sie hielten sich allzu gern in Gesellschaft der Grezali auf. Sie beobachteten ihre Handlungen genau.<br \/>Ivan beugte sich zu mir. \u201ePuck sagte, das seien Aldaran\u201c, fl\u00fcsterte er.<br \/>Mir fiel es schwer keinen ungl\u00e4ubigen Gesichtsausdruck zu bekommen. Das war unm\u00f6glich. \u201eBist du sicher?\u201c<br \/>Er nickte.<br \/>Mein Blick huschte zu der Nische, wo der Heiler mit den beiden Frauen sa\u00df. Aber sehen konnte ich sie nicht.<br \/>\u201eUnd drau\u00dfen turnt einer rum, den sie nicht in die Taverne lassen, weil er aussieht wie\u2019n Bettler.\u201c<br \/>Nun horchte ich wieder auf und entschuldigte mich und ging nach drau\u00dfen. Tats\u00e4chlich, da stand er.<br \/>\u201eGuten Abend, vai dom!\u201c<br \/>Gro\u00df, dunkel, mit einem Strohhut auf dem Kopf, der sein Gesicht fast v\u00f6llig bedeckte, weil die ausgefranste Krempe so weit ins Gesicht ragte. Die Kleider waren bestenfalls als Einfach zu beschreiben und er verstr\u00f6mte einen Geruch, der einfach nur als bestialisch bezeichnet werden konnte.<br \/>\u201eNein, nein. Nicht vai dom. Ich bin Corryn. Ein einfacher S\u00f6ldner.\u201c<br \/>\u201eIst gut, vai dom!\u201c<br \/>Ich kniff die Augen zusammen. Seltsam. Aber ein blitzendes Auge zwinkerte mich unter der Krempe an und somit geh\u00f6rte es wohl zur Tarnung. Grinsend wandte ich mich ab und lauschte dem unsinnigen Gebrabbel. Derek nannte er sich und bald schon kam ein gro\u00dfer blonder Mann herbei, der sich mit ihm unterhielt, w\u00e4hrend er dabei war eine Latrine zu graben. Wahrscheinlich, um sich den Aufenthalt in der Taverne leisten zu k\u00f6nnen.<br \/>\u201eGuten Abend!\u201c Der Heiler stand vor mir. Zusammen mit den beiden Frauen.<br \/>\u201eGeht es euch gut? War die Reise gut? Keine Gefahren?\u201c<br \/>Der Blonde kam immer wieder, schleppte Steine, verschwand um die Ecke\u2026 es gab nicht viel Zeit, um mich zu versichern, dass mit ihnen alles in Ordnung war.<br \/>\u201eAlles in Ordnung\u201c, erwiderte Finn, der Heiler. Ich nickte und fasste nach der H\u00fcfte der \u00e4lteren Frau. \u201eBei dir auch?\u201c fl\u00fcsterte ich.<br \/>Sie sah zu mir auf und l\u00e4chelte. \u201eAye.\u201c<br \/>\u201ePuck sagt, die schwarz gekleideten Gecken seien Aldarans.\u201c Es gab nicht viel Zeit f\u00fcr sch\u00f6ne Worte.<br \/>\u201eAldarans?\u201c Meine Frau sah mich an, dann glitt ihr Blick hin\u00fcber zu Derek. \u201eDas kann nicht sein. Ich w\u00fcrde sie kennen. Was ist mit dir?\u201c Sie stellte diese Frage dem jungen M\u00e4dchen mit dem Kind auf den Armen. Sie sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eKann nicht sein.\u201c<br \/>\u201eIch werde mich k\u00fcmmern\u201c, erwiderte ich.<br \/>\u201eIch rede mit Derek. Lenk Castamir ab.\u201c Der Heiler grinste und ich zuckte mit den Schultern. Irgendwas w\u00fcrde mir schon einfallen.<br \/>Drinnen stellte ich die beiden Gecken. \u201eVai domyn\u201c, gr\u00fc\u00dfte ich respektvoll. \u201ePuck trug mir zu, ihr k\u00e4mt von Aldaran?\u201c<br \/>Die beiden wechselten einen Blick. \u201eNein\u201c, erwiderte der eine mit dem Hut. \u201eKommen wir nicht.\u201c<br \/>Das verbl\u00fcffte mich. Entweder sie logen mir glatt ins Gesicht oder Puck log wie gedruckt. Aber sie sagten auch nicht, wo sie sonst herkamen. Seltsam\u2026<br \/>\u201eNun, ich dachte\u2026 Ihr seht, ich bin ein einfacher S\u00f6ldner, immer auf der Suche nach einer Anstellung f\u00fcr das Fr\u00fchjahr. K\u00f6nnt Ihr mich brauchen? Ich w\u00fcrd\u2019 bei euch anheuern.\u201c<br \/>Wieder tauschten sie einen Blick. Dann sch\u00fcttelte der mit dem Hut den Kopf, aber der andere antwortete. \u201eNein. Brauchen wir nicht.\u201c<br \/>In dem Moment kamen Merryl Castamir und sein lamentierendes Anh\u00e4ngsel an uns vorbei. Was mich daran erinnerte, sie abzulenken. Ich stellte Merryl ein Bein. Jeder sah es, jeder wusste, was ich tat. Merryl stolperte, hielt kurz inne, ging dann aber weiter, mich ignorierend.<br \/>\u201eAber das bringt mich zu etwas\u201c, fuhr der eine Geck fort. \u201eIhr wisst, wie man sich Comyn gegen\u00fcber verh\u00e4lt. Also h\u00f6rt auf mit diesen Beleidigungen!\u201c<br \/>Das machte mich mundtot. Nat\u00fcrlich wusste ich das. Ich war schlie\u00dflich selbst einer! Aber das d\u00fcrfte niemand erfahren. Unter anderen Umst\u00e4nden h\u00e4tte ich mein Schwert gezogen und das nicht auf mir sitzen lassen, aber jetzt konnte ich das kaum tun. Also schwieg ich und neigte nur zustimmend den Kopf. Sollte mir recht sein. Reish!<br \/>Also tappte ich zur\u00fcck zu meinem zugigen Platz und setzte mich wieder.<br \/>\u201eWen kennsten hier?\u201c fragte Ivan interessiert.<br \/>\u201eDen Barden\u2026 das da dr\u00fcben sind Castamirs.\u201c<br \/>\u201eSiehst nich gl\u00fccklich dar\u00fcber aus. Was is mit dem Barden?\u201c<br \/>\u201eEr ist wie ein falsches Kupferst\u00fcck. Sieht von au\u00dfen echt aus. Gl\u00e4nzt wie Kupfer, ist schwer wie Kupfer\u2026 aber wenn du an der Oberfl\u00e4che kratzt, ist er nichts weiter als ein minderwertiges St\u00fcck Blei.\u201c<br \/>\u201eUnd Castamir?\u201c<br \/>\u201eReden wir nicht dar\u00fcber.\u201c<br \/>Ivan zuckte mit den Schultern und besch\u00e4ftigte sich damit, sich nach den Preisen f\u00fcr die Grezali zu erkundigen. 100 f\u00fcr eine ganze Nacht. Soviel hatte ich noch nicht mal in meinem Beutel dabei! Aber er musste sich ja auch immer gleich die j\u00fcngste und sch\u00f6nste aussuchen. F\u00fcr einen S\u00f6ldner mochte die \u00e4ltere auch hinreichend gen\u00fcgen. Ich sagte es ihm, aber er grunzte nur.<br \/>Es dauerte eine Weile und es fielen noch ein paar nicht b\u00f6se gemeinte Frotzeleien zwischen uns, da fiel mein Blick auf meine Frau. Sie sa\u00df auf der Bank, trank Shallan und neben ihr der blonde Steineschlepper von vorhin. Er verschluckte sich an seinem Bier, r\u00f6chelte, hustete. Er lief so rot an, dass ich den Eindruck hatte, gleich die n\u00e4chste Leiche betrachten zu m\u00fcssen. Aliciane holte weit aus und schlug ihm auf den R\u00fccken. Einmal, zweimal\u2026 es schien zu helfen. Er bekam wieder Luft.<br \/>Sie begannen sich zu unterhalten. Er dankte ihr. Sie l\u00e4chelte.<br \/>Ich runzelte die Stirn.<br \/>Dann sah sie ihn liebevoll an.<br \/>Meine Hand glitt zu meinem Becher.<br \/>Dann begann sie pl\u00f6tzlich ohne Vorwarnung seine Schultern zu massieren.<br \/>Ich haute den Becher immer wieder auf den Tisch. Laut. Immer lauter. Rhythmisch.<br \/>Ivan sah mich an, als h\u00e4tte ich nicht mehr alle Tassen beisammen.<br \/>Dann stand sie auf und ging mit dem Knilch hinaus.<br \/>Die Wut staute sich in meinem Hals. Ich sprang auf.<br \/>\u201eEntschuldige mich!\u201c<br \/>\u201eSchon wieder?!\u201c<br \/>Aber ich erwiderte nichts, sondern st\u00fcrmte den beiden nach. Zu sp\u00e4t. Sie waren nirgends zu sehen.<br \/>Derek, sa\u00df in einer Ecke. Ich hatte ihn gar nicht gesehen. Der Heiler kniete \u00fcber ihm. \u201eAliciane ist weg!\u201c raunte ich ihm zu.<br \/>\u201eWas?\u201c<br \/>\u201eSie ist weggegangen.\u201c Nun musste ich die Worte hinauspressen. \u201eMit dem Latrinengr\u00e4ber.\u201c<br \/>\u201eNicht wahr!\u201c<br \/>Ich stemmte die Fersen in den weichen Schnee. \u201eDoch!\u201c knurrte ich.<br \/>Ich begann zu laufen, um die Taverne herum. Zum Pferdestall. Da! An der Mauer!<br \/>Sie k\u00fcssten sich versonnen!<br \/>\u201eAUSEINANDER!\u201c br\u00fcllte ich. Ich sprang herbei, zerrte am Arm meiner Frau, kochte vor Wut. \u201eNein! Nein!\u201c rief sie. \u201eIch liebe ihn! Lass mich!\u201c<br \/>\u201eDu\u2026 WAS? Hierher mit dir!\u201c<br \/>Der Blonde\u2026 nennen wir ihn lebensm\u00fcder W\u00fcstling\u2026 besa\u00df die Dreistigkeit mir gut zuzureden. Aldones, der hatte Gl\u00fcck, dass ich ihn am Leben lie\u00df. Aber auch nur weil er keine Waffe in der Hand hatte und ich keinen wehrlosen Mann einfach mit dem Schwert durchbohrte. ICH besa\u00df Moral\u2026 zuviel wie es schien. Denn meinem Gegen\u00fcber ging diese scheinbar v\u00f6llig ab.<br \/>\u201eVerschwinde und komm mir nicht zu nahe! Ihr auch nicht!\u201c zischte ich.<br \/>\u201eHILFE! Mein Liebster! Ich will zu dir!\u201c Aliciane kreischte und ich rechnete jeden Moment damit, dass ein ganzer Pulk an Leuten aus der Taverne gest\u00fcrmt k\u00e4me, um die arme Frau aus den H\u00e4nden des \u00fcblen S\u00f6ldners zu befreien. Ich h\u00e4tte wohl nicht viel Zeit, um glaubhaft verst\u00e4ndlich zu machen, dass es sich um meine Frau handelte und ich alles Recht hatte, den lebensm\u00fcden W\u00fcstling in die Flucht zu schlagen. Oder Schlimmeres.<br \/>\u201eIch will zu ihm!\u201c<br \/>Pl\u00f6tzlich stand Fionn neben mir. Ich trat zur Seite, w\u00e4hrend er einen Arm um meine Frau schlang. \u201eSchschhh\u2026\u201c machte er und t\u00e4tschelte ihren R\u00fccken. Ihr Schluchzen war zum Steinerweichen. Ich f\u00fchlte einen dicken Klo\u00df im Hals.<br \/>\u201eWas redest du da! Du liebst nur einen Mann!\u201c Fionn versuchte es mit guten Worten. Ich war immer noch so w\u00fctend, dass ich ihr am liebsten zwei Ohrfeigen gegeben h\u00e4tte, um sie wieder zur Besinnung zu bringen. Aber ich hatte noch nie eine Frau geschlagen und w\u00fcrde jetzt nicht damit anfangen. Ich trat ein paar Steine aus dem Weg.<br \/>\u201eIch liebe nur\u2026\u201c Sie stockte, hustete und heulte weiter.<br \/>\u201eAldones! Ich bring den um!\u201c knurrte ich weiter und w\u00e4re auch schon weg gewesen, wenn sich Aliciane nicht pl\u00f6tzlich nach vorn gebeugt und \u00fcbergeben h\u00e4tte.<br \/>Sie kotzte sich tats\u00e4chlich die Seele aus dem Leib und ich stand ein wenig bedr\u00f6ppelt daneben und konnte nichts weiter tun, als ihr das Haar aus dem Gesicht zu halten. Was ich heldenhaft tat, auch wenn der Geruch mir selbst die Galle hochtrieb.<br \/>Dann entspannte sie sich, rappelte sich auf und sah erst mich, dann Fionn fragend an. \u201eWas?\u201c<br \/>\u201eWessen Frau bist du?\u201c fragte Fionn ernst. \u201eWen liebst du?\u201c<br \/>\u201eCorran\u201c, fl\u00fcsterte sie schwach. Dann sank sie an meine Brust und weinte. Ich strich ihr ein wenig hilflos \u00fcber den Kopf. Alles schien wieder normal. Aber\u2026<br \/>\u201eWas war das?\u201c fragte ich Fionn \u00fcber Alicianes Kopf hinweg.<br \/>Er zuckte mit den Schultern. \u201eHast du irgendwas gegessen oder getrunken?\u201c<br \/>\u201cShallan\u201c, erwiderte sie. \u201eUnd Fischpastete.\u201c<br \/>Ich rollte mit den Augen. Fischpastete. Aber dann ging mir auf, auf was Fionn hinauswollte. \u201eDu glaubst irgendwo war was drin?\u201c fragte ich.<br \/>Er nickte. \u201eWir sollten ab sofort vorsichtig sein mit dem was wir essen.\u201c<br \/>\u201eGut.\u201c Ich bog den Kopf zur\u00fcck. \u201eGeht es dir jetzt wieder besser?\u201c<br \/>Aliciane l\u00e4chelte ein wenig. \u201eAye.\u201c<br \/>\u201eGut, dann gehen wir zur\u00fcck.\u201c<br \/>\u201eEs ist mir\u2026 peinlich.\u201c<br \/>\u201eDu konntest nichts daf\u00fcr.\u201c Aber ich verstand sie. Ihr Stolz hatte gelitten. Sie, die hochadelige Dame hatte mit einem dahergelaufenen Streuner gez\u00fcngelt. Ja, wahrscheinlich ging es ihr noch viel mehr gegen den Strich als mir.<br \/>\u201eHe! Vai dom!\u201c Derek. Es war schon sp\u00e4t und mein Kopf raste vor lauter Kleinigkeiten, die sich nicht so recht zusammensetzen wollten. Ich sah die Castamirs, die sich mit den Aldarans, die keine Aldarans waren, verschw\u00f6rerisch durch die Taverne bewegten und ich hatte das Gef\u00fchl, dass da Dinge an mir vorbei gingen, die \u00e4u\u00dferst wichtig waren.<br \/>\u201eJa?\u201c<br \/>\u201cIch muss etwas unter vier Augen mit euch besprechen.\u201c Zuvor schon hatten wir einen stillen Moment abgepasst und uns alle zusammen im Zimmer des Heilers getroffen. Nun aber standen wir im Eingang der Taverne. Jeden Moment k\u00f6nnte einer heraustreten.<br \/>\u201eIn Ordnung\u2026\u201c<br \/>Ich sah mich um, doch wir waren tats\u00e4chlich allein.<br \/>\u201eJoric bat mich Euch etwas auszurichten, vai dom, Mestru.\u201c<br \/>Ich spitzte die Ohren. Das war wahrscheinlich wichtig.<br \/>\u201eDerek, sagte er, im Augenblick der gr\u00f6\u00dften Not soll er sagen \u2026.\u201c Verdammt, warum musste er so fl\u00fcstern? Ich verstand kaum etwas, nur einen Namen\u2026 einen mir wohlbekannten Namen. Der Name, unter dem Derek eigentlich bekannt war.<br \/>\u201e\u2026 von Aldaran\u2026.er\u2026. Joric von\u2026\u201c<br \/>Das war alles. Ich wollte ihn bitten es noch einmal zu wiederholen, aber da kam jemand herein und es ging nicht. Mit einem mulmigen Gef\u00fchl im Bauch wandte ich mich ab und schlich zur\u00fcck in die Taverne. Doch lange hielt es mich dort nicht. Ivan und ich lie\u00dfen uns das Zimmer zeigen, um endlich unsere Sachen sicher aufbewahren zu k\u00f6nnen. Oben angekommen, hatte ich den Entschluss gefasst mich vor ihm zu offenbaren.<br \/>\u201eDu hast dich gewundert, warum ich alle hier kenne.\u201c<br \/>\u201eHm, joar\u201c, meinte er.<br \/>Ich schluckte. \u201eDas mag daran liegen, dass Comyn sich untereinander kennen und ich schon weit herumgekommen bin.\u201c<br \/>\u201eComyn?\u201c Nun bekam er gro\u00dfe Augen. Unsicherheit flackerte darin auf.<br \/>\u201eIch biete die eine Anstellung, Ivan. Einen sicheren Sold. Nicht nur f\u00fcr eine Saison.\u201c<br \/>\u201eMoment! Was soll das?\u201c Ivan wich weiter zur\u00fcck.<br \/>\u201eJa\u2026 mein Name ist nicht Corryn. Sondern Corran. Corran di Asturien. Ich bin Lord von GreenScarp. Und ich kann M\u00e4nner wie dich gut brauchen. Aber nur, wenn sie loyal sind. Was ist? Interesse?\u201c<br \/>\u201cComyn, hm?\u201c Er musterte mich von oben bis unten.<br \/>\u201eAye. Der Heiler da unten ist mein Friedensmann. Das M\u00e4dchen mit dem Kind seine Frau und sein Ziehsohn. Die andere ist mein Weib.\u201c<br \/>Seine Augen leuchteten. \u201eDeshalb bist du raus gerannt.\u201c<br \/>Ich nickte. \u201eGenau deshalb.\u201c Die Wut kam zur\u00fcck. Noch hatte ich den Blonden nicht mehr gesehen. \u201eAlso?\u201c<br \/>Er dachte eine Weile nach, dann nahm er mein Angebot an. Gut, ein weiteres Schwert, das in der Not helfen konnte. Wir gingen nach drau\u00dfen, um unseren Packt mit einem Bier zu besiegeln, als ich einen Tumult am Tor wahrnahm. Ohne zu Z\u00f6gern lief ich los, rannte\u2026 stolperte\u2026 und fiel.<br \/>Dunkelheit um mich herum und Schmerzen. Ich sp\u00fcrte meine Nase kaum, mein Oberk\u00f6rper war eine einzige schmerzende Masse. Ich rappelte mich auf, schwankte und sp\u00fcrte helfende H\u00e4nde\u2026 nichts gebrochen, nichts verletzt. Nur ein paar schmerzende Glieder, nichts weiter.<br \/>Aber ich f\u00fchlte mich au\u00dfer Gefecht gesetzt und bekam nur noch am Rande mit, dass Castamir sich sehr f\u00fcr Derek zu interessieren begann und ihn sogar unter einen Wahrheitszauber setzte, bei dem er aber nichts Wichtiges verriet. Irgendwas hatte er mit sich gemacht. Unser guter Lord Aldaran hatte sich sprichw\u00f6rtlich au\u00dfer Gefecht gesetzt. \u201eNicht schlagen! Vai dom, Mestru!\u201c<br \/>Sein Geist schien vor sich hin zu d\u00e4mmern. Er wurde vollends zu Derek und lie\u00df den Aldaran hinter sich. Vielleicht hatte der alte Fuchs mit so etwas gerechnet und Vorsichtsma\u00dfnamen getroffen. Ja, vielleicht war es das. Und wahrscheinlich hatte das, was er mir zuvor zugefl\u00fcstert hatte, etwas damit zu tun. Ich sagte Fionn, dass ich mich nicht mehr gut erinnerte und lieber ins Bett gehen sollte. Schlie\u00dflich w\u00fcrde uns wahrscheinlich noch ein langer Tag bevorstehen. Der Schneesturm wurde schlimmer statt besser und alles zusammengenommen, hatten auch unsere Probleme zugenommen.<br \/>Merryl Castamir, der dem Hastur mit Sicherheit berichten w\u00fcrde, wen er hier angetroffen hatte. Yarid, der mich ebenfalls kannte und mit dem ich im Grunde noch eine Rechnung offen hatte. Die Verbannung sollte ihn schlie\u00dflich eher vor mir retten, als mich vor weiteren Verr\u00e4tereien.<br \/>Unser Vorhaben war uns entglitten. Auf seltsame Weise hatte es sich beschleunigt, aber es war gef\u00e4hrlicher, unkontrollierbarer geworden.<br \/>Zudem wimmelte es vor seltsamen Vorkommnissen und was das Schlimmste war\u2026 in der Nacht tr\u00e4umte ich schlecht.<br \/>Es war kein normaler Alptraum, nein. Es war eine der schlimmsten \u00c4ngste\u2026 hingerichtet, auf Hasturs Befehl. Weil ich zu viel liebte\u2026<br \/>Ich schlief schlecht und sah mich umringt von dunklen Schattengestalten.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen begann mit einem pelzigen Geschmack auf der Zunge und einem Dr\u00fccken hinter den Augen, von dem ich annahm, dass es den ganzen Tag nicht mehr weggehen w\u00fcrde. Ich f\u00fchlte mich miserabel und auch ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck konnte diesen Zustand nicht unbedingt besser machen.<br \/>Der Alptraum hatte mir sehr zu schaffen gemacht, aber nun war es Tag und ich versuchte ihn abzusch\u00fctteln wie einen l\u00e4stigen K\u00e4fer.<br \/>Aber eine Sache war mir klar\u2026 hier geschah etwas, das mir nicht gefiel und das zudem noch gef\u00e4hrlich war. Ich wollte weg, aber ein Blick hinaus auf das Wetter machte mir deutlich, dass daran nicht einmal zu denken war. Keiner konnte da drau\u00dfen lange \u00fcberleben. Keiner\u2026<br \/>In Anbetracht der Lage wollte ich so nah wie m\u00f6glich an Fionn und den Frauen bleiben, deshalb lie\u00df ich ihn bezahlen, als die Maid mit etwas zu Trinken kam.<br \/>\u201eMein Auftraggeber zahlt!\u201c<br \/>Ich streute mit sorgsam gew\u00e4hlten Worten das Ger\u00fccht, dass er mich und Ivan angeheuert hatte. Schutz konnte hier wahrlich jeder brauchen. Vor allem, wenn man ein Kind dabei hatte.<br \/>Doch kaum hatte ich die H\u00e4nde um die hei\u00dfe Tasse Jaco gelegt (oh, ein Getr\u00e4nk ganz nach meinem Geschmack und genau das richtige, um mich ein wenig zu bes\u00e4nftigen mit der allgegenw\u00e4rtigen Misere), da durchdrang auch schon der m\u00e4dchenhaft hohe Schrei des kleinen Castamir die Gaststube. Ich fluchte laut auf alle Castamirs dieser Welt und stand alsbald mit gez\u00fccktem Schwert auf beiden Beinen.<br \/>Nur um festzustellen, dass der Knabe schlecht tr\u00e4umte!<br \/>\u201eKleiner Bastard\u201c, brummte ich und lauschte dem Gebrabbel, das er von sich gab. Sie brachten ihn zur\u00fcck auf sein Zimmer und Aliciane, die neben mir stand raunte: \u201eEine Frau sollte sich um ihn k\u00fcmmern. Jemand, der eine Mutter ist und zu tr\u00f6sten versteht.\u201c<br \/>\u201eDoch nicht du?!\u201c fragte ich sie entgeistert.<br \/>\u201eDoch ich, Corran! Vergiss mal diese ganze Erzfeind hier und Erzfeind da Sache! Wir brauchen alle Hilfe hier!\u201c<br \/>Ich sah sie ein wenig zerknirscht an. Sie hatte ja recht. Gewisserma\u00dfen.<br \/>\u201eGut\u2026 aber ich gehe au\u00dfen rum.\u201c<br \/>Das tat ich auch und vor dem Zimmer des kleinen Castamir trafen wir wieder zusammen. Sie klopfte und wurde eingelassen, aber nur, um dann wieder von Merryl herausgedr\u00e4ngt zu werden. Da standen wir uns nun gegen\u00fcber. Lord von GreenScarp und Friedensmann von Jerome Hastur mit castamirschem Blut. Wir hassten uns\u2026 wir verabscheuten die Familie des anderen. Es war eine lang gepflegte und gehegte Feindschaft.<br \/>\u201eIch brauche Eure Hilfe.\u201c<br \/>Mir blieb vor \u00dcberraschung der Mund offen stehen. Da stand er und bat mich um Hilfe!<br \/>H\u00e4tte ich das fertig gebracht, wenn einer meiner Anverwandten danieder l\u00e4ge?<br \/>Ich versp\u00fcrte Hochachtung und war verwirrt, weil das scheinbar nicht passte.<br \/>Er, der durchaus sah, wie sich auch der Hauch von Triumph in meine Augen schlich, fuhr ruhig und gelassen fort. Nur gemeinsam w\u00fcrden wir es schaffen. Nur als Gruppe konnten wir bestehen gegen was auch immer hier vor sich ging.<br \/>Ich verlangte von ihm zu wissen, wer die gutgekleideten Gecken waren mit denen er am gestrigen Abend Derek befragt hatte. Haldar, erwiderte er. Nedestri - S\u00f6hne, nichts wichtiges. Ich nickte und strich die beiden von der Liste der potentiellen Gefahren. Vielleicht ein wenig voreilig, aber ich musste ausw\u00e4hlen.<br \/>Am Ende erkl\u00e4rte ich mich bereit, diese Allianz einzugehen. F\u00fcr die Dauer des Aufenthaltes. Ich gab ihm jedoch nicht die Hand darauf. Aliciane schon\u2026 Frauen!<br \/>Lyondri war bald wieder auf den Beinen, blass zwar, aber gut beisammen und als wir alle wieder im Schankraum waren, setzte er sich mit seinem Bruder in die Nische und unterhielt sich mit ihm. Bald darauf trafen mich sengende Blicke. Aha, da wurde also scheinbar enth\u00fcllt, was es mit meiner Identit\u00e4t auf sich hatte.<br \/>Aus den sengenden Blicken wurden dann urpl\u00f6tzliche Blitze, die durch den Raum z\u00fcngelten. Ich schrak zusammen wie ein junges Schaf und sch\u00fctzte meine Frau, aber niemand wurde getroffen. Aldones!<br \/>Die Blitze, das Wetter\u2026 schlie\u00dflich setzten sich auch in meinem Kopf die St\u00fccke zusammen und Fionn best\u00e4tigte mir letztendlich die Vermutung. Der kleine Castamir war ein Zuchtobjekt wie ich. Er tat mir leid\u2026 ich wusste nur zu gut, wie es sich anf\u00fchlte.<br \/>Also sa\u00df ich da und f\u00fchlte mich wie ein eingesperrter Catamount. Ich konnte nichts tun\u2026 nur da sitzen und K\u00f6rner essen, Bier trinken und warten.<br \/>Dann war da dieser Puck\u2026 \u201eEr hat einen Stein!\u201c Ivan. Wie von Sinnen zerrte er an Puck. \u201eGib mir den Stein!\u201c<br \/>Ich sprang auf und zerrte an Ivan. \u201eHe, lass ihn! Beruhig dich, Mann!\u201c<br \/>\u201eGib mir den Stein!\u201c<br \/>Das Gerangel wurde wilder, ich zog und zerrte mit aller Kraft an Ivan und pl\u00f6tzlich\u2026 Stille. W\u00e4hrend um mich herum das Chaos tobte, war in meinem Kopf Stille. Ich sp\u00fcrte Fionn nicht mehr!<br \/>Rasend lie\u00df ich von Ivan ab. Sollten sich andere um ihn k\u00fcmmern. Ich st\u00fcrmte auf Fionn zu, nur sehend, wie Yarid sich um ihn k\u00fcmmerte. \u201eNein!\u201c knurrte ich. \u201eLass ihn.\u201c Aber meine Worte blieben ungeh\u00f6rt.<br \/>\u201eCorran!\u201c<br \/>Hin und her! Hier konnte ich nichts tun. Was war mit Fionn? Andere sahen auch sehr bleich aus.<br \/>Der Stein! Ivans ungew\u00f6hnliches Verhalten. Es hatte mit Puck zu tun!<br \/>\u201eGib mir diesen Stein!<br \/>Ich sprang auf, bereit alles an mich zu bringen, was uns helfen konnte. Ich konnte nichts mit seltsamen Dingen anfangen und im Zusammensetzen von Puzzeln war ich auch nicht zu gebrauchen, aber ich konnte sehr wohl mit roher Gewalt handeln. Und ich wollte diesen Stein! Puck war nun in der K\u00fcche und ich trat auf ihn zu, doch Oberon befahl mir, mich zur\u00fcckzuziehen. Ich ignorierte ihn und pl\u00f6tzlich durchzuckte ein Schmerz meinen Sch\u00e4del. Ich ging zu Boden und Schwarz wurde es vor meinen Augen\u2026.<br \/>Ich kam zu mir, den Kopf in Fionns Scho\u00df. Merryl lag halb auf mir und Lyondris Augen verrieten, dass er es bereute mir nicht die Kehle aufgeschnitten zu haben, w\u00e4hrend ich hilflos schlief.<br \/>M\u00fchsam rappelte ich mich auf. \u201eEs geht mir gut.\u201c Es war nicht schlimmer als der Sturz am gestrigen Abend, nur tat mir jetzt nicht nur der K\u00f6rper weh, sondern auch mein Sch\u00e4del. Oberon hatte mit einem Hammer zugeschlagen und im Grunde h\u00e4tte mich das umbringen k\u00f6nnen.<br \/>Aber der Stein war nun unser und ich betrachtete ihn. Blau war er, unvollkommen. Er war zerbrochen und ich wusste, wo ein Teil war, da musste es auch noch mehr geben. Irgendwie war mir klar, dass dieser Stein des R\u00e4tsels L\u00f6sung war. Kalt kroch mir die Angst den R\u00fccken hinauf. Ich hasste Zauberei. Ich fand mich damit ab, weil es auch n\u00fctzliches damit zu tun gab, Fionn lehrte es mich ab und an, aber all der Wahn und das B\u00f6se, das daraus entstand\u2026 man konnte sich nicht wehren, nicht dagegen k\u00e4mpfen. Zumindest nicht so, wie ich es bevorzugte.<br \/>Ich konnte kaum mit einem gez\u00fcckten Schwert vor dem Stein stehen und ihn anbr\u00fcllen. Er w\u00fcrde dadurch weder heil werden, noch sich vor meinen Augen aufl\u00f6sen.<br \/>Dazu brauchte es andere Waffen und die zu f\u00fchren, war nicht meins.<\/p>\n<p>Fionns war es. Normalerweile. Nun aber er st\u00fcrmte panisch an mir vorbei\u2026 wie von einem der Blitze getroffen. Er wollte fort. Er redete auf die Frauen ein, lie\u00df sich nicht beruhigen\u2026 ich folgte ihm auf das Zimmer, zerrte an ihm, wie zuvor an Ivan. Aber er war von Angst erf\u00fcllt.<br \/>Ich hielt ihn und er brach an meiner Brust zusammen. Schluchzend\u2026 ich barg ihn und tat etwas, das ich schon viel fr\u00fcher h\u00e4tte tun sollen. Ich streckte meine Barrieren und gab ihm Ruhe und Stille. Er beruhigte sich sofort.<br \/>\u201eAlles in Ordnung?\u201c<br \/>\u201cWas\u2026?\u201c<br \/>Ich l\u00e4chelte. \u201eBarrieren wie Felsgestein haben hin und wieder etwas f\u00fcr sich.\u201c<br \/>Er nickte dankbar und ich war froh, doch noch etwas beigetragen zu haben. Wenn ich schon nur herumstand und zugucken konnte.<\/p>\n<p>Also, was hatten wir? Einen Stein und jede Menge Fragen\u2026 Angst. Ja, davon hatten wir alle genug. Eine Allianz mit Castamir\u2026 hervorragend.<br \/>Und wir hatten einen Lord Aldaran, der nicht so recht wusste, wer er eigentlich war.<br \/>Rakhaila war es, die schlie\u00dflich auf mich zu trat. \u201eDu kannst ihn wieder zu dem machen, der er war\u201c, sagte sie und sah zu mir auf.<br \/>\u201eIch wei\u00df es nicht\u201c, gab ich zu. \u201eWas, wenn ich mich irre?\u201c<br \/>\u201eWir m\u00fcssen es versuchen.\u201c<br \/>Also gingen wir und suchten Derek. Wir fanden ihn im tiefsten Schnee stehend, vor dem Kupferkessel.<br \/>Ich ging auf ihn zu. \u201eDerek?\u201c<br \/>\u201eJa, vai dom! Nicht schlagen!\u201c<br \/>Grinsend wandte ich mich zu Rakhaila. \u201eDarf ich das nicht noch ein wenig auskosten?\u201c<br \/>Ein b\u00f6ser Blick traf mich.<br \/>\u201eSchon gut, schon gut!\u201c<br \/>Also trat ich n\u00e4her und sagte fest: \u201eJoric von Aldaran, du BIST Joric von Aldaran.\u201c<br \/>Vorbei war es mit Derek. Vorbei mit dem stinkenden Bettler, dem keiner ein Bett anbieten wollte. Er kippte zur Seite in den Schnee und blieb liegen. Rakhaila st\u00fcrzte vor, ich beugte mich ebenfalls nieder und schon schlug er die Augen auf.<br \/>\u201eJoric?\u201c<br \/>Es dauerte ein paar Herzschl\u00e4ge, dann antwortete er. \u201eJa.\u201c<br \/>\u201eWir bringen dich hinein. Du solltest dir ein paar bessere Sachen anziehen.\u201c<br \/>Er lie\u00df es geschehen und w\u00e4hrend er sich umzog, ging ich zur\u00fcck in die Taverne. Wieder konnte ich nur da sitzen und warten\u2026 unseeliges Warten.<\/p>\n<p>Bis ein Ger\u00fccht an mein Ohr drang. Woher es kam wei\u00df ich nicht mehr zu sagen, aber jemand sagte, dass all das mit mir zu tun habe. Mein Laran\u2026 es ging um Angst. Angst, die t\u00f6tete. Ich erinnerte mich an meinen Albtraum, denn mittlerweile war klar, dass ich nicht der einzige war, der einen gehabt hatte. Und in allen Tr\u00e4umen hatte es die gleichen Wesen gegeben.<br \/>Lyondri, der in seinem Traum immer wieder die \u201eMacht Asturiens\u201c erw\u00e4hnt hatte.<br \/>Herr des Lichts! Ich war es!!<br \/>Ich sprang auf und rannte hinauf. Es gab etwas zu tun. Ich musste nicht nur da sitzen und abwarten. Ich d\u00fcrfte nicht abwarten! Ich musste weg. Nur weg\u2026 Weit weg. Und wenn das Laran herausbrach, dann d\u00fcrfte es niemanden treffen. Wenn, dann nur mich selbst. Ich raffte und packte alles zusammen, was ich finden konnte. Ich griff nach meiner Decke, nach dem sahnigen Firi, der mich w\u00e4rmen w\u00fcrde in der K\u00e4lte\u2026<br \/>Pl\u00f6tzlich stand Fionn vor mir, das Gesicht von Entsetzen gezeichnet. \u201eWas tust du?\u201c<br \/>\u201eIch muss weg. Weg! Ihr werdet alle sterben, wenn ich hier bleibe!\u201c<br \/>\u201eWas redest du da? Das ist Bl\u00f6dsinn!\u201c<br \/>Ich h\u00f6rte nicht auf ihn, sondern packte weiter, k\u00e4mpfte mit den Schnallen.<br \/>\u201eCorran, du wirst sterben, wenn du da rausgehst!\u201c<br \/>Da standen auch Rakhaila und Aliciane im Zimmer. Ich sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eWenn ich bleibe, sterbt ihr! Das Kind! Willst du, dass das Kind stirbt? Da gehe ich lieber hinaus und sterbe im Schnee!\u201c<br \/>\u201eIch kann dich sch\u00fctzen!\u201c Pl\u00f6tzlich schien es Fionn egal\u2026 er kam ganz nah und zwang mich ihn anzusehen. \u201eDu kannst nicht gehen. Du musst uns sch\u00fctzen!\u201c<br \/>Ich schluckte schwer. \u201eIch kann dein Laran lenken. Ich kann es\u2026 Au\u00dferdem sind wir schon so nahe dran! Ich glaube, ich wei\u00df was das alles bedeutet!\u201c<br \/>Ich holte tief Luft. \u201eBis zum Abend bleibe ich. Aber wenn die Nacht hereinbricht und wir immer noch dumm hier stehen, dann gehe ich.\u201c<br \/>Ich lie\u00df mich davon nicht abbringen. Stur wie ein Oudrakhi, wenn ich es wollte. Alle hier wussten es. Ich w\u00fcrde mich an das Wort halten\u2026<br \/>Fionns Augen waren feucht, so verzweifelt war er. Meine waren nicht minder von Tr\u00e4nen \u00fcberschwemmt. Angst, Hilflosigkeit\u2026 ich wusste um meine Macht.<br \/>Aldones! Ich hatte lange genug damit gelegt und bereits gesehen und gef\u00fchlt, was sie anrichten konnte.<br \/>\u201eWenn es passiert, dann bringe ich mich um. Ich will, dass ihr das wisst.\u201c<br \/>Castamir nahte\u2026 Ich wandte mich ab, wischte mir \u00fcber die Augen und beruhigte mich.<br \/>Aber Merryl war es nicht, der mich scherte. Nat\u00fcrlich wollten sie wissen, was los war. Ich kam nicht umhin es anzudeuten und es war Lyondri, dessen Augen sich umw\u00f6lkten.<br \/>Ich fixierte ihn und lie\u00df ihn nicht aus den Augen. \u201eAye, mein junger Castamir\u2026 sieh mich an. Merkst du es? Es gibt keinen gro\u00dfen Unterschied zwischen uns beiden. Du bist wie ich.\u201c<br \/>Ich konnte sehen, wie er rebellierte. \u201eIch bin nicht wie IHR!\u201c schrie er laut.<br \/>Ich blieb ruhig und nickte nur. \u201eOh doch. Gezeugt, um als Waffe zu enden. In einem Krieg, bei dem keiner mehr wei\u00df, warum er \u00fcberhaupt gef\u00fchrt wird.\u201c<br \/>\u201eIch bin nicht wie Ihr! Aber Ihr seid der Grund, warum ich das alles erleiden muss!\u201c<br \/>\u201eAye\u2026\u201c Das mochte stimmen. Er tat mir leid. Weil ich genau wusste, wie er f\u00fchlte. \u201eAber du kannst etwas \u00e4ndern, junger Castamir.\u201c<br \/>(An dieser Stelle m\u00f6chte ich einf\u00fcgen, dass ich mich kurzzeitig dazu verleitet f\u00fchlte das Wort \u201ePadavan\u201c einflie\u00dfen zu lassen. Aber das ginge dann doch zu weit\u2026)<br \/>\u201eDu musst nicht dem gleichen Weg folgen, den ich ging. Du musst nicht das erf\u00fcllen, weswegen du gezeugt wurdest. Ich hatte keine Wahl. Zumindest dachte ich das und ich tat, was man mir befahl. Aber du\u2026\u201c<br \/>Er funkelte mich an, aber ich merkte, dass das Saatkorn gepflanzt war. Aber ich f\u00fchlte keinen Triumph, weil Castamirs Waffe es sich vielleicht anders \u00fcberlegte. Nein, in diesem Moment ging es mir nur um den jungen Mann, der auf die gleiche Weise litt, wie ich einst. Oder vielmehr, immer noch tat\u2026 Seht mich doch an! Die Sachen packend und fliehend\u2026 weil ich mir selbst nicht entkommen konnte.<br \/>Wenn ich Lyondri vor einem solchen Schicksal bewahren konnte, sollte es mir egal sein, welcher Familie er entstammte.<br \/>Merryl, der sp\u00fcrte, dass seinem Bruder alles zu viel schien, schritt ein. \u201eDer Grund, warum wir kamen ist der\u2026 sie haben unten etwas gefunden. Einen Zettel\u2026.\u201c<\/p>\n<p>Die Schrift kannte keiner von uns. Dennoch konnte sie entziffert werden und der \u201eZettel\u201c barg die Legende um den Stein, welchen wir gefunden hatten. Er w\u00fcrde das Dunkel bannen k\u00f6nnen. Denn einst zerbrach, was zusammen geh\u00f6rte und aus Licht wurde Dunkelheit, aus Hoffnung Angst\u2026 immer k\u00e4lter wurde die Furcht und sie krampfte sich wie eine Faust um meinen Magen. Herr des Lichts, steh uns bei. Der Abend brach bereits herein. Es wurde immer dunkler da drau\u00dfen.<br \/>Meine Satteltaschen lagen gepackt vor der T\u00fcr. Ich k\u00f6nnte jeden Moment aufbrechen. Auch wenn es mir leid tat, um meinen edlen Hengst\u2026 er w\u00fcrde fr\u00fcher oder sp\u00e4ter genauso verenden wie ich auch. Aber das war nur ein kleiner Preis, um das Leben der Menschen hier zu retten.<br \/>Ich war noch in diese selbstzerst\u00f6rerischen Gedanken versunken, als Fionn auf mich zukam. \u201eDu hast den Zettel gelesen\u2026 es geht nicht um dich. Du bist es nicht.\u201c<br \/>Ich wollte das so gern glauben. Die G\u00f6tter m\u00f6gen es bezeugen, ich versuchte es! Aber es gelang mir nicht wirklich.<br \/>Fionn ging kopfsch\u00fcttelnd und k\u00fcmmerte sich um den Stein, genauso wie die Teile, die mittlerweile gefunden worden waren. Ich hatte so wenig dazu beigetragen. Gar nichts, um Grunde.<br \/>Wenn man Dinge dadurch finden k\u00f6nnte, indem man sich in die Mitte eines Raumes stellt, das Schwert reckt und laut br\u00fcllt, ich h\u00e4tte die gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4tze der Welt um mich geschart. Aber so ging es nicht und so war ich zum Nichtstun verdammt.<br \/>Nichtstun, bis Lyondri kam.<br \/>\u201eWie habt Ihr gelernt es zu beherrschen?\u201c fragte er. Wir wussten beide, wovon er sprach.<br \/>\u201eIch habe Barrieren um mich gelegt, die st\u00e4rker sind als die Mauern Aldarans.\u201c<br \/>Er sah mich verbl\u00fcfft an. \u201eDas geht?\u201c<br \/>\u201eNat\u00fcrlich.\u201c<br \/>\u201eWie habt ihr das gelernt?\u201c<br \/>\u201cIch habe viele Jahre lang nichts anderes getan. Ich habe das Laran nicht ausgebildet, wie du. Nichts von dem, was ich besitze. Man sagt, ich sei m\u00e4chtig und k\u00f6nnte viel erreichen, aber ich tue es nicht\u2026 Mauern sind besser.\u201c<br \/>\u201eMan ist einsam, nicht wahr?\u201c<br \/>\u201cSehr\u201c, nickte ich.<br \/>\u201eKann ich es lernen?\u201c<br \/>Ich hob das Kinn und sah ihn an. \u201eAye.\u201c<br \/>\u201eWie?\u201c<br \/>Ich z\u00f6gerte. \u201eAlles was ich dir anbieten kann, ist zu mir zu kommen. Dann lehre ich es dich.\u201c<br \/>Er lachte und stand auf, um zu gehen. Wir beide wussten, dass das niemals geschehen w\u00fcrde.<br \/>Sie bauten ein Gitter\u2026 soviel verstand ich. Ich sah zu, schnitt Draht\u2026 das war alles was ich tun konnte.<br \/>Fionn setzte den Stein zusammen, aber es fehlten so viele Teile.<br \/>\u201eWarum sollten sie gerade hier sein?\u201c<br \/>\u201eSie m\u00fcssen hier sein! Nur wo?!\u201c<br \/>Die Gespr\u00e4che drehten sich kaum um etwas anderes. Ich sa\u00df an einem Tisch mit Yarid Ruyven und aller Zwist war vergessen. Ich traute ihm vielleicht nicht, aber er wusste zumindest was er tat und er k\u00e4mpfte um sein eigenes Leben. Wie wir alle. Gemeinsam w\u00fcrden wir es schaffen, soviel war klar.<br \/>An einem solchen Ort blieb kein Platz f\u00fcr Hass oder kleinliche Streitigkeiten. Hier war alles vergessen, man k\u00e4mpfte zusammen. Jeder mit dem, was er beitragen konnte. Bei mir war es herzlich wenig und das war frustrierend.<br \/>\u201eAsturien hat die Steine.\u201c<br \/>Woher kam das? Ich stand auf, reckte das Kinn. \u201eDer das behauptet, m\u00f6ge sich vor mich stellen und es wiederholen!\u201c<br \/>Bl\u00f6dsinn! Ich hatte mit Sicherheit keine Teile! Und auch sonst niemand aus meiner Familie!<br \/>Vielleicht Joric? Oder\u2026 Derek? Er durchsuchte die Habseligkeiten, die er als Derek getragen hatte, aber da waren keine Steine.<br \/>\u201eWenn sie bei uns sind, dann werde ich sie finden\u201c, meinte ich fest. Ich leerte die Satteltaschen, die immer noch vor der Taverne standen.<br \/>Nichts.<br \/>Ich ging auf mein Zimmer.<br \/>Nichts.<br \/>Dann\u2026 ein Blick unter mein Kopfkissen.<br \/>Da lagen sie.<br \/>Herr des Lichts!<br \/>Ein kleines S\u00e4ckchen, es passte gerade in meine Hand. Meine Stirn umw\u00f6lkte sich. \u201eGanz hervorragend. Jetzt werden sie mich erst recht f\u00fcr eine Bedrohung halten. F\u00fcr einen Verr\u00e4ter!\u201c<br \/>Fionn sprach mir Mut zu, packte die Steine und verschwand nach unten. Es war nicht mehr viel Zeit.<br \/>Ich trottete hinterher, setzte mich schmollend in eine Ecke, doch keiner erhob irgendwelche Vorw\u00fcrfe gegen mich. Wahrscheinlich waren sie nur froh, dass sie endlich aufgetaucht waren.<br \/>\u201eWir haben es!\u201c<br \/>Triumph schwang in der Stimme mit. Aber auch zittrige Furcht. Nat\u00fcrlich\u2026 wir f\u00fcrchteten uns alle.<br \/>\u201eUnd nun?\u201c Neugierig stand ich auf, doch respektvoll hielt ich Abstand von Gitter und Stein. Alles war erf\u00fcllt von Energie. Nackenhaare stellten sich auf, meine Handfl\u00e4chen wurden feucht.<br \/>Es musste ein Kreis gebildet werden. Etwas, das sonst nur im Turm geschah und genau um einen solchen hatte ich bisher einen sehr gro\u00dfen Bogen gemacht. Alles was nun folgte, kannte ich nicht. Hatte ich nie gesehn! Nur Erz\u00e4hlungen, Fionns kurze Berichte\u2026 daran erinnerte ich mich, aber alles andere war f\u00fcr mich unbekannt.<br \/>\u201eKannst du den Kreis leiten? Als Bewahrer?\u201c<br \/>Ich starrte Fionn entgeistert an. Wie konnte er so etwas fragen? Er musste wahrlich verzweifelt sein!<br \/>\u201eNein!\u201c<br \/>\u201eDu h\u00e4ttest die Macht daf\u00fcr.\u201c<br \/>\u201eIch kann es nicht! Was ist mit dir? Wenn ich dir meine Kraft gebe?\u201c<br \/>Allein dieses Angebot zu unterbreiten kostete mich all meine Willenskraft.<br \/>Er dachte kurz nach, dann nickte er. Also war es beschlossen.<br \/>Wir gingen hinaus\u2026 langsam. Als w\u00fcrde man uns zur Schlachtbank f\u00fchren. Wer konnte es schon wissen, vielleicht war es genau das? Wer von uns w\u00fcrde diese Nacht \u00fcberleben? Vielleicht keiner?<br \/>Sie sa\u00dfen tats\u00e4chlich im Kreis. Um das Gitter herum. Sie sammelten Kraft. Pl\u00f6tzlich f\u00fchlte ich Pucks Geist an meinen Barrieren kratzen\u2026 er war nicht im Kreis. Er war drau\u00dfen\u2026 warum auch immer\u2026 ich verstand es nicht. Mein Geist war nicht offen. Ich hielt die Barrieren geschlossen. Es war Nacht\u2026 was, wenn es jetzt geschah? Wenn ich die Macht nicht halten konnte? Wenn das Laran\u2026? Ich versuchte den Gedanken zu unterdr\u00fccken und schenkte Fionn Kraft. All meine Kraft, bis ich mich kaum mehr auf den Beinen halten konnte.<br \/>Was geschah, wei\u00df ich nicht mehr zu berichten. Es wurde dunkel\u2026 so f\u00fcrchterlich dunkel\u2026 Nur der Stein leuchtete und er war heil. Die Monde erstahlten am Himmel. Alle vier und das Licht, das sich \u00fcber die schneebedeckte Landschaft ergoss war so rein, wie ein Bergsee.<br \/>Wann waren die Wolken verschwunden? Ich wusste es nicht.<br \/>Ich starrte auf Fionns R\u00fccken, dann sah ich wie er entglitt. Ich sp\u00fcrte es. Er war ganz weit fort.<br \/>Ich sp\u00fcrte pl\u00f6tzlich etwas anderes. Etwas grausames\u2026 f\u00fcrchterliches.<\/p>\n<p>Dann sah ich sie\u2026<\/p>\n<p>Sie waren so sch\u00f6n, dass es einem bei ihrem Anblick das Herz zerriss. Sie waren schmal, ihre Gestalt schien unendlich zerbrechlich. Ihre Bewegungen waren so flie\u00dfend, dass ich M\u00fche hatte ihnen zu folgen. Sie schienen zu tanzen\u2026 Ich h\u00e4tte sie bewundert und bestaunt, doch da war etwas, das mich daran hinderte.<br \/>Die Furcht.<br \/>G\u00f6tter! Ich hatte noch niemals in meinem Leben eine solche Angst versp\u00fcrt!<br \/>Es ging weit \u00fcber die Angst vor dem Tod hinaus. Was sie verstr\u00f6mten, war mehr\u2026 das Ende der Existenz von K\u00f6rper und Geist, der Tod der Seele. Ewige Schatten, Pein, Schmerz, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und nicht enden wollende Qualen.<br \/>Sie waren all das und noch viel mehr.<br \/>Ich sp\u00fcrte all diese Gef\u00fchle und ich konnte mich nicht r\u00fchren. Festgewachsen an der Stelle, wo ich stand. Vielleicht sahen sie mich nicht? Vielleicht gingen sie an mir vor\u00fcber?<br \/>Sie gingen vor\u00fcber\u2026 weil sie das t\u00f6ten wollten, was ich liebte.<br \/>Meine Frau\u2026 Aliciane. Fionn, Rakhaila\u2026 Joric.<br \/>Aye, in diesem Moment versp\u00fcrte ich sogar Zuneigung zu Merryl, Lyondri und Yarid, die ebenfalls im Kreis sa\u00dfen!<br \/>(Wenn mich wer fragt, ich werde es LEUGNEN!)<br \/>\u201eGeht weg!\u201c Ich schrie, aber ich sp\u00fcrte es nicht in meiner Kehle.<br \/>\u201eWas willst du Mensch?\u201c<br \/>Ihre Stimmen waren wie Wachs\u2026. Weich und flie\u00dfend, alles umgebend. Butterweich\u2026<br \/>Meine Knie zitterten, ich hob die F\u00e4uste.<br \/>Sie lachten.<br \/>Es musste l\u00e4cherlich wirken.<br \/>Der Kreis lag danieder. Sie r\u00fchrten sich nicht. T\u00e4uschte ich mich, oder hatten sie eben noch gezuckt vor Schmerz? Warum hatte ich es nicht wahrgenommen? Litten sie? Waren sie tot? Sie r\u00fchrten sich nicht!<br \/>\u201eDu hast doch Angst, Mensch!\u201c h\u00f6hnten sie. \u201eWir k\u00f6nnen deine Angst f\u00fchlen.\u201c<br \/>\u201eNEIN!\u201c<br \/>\u201eDOCH!\u201c<br \/>\u201eNEIN!\u201c<br \/>\u201eDOCH!\u201c<br \/>Ich holte tief Luft. Pl\u00f6tzlich durchstr\u00f6mte mich Ruhe. \u201eNein\u2026\u201c Es kam ganz leise, sehr bestimmt.<br \/>Das eine Wesen z\u00f6gerte und wankte leicht. Damit hatten sie nicht gerechnet.<br \/>\u201eAh\u2026\u201c machte ich und l\u00e4chelte leise. Immer noch war ich erf\u00fcllt von Angst, aber ich ahnte, dass ich sie unterdr\u00fccken musste. Auch wenn es schwer fiel, denn ich blickte in das Antlitz der Angst. Fleischgeworden! Oder nicht? Ich wusste es nicht\u2026 waren sie real? Waren sie Ausgeburten meiner Phantasie? Waren sie\u2026 mein Laran? War es das? Waren sie die Angst die in mir schlummerte und die ich nun unvorsichtigerweise hatte entkommen lassen?<br \/>Laran\u2026 wenn es Laran war, dann konnte ein D\u00e4mpfer das Laran bezwingen.<br \/>Aldones! Sie n\u00e4herten sich ihm bereits. Einer stand im Kreis. Ich konnte ihn sehen!<br \/>Ich st\u00fcrzte vor, griff nach ihm. Meine Finger, klobig und an Schwerter gew\u00f6hnt konnten das Ding nicht bedienen. Ich fummelte daran herum\u2026 wertvolle Zeit.<br \/>Sie griffen an\u2026<br \/>Ich schaffte es und sie zuckten zur\u00fcck. Aber noch waren sie da.<br \/>Also war ich es nicht? Wenn ich es nicht war, wer dann?<br \/>Ich zog mein Schwert\u2026<br \/>Eines der Wesen n\u00e4herte sich Joric. Ich st\u00fcrzte vor, schubbste es weg. Es f\u00fchlte sich real an. Ich konnte es ber\u00fchren, anfassen\u2026 Ich f\u00fchlte Stoff unter meinen Fingerspitzen. Aber war ein Schwert \u00fcberhaupt n\u00fctze hier? Ich wagte nicht ihre Haut zu ritzen. Strahlend sch\u00f6ne Haut\u2026 Aber sie waren dunkel, b\u00f6se\u2026<br \/>\u201eGeh Mensch!\u201c<br \/>\u201eVerschwindet!\u201c br\u00fcllte ich. \u201eLasst uns in Frieden! Ihr habt hier nichts zu suchen!\u201c<br \/>Wieder ein Angriff. Ich beeilte mich sie zur\u00fcckzutreiben. Rundherum\u2026 ich rannte, wie ein Schutzschild um die Daniederliegenden. Meine Familie\u2026 mein Leben. Ich w\u00fcrde eher sterben, als dass ihnen ein Leid geschehen sollte!<br \/>Der D\u00e4mpfer blockierte alles Denken\u2026 Ich sah die T\u00e4nzerinnen, die herangetreten waren, um zu helfen. Scheinbar lebten sie noch\u2026<br \/>Fionn, Aliciane\u2026 Rakhi, Joric, Merryl, Lyondri, Yarid\u2026 und da war noch etwas gewesen\u2026 eine Frau, sch\u00f6n wie Licht\u2026 ich sp\u00fcrte sie, sie war da\u2026 aber weit weg. Sie gab mir Kraft. Ihre Stimme war wie Musik. Wie eine Melodie, gespielt auf einer\u2026. Harfe.<br \/>Eines der Wesen griff die T\u00e4nzerin an. Ich lief wieder nach vorn, hinderte das Wesen an Schlimmerem.<br \/>Aber was sollte ich tun? Ich konnte nicht ewig hier herumstehen und wachen. Ich f\u00fchlte, dass meine Kraft schwand\u2026 Ich hatte das meiste an Fionn gegeben. Und ich konnte nicht mehr lange durchhalten. Jeder Schritt wurde zur \u00dcberwindung, jeder Schwung mit dem Schwert zur Willensanstrengung. Ich wollte nur noch sitzen, liegen\u2026 schlafen\u2026<br \/>Ich rannte\u2026 ich rannte im Kreis, begegnete den Gesichtern, die so sch\u00f6n waren, dass ich nicht glauben mochte, dass nur B\u00f6ses dahinter lauerte.<br \/>Eine letzte Anstrengung: \u201eVerschwindet! Lasst uns in Frieden! Kehrt nie wieder zur\u00fcck!\u201c<br \/>Ich holte aus, traf nicht. Ich zog das Schwert im letzten Moment zur\u00fcck. Was, wenn ich sie traf? W\u00fcrden sie uns alle mit in den Tod rei\u00dfen? Ich verstand \u00fcberhaupt nicht, was ich hier vor mir hatte\u2026<br \/>Und noch w\u00e4hrend ich versuchte es zu verstehen\u2026 verschwanden sie.<br \/>Sie l\u00f6sten sich auf und nahmen die Angst mit sich.<br \/>Stille\u2026<br \/>Nichts als gnadenvolle Stille. Vielleicht war das bereits das Reich der Toten?<br \/>Nein\u2026 denn kaum waren sie fort, als die reglosen K\u00f6rper sich r\u00fchrten.<br \/>\u201eSie leben!\u201c h\u00f6rte ich pl\u00f6tzlich die Helfer rufen.<br \/>\u201eFionn?!\u201c<br \/>Er \u00f6ffnete die Augen.<br \/>\u201eAliciane!\u201c Sie lebte. Wie auch alle anderen\u2026<br \/>Ich brach zusammen, zu m\u00fcde, zu ausgelaugt, um noch einen Schritt zu bew\u00e4ltigen.<br \/>Ich hatte gesiegt und doch versagt. Sie waren fort\u2026 aber sie waren nicht vernichtet. Was, wenn ich zugeschlagen h\u00e4tte? H\u00e4tte ich sie bluten sehen? W\u00e4ren sie gestorben?<\/p>\n<p>Niemals werde ich diesen Zweifel verlieren. Ich werde immer daran denken, immer hadern. Gewonnen und doch verloren. Sie w\u00fcrden wiederkommen, dessen war ich mir sicher.<\/p>\n<p>Denn solange noch Liebe und Licht in der Welt war, w\u00fcrden sie Hass und Angst verbreiten, sich davon laben und niemals sterben. Sie w\u00fcrden weiter qu\u00e4len\u2026<br \/>Aber nicht heute. Vielleicht Morgen\u2026 oder \u00dcbermorgen\u2026 oder im n\u00e4chsten Jahr.<\/p>\n<h3><a name=\"co\"><\/a>Comyn,oder nicht Comyn? Das war hier die Frage<\/h3>\n<p>Ich lebe noch und auch meine Familie ist dem Infernal noch einmal entkommen, doch man mu\u00df sagen, da\u00df es knapp war. Noch jetzt laufen mit kalte Schauder \u00fcber den R\u00fccken und ich sp\u00fcre die Last der Schuld.<br \/>Nur Verzweifelte und Verr\u00fcckte reisen im Winter. Wie wahr.<br \/>Doch war die Verzweiflung meiner Frau Rakhaila von Aldaran wirklich gro\u00df genug, hatte ich es mir nicht zu leicht gemacht, in dem ich ihrer Sehnsucht nachgab und einen Plan entwickelte, wie wir ihrem Vater begegnen konnten ohne den Versprechungen Hasturs erneut in die Quere zu kommen?<br \/>Ich bin ihm nicht loyal und selbst mein Vetter Corran ist es nur bedingt.<br \/>Wie sollte ich auch. Meine Frau ist Aldaran, das Kind in meiner Obhut wird der Erbe ihrer Dom\u00e4ne sein. Was habe ich mehr mit Hastur zu schaffen, als ihm niemals mehr in die Quere zu kommen bis das Kind alt genug ist, seinen Platz einzunehmen?<br \/>Ihr Schutz ist meine Pflicht und auch die Belange der Berglordschaft gilt es im Auge zu halten\u2026 Kaum das ich mich di Asturien nennen darf ist es Aldaran, das nach mir greift und mich in die Pflicht nimmt.<\/p>\n<p>Doch damit eben dies in den fernen Tagen der Zukunft eintreten kann, mu\u00dfte der Lord Aldaran, Joric, mein Schwiegervater, das Kind sehen. Er mu\u00dfte, vor Zeugen, best\u00e4tigen, da\u00df dieses Kind, dem die Mutter den Namen Laertes gab, sein gew\u00fcnschter Erbe ist. Geboren von seiner einzigen Tochter\u2026<\/p>\n<p>Zudem sp\u00fcrte ich t\u00e4glich, seit Rakhaila mit uns nach GreenScarp gekommen war, da\u00df sie ihren Vater vermi\u00dfte. Sie sehnte sich nach seinem Gesicht, nach Vergebung und w\u00fcrde sich, solange sie diese nicht bekam vielleicht niemals heimisch f\u00fchlen in ihrem neuen Zuhause, an meiner Seite.<\/p>\n<p>Wir waren verzweifelt genug, so befand ich, um das Risiko eine Reise einzugehen. Nicht nach Aldaran, denn es war zu vermuten, da\u00df Hastur uns immer im Auge behielt, seine Schergen uns aufst\u00f6bern w\u00fcrden und wir nicht mit heiler Haut davon kommen w\u00fcrde.<br \/>Rakhaila war die Reise nach Hause verboten.<\/p>\n<p>Also harten wir der Tage bis kurz vor Mittwinter und schickten uns dann an nach Thendara zu reisen. Dort, direkt unter der Nase derer von Hastur w\u00fcrde man uns wohl am wenigsten vermuten. Es war waghalsig, aber der einzige Weg der mir einfiel.<br \/>Aldaran war informiert und w\u00fcrde sich ebenso auf den Weg machen. Corran und Aliciane versprachen uns ebenso Beistand und gaben das Wort als Zeugen zur Verf\u00fcgung zu stehen.<\/p>\n<p>Um wirklich sicher zu gehen, da\u00df uns niemand erkannt reisten wir im Gewand des einfachen Volkes, gaben uns andere Namen und w\u00fcrden wohl, im allgemeinen Trubel der gro\u00dfen Stadt nicht weiter auffallen\u2026<\/p>\n<p>Soweit so gut, doch wer im Winter reist mu\u00df mit schlechtem Wetter rechten und alsbald fanden wir uns in einem dichten Schneesturm wieder. Laertes w\u00fcrde eine Nacht im freien nicht \u00fcberleben und der dichte Schneefall machte ein schnelleres Vorankommen g\u00e4nzlich unm\u00f6glich.<br \/>Wir suchten Quartier, unwissend ob Corran und Joric nicht schon in Thendara auf uns warteten, oder ob sie wegen des Wetters nicht ebenso an anderen Orten gefangen waren.<br \/>Kalter Wind wehte uns ins Gesicht und die M\u00f6glichkeit entdeckt zu werden bestand zu jeder Zeit. Ob ich allein in der Lage war, die beiden Frauen und das Kind zu besch\u00fctzen war zweifelhaft.<br \/>Doch als wir in der Ferne Rauch am Himmel sahen und kurz darauf die H\u00e4user eines Gasthofes sahen war es der Ort den wir w\u00e4hlten um vor dem Schneefall unter ein sicheres Dach zu fliehen. Bislang war alles gut gegangen und wir konnten darauf hoffen, da\u00df es auch hier der Fall sein w\u00fcrde. Eine Wahl hatten wir eh nicht mehr, denn weit und breit war kein anderer Unterschlupf zu finden.<br \/>In den Ebenen sieht man weit, aber leider fehlen hier die dichten gesch\u00fctzten W\u00e4lder, die H\u00fcgel und Felsen, die zumindest f\u00fcr eine Weile ein wenig Schutz war Wind und Eis bieten w\u00fcrden.<br \/>So blieb nur dieses Haus und wie Wink der G\u00f6tter lag es vor uns\u2026<\/p>\n<p>An der T\u00fcr empfing uns ein Mann namens Puck, und wenn auch viele andere Reisende, wie wir in die Taverne str\u00f6mten, schien es, als habe man sich bereits darauf eingestellt und so konnten wir rasch ins Warme treten und nichts war mir in diesem Moment wichtiger.<br \/>Kaum eingetreten nahmen wir an einem Tisch platz, bekamen etwas Warmes zu trinken und sogar ein Zimmer.<br \/>Soweit schien alles in Ordnung und ich atmete ein wenig durch, als zudem noch eine vertraute Stimme an mein Ohr drang. Wir waren nicht die einzigen, die aus dem gleichen Ansinnen heraus aufgebrochen waren und eben in Titanias Kupferkessel Zuflucht gefunden hatten.<br \/>Ein Schwert mehr w\u00fcrde uns besch\u00fctzen und zudem eines, dem ich wie keinem anderen vertraute.<\/p>\n<p>Doch mehr als einen Blick aus unserem Platz in einem Winkel durch den Raum wagte ich nicht und es war gut, da\u00df ich mich zur\u00fcckhielt, denn der Barde der dort sang war mir vertraut\u2026 und um ehrlich zu sein freute ich mich sogar ihn zu sehen, selbst wenn es Gefahr barg. Er hatte sich schuldig gemacht, vor etwa einem Jahr an unserem Markttag, aber er war kein schlechter Mensch. Eher war er wie ich\u2026 auch wenn ich niemals die Harfe schlug, nicht dem s\u00fc\u00dfen Klang einer fernen Stimme lauschte und in ihr Verz\u00fcckung fand, so wei\u00df wohl doch nur ein Bastard, wie ein Bastard f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Ein legitimer Comyn, aber von viel \u00fcblerer Art, fand sich einen Tisch weiter und mein Kopf sank tief und ich hielt mir den Becher vor die Nase. Der kurze Moment, das Gef\u00fchl der Sicherheit schwand. Was zur H\u00f6lle suchte dieser Friedensmann Hasturs an diesem Ort?<br \/>Ich wu\u00dfte es nicht, aber Tante Alice wurde immer blasser um die Nase, Rafaella zog das Kind enger an sich und ich war mir gewi\u00df, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter w\u00fcrde es \u00c4rger geben. Es gab immer \u00c4rger f\u00fcr einen Asturien, wenn er irgendwo einen Castamir erblickte\u2026<\/p>\n<p>Wahrscheinlich mokierte sich dieser Typ schon jetzt \u00fcber unserer Aufmachung und zumindest w\u00fcrde es f\u00fcr die Tratschtanten in Thendara noch mehr geben als einen boshaften Bericht direkt an die Ohren des Hasturs\u2026<br \/>Unser Plan bekam jetzt schon eine fatale Richtung.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich drangen L\u00e4rm und Rufe in den Schankraum und jemand rief nach Schwertern und faselte von Vogelm\u00e4nnern. Instinktiv war ich schon halb von meinem Stuhl herunter, doch an meinem G\u00fcrtel war kein Schwert, nur der kleine Dolch, der den Mann zu einem solchen machte. Mehr stand einem Heiler nicht zu\u2026 und es gab keinen Grund warum er dem finsteren S\u00f6ldner nachlaufen und sein Leben riskieren sollte. Wie ungewohnt!<\/p>\n<p>Das Ende von diesem kurzen Lied war, da\u00df ich nur noch hinausgehen konnte um einen Toten tot zu finden\u2026<br \/>Man sinnierte dar\u00fcber in ihm n\u00e4chsten Feld zu entsorgen, ich regte an, ihn vielleicht doch besser zu begraben und hastete zur\u00fcck. Zuviel Gefahr lauerte in der sicheren Unterkunft um das Kind und die Frauen lange allein zu lassen.<\/p>\n<p>Drinnen aber war alles ruhig und alsbald eroberten die beiden M\u00e4nner, die die Warnungen gerufen hatten und bei der festen \u00dcberzeugung blieben Ya-M\u00e4nner gesehen zu haben das andere Ende unseres Tisches.<br \/>Zwei dubiose Kerle, denen scheint\u2019s alles verloren gegangen war, die aber dennoch bald zechten als w\u00e4ren sie Herren von Stand.<br \/>Oberon, der Wirt wies uns ein Zimmer an und Rafaella k\u00fcmmerte sich um das Kind\u2026<br \/>So kam es, da\u00df der kleine nicht so Stank wie sein Ahnherr, als wir ihn durch ein Fenster ersp\u00e4hten.<\/p>\n<p>Zuvor h\u00e4tte ich jeden ausgelacht, der behauptet h\u00e4tte der Herr Aldarans k\u00f6nne sich derart in Unterwurf und Debilit\u00e4t ergehen wie er es tat. Derek nannte er sich und besch\u00e4ftigte sich wohl schon eine Weile mit einem weiteren Gast in der Taverne. Ich zuckte schon arg, als er mich mit Vai Dom begr\u00fc\u00dfte, ebenso wie das Kind\u2026 bis ich erkannte das f\u00fcr Derek wirklich jeder, selbst die L\u00e4use in seinem Gewand, Vai Dom waren.<\/p>\n<p>Auch der gro\u00dfe S\u00f6ldner trat nach drau\u00dfen und im Grunde war damit das Familientreffen komplett, w\u00e4re da nicht der st\u00f6rende Fremde gewesen, dem Oberon wohl einen Auftrag gegeben hatte eine Grube zu bauen\u2026 mitten in der Nacht und im tiefsten Schnee\u2026<br \/>Der lie\u00df sich nicht verscheuchen und hinderte Derek den Wirren auch daran mit uns ins Haus zu kommen.<br \/>Ich sann \u00fcber eine Bestechung nach, denn wenn dieser Rafait so knapp bei Kasse war, konnte ich da leicht aushelfen. Aber leider mu\u00dfte sich feststellen, da\u00df er nur darauf sann sich in aller Leute Dienste zu begeben und sie alle auszupl\u00fcndern. An Geld mangelte es ihm nicht und ein paar Sekal w\u00fcrden da nicht weiterhelfen.<\/p>\n<p>\u201eTod, alle tot\u2026 mu\u00df nach Thendara. Ich Derek, bitte nicht schlagen\u2026\u201c<br \/>Es war ein recht nervenzerrendes wenn auch gut gespieltes verrenken, bis der alte Mann irgendwann doch hereinkam, sich in das Zimmer schlich in dem seine Tochter und seine Schwester warteten\u2026 und es war ein r\u00fchrender, stiller Moment.<br \/>Welch sonderbarer Zufall, der uns alle hier zusammengetrieben hatte, obwohl das eigentliche Ziel gar nicht erreicht war.<br \/>Nach Thendara brauchten wir nun nicht mehr, aber es war fraglich, ob all dies Merryl Castamirs Augen entgehen w\u00fcrde, selbst wenn der Junge in seinem Geleit, wohl ein Verwandter, sich alle M\u00fche gab ihn abzulenken.<\/p>\n<p>Das Treffen blieb kurz und wir trennten uns alsbald wieder um nicht zu auff\u00e4llig zu sein.<br \/>Derek ging hinaus, auch Corran warf sich seine Maske wieder \u00fcber das Gesicht und ich trat mit den Frauen zur\u00fcck in den Schankraum. Recht ruhig war es dort und von Castamir keine Spur. Wir zogen es vor an einen anderen Tisch zu ziehen und die Damen wollten Shallan. Ich bestellte ihn, lauschte nebenbei noch den Gr\u00fcbeleien \u00fcber Ya-M\u00e4nner und den unbekannten Toten und machte mir Gedanken, wie es Lord Aldaran wohl gehen w\u00fcrde\u2026<br \/>Derek war ein harmloser Geselle, aber eben drum zog er viel Aufmerksamkeit auf sich\u2026<br \/>Ich entschlo\u00df mich kurz nach ihm zu sehen\u2026.<\/p>\n<p>Ein fataler Fehler.<br \/>Ich hockte bei ihm, als Corran hinter mich trat und ich sp\u00fcrte die Furcht in seiner Kehle, den unterschwelligen Zorn\u2026<br \/>\u201eMeine Frau ist fort, mit diesem\u2026 diesem\u2026\u201c<br \/>Ich sah ihn hinausrennen, sah ihm nach, z\u00f6gerte und vergewisserte mich, da\u00df niemand mich sah, als ich ihm kurz darauf hinterher lief.<br \/>Grade noch rechtzeitig wie mir scheint, denn er hatte Rafait in der Mangel, beschuldigte ihn sich an seiner Frau zu vergreifen und ich h\u00f6rte Aliciane etwas von Liebe schluchzen\u2026<br \/>Das konnte nicht sein. Da war etwas ganz und gar nicht in Ordnung\u2026<br \/>Corran brachte niemanden um, aber es dauerte Aliciane zu sich zu bringen, und da\u00df, wo sie doch sonst so eine vern\u00fcnftige Person war.<br \/>Es stellte sich heraus, da\u00df sie wohl irgendeine Art von Liebestrank zu sich genommen hatte\u2026<br \/>Dies war ein verfluchter Ort. Langsam d\u00e4mmerte es mir\u2026<br \/>Wir schafften sie auf ihr Zimmer und sie beruhigte sich zusehends, gest\u00e4rkt durch die Brust ihres Mannes, der seinen Zorn bezwang. Aliciane konnte nichts daf\u00fcr, doch kaum waren wir wieder im Inneren der Taverne offenbarte mir Rafaella ebenfalls etwas getrunken zu haben und sich seitdem seltsam zu f\u00fchlen.<br \/>Wer trieb hier Schindluder mit unseren Frauen?<br \/>Ich braute meiner Gemahlin ein Brechmittel zusammen und wies einen jeden von uns an, nichts mehr von diesem Ort zu konsumieren. Wasser h\u00f6chstenfalls, das war nicht so leicht zu vergiften\u2026<\/p>\n<p>Ich \u00fcberdachte alle Personen, die hier mit uns waren, aber die meisten schienen mir harmlos. Blieben Castamir und die Wirtsleute selbst, die ihren Huren vielleicht auf diese Art Kundschaft vermitteln wollten. Vielleicht war alles nur Zufall\u2026 oder es war der erste Versuch gewesen uns in die Quere zu kommen.<\/p>\n<p>Kurz darauf h\u00f6rte ich jemanden erz\u00e4hlen, da\u00df der Barde vergiftet und fortgeschleppt worden war. Ya-M\u00e4nner hatten ihn zu befreien versucht\u2026 Ich fa\u00dfte mir an den Kopf und fragte mich redlich, was das f\u00fcr einen Sinn machte. Au\u00dfer das ein weiteres Mal Gift aufgetaucht war, fiel mir dazu nichts ein.<br \/>Yarid war dem Tod, der Entf\u00fchrung oder sonst etwas noch einmal von der Schippe gesprungen, er sa\u00df, benommen und verst\u00f6rt im Schankraum und man forderte meinen Dienst.<br \/>\u201eFionn!\u201c sagte er, kaum das ich zu ihm getreten war.<br \/>Ich wurde bla\u00df und zischte nur leise. Niemand hier sollte unn\u00f6tiger Weise meinen wahren Namen erfahren\u2026 Ich schluckte und reduzierte meinen Kontakt mit ihm vorerst auf das allern\u00f6tigste. Ich versorgte die Wunde, die ihm der Entf\u00fchrungsversuch eingebracht hatte und lauschte seinem Bericht. Jemand hatte ihm etwas eingefl\u00f6\u00dft, was ihn in den Schlaf gebracht hatte, dann hatte man ihn hinausgetragen\u2026 Der Mann der dies ausgeheckt hatte war tot\u2026 und Yarid vermutete, da\u00df seine Familie dahintersteckte.<br \/>Er hatte ihnen gedient und sie hatten nur von ihm gefordert, nichts zur\u00fcckgegeben\u2026 Ich war besser dran als er\u2026 und ein dicker Klo\u00df sa\u00df in meinem Hals als ich meine Salben wieder einpackte und ihn zur\u00fccklie\u00df\u2026<br \/>Bei uns war er einst gl\u00fccklich gewesen\u2026 auch das hatten sie ihm genommen.<\/p>\n<p>Unruhig griff ich in unsere Vorr\u00e4te, die wir noch von daheim dabei hatten und teilte die letzten Reste von Anildas gutem Bier aus. Wenigstens damit konnte wir uns sicher sein, da\u00df es nicht vergiftet war\u2026 Ein ungutes Gef\u00fchl, doch der Schnee fiel ungebrochen vom Himmel und wir w\u00fcrden zumindest bis zum Morgen hier ausharren m\u00fcssen. Wenigstens drohte Laertes nun nicht mehr die Gefahr zu erfrieren.<\/p>\n<p>Dereks Zustand verschlechterte sich. Er schien mit einem Mal nicht mehr zu wissen wer er wirklich war\u2026 wir verfielen in gro\u00dfe Unruhe, immer mal wieder, sah jemand nach ihm und schlie\u00dflich entschlossen wir uns herauszufinden was mit ihm los war. Ich versuchte ihn mit Laran zu erreichen doch ich fand nur wenige Spuren von Vernunft und nichts was mich an meinen Schwiegervater erinnerte.<br \/>Rafaella lie\u00df sich \u00fcberreden ihn mit der Altonstimme zu suchen\u2026 auch dies schlug fehl\u2026 und es machte ein paar Leute auf uns und Derek aufmerksam, die wir es lieber nicht h\u00e4tten wissen lassen. Puck war dabei, und auch der blonde Kerl mit dem Hut\u2026 Wir mu\u00dften die Segel streichen\u2026<br \/>Ich nickte Corran verborgen zu\u2026 nur um zu bemerken, wie Merryl Castamir, sein j\u00fcngerer Bruder und die beiden blonden Herren in der viel zu feinen Ausstattung, die sich hier wohl als Zuh\u00e4lter bet\u00e4tigten mit ihm in ein Zimmer gingen.<\/p>\n<p>Ein eiskalter Schauder lief mir \u00fcber den R\u00fccken. Joric Aldaran hatte lang genug im Kerker von Hastur geschmachtet um von dessen Friedensmann identifiziert zu werden\u2026 und wenn Joric nun pl\u00f6tzlich wirklich nicht mehr wu\u00dfte, wer er war, w\u00fcrde er sich wohl kaum verteidigen k\u00f6nnen.<br \/>Ich horchte an der T\u00fcr hinter der die M\u00e4nner verschwunden waren, doch hier in den G\u00e4ngen konnte ich jederzeit erwischt werden\u2026 und so gab ich diesen Posten auf, schlich auf Zehenspitzen in ein angrenzendes anderes Zimmer und versuchte es von dort. Corran und sein neuer Kumpel Ivan blieben vor der T\u00fcr\u2026 wenn etwas Schlimmes geschah w\u00fcrden wir Derek wohl retten m\u00fcssen\u2026<\/p>\n<p>Ich horchte angestrengt, w\u00e4hrend mir der Angstschwei\u00df \u00fcber den R\u00fccken lief. Ich fand keinen Grund, warum sich Castamir f\u00fcr einen Tippelbruder interessieren konnte.<br \/>Aber sie waren wohl auf der F\u00e4hrte, denn sie wirkten einen Wahrheitszauber und posaunten dieses auch noch so laut heraus, da\u00df ich es h\u00f6ren konnte. Ich erstarrte. Dies war ein Bann, den niemand brechen konnte\u2026 nun w\u00fcrden sie uns auf die Schliche kommen\u2026<\/p>\n<p>Doch welch Wunder. Joric plapperte trotz des Zaubers nur davon, da\u00df er Derek w\u00e4re\u2026 und das ein Vai Dom Rafaella Hagebuttenwein und ein Vai Dom Joric mit ihm gesprochen h\u00e4tten.<br \/>Was auch immer Lord Aldaran zugesto\u00dfen war, es bewahrte ihn zumindest davor uns zu verraten\u2026<br \/>\u201eCastamir hat nicht erreicht, aber wir m\u00fcssen vorsichtiger sein\u201c, kl\u00e4rte ich Corran auf. Jorics Zustand beunruhigte uns noch immer, aber einstweilen konnten wir daran wohl nichts \u00e4ndern.<br \/>Oder doch? Ich erinnerte mich, was ich aus seinem Geist entnommen hatte, als ich ihn mittels meiner Gabe befragt hatte. \u201eDer gro\u00dfe Dom mu\u00df Joric Aldaran sagen. H\u00f6chste Gefahr\u2026\u201c<br \/>Mein Blick viel auf meinen Gef\u00e4hrten und haftete eindringlich auf ihm. Noch dachte ich nur dar\u00fcber nach\u2026<br \/>Dann erz\u00e4hlte ich es ihm und er gr\u00fcbelte ebenfalls. Irgend etwas in der Art hatte Aldaran ihm mitgeteilt, gestand er ein. Ich nickte. Vielleicht war dies der Schl\u00fcssel\u2026 \u201eWenn ich die genauen Worte noch w\u00fc\u00dfte.\u201c<br \/>Ich hoffte er w\u00fcrde sie wissen, wenn es wirklich n\u00f6tig war. Vielleicht hatte sich Aldaran mittels der Befehlsstimme selbst gebannt\u2026 vorerst war er so sicher\u2026 dem alten Derek w\u00fcrde schon niemand ein Leid antun. Solang man ihn nur schubste, weil er \u00fcbel roch, war alles in Ordnung\u2026<\/p>\n<p>Rasch beschlossen Corran und ich, da\u00df es ab jetzt sicherer war, wenn er immer in der N\u00e4he blieb. Ich lud die beiden S\u00f6ldner zu einem Becher Biers ohne Aphrodisiakum ein, und wir setzen uns zu den Frauen. Castamir hatte uns sicher l\u00e4ngst erkannt, wenn er es auch noch mit keinem Wort zugab\u2026 Corran wirkte arg zerschlagen und ger\u00e4dert. Er war bei dem Tumult um die Entf\u00fchrung Yarids gest\u00fcrzt, (was er nur ungern zugab) machte sich Sorgen um seine Frau\u2026 und zog sich alsbald ins Bett zur\u00fcck.<br \/>Ich blieb, ganz im Gegensatz zu meinen sonstigen Gewohnheiten aber vorerst war mein Platz bei den Frauen\u2026 und angesichts all dessen was geschehen war, nahm ich mir fest vor, am Morgen abzureisen. Thendara war nicht mehr soweit fort\u2026 und die Wege rings um die gro\u00dfe Stadt waren beliebte Reisewege. Es w\u00fcrde auch noch andere Tavernen geben. Sicherlich lie\u00df sich die ein oder andere davon erreichen\u2026<\/p>\n<p>Verfluchter Ort, verfluchte Nacht\u2026<br \/>Ich erwachte mir Kopfschmerzen, einer ausgetrockneten Kehle und der Furcht, irgend etwas k\u00f6nnte uns im Schlaf zugesto\u00dfen sein. Ich erinnerte mich an die verschwommenen Traumbilder der Nacht. Irre d\u00e4mliches Zeug hatte ich mir in meinem Kopf zusammengesponnen und der Nachhall dessen waren kalte Finger der Angst, die sich an mein Herz legten.<br \/>Mit steifen Fingern wusch ich mir den Reisedreck vom Gesicht und rasierte mich. In meinem Gesicht waren graue Schatten. Abbild des Albdrucks? Vielleicht.<br \/>Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir wiederholt Sturm und Schnee und es schien immer noch nicht ratsam den Kupferkessel zu verlassen. Laertes schlief friedlich in seinem Korb gleich neben dem Bett der Mutter. Aliciane hatte die Augen ebenfalls noch geschlossen.<br \/>Die Reise war anstrengend gewesen und ich lie\u00df die Frauen ruhen\u2026 sie w\u00fcrden die Kraft brauchen.<br \/>Zudem wollte ich eine Weile allein bleiben und nachdenken.<\/p>\n<p>Ich trat in den Hof, wo seit gestern niemand mehr Schnee geschippt hatte und kn\u00f6cheltief versanken meine F\u00fc\u00dfe\u2026 Es war bitter kalt und obwohl der Tag angebrochen war, barg dieser Hof \u00fcberall dunkle Schatten. Gestern noch schienen sie mir allein von einer weltlichen Bedrohung zu stammen\u2026 aber nun? Castamir hier war ein Problem\u2026 aber ich begann daran zu zweifeln, da\u00df es das einzige war. Allein der Anblick des Hauses, das mir gestern noch wie ein Segen in st\u00fcrmischer Nacht erschienen war, setzte mir nun einen Klo\u00df in den Hals\u2026<br \/>Ich wand mich von ihm ab und starrte in die Ferne. Wir h\u00e4tten uns niemals zu dieser Zeit auf den Weg machen sollen. So sehr ich auch einen Aufbruch herbeisehnte, es war unm\u00f6glich. Ich sah auf die Schneemassen und wu\u00dfte, sie w\u00fcrden f\u00fcr Laertes der Tod sein\u2026 wenn nicht gar f\u00fcr uns alle.<\/p>\n<p>Traumbilder schossen mir durch den Kopf. Dunkle Gestalten, Jerome Hastur mit einem Todesbefehl, sein Friedensmann direkt hinter ihm\u2026 Das Beil eines Henkers\u2026<br \/>Wiederum schreckte ich zusammen, wie ich auch in der Nacht pl\u00f6tzlich erwacht war.<\/p>\n<p>Ich bin in den H\u00fcgeln GreenScarps gro\u00dfgeworden und habe die meiste Zeit meines Lebens unter freiem Himmel zugebracht. Einst qu\u00e4lte mich h\u00e4ufig, was mir auch jetzt das Herz zerdr\u00fcckte, als ich zur\u00fcck ins Haus trat. Die enge fester Mauern drohte mich zu erdr\u00fccken\u2026<br \/>Es wurde auch nicht besser, als ich mit Aliciane und Rakhaila den Schankraum betrat und um ein Fr\u00fchst\u00fcck bat\u2026 Ich war nerv\u00f6s und zittrig, a\u00df ohne Appetit und nur, weil ich gelernt hatte, das der K\u00f6rper die Energie braucht. Meiner vielleicht mehr als andere, so etwas liegt einem im Blut oder auch nicht.<br \/>Rakhailas Gesicht war mindestens so grau wie meines, aber sie wollte nicht dar\u00fcber reden und wich auf meine Nachfrage darauf aus, schlecht geschlafen zu haben. Aliciane schien es besser zu gehen, wenn ich es richtig deutete litt sie nur unter den Nachwirkungen des Liebestranks, welche zum gr\u00f6\u00dften Teil daraus bestanden, da\u00df sie sich peinlich benommen hatte.<br \/>Nichts schlimmes, das w\u00fcrde Heilen\u2026 ganz im Gegensatz zu Corrans grauer Miene.<br \/>Unsere Blicke trafen sich, aber wir sprachen kein Wort dar\u00fcber\u2026 Wir konnten den Gedanken daran beide nicht ertragen.<\/p>\n<p>Ich gr\u00fcbelte. Mein Bauch gab mir ein, da\u00df wir diesen Ort so schnell es ging verlassen mu\u00dften und alles, was es dazu vielleicht brauchte war ein Plan\u2026 Doch mein Kopf wollte keinen ausspucken.<\/p>\n<p>Rakhaila entging meine Unruhe nicht und sie war gerade dabei mich zu beruhigen, als wir ein lautes Kreischen und aufgeregte Stimmen h\u00f6rten\u2026<br \/>Ich stand auf um nachzusehen was geschehen war und fand mich pl\u00f6tzlich Nase an Nase mit Merryl Castamir.<br \/>\u201eFionn\u2026\u201c Er sah mich an und machte nicht l\u00e4nger einen Hehl daraus, da\u00df wir uns sehr wohl kannten. \u201eWir brauchen deine Hilfe\u2026\u201c<br \/>Ich wu\u00dfte was er wollte, aber ich war noch lange nicht bereit einem Castamir zu Hand zu gehen. Konnte er nicht selbst f\u00fcr seinen pubert\u00e4ren Bruder sorgen? Wer war denn ich, mich mit so einem einzulassen? Sein Jahrzehnten traktierte diese Sippe das Land meiner Familie. Ich hatte Castamir schon verachtet noch ehe ich wu\u00dfte, da\u00df das Blut Asturiens in meinen Adern flo\u00df. Ich war an der Grenze aufgewachsen und mehr als einmal hatten sie meine Herde hinterr\u00fccks um ein paar Schafe erleichtert.<br \/>Ich starrte ihn an, als w\u00fc\u00dfte ich nicht, welchen Namen er genannt hatte.<br \/>\u201eSicher, ich bin Heiler\u2026 was ist geschehen?\u201c<br \/>Der kleinere Castamir wand sich auf dem Boden, \u00e4chzte und st\u00f6hnte und murmelte etwas von einem Traum\u2026 und drau\u00dfen brauste der Sturm gegen die Fensterl\u00e4den.<br \/>Aha, es waren also nicht wir allein die von n\u00e4chtlichen Gespenstern heimgesucht wurden\u2026 Ob Merryl sich denken konnte, da\u00df er in meinem Albtraum vorgekommen war?<br \/>Ich trat an dem Mann vorbei hockte mich zu dem Kleinen und zeigte dem gro\u00dfen, wie man der Panik leicht Herr wurde.<br \/>Die Ohrfeigen sa\u00dfen fest und es war mir ein heimlicher Genu\u00df. Der Junge kam wieder ein wenig zu sich\u2026 wimmernd und in seinem Nachthemdchen machte er wirklich nicht viel her. Nur ein Kind. Ein panischer J\u00fcngling.<br \/>Das Bild kam den Spottliedern, die man in meiner Heimat \u00fcber diese Familie sang, schon recht nahe\u2026 und es minderte meinen Hass, soda\u00df ich Merryl zur Hand gehen und den Knaben zur\u00fcck auf sein Zimmer bringen konnte.<br \/>Dort w\u00e4re ich fast \u00fcber einen D\u00e4mpfer gestolpert. Es brummte in meinem Kopf und pl\u00f6tzlich mangelte es mir an meinen nat\u00fcrlichen Talenten. Pl\u00f6tzlich wu\u00dfte ich nicht mehr zu sagen ob Castamir sich \u00fcber die Hilfe freute oder dar\u00fcber nachsann mich gleich hier und jetzt zu t\u00f6ten.<br \/>Nur die Angst des Jungen, Lyondri, wie ich nun erfuhr blieb nicht zu \u00fcbersehen. Dazu brauchte es keine Empathie, sie war in sein Gesicht gemei\u00dfelt.<\/p>\n<p>\u201eYa-M\u00e4nner, sehr viele Ya-M\u00e4nner und die Macht di Asturiens\u2026\u201c brabbelte der Knabe vor sich hin und Merryl versuchte rasch ihn zu beruhigen. Ich verstand nicht recht, worum es in diesem Traum gegangen war. Ya-M\u00e4nner waren am gestrigen Abend aufgetaucht, aber damit hatte Asturien mit Sicherheit nichts zu tun.<br \/>\u201eDer Junge soll sich ausruhen\u2026\u201c Wieder starrte ich auf den D\u00e4mpfer. Der Sturm schien nachgelassen zu haben, pl\u00f6tzlich klapperte kein Wind mehr an den Fenstern. War es ruhiger geworden\u2026 oder lag es nur daran, da\u00df dieses Zimmer im Windschatten lag?<br \/>Merryl schien verunsichert\u2026 und ich glaubte zu sehen, da\u00df es etwas zu verbergen gab.<br \/>Jede Lordschaft, jedes K\u00f6nigreich hat seine eigenen, kleinen Geheimnisse\u2026<br \/>Wieder sah ich zu Lyondri und ich glaube die Art der Panik in seinem Gesicht schon einmal gesehen zu haben. Ich sollte mit Corran dar\u00fcber reden. Schnell\u2026<br \/>\u201eLa\u00dft den D\u00e4mpfer an und den Knaben noch eine Weile in seinem Bett. Es geht ihm nicht gut\u2026 Ich k\u00f6nnte mehr f\u00fcr ihn tun, aber ich werde es nicht leichtfertig machen.\u201c Ich verlie\u00df den Castamir nach einem langen eindringlichen Blick. Die Feindschaft zwischen uns da\u00df zu tief um sie zu \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck bei meiner Familie verlangte Corran Rapport und ich berichtete was geschehen war. Sorgenvoll waren ihre Blicke und niemand konnte genau sagen, was nun geschehen wurde.<\/p>\n<p>Ich mu\u00dfte feststellen das Lyondri Castamir wohl nicht lange im Bett zu halten war. Noch bla\u00df um die Nase kam er kurz darauf aus seinem Zimmer. Er wirkte wacklig auf den Beinen und starrte immer wieder unruhig aus dem Fenster. Ich w\u00fcrde ihn im Auge behalten m\u00fcssen. Irgend etwas stimmte nicht mit dem Knaben. Seine Angst ging tiefer, als es ein harmloser Traum verursachen konnte.<\/p>\n<p>Unweit von uns setzen sich die Castamirs nieder und Merryl redete lange auf den erst trotzig, sp\u00e4ter sehr \u00e4ngstlich wirkenden Jungen ein. Ich konnte nicht alles verstehen, \u00fcber das sie redeten, aber es schien mir, als kl\u00e4re der Alte den J\u00fcngeren \u00fcber einige der Taverneng\u00e4ste auf\u2026<br \/>Erst war es am\u00fcsant, zu sehen wie er erbla\u00dfte und ihn ein wenig zu provozieren, in dem ich herausfordernd her\u00fcbersah. Dann aber zeigte er erneut Anzeichen von aufkommender Panik\u2026 versuchte sich von seinem Stuhl zu erheben, grollte Fl\u00fcche und starrte Corran nieder\u2026<br \/>Schwer fiel es seinem Bruder den Jungen im Zaum zu halten und pl\u00f6tzlich krachten Blitze durch den Raum.<\/p>\n<p>Blitze, Gewittergrollen und dieses Mal kam es nicht vom Himmel, sondern direkt aus der stickigen, bierschwangeren Tavernenluft. Vor Schreck sprang ich auf die F\u00fc\u00dfe. Einer dieser Energiefunken h\u00e4tte fast den armen Ivan erwischt\u2026<br \/>\u201eMerryl. Ihr solltet euren Bruder im Griff halten.\u201c Es fiel schwer klar zu denken, aber da\u00df die Blitze mit Lyondris Laune etwas zu tun hatten, konnte ich mir nur zu gut vorstellen, schlie\u00dflich kannte ich jemanden der ganz \u00e4hnlich zu agieren verstand, wenn die Gef\u00fchle mit ihm durchgingen. So sp\u00fcrte ich Sorge, aber keine Furcht. Mit solchen Attacken verstand ich umzugehen\u2026<br \/>\u201eEr wird sich beruhigen\u2026\u201c Merryl schien seinen eigenen Worten nicht zu trauen.<br \/>\u201eGut, wenn nicht\u2026 es gibt andere Mittel und Wege ihn auszuschalten. Allerdings tue ich es nur, wenn nachher niemand br\u00fcllt ich h\u00e4tte einen Castamir vergiftet.\u201c<br \/>Ich ging nach drau\u00dfen. Frische Luft, ein Blick zum st\u00fcrmischen Himmel. Pl\u00f6tzlich begann, zum ersten Mal seit unsere Ankunft hier etwas Sinn zu machen.<\/p>\n<p>Vor etwas mehr als 40 Jahren hatte ein Asturien beschlossen sich gegen die ewigen K\u00e4mpfe gegen Castamir zu r\u00fcsten\u2026 und Castamir w\u00fcrde l\u00e4ngst nicht mehr existieren, wenn sich diese Waffe nicht im Geist eines \u00fcberaus anst\u00e4ndigen Mannes befunden h\u00e4tte\u2026<br \/>Zu einer Zeit, da ich noch in die Windeln kackte und Asturias nicht von meiner Existenz wu\u00dfte, war dieser Mann seinem Feind begegnet.<br \/>Der Wolf Asturiens heulte, ein einziges Mal und nicht einmal mit all seiner Kraft.<br \/>Die Konsequenzen hatten den Lord Castamirs trotzdem schwer getroffen.<br \/>Ich hing diesen Gedanken nach. Ich konnte nicht einmal dar\u00fcber fluchen, da\u00df 25 Jahre nach Corrans Geburt, die Castamirs einen \u00e4hnlichen Weg einschlugen\u2026<br \/>Laran solcher Art verheerte \u00fcberall das Land.<br \/>Corran hatte es fast zerst\u00f6rt\u2026 und nun bibberte dort dieser Junge\u2026<\/p>\n<p>Ein wenig gedankenverloren, anderen Problemen verhangen, bemerkte ich ein paar M\u00e4nner die eine Falle bauten, um die Ya-M\u00e4nner anzulocken. Ich bezweifelte zwar, da\u00df dies diese Nichtmenschen anlocken w\u00fcrde. Ganz so dumm waren sie sicher nicht, aber wer wu\u00dfte es schon mit Gewi\u00dfheit. Niemand hier in der Ebene kannte sich mit solchen Wesen aus\u2026<\/p>\n<p>Corrans Miene verd\u00fcsterte sich zusehends. Ihm gefiel nicht was hier geschah. Ich wu\u00dfte warum aber ausrichten konnte ich auch nichts\u2026 nicht mehr, als ihm beiseite zu stehen, wenn es hart auf hart kommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Vorerst schlo\u00dfen die Erzfeinde einen halbherzigen Waffenstillstand, so schien es\u2026 fraglich nur, ob Lyondri sich wirklich w\u00fcrde im Zaum halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der Taverne br\u00fcteten ein paar Damen \u00fcber einem Zettel. Sie schienen sehr angestrengt in dem Versuch ihn zu lesen. Ein Liebesbrief? Ich zuckte mit den Schultern und kam auch nicht dazu ihn mir kurz zu betrachten, denn man rief wieder es w\u00e4ren Ya-M\u00e4nner in der N\u00e4he\u2026<br \/>Diesmal hielt mich nichts, Zandru mu\u00df mich geritten haben, als ich mit dem winzigen Dolch in der Hand nach drau\u00dfen st\u00fcrmte.<br \/>Vielleicht hielt unterschwellig in meinem Inneren ein b\u00f6ser Geist Selbstmord f\u00fcr eine Alternative\u2026 vielleicht wollte ich mich auch einfach nur selbst \u00fcberzeugen, da\u00df es wirklich dieser Art von Nichtmensch war, der uns belauerte.<\/p>\n<p>Wie auch immer. Ich fand mich, den Dolch in der Hand auf dem Feld wieder und sah sie wirklich. Diese h\u00e4\u00dflichen Kreaturen, denen jedes menschliche entbehrt. Wie auch immer, erlegt habe ich keinen. Noch auf der Pirsch schlug ich hin und verletzte mich. Der Versuch, da\u00df vor mit tobende Grauen mit dem rasch geworfenen Dolch zu erwischen schlug fehl.<br \/>Ich \u00fcberlebte\u2026<br \/>Gn\u00e4dig sei Avarra daf\u00fcr gedankt\u2026<br \/>Ich bin manchmal solch ein Idiot.<br \/>Corran werfe ich das ja gerne mal vor, aber ich bin nicht besser. Kein St\u00fcck\u2026<br \/>Wie gut, da\u00df mir gleich eine Magd zur Hand ging und die Wunde versorgte. Der erbeutete Kopf eines Vogelmenschen hatte f\u00fcr mich zumindest nicht l\u00e4nger den Wert einer Troph\u00e4e.<\/p>\n<p>Kaum wieder zur\u00fcck und reichlich angeschlagen regte der kleine Lyondri sich schon wieder auf\u2026 und dunkle Wolken dr\u00e4uten \u00fcber unseren K\u00f6pfen. Jetzt langte es mir, aber im gleichen Moment schien auch Merryl zu begreifen. Ich griff an meinen G\u00fcrtel, zauberte ein Fl\u00e4schchen hervor und der Jungspunt ergab sich schlie\u00dflich freiwillig einer geh\u00f6rigen Portion Raivannin.<br \/>Wenigstens w\u00fcrde jetzt nicht noch mehr Schnee fallen\u2026<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich wabberte extrem viel Laran durch den Raum. Es war als kr\u00f6che es aus dem Boden und den W\u00e4nden, breitete sich aus und erfa\u00dfte mich mit voller Wucht. Ich hatte meine Barrieren gesenkt, um festzustellen ob von dem kleinen Castamir noch irgendeine Gefahr ausging\u2026 Im falschen Moment wie es schien.<br \/>Unendliche Mengen Angst zerschmetterten jeden klaren Gedanken, ich stolperte, \u00fcbergab mich und Nebel legte sich vor meine Augen\u2026 Es ri\u00df mich fast von den F\u00fc\u00dfen, dann gab es eine weitere Welle von eben den gleichen Emotionen.<br \/>Derweil war Ivan zu Boden gegangen, doch ich sah mich au\u00dferstande ihm zu helfen\u2026<br \/>Was immer hier geschah, es hatte mich am Schlafittchen gepackt und sch\u00fcttelte mich kr\u00e4ftig durch. Mir war immer noch spei\u00fcbel\u2026<\/p>\n<p>Ein Stallbursche und der Barde kamen mir zur Hilfe, zumindest waren sie an meiner Seite als ich wieder zu mir kam. Gn\u00e4dige Ohnmacht hatte mich \u00fcberkommen und nun h\u00f6rte ich den vertrauten Klang einer Harfe, lauschte der fremden, aber anmutigen Stimme einer mir unbekannten Frau.<br \/>Instinktiv war das N\u00e4chste was ich tat, ein Griff in die Luft. Meine Gedanken suchten jemanden und ich sp\u00fcrte ihn, aber nur schwach\u2026 und ich sp\u00fcrte, da\u00df meine Kr\u00e4fte sich ausgezehrt hatten. Still sa\u00df ich da, konnte der Angst kaum herwerden\u2026 und lie\u00df mir Tee und Gep\u00e4ck aus hilfreichen H\u00e4nden reichen.<\/p>\n<p>Der Klang der Harfe schien sich zu \u00e4ndern. Die Gestalt der Frau verbla\u00dfte und auch das wohltuende Gef\u00fchl, welches ihr Gesang mit sich brachte lie\u00df nach\u2026 Yarid sa\u00df gleich neben mir und wirkte doch mehr als nur abwesend\u2026 und dann war es wieder da. Dieses Gef\u00fchl von Angst verschlungen zu werden\u2026<br \/>Ich sah mich selbst von au\u00dfen, als ich mitten auf den Tisch kotzte\u2026 und dann wurde wirklich alles Dunkel.<\/p>\n<p>Als ich wieder die Augen aufschlug hatte es einen riesigen Tumult gegeben. Corran di Asturien und Merryl Castamir lagen bewu\u00dftlos am Boden der Herbergsk\u00fcche.<br \/>Nichts von dem was ich sah machte einen Sinn. Nur Yarids vor Angst verzerrtes Gesicht. Es entsprach dem was ich auch f\u00fchlte\u2026 Blanke Angst.<br \/>\u201eWir sollten hier einfach verschwinden\u2026\u201c m\u00fchte meine tr\u00e4ge Zunge sich ab. Er nickte und wickelte bereits seine Liebste in ein sch\u00fctzendes Tuch.<br \/>\u201eEinfach nur fort\u2026\u201c<br \/>Yarid w\u00e4re sofort gelaufen, aber Hasenfu\u00df hin oder her, ich konnte die anderen nicht zur\u00fccklassen. Ich eilte in unser Zimmer fand Aliciane und Rakhaila dort und schrie sie nur an, wir m\u00fc\u00dften sofort hier weg\u2026<br \/>Sie starrten mich entgeistert an, weigerten sich, hielten mich f\u00fcr schwachsinnig, aber da war der Schrecken und ich konnte ihn immer noch sp\u00fcren. Durch den Boden und die W\u00e4nde dieses Ortes drang das B\u00f6se\u2026 und wenn wir nicht gleich losliefen w\u00fcrde es zu sp\u00e4t sein.<br \/>Eiskalt umklammerte die Furcht mein Herz. Ich sp\u00fcrte die Blicke kalkwei\u00dfer Gesichter in meinem Nacken. Bald w\u00e4ren sie hier\u2026<br \/>Die Frauen versuchten mich festzuhalten, aber ich stie\u00df sie hart von mir. Selbst Laertes, an der Brust meiner Frau hielt mich nicht ab. Ich sp\u00fcrte solche Angst. Ich stand kurz davor die Frauen zu pr\u00fcgeln damit sie endlich gehorchten. Wild schmi\u00df ich unser Gelump in die Kiepe\u2026 als kr\u00e4ftige H\u00e4nde nach mir packten und ich innehielt.<br \/>\u201eDu bleibst hier, verdammt. Beruhige dich\u2026\u201c<br \/>Niemandem vertraute ich mehr und doch\u2026 Corran irrte. Ich setze es ihm auseinander mit hektischen, nicht durchdachten Worten. Ich erkl\u00e4rte ihm meine Erlebnisse, die grausame Furcht, die Wahrheit hinter diesem schrecklichen Ort. Es in Worte zu kleiden gab mir den Rest\u2026 meine Beine sanken ein\u2026 und dann sp\u00fcrte ich eine tiefe Ruhe und mein Blick glitt in Nebelgraue Augen. Stille\u2026<br \/>Die Angst wich aus meinen Knochen, ich wischte mir \u00fcber die Augen und mu\u00dfte zerknirscht erkennen was geschehen war. Corran hatte mir seine Barrieren geliehen. In ihrem Schutz konnte ich atmen und auch der Kopf setze wieder ein\u2026<br \/>Im Flur stand immer noch Yarid und wartete, aber ich konnte ihm nicht l\u00e4nger folgen.<br \/>Einfach fortzurennen war unm\u00f6glich. Es w\u00fcrde unseren Tod bedeuten\u2026 auch wenn es nicht sicherer war hierzubleiben. Wir sa\u00dfen in der Falle\u2026<\/p>\n<p>Corran schaffte mich an die frische Luft, nicht sicher, ob ich mich schon wieder beruhigt hatte. Von der Welt um mich herum bekam ich nur wenig mit. Wieder, diesmal mit ruhigeren Worten und ohne Entsetzen schilderte ich was ich erlebt hatte. Corran war es entgangen. Niemand besa\u00df solche Barrieren. Stark wie die Mauern GreenScarps\u2026 st\u00e4rker sogar\u2026<br \/>Als es besser ging schickte Corran mich hinein, ich mu\u00dfte essen, etwas S\u00fc\u00dfes. Viel davon.<br \/>Was auch immer uns hier attackierte, ich war sicher ich w\u00fcrde meine Kraft brauchen\u2026<br \/>Zuvor aber entschuldigte ich mich bei meiner Frau und Aliciane. Ich hatte ein Bild von dem was mit geschehen war. Es tat mir leid. Niemals zuvor hatte ich eine von ihnen so angefa\u00dft. Es war, als w\u00e4re das gar nicht ich gewesen.<br \/>\u201ePuck dieser Kerl hat einen gro\u00dfen blauen Stein\u2026\u201c, h\u00f6rte ich in der Taverne. Ich registrierte es, aber ich nahm es kaum wahr. Ich durfte nicht zu lang und zu weit von Corran getrennt sein, nahm mir etwas zum Kauen mit und ging wieder zu ihm.<br \/>Hier war es sicher. Ich sollte nicht noch einmal auf die Idee kommen seinen Schatten zu verlassen\u2026 Hier war ich sicher.<br \/>Es dauerte nicht lange und eine kleine Gruppe Menschen hatte sich vor der T\u00fcr versammelt. Vielleicht allein deswegen, weil es die Gedanken kl\u00e4rte\u2026 ich wu\u00dfte es nicht. Etwas verwirrt sah ich auf, als Merryl Castamir sich uns n\u00e4herte, dicht gefolgt von seinem Bruder. Dann kam auch meine Frau, das Kind im Arm und Aliciane.<br \/>Kein Gesicht war ohne Sorge\u2026<br \/>Irgend etwas hatte uns hier zusammengetrieben und wie es schien w\u00fcrde es, wenn \u00fcberhaupt nur ein entkommen geben, wenn wir gemeinsam daran arbeiteten.<\/p>\n<p>Gemeinsam\u2026 es w\u00fcrde nicht leicht werden, auch wenn wir nicht wenige waren. Wir wu\u00dften nicht mit was wir es zu tun hatten, wir konnten uns nicht leiden.<br \/>Doch es war Zeit alle Kr\u00e4fte zu vereinen\u2026 ich war mir sicher, da\u00df sonst niemand hier lebend herauskommen w\u00fcrde.<br \/>Lyondri f\u00fcrchtete sich vor uns und konnte seinen Hass gegen Corran, der einst seinem Vater den Verstand geraubt hatte kaum verhehlen, doch als er uns seinen Traum unterbreitete, mu\u00dfte ich ihm zugestehen, da\u00df daran etwas war.<br \/>In allen Tr\u00e4umen, selbst in Rakhailas waren diese dunklen Gestalten gewesen, androgyn, bla\u00df und von t\u00f6dlichem Schrecken. Corran und ich hatten das gleiche getr\u00e4umt, so was hatte es vorher noch nie gegeben und auch dort waren diese Gesellen. D\u00e4monen aus der 9. H\u00f6lle, oder was auch immer, zugegen gewesen.<br \/>Ich sah nicktende Gesichter und selbst Yarid hatte sie in einer Vision gesehen.<br \/>\u201eAlso, da haben wir unseren Feind\u2026\u201c Fraglich nur, wie wir ihm begegnen sollen.<br \/>\u201eDa ist dieser Brief\u2026 und Puck hat einen dicken Kristall. Dem ist nicht zu trauen\u2026\u201c<br \/>Der Kristall\u2026<br \/>\u201eUnd dann ist da dieser Brief, er wurde im Backofen\u2026\u00e4hh\u2026 in der Feuerstelle gefunden?\u201c<br \/>Ich war ziemlich verwirrt. Nichts davon hatte ich zuvor bemerkt\u2026<br \/>\u201eIch will diesen Brief sehen.\u201c Ich erhob mich. Meine Knochen waren steif, aber es half nichts zu jammern.<\/p>\n<p>Es war der Liebesbrief und wir studierten ihn eifrig, w\u00e4hrend Castamir und Yarid sich den Stein besorgten.<br \/>Der Inhalt des Briefes war mythisch, aber auch ein wenig wie eines von Anildas Kochrezepten. Allerdings mit sehr seltsamen Zutaten. Ich las ihn, gab ihn weiter und wir gr\u00fcbelten dar\u00fcber nach.<br \/>Joric Aldaran, nun nicht l\u00e4nger nach Ziege stinkend und in gew\u00f6hnter Tracht, trat ein. Corran und die Frauen mu\u00dften ihn geweckt haben\u2026<br \/>Jetzt w\u00fcrde sich Castamir sicher zusammenreimen k\u00f6nnen warum wir hier waren. Aber es war mir egal\u2026 Aldaran hatte Laran, wir w\u00fcrden ihn brauchen. Derek w\u00fcrde da nicht weiterhelfen.<br \/>Dringlicheres brannte mir auf der Seele. Corrans Barrieren hielten die Gef\u00fchle der \u00fcbrigen Tavernenbesucher von mir fern, aber meine eigenen konnte er mir nicht nehmen.<\/p>\n<p>Der Brief war da recht eindeutig.<br \/>Ein Stein, Hell wurde zur Dunkelheit und w\u00fcrde nun Dunkles wieder hell machen\u2026 wenn wir denn wu\u00dften wie. Ich hatte keinen blassen Schimmer wie man das reinste Licht erzeugen sollte. Eine Kerze anschnippen ist ein Spiel f\u00fcr Turmnovizen, aber ich zweifelte, da\u00df eine Kerze das reinste Licht machte\u2026<\/p>\n<p>Ich war nicht lange im Turm gewesen und hatte dort eigentlich nur als \u00dcberwacher gearbeitet. Meine Gabe machte mich daf\u00fcr zu einem idealen Kandidaten\u2026 aber nach dem ich einen ersten Blick auf den gro\u00dfen, halb zerst\u00f6rten Kristall wagte, war mir klar, das niemand von uns ihn allein beherrschen konnte. Daf\u00fcr war er zu gro\u00df.<\/p>\n<p>Yarid untersuchte ihn und wir lie\u00dfen die Huren herbringen, die in dieser Taverne ihr Brot verdienten, in dem sie Geschlechtskrankheiten verbreiteten.<br \/>Bislang hatte ich sie zwar gesehen, war aber zum ersten Mal in den Genu\u00df gekommen, von gleich zwei Frauen \u201astreng\u2019 bewacht zu werden.<br \/>Sie hatten mich in Ruhe gelassen, was mir nur lieb war\u2026<br \/>Leisten konnte und wollte ich mir sie eh nicht. 100 Sekal trug nicht mal ich in meinem S\u00e4ckchen mit mir (und es war das Gelds\u00e4ckchen eines Comyn).<br \/>Viel wichtiger aber war, da\u00df diese Frauen blaue Kristalle an ihrem Hals trugen. Sie behaupteten es w\u00e4ren Erbst\u00fccke ihrer Gro\u00dfmutter\u2026<\/p>\n<p>Yarid forderte sie ein, versprach sie nur untersuchen und dann zur\u00fcckgeben zu wollen\u2026<br \/>Still sa\u00df ich daneben und h\u00e4ufte Nahrhaftes in meinen Mund.<br \/>Derweil las Corran den Brief\u2026<br \/>Die Frauen r\u00fcckten die Steine heraus und Yarid begann sie mittels seiner Harfe zu untersuchen. Wie er das genau machte wu\u00dfte ich nicht, aber da auch Lyondri dabei sa\u00df und er in Hali sicher einiges gelernt hatte, vertraute ich ihnen.<\/p>\n<p>Corran verlie\u00df den Raum\u2026 hastig a\u00df ich zu Ende und ging ihm nach. Etwas war nicht in Ordnung\u2026<br \/>\u201eDer Brief.\u201c, sagte er mir schlie\u00dflich. \u201eIch kann nicht hierbleiben. Wenn ich bleibe\u2026 dann\u2026\u201c Mir wurde eiskalt als ich ihn ansah. \u201eFionn\u2026 wenn ich hierbleibe werde ich euch alle t\u00f6ten. Die dunkle Macht!\u201c<br \/>Ich sch\u00fcttelte den Kopf. Corran war schon l\u00e4ngst kein d\u00fcnner Beh\u00e4lter aus Haftfeuer mehr. Er war um so vieles st\u00e4rker geworden seit wir uns kannten\u2026<br \/>\u201eH\u00f6r auf damit. Du wirst uns nicht t\u00f6ten\u2026\u201c<br \/>\u201eIch denke schon. Es w\u00e4re m\u00f6glich.\u201c<br \/>M\u00f6glich war alles, aber Corran redete Unsinn. Er w\u00fcrde mich niemals mehr angreifen\u2026 und schon gar nicht seine Frau, Rakhaila oder das Kind. Corran hatte selbst Kinder\u2026 und eine h\u00f6llische Angst vor seiner Gabe.<br \/>\u201eDu wei\u00dft genau, ich kann dich besch\u00fctzen!\u201c Meine schmalen H\u00e4nde griffen nach seinen Armen. Ich zog ihn an mich.<br \/>\u201eKannst du?\u201c Er hatte Zweifel\u2026<br \/>\u201eCorran, ich brauche dich hier. Du bist stark.\u201c Ich schluckte trocken. \u201eIch\u2026 Wenn es stimmt was in diesem Brief steht, dann wird es dauern bis zum Sonnenuntergang. Bis dahin bin ich wieder voll auf der H\u00f6he. Ich schaff das\u2026\u201c Es f\u00fchlte sich nicht an, als k\u00f6nnte ich ihn \u00fcberzeugen. Aber er mu\u00dfte es. Er mu\u00dfte mir vertrauen\u2026 und normalerweise war das kein Problem. Jetzt aber war ich mir selbst nicht sicher\u2026 doch Corrans Furcht war nur ein weiterer Ansporn. Ich w\u00fcrde ihn nicht einfach ziehen lassen.<br \/>\u201eWarte bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. Wenn ich dann keine L\u00f6sung wei\u00df\u2026 dann lasse ich dich ziehen\u2026\u201c Auch wenn wir dann alle sterben w\u00fcrden, vielleicht, wenigstens Corran w\u00fcrde seiner tiefsten Angst entkommen. Wieder griff ich nach ihm und es war mit gleich, wer es sah. Wir brauchten den Halt aneinander\u2026<br \/>Corran nickte schlie\u00dflich, aber seine Miene war voller Trauer, als ich ihn verlie\u00df.<\/p>\n<p>Als ich in die Schankstube zur\u00fcckkam, war Yarid mit dem Beobachten der Steine soweit, da\u00df er sich sicher war, da\u00df die Schmucksteine der Huren zu dem zerbrochenen Stein pa\u00dften. Er glaubte es fehle noch etwas\u2026 aber sicher war er sich da nicht.<br \/>Ich belie\u00df es vorerst dabei seinen Vermutungen zu glauben.<br \/>Die Steine wurden weder Puck noch den leichten M\u00e4dchen zur\u00fcckgegeben. Castamir junior sperrte sie in seinen D\u00e4mpfer, und dieser wurde sicher verstaut.<\/p>\n<p>Ich schonte meine Kraft und stopfte mir an Nahrung in den Hals was mit auch immer \u00fcber den Weg kam. Ich w\u00fcrde bei Kr\u00e4ften sein ehe die Sonne unterging. Corran w\u00fcrde nicht fliehen m\u00fcssen\u2026 und wer immer um Hilfe bat, ich lehnte jedes Gesuch ab. Corran stand \u00fcber den meisten Dingen in meinem Leben und ich hatte ihm meine Gabe verpf\u00e4ndet.<\/p>\n<p>Ich bestellte mir etwas Warmes zu trinken und Milch f\u00fcr den Kleinen. Gestern Abend hatte Laertes ein wenig Bauchweh gehabt, aber heute war er mit seiner kleinen Welt wieder zufrieden\u2026 Es beruhigte mich den Jungen zu halten und ihn mit Milch zu f\u00fcttern.<br \/>Ich liebte ihn wie mein eigen Fleisch und Blut.<br \/>Seiner Mutter Not, in den Tagen des Krieges, hatte mich dazu bewogen sie in Schutz zu nehmen und damit war es mir auch jetzt noch sehr ernst\u2026 Ich hatte sie und das Kind lieb gewonnen und auch wenn wir alles andere als eine gew\u00f6hnliche Ehe f\u00fchren, sie sind mir wichtig geworden in den letzten Monaten. Ich w\u00fcrde nicht abwarten bis irgendeine dunkle Macht ihnen das Leben nahm. Ich w\u00fcrde f\u00fcr sie k\u00e4mpfen\u2026<br \/>Ich dr\u00fcckte den strampelnden Knaben an mich, atmete tief durch und \u00fcbergab ihn schlie\u00dflich in die H\u00e4nde seines Gro\u00dfvaters. Nicht nur Bande des Blutes machten eine Familie aus...<\/p>\n<p>Abermals sortierte mein Kopf die Worte des Briefes und langsam kam mir in den Sinn, was es zu tun galt. Viele Dinge spielten dabei zusammen\u2026 und noch mehr m\u00fc\u00dften zusammenfinden um das Ende abzuwenden\u2026<br \/>Den Himmel im Blick, die nicht mehr lang auf sich wartende Abendd\u00e4mmerung genau im Auge, lief ich und suchte die Menschen zusammen, die vielleicht als einzige helfen konnten.<\/p>\n<p>Da war der junge Castamir, dessen Talent uns vielleicht alle hier zusammengetrieben hatte. Schlechtes Wetter gab es reichlich, aber ich bezweifelte, da\u00df dies das einzige war, was er verrichten konnte. Er kam gradewegs aus einem Turm\u2026<br \/>Ich suchte ihn auf und gemeinsam \u00fcberlegten wir, welche Kr\u00e4fte aufzubieten waren.<br \/>Lord Aldarans Gabe war gro\u00df und gut ausgebildet, ebenso wie die meine. Aliciane, die ihre Kr\u00e4fte nicht oft benutzte, aber wenn, dann verstand sie auch damit umzugehen.<br \/>Corran\u2026 das vertagte ich auf sp\u00e4ter.<br \/>Merryl Castamir, ein eher schwacher Telepath, aber er w\u00fcrde sicher nicht unt\u00e4tig bleiben.<br \/>Rakhaila\u2026 sie stand noch am Anfang ihrer Ausbildung und h\u00e4tte nicht viel lernen k\u00f6nnen, aber sie war stark. Ihre Kraft und der Wille das Kind zu retten, darauf konnte man bauen.<br \/>Yarid Ruyven, Bastardsohn derer von Ardais. Nicht zu untersch\u00e4tzen. Er mochte nicht viel \u00fcber seine Gabe wissen, aber er wu\u00dfte sie einzusetzen\u2026 und seine Harfe war eine tatkr\u00e4ftige Hilfe.<br \/>Corran\u2026 nein, noch nicht.<br \/>Puck!<br \/>Puuuuuuck!<br \/>Ja\u2026 da war etwas gewesen. Gestern schon. Dereck, der Wirre, hatte behauptet er habe Laran gesp\u00fcrt, Puck hatte behauptet der Tippelbruder habe ihn geheilt. Ich vertr\u00f6stete Lyondri und seine \u00dcberlegungen \u00fcber reines Licht und hinderliche Wolken am Himmel auf sp\u00e4ter, und machte mich auf den kleinen, seltsamen Mann zu suchen.<br \/>Ich erwartete ein langes und umst\u00e4ndliches Gespr\u00e4ch als ich ihn fand, denn die meisten Gemeinen haben mit Laran nicht viel zu tun, und wenn, dann erz\u00e4hlen sie nicht gerne dar\u00fcber.<br \/>Doch das Kerlchen war sehr bereitwillig, erkl\u00e4rte mir, er habe sogar in einem Turm gedient\u2026<br \/>\u201eWir werden dich brauchen. Ich wei\u00df noch nicht wie, aber dein Stein\u2026 wenn wir ihn den reparieren k\u00f6nnen, k\u00f6nnte uns helfen\u2026\u201c<br \/>Er nickte dazu und willigte ein.<br \/>Wie wir aus diesen Menschen einen Kreis formen sollten, ob all der Widerst\u00e4nde, war mir noch nicht klar. Aber es war ein d\u00fcnner Schimmer Hoffnung am Himmel\u2026<br \/>\u2026 er wurde gr\u00f6\u00dfer als die meisten, die ich fragte ob sie zu helfen bereit w\u00e4ren, nickten.<\/p>\n<p>Fehlte noch einer\u2026 Corran\u2026<\/p>\n<p>Corran hatte ich bislang und aus gutem Grund noch nicht gefragt.<br \/>Aber wo war er?<br \/>\u201eEr ist in seinem Zimmer und packt\u2026\u201c<br \/>So ein Idiot\u2026<br \/>Meinte Lyondri nicht, das reine Licht k\u00f6nnten die vier Monde sein.<br \/>Heute Nacht sollten sie erscheinen\u2026<br \/>Egal, selbst wenn es nicht die Monde waren. Corran war nicht die Wurzel allen \u00dcbels.<br \/>Ich st\u00fcrmte die Treppe hinauf, fand ihn dort\u2026 und versuchte ihn davon abzuhalten, davon zu laufen. Aliciane war auch da, ebenso wie Rakhaila, aber egal was wir auch sagten er war nicht davon zu \u00fcberzeugen, seine Satteltaschen wieder hinzulegen.<br \/>\u201eIch werde euch nicht t\u00f6ten\u2026\u201c Er wiederholte es wie ein Mantra immer und immer wieder\u2026<br \/>\u201eNein, das wirst du nicht. Hier sind andere M\u00e4chte am Werk\u2026\u201c<br \/>Castamirs traten nun ebenfalls ein. Was auch immer sie hier zusuchen hatten\u2026 sie verhinderten, da\u00df ich dazu verfiel Corran auf Knien anzuflehen.<br \/>Sie lenkten ab und brachten Corran dazu wieder den Tatsachen ins Gesicht zu sehen.<br \/>Lyondri wirkte geknickte und schuldbewu\u00dft\u2026 und machte sich Vorw\u00fcrfe. Sicherlich nicht ganz zu unrecht aber Corran brachte es auf einen Punkt, den niemand besser h\u00e4tte treffen k\u00f6nnen.<br \/>\u201eDu bist wie ich!\u201c, raunte er mit rauher Stimme.<br \/>\u201eAye\u2026\u201c Es war ein bedr\u00fcckender Moment und er nahm den Groll gegeneinander.<br \/>Es war nichts als die Wahrheit. Zwei Menschen, die als Waffen erschaffen worden waren und unter dieser Last immer und immer wieder gebrochen wurden.<br \/>\u201eWir brauchen euch beide\u2026\u201c versuchte ich es langsam wieder auf das Ziel zu richten, da\u00df ich mir gesetzt hatte. \u201eGemeinsam haben wir genug Erfahrung um sowohl den Himmel von Wolken zu befreien als auch\u2026\u201c F\u00fcr das was danach kam hatte ich keinen Namen. Nur die verkl\u00e4renden Worte aus dem Text, dem Rezept gegen Albtr\u00e4ume und Angst.<br \/>Die \u00c4hnlichkeit in den Blicken der beiden Erzfeinde, war so eindringlich. Es r\u00fchrte\u2026<br \/>Diese Welt war abgrundtief traurig und achtete niemanden\u2026<br \/>\u201eGemeinsam k\u00f6nne wir es schaffen!\u201c Mein Blick fixierte Corran. Es gefiel ihm nicht, aber ich w\u00fcrde seine Kraft brauchen. Verdammt, w\u00e4re er der Bewahrer eines Kreises, er k\u00f6nnte Hali in Tr\u00fcmmer legen. Er war so stark\u2026 aber er f\u00fcrchtete diese St\u00e4rke.<br \/>\u201eWir werden die Matrix reparieren, wir werden einen Kreis bilden und f\u00fcr den Moment vergessen wer wir sind, wenn wir diese Taverne wieder verlassen\u2026\u201c<br \/>Corran schleppte seine Taschen zu den St\u00e4llen, aber er reiste nicht ab. Er harrte aus\u2026<\/p>\n<p>Der Plan war gefa\u00dft und in Worte gepackt, nun mu\u00dften nur noch die Handlungen folgen.<br \/>Yarid fand sich schnell dazu bereit noch einen weiteren Blick auf Pucks Matrix zu legen.<br \/>Andere versuchten herauszufinden wo genau er sie gefunden hatte\u2026 wo sie herkam.<br \/>Es wurde dunkler. Die Sonne war nicht zusehen, aber wir wu\u00dften uns lief die Zeit davon.<br \/>Yarid und ich untersuchten die Matrix, auch Aldaran kam dazu und wir stellten rasch fest, das l\u00e4ngst nicht genug der alten Form gefunden worden war\u2026 doch wo die Reste waren wu\u00dften wir auch nicht und zerbrachen uns dar\u00fcber lange, viel zu lange den Kopf. Niemand hatte einen Hinweis, niemand wu\u00dfte etwas\u2026<br \/>Samuel, ein mir fremder Gast, setzte sich zu uns, sah mit Neugier zu und erz\u00e4hlte, da\u00df dies alles, die dunklen Gestalten, der Stein\u2026 ihn an eine alte Sage erinnerten.<br \/>Doch einen Hinweis hatte er auch nicht wirklich.<br \/>W\u00fcrden wir doch noch scheitern?<\/p>\n<p>Da kam der blonde Geck in den viel zu feinen Kleidern und brachte eine Kiste mit. Diese hatte er irgendwo\u2026 wo auch immer, ich wei\u00df es jetzt wirklich nicht mehr, ausgegraben.<br \/>Das Ding war gut verschlossen\u2026<\/p>\n<p>Ich schickte die kleine Tanzmaus, irgendein zartes Wesen, das der Sturm hereingeweht hatte aus, mir Kupferdraht zu besorgen. Wir w\u00fcrden ihn brauchen, denn\u2026 irgendwie mu\u00dften die Bruchst\u00fccke ja wieder zusammengesetzt werden. Sie nickte, w\u00e4hrend sich um das K\u00e4stchen und sein vermaledeites Schlo\u00df eine Traube hilfsbereiter Leute sammelte.<br \/>Unruhig lief ich auf und ab\u2026 versucht den Kasten mit einem Hammer zu zerschlagen, damit er endlich aufging. Mir brannte das sinkende Sonnenlicht unter den N\u00e4geln.<br \/>Letztendlich \u00f6ffnete eine Person das Schlo\u00df, mit der ich nie gerechnet h\u00e4tte\u2026<br \/>Rakhailas Finger waren die ersten von zwei Dutzend, die es schafften. Die zarten Finger einer Frau. Meiner Frau! Ich freute mich. Ein kurzer, erleichterter Moment, voller Stolz.<\/p>\n<p>Dann machten wir uns \u00fcber das K\u00e4stchen her.<br \/>Steine waren darin, Materialien f\u00fcr ein Gitter, doch die meisten der Steine waren aus Glas\u2026<br \/>Mir rutschte das Herz in die Hose. Wir brauchten die ganze Matrix, soviel wie von dem Sternenstein nur zu finden war\u2026 und nun war der D\u00e4mpfer der die anderen Steine hielt wieder verschwunden.<br \/>Nach unsere Untersuchung hatten wir ihn wieder in der K\u00fcche, dort wo er auch zuvor schon gewesen war, verborgen. Nun war er nicht zu finden.<br \/>Ich wand mich an die Menge\u2026 ich war mir sicher, da\u00df keiner der Comyn ihn genommen hatte. Aber manchem Bauern, irgendeinem der Luder mochte nicht klar sein was er dort gestohlen hatte.<br \/>\u201eWer immer den kleinen Kasten genommen hat, er wird keine Freude daran haben. Ich habe ihn selbst versiegelt und niemand au\u00dfer mir wird ihn \u00f6ffnen k\u00f6nnen!\u201c Ich sah sie der Reihe nach an, aber die meisten wirkten ratlos\u2026<br \/>Herr des Lichts\u2026<br \/>Vielleicht war es die Verzweiflung die eine der Huren, die Mutter aller Huren, zumindest war sie im entsprechenden Alter, auf den Plan rief. Sie glaubte Informationen zu haben, schlich sich hinaus\u2026 und kurz darauf kam Titania die Wirtin herein und brachte den Kasten.<\/p>\n<p>Von Eile getrieben machten wir uns erst einmal daran, das Gitter zu fertigen. Die Matrix mu\u00dfte warten bis auch der Rest noch auftauchte.<br \/>Ich st\u00f6hnte und fummelte mit ein paar Fetzen Kupferdraht und Yarids tatkr\u00e4ftiger Hilfe das Matrixgitter zusammen. Wenigstens etwas, das vielleicht noch bis zum Einbruch der Nacht fertigwurde\u2026 wenn es den hielt und nicht st\u00e4ndig unter unseren Fingern wieder zerbrach. Ich war nicht geschickt genug\u2026 f\u00fcr gew\u00f6hnlich halten meine H\u00e4nde Schwerter, nicht d\u00fcnnste Materialien. Zum wiederholten Male zerbrach das filigrane Gestell vor unseren Augen\u2026 und auch die Matrix war noch nicht geflickt.<br \/>\u201eIch brauche mehr Kupferdraht\u2026\u201c Meine H\u00e4nde zitterten und drau\u00dfen wurde es Dunkel.<br \/>Wir w\u00fcrden nicht rechtzeitig fertigwerden.<br \/>Irgendwann tauchte dann doch noch die kleine Mestra auf und \u00fcberreichte weiteren Draht. Es wurde dadurch nicht weniger m\u00fchsam\u2026 aber irgendwann hielt das Gestell. Die Glassteine nutzen wir als weitere Leiter. Sah richtig h\u00fcbsch aus\u2026<\/p>\n<p>Die Nacht kam\u2026 oder eher, sie war da, als ich mich vom Tisch erhob. Es fehlten immer noch die Brocken. Yarid blieb an dem Gitter sitzen, wenn es jetzt noch jemand zerst\u00f6rte w\u00fcrde wohl alles zu sp\u00e4t sein.<br \/>Ich sp\u00fcrte die Anspannung, mein Nacken schmerzte und doch niemand wu\u00dfte wo sich noch blaue Kristalle finden lie\u00dfen\u2026 und pl\u00f6tzlich\u2026 ich traute meinen Ohren nicht, wurde \u00fcberall gefl\u00fcstert di Asturien habe die Steine.<br \/>Bitte was?<br \/>Nichts dergleichen hatten wir. Warum auch\u2026<br \/>Ich sch\u00fcttelte den Kopf, aber ehe ich weiter Bauern durch die Gegend schubste, sollten wir wohl sicher sein wirklich nicht im Besitz der Steine zu sein.<\/p>\n<p>In meinem Gep\u00e4ck fanden sie sich nicht, auch nicht in unserem Zimmer. Ich bat z\u00e4hneknirschend Rakhaila darum Laertes aus seiner Windel zu zerren. Der einzige Ort an dem wir noch nicht nachgesehen hatten.<br \/>Nichts\u2026<br \/>Ich rannte die Treppe hinauf um in Corrans Zimmer zu sehen. Auch dort war nichts. Es war nichts als ein l\u00e4cherliches Ger\u00fccht\u2026 bis Corran sein Kissen l\u00fcftete. Da lag ein Beutel\u2026<br \/>Ausgerechnet bei Corran der vor Matricen \u00e4hnlichen Respekt, wenn nicht nackte Furcht, hatte, wie vor der roten Robe eines Bewahrers.<br \/>\u201eSie werden mich alle f\u00fcr einen Verr\u00e4ter halten...\u201c, murmelte er.<br \/>\u201eWerden sie nicht. Warum auch\u2026\u201c Ich hatte keine Zeit in lange zu tr\u00f6sten. Wir brauchen den Stein.<br \/>Wieder die Treppe hinab, das S\u00e4ckchen entleert und angefangen zu Puzzeln.<br \/>Drau\u00dfen war es mittlerweile tiefschwarze Nacht, aber vielleicht waren Lyondris Wolken nun doch ein Segen. Meine Linke, die schon lange nicht mehr viel taugt, wurde steif dabei die Br\u00f6ckchen zusammen zu halten, immer wieder fiel eines heraus und es dauerte subjektiv unendlich viel Zeit bis wir den Stein zusammengesetzt hatten.<br \/>Nun w\u00fcrden wir versuchen m\u00fcssen ihn hinauszubringen\u2026 und ich w\u00fcrde auch noch einen Kreis leiten m\u00fcssen.<br \/>Dem Herr des Lichts sei dank, ich wei\u00df nicht, wie ich es fertigbrachte mich auch nur halbswegs zu beruhigen.<br \/>Wir setzen uns in den Kreis\u2026 und Corran \u00f6ffnete mir seinen Geist\u2026 Ich war kein Bewahrer. Mir fehlte die Kraft dazu. Corran hatte sie\u2026<br \/>Seine Kraft, mein Verstand. Wir w\u00fcrden es schaffen.<\/p>\n<p>Puck, dem keiner der \u00fcbrigen vertrauen wollte blieb als \u00dcberwacher au\u00dfen vor\u2026 Castamir vertraute eher mir als dem armen Kerlchen. Ich wei\u00df nicht wirklich, ob man darauf stolz sein kann.<br \/>Vorsichtig bettete ich die zerbrochene Matrix im Gitter\u2026 und oh Wunder, sie schlo\u00df sich von selbst wieder. Vielleicht war das der Moment, an dem ich genug Mut sch\u00f6pfte. Wir waren au dem richtigen Weg, die G\u00f6tter standen uns bei.<br \/>Wir schlossen uns zusammen und dann wandten wir uns Lyondri zu. Die Wolken mu\u00dften fort, nun wollten wir das Licht der Vier Monde sehen\u2026<br \/>Es gelang und ich konnte die Erleichterung des Jungen f\u00fchlen, als w\u00e4re es meine.<br \/>Nun\u2026 zum letzten gro\u00dfen Schlag.<br \/>Die Schattengestalten mu\u00dften entschwinden\u2026 wohin auch immer sie gekommen waren.<br \/>\u201eIn die tiefe, dunkle Nacht bringt der Stein das reinste Licht\u2026\u201c Es sah aus, als h\u00e4tten wir es geschafft. Wir waren nah dran. Ich konnte die Gesichter der D\u00e4monen sehen\u2026 ich wu\u00dfte, sie w\u00fcrden verschwinden. Nur noch ein letztes Mal unsere gerichtete Kraft in den Stein schicken.<br \/>Dann w\u00fcrde Dunkelheit zu Licht werden\u2026 oder auch nicht.<br \/>Die Dunkelheit um uns wurde heller, aber nicht Licht, sondern Nebelverhangen. Mein Kopf f\u00fchlte sich leicht und es war schwer zu sagen wo ich anging, Merryl aufh\u00f6rte und Rakhaila begann. Wir waren eins\u2026 und doch wieder nicht.<br \/>Irgend etwas ging hier nicht mit rechten Dingen zu. Pl\u00f6tzlich war da Schmerz\u2026 Unruhe kam von Au\u00dfen. Der Nebel nahm uns die Sicht. Nur nicht wanken\u2026 niemand hatte hoffen k\u00f6nnen es w\u00fcrde einfach werden.<br \/>\u201eBleibt zusammen, l\u00f6st euch nicht\u2026\u201c Wir fa\u00dften uns in der Oberwelt an der Hand, hielten uns und ich rang um die Kontrolle\u2026 Sie mu\u00dfte mir schon vorher entglitten sein.<br \/>Der Kreis brach\u2026<\/p>\n<p>Mein K\u00f6rper verkrampfte sich, Schmerz \u00fcberall nur Schmerz und ich h\u00f6rte die Schreie von Menschen an denen mein Herz hing. Es war hei\u00df, dann wieder eiseskalt und niemand da\u2026<br \/>Ich starb\u2026<br \/>Corrans Stimme dr\u00f6hnte mir in den Ohren, aber was geschah konnte ich nicht sagen. Meine Sinne schwanden dahin und nichts mehr f\u00fchlte ich au\u00dfer Schmerz\u2026 und Trauer. Aliciane, Rakhaila, Joric\u2026 sie alle w\u00fcrden mit mir sterben. Wir hatten den Kampf verloren. Es war vorbei\u2026 und Laertes w\u00fcrde niemals gro\u00df werden, nie laufen lernen, nie ein Pferd reiten\u2026<br \/>Wir hatten unser Leben eingesetzt, damit gespielt. Wir hatten es verwirkt.<\/p>\n<p>Ich erwachte, den Kopf im Scho\u00df einer s\u00fc\u00dfen kleinen Magd. Ein Gesch\u00f6pf wie ein Engel\u2026<br \/>Ich war ziemlich benommen und wei\u00df bis jetzt nicht wie mir geschah\u2026 Beta, die Tochter Titanias kam hinzu, jemand legte mir eine Decke um die Schultern. Ich sah mich um, w\u00e4hrend die kluge Wirtstochter meine H\u00e4nde verband. Verbrannt waren sie. Ich hatte mitten im Kreis gesessen und als er zerplatze hatte ich den gr\u00f6\u00dften Teil der Energieentladung abbekommen\u2026 Ich war kein Bewahrer. Ich war nie einer gewesen.<br \/>Tr\u00e4ge, kaum in der Lage mich zu regen sah ich mich um\u2026 Rakhailas Stimme h\u00f6rte ich, ich sah Aliciane, Joric\u2026 Corran\u2026<br \/>Ich sank zur\u00fcck und versuchte meine Gedanken zu ordnen. Helfende H\u00e4nde brachten Wasser und S\u00fc\u00dfes.<\/p>\n<p>Nein, wir hatten nicht gesiegt, aber f\u00fcr den Moment hatten wir die Schatten von diesem Ort vertrieben. Sie mochten wiederkommen, aber uns w\u00fcrden sie nicht mehr bekommen um sich an unsere Angst zu laben\u2026 Es war vorbei. Zumindest f\u00fcr den Moment.<br \/>An diesem Mittwinter w\u00fcrde Titanias Kupferkessel nicht von Zandrus D\u00e4monen verschlungen werden.<\/p>\n<p>Ich hievte mich grade, ein wenig erholt, wenn auch nicht wirklich bei Kr\u00e4ften, auf die F\u00fc\u00dfe, als Rakhaila entsetzt aufschrie. \u201eLaertes! Das Kind ist weg\u2026\u201c<br \/>\u201eVerdammt!\u201c Castamirs sa\u00dfen noch, und die letzte die ich mit dem S\u00e4ugling gesehen hatte war die Hebamme gewesen. Sie w\u00fcrde doch unser Kind nicht\u2026<br \/>Ich st\u00fcrmte los. Dicht gefolgt von Corran, Rakhaila und Aliciane\u2026 im Haus trennten wir uns, durchsuchten die Zimmer, rannten\u2026<br \/>Ernsthaft, wenn ich w\u00fc\u00dfte woher ich die Kraft dazu nahm. Ich wei\u00df es heute nicht mehr\u2026<br \/>Mich peitschte die Angst. Es konnte doch nicht sein, da\u00df wir jetzt doch noch\u2026<br \/>Im Ballsall h\u00f6rte ich Aliciane w\u00fctendes Gebr\u00fcll.<br \/>Sie hatte den Entf\u00fchrer Dingfest gemacht. Aber hergeben wollte er das Kind nicht\u2026 und ich konnte weder meinen Dolch noch den Kerl fassen mit H\u00e4nden die bis auf rohes Fleisch verbrannt waren. Gn\u00e4dige Avarra, er brauchte den Knaben nur fallen lassen und sein Werk war vollbracht\u2026<br \/>Wir trieben ihn in die Enge und als er sich m\u00fchselig herauszureden versuchte.<br \/>Aliciane war es schlie\u00dflich die ihn fa\u00dfte\u2026 das Kind fiel ihn meine ausgestreckten Arme.<br \/>Heldenhafte Frau, Corran hatte die einzig richtige Frau sich gefunden.<br \/>Rakhaila st\u00fcrzte zu mir, nahm das Kind und weinte bitterlich\u2026 Ich zog sie in meine Arme\u2026<\/p>\n<p>Jetzt sitze ich hier, ordne meine Gedanken und kann kaum fassen, da\u00df wir heil aus all dem wieder entkommen sind. Meine H\u00e4nde schmerzen noch, aber das wird vergehen und die Narben die zur\u00fcckbleiben werden, werden mich immer gemahnen weniger leichtfertig zu sein.<br \/>W\u00e4ren wir daheim geblieben w\u00e4re all dies nicht passiert.<br \/>Jorics Wunde, von einem der Ya-M\u00e4nner die den Kreis wohl angegriffen hatten w\u00fcrden letztlich von Yarid geheilt\u2026 und Yarid, der vor einem Jahr von Corran wegen Verrats zum Vogelfreien erkl\u00e4rt wurde, wurde begnadigt. Ich wei\u00df nur nicht, ob er seine h\u00fcbsche Dame wiedergefunden hat. Nach dem Kreis schien sie verloren\u2026<br \/>Er wollte auch mir helfen, aber ich lehnte ab. Die Spuren des Kreises lagen tief in seinen Augen, er war ersch\u00f6pft und ich hatte meine Strafe wohl verdient\u2026 Jetzt, wo er nicht l\u00e4nger ein Ge\u00e4chteter ist k\u00f6nnen wir vielleicht Freunde werden. Ich hoffe darauf\u2026 Nein, ich w\u00fcnsche es mir. Er hat ein gutes Herz und eine verschwiegene Seele. Eer sollte endlich Menschen finden, die das wissen und darauf bauen.<\/p>\n<p>Meine Familie hat das Inferno \u00fcberlebt, aber nicht alle kamen mit heiler Haut davon.<br \/>Puck, der hilfreiche, geistreiche und flinke Kerl hat seine gro\u00dfz\u00fcgige Hilfe das Leben gekostet\u2026 und auch Rafait und einige andere haben die Nacht des Mittwinters nicht mehr erlebt. Ihrer Tapferkeit ist es, der ich mein Leben verdanke\u2026<br \/>Ich werde sie nicht vergessen\u2026 und danke den G\u00f6ttern, da\u00df ich das Kind, das ich an Sohnesstatt angenommen habe, aufwachsen sehen darf.<\/p>\n<p>Es war das stillste Mittwinterfest, da\u00df ich je erlebt habe, aber es gab selten einen Moment an dem ich so dankbar war. Jeder Atemzug war ein kleines Fest f\u00fcr sich\u2026 und etwas Herzhaftes zu Essen war wie ein Weltwunder. Kuchen, Rosinen, Brat\u00e4pfel, Nu\u00dfriegel\u2026 das alles ist f\u00fcr eine lange Zeit von meinem Speiseplan gestrichen.<br \/>In eine Schlacht zu ziehen ist vielleicht nicht besser, aber es erscheint mir leichter.<br \/>Ehrliche Waffen schlagen Wunden\u2026 aber sie zerschlagen keine Seelen.<br \/>Auf weiteres soll es keine Schlachten geben. Wir sind still nach GreenScarp zur\u00fcckgekehrt und fanden unsere Grenzen ruhig. Castamir regt sich nicht\u2026 vielleicht\u2026 ich m\u00f6chte es nicht beschreien, wird der kleine Funke entgegenkommen in der Abgeschiedenheit von Titanias Kupferkessel der Anfang einer Ann\u00e4herung sein. Lyondri w\u00e4re es zu w\u00fcnschen. Soll er erstmal erwachsen werden, seine Gabe unter Kontrolle bringen, um ein M\u00e4dchen freien\u2026<br \/>Wenn es nach mir ginge\u2026 mich w\u00fcrde es nicht st\u00f6ren. Wenn ein f\u00fcr alle Mal Ruhe w\u00e4re, dann k\u00f6nnten auch Laertes und der kleine Joric in Frieden gro\u00df werden\u2026<\/p>\n<p>Castamir kackt in seine Latrine, wir in die unsere\u2026 und wenn der alte Hastur das auch tut, dann k\u00f6nnte es vielleicht doch noch ganz nett werden. Aber drauf vertrauen kann man leider nicht.<\/p>\n<p>Fionn di Asturien<\/p>\n<p>The End<\/p>\n<h3><a name=\"bett\"><\/a>\"Eine Bettgeschichte\" v. Rafaith Scott<\/h3>\n<p>\u201eSuchst du Arbeit?\u201c<br \/>Sei die Gestalt auch noch so undurchsichtig, die erste Antwort muss \u201eJa\u201c lauten, wenn man die Nacht unter einem Dach, vielleicht sogar in einem warmen Federbett, an der Seite einer weichen Frau verbringen will.<br \/>Und also sagte ich ja, als mich an diesem Abend eine zwielichtige, Akzentsprechende, aber \u00fcberaus freigiebige Gestalt ansprach. Gemeinsam wurden wir an der Pforte der Herberge von einem aufmerksamen Stallburschen begr\u00fc\u00dft und gleich zum Wirt, Mestru Oberon wie wir erfuhren, vorgelassen. Kritisch be\u00e4ugte uns beide, meinen \u201eAuftraggeber\u201c, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt aber auch rein gar nicht wusste, was mich der n\u00e4chste Dienst kosten w\u00fcrde und mich selbstverst\u00e4ndlich, denn auf einer langen Reise leiden nicht nur Kleidung und Anstand\u2026mein Geruch muss tragische Ausma\u00dfe angenommen, wenn gleich sp\u00e4ter die holde Weiblichkeit\u2026aber das kommt, wie gesagt\u2026sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Eingelassen, aufgew\u00e4rmt und doch noch nicht mit einem Bett gesegnet, aber man sollte den Abend nicht vor der Nacht verdammen, denn vieles was im Dunkeln geschehen mag, zahlt sich im ersten Morgenlicht aus.<\/p>\n<p>Die Verhandlungen mit meinem Auftraggeber gestalteten sich schwierig, denn ich war an einen vorsichtigen Mann geraten, der mir nur nach und nach den Grund mich zu verdingen Preis gab. Also blieb mir nichts anderes \u00fcbrig, auch in anderen Richtungen mein Heil, also mein Bett, zu suchen.<br \/>Der Wirt gab mir Arbeit\u2026eine Grube f\u00fcr\u2026nun\u2026jeder hat Bed\u00fcrfnisse. Ich grub also, was die aufgew\u00e4rmten Muskeln hergaben und nach gut einer Stunde, in der sich die Herberge bedenklich f\u00fcllte, hatte ich mir mein erstes Bett verdient und 2 Sekal obendrein. Ja, meine Freunde, das erste Bett in einer Reihe von verdienten Betten, die mir eigentlich h\u00e4tten die M\u00f6glichkeit geben m\u00fcssen, ein kleines Gesch\u00e4ft aufzuziehen, in dem ich mein Bett tageweise vermieten w\u00fcrde. Doch es kam anders.<\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend meiner heroischen, weil kalt, Plackerei trafen Dereck und ich auf einander. Oder viel mehr n\u00e4herten wir uns immer weiter an und Stunden vergingen, bevor ich seinen Namen erfuhr. Ein abgerissener, elender und verwirrter Zeitgenosse, dem das Leben mehr als schlecht mitgespielt hatte. Von Altonland sei er gekommen, so reimten Puck, der Stallbursche von der Pforte, und ich es uns zusammen. Sicher waren wir jedenfalls nie, wen wir da vor uns hatten. Dereck sei Bauer gewesen, seine Familie tot und der vai dom habe ihn beauftragt bei den Hasturs in Thendara Hilfe zu erbitten. So oder \u00e4hnlich zumindest h\u00e4tte die Geschichte, die er stammelnd und verworren vortrug, lauten k\u00f6nnen.<br \/>Aber so wichtig ihm dieser Auftrag war, schien uns doch sein unmittelbares Wohl viel wichtiger zu sein. Ich begann also den Plan zu legen, ein zweites Bett zu erarbeiten.<\/p>\n<p>Mein Auftraggeber, in einem seiner weniger verschlossenen Momente, versprach mir f\u00fcr meine noch kommenden Dienste\u2026na sicher\u2026ein Bett und Kupfer obendrein. Wenn ich verschwiegen und gut mit dem Schwert sei\u2026was ich immer gewesen bin, denn Rafaith kann alles, dann w\u00e4re ich sein Mann. Meine Zusage brachte mir zun\u00e4chst noch ein gutes Getr\u00e4nk und eine warme Mahlzeit ein.<br \/>Mein zweites, nicht nur in Aussicht gestelltes Bett, erhielt ich dann, als mein Auftraggeber starb und Puck und ich ihn verscharrten und dem Wirt so viel Aufsehen und \u00c4rger ersparten.<br \/>Wie aber starb mein Auftraggeber?<br \/>\u201eSeht ihr da vorne den Barden?\u201c Ich nickte. \u201eIhn wollen wir.\u201c<\/p>\n<p>Ich erspare euch des weiteren das Gespr\u00e4ch, f\u00fchrte ich es doch so, das meine Zieren, meine Vorsicht nur noch st\u00e4rker wurden und nur weiteres Kupfer mich doch noch \u00fcberzeugen konnten und\u2026.wenn mans recht bedenkt, ist jeder sich selbst der N\u00e4chste und wer ein Bett f\u00fcr die Nacht sucht, der muss schon mal \u00fcber Leichen gehen und in manchen N\u00e4chten auch mit ihnen.<br \/>Der Auftrag begann, leichter als erwartet, endete jedoch mit zerschundenen und verbrannten H\u00e4nden.<br \/>Ich hatte Dereck mitgenommen, denn schlie\u00dflich brauchte er noch ein Bett und zwei M\u00e4nner waren kr\u00e4ftiger als einer, um sich des Barden anzunehmen. Dieser war zu der Zeit als wir ankamen bereits bewusstlos und lag mit seiner Harfe danieder. \u201eHebt ihn auf und bringt ihn nach drau\u00dfen\u201c, so lautete also der Auftrag. Doch noch bevor wir die Hand erheben konnten schlug eine unsichtbare Ohrfeige uns selbst hin und Minuten waren wir starr und ohne rechte Besinnung. Es klingt alles so unglaubw\u00fcrdig und so verworren\u2026es liegt nicht an meiner Erz\u00e4hlung, denn es trug sich so zu und welchen Grund h\u00e4tte ich zu l\u00fcgen. Als wir wieder zu uns kamen sprach der Barde mit Dereck und schickte ihn hinaus, dieser ging, wie unter einem Bann. Ab hier wei\u00df ich selbst kaum noch etwas. Nur Bruchst\u00fccke, die mir Schmerzen in die H\u00e4nde treiben. Wir versuchten den Barden zu \u00fcberw\u00e4ltigen, ihm zun\u00e4chst die Harfe zu entwenden, doch eben dieser verbrannten wir uns die Finger, auch durch schweres Tuch hindurch war die Harfe noch hei\u00dfer als ein Topf auf dem Feuer. Mein Auftraggeber reichte mir ein Seidentuch und hier war die Hitze deutlich geringer und so trugen wir ihn nach drau\u00dfen. Dereck, der nun zwar immer noch verwirrt, aber ohne Zauber war, kam hinzu und verdiente sich sein Bett. Doch Schock schwere Not, just als wir drau\u00dfen waren, griffen uns die Ya-M\u00e4nner an und mein Auftraggeber, den zu besch\u00fctzen unter anderem auch meine Aufgabe gewesen war, starb. Erschlagen von diesem Vogelvolk. Ich vertrieb sie mit ausladenden Schwertschwingen.<br \/>Ja, ich Rafaith, der K\u00e4mpfer und Retter aller. Hatte ich daf\u00fcr ein nicht Bett verdient?<br \/>..und ich bekam es im \u00dcberfluss. Der Wirt, zum Schlachtfeld hingelaufen, gab den Auftrag die Leiche fort zu schaffen und zu vergraben, ohne Aufsehen und schweigsam. Dies brachte schlussendlich Dereck einen Platz in der Scheune ein, immerhin und mir das zweite Bett.<\/p>\n<p>Jetzt l\u00e4sst man sich Gelegenheiten nicht entgehen und was h\u00e4tte es ihr noch gen\u00fctzt. Bevor wir also die Leiche in die Grube lie\u00dfen, die ja noch von meiner Arbeit am Abort vorhanden war, filzte ich sie und nahm an mich, was sich verwerten lie\u00df. Die Geldkatze war gut gef\u00fcllt. Dies war dann schon Bett drei und vier. Langsam begann der Abend erfolgreich zu werden.<\/p>\n<p>Nach getaner Arbeit nahm ich Dereck mit in die Taverne, wir hatten uns beide ein warmes Bier verdient, doch noch bevor es dazu kommen konnte, wurde Dereck schon wieder hinaus gef\u00fchrt. Der Wirt war unerbittlich, wenn gleich ich sagen muss, das er wohlwollender mit Dereck umging, als ich dachte. Nichts desto trotz regte ich mich ma\u00dflos auf und lautstark noch dazu. Vielleicht fand sich in der gut gef\u00fcllten Taverne noch jemand, der auf der Seite eines gebeutelten Mannes stand und so Dereck zu einem warmen Platz verhelfen konnte.<br \/>Doch weit gefehlt\u2026ich hatte das Gef\u00fchl, das bald in Reih und Glied G\u00e4ste und Oberon an meinen Platz kamen und mich auf gutes Benehmen hinwiesen, was mich noch w\u00fctender machte, denn zeugt es von gutem Benehmen jemanden bei dieser K\u00e4lte im Stall schlafen zu lassen, auch wenn er bestialisch stank, wie Dereck es wohl tat? Nein, das zeugt nicht von gutem Benehmen und bevor ich eines meiner Betten f\u00fcr diese Nacht auch noch verlieren w\u00fcrde, gab ich mich geschlagen und trank mein Bier alleine.<\/p>\n<p>Wenige Zeit sp\u00e4ter drang vom Nebentisch ein eigenartiger Geruch her\u00fcber und ich konnte nicht widerstehen einen Blick darauf zu werfen. Nun, vielmehr muss ich l\u00e4ngere Zeit darauf gestarrt haben, denn man bemerkte meinen gierigen Gesichtsausdruck und da der Mestra zu meiner Rechten der Fra\u00df wohl nicht schmeckte, \u00fcberlie\u00df sie ihn mir. Ich dankte, auch ihrem Mann, den ich bereits als Mestru Finn kennen gelernt hatte und begann die Fischpastete zu verspeisen. Ein Genuss kann ich euch sagen, auch wenn ich von meinen Reisen nicht immer gute Erfahrungen aus Temora gemacht hatte. So kam es, wie es kommen musste, ich verschluckte mich j\u00e4mmerlich an einer Gr\u00e4te und wenn Mestru Finn nicht einen Griff an meinen K\u00f6rper getan h\u00e4tte, so w\u00e4re ich l\u00e4ngst nicht mehr euer Rafaith und die Geschichte dieses Abends w\u00fcrde nie erz\u00e4hlt werden. Ich \u00fcberlebte knapp und r\u00f6chelte, spuckte noch einige Zeit, was mich f\u00fcr kurze Zeit der Aufmerksamkeit aller versicherte. Noch bevor ich dem Wirt ans Leder gehen konnte, um durch diesen Fehler seiner K\u00fcche ein weiteres Bett zu ergaunern, ein weiteres Bier hatte man mir schon hingestellt, also noch vor einem weiteren Erfolg meines Bettengesch\u00e4fts, \u00fcberkam mich ein weiterer Anfall. Hier half mir nun die Frau von Mestru Finn und f\u00fchrte mich sorgsam an die frische Luft.<br \/>Ich atmete bald freier und wollte wieder zur\u00fcck in die W\u00e4rme, denn der Schneefall drau\u00dfen war immens und wir beide waren ohne Mantel. Doch was geschah liebe Freunde..ihr werdet es nicht glauben. Die Mestra begann mich zu umgarnen, sie sah ich an mit ihren funkelnden Augen und trieb mich weiter von der Taverne weg, bis zu einer dunklen Stelle. Jetzt geh\u00f6re ich, die G\u00f6tter wissen es, nicht zu den ganz Dreisten, die alles mit nehmen, was ihnen geboten wird. Nein, Rafaith hat Anstand, so sagen die Leute, doch in jenem Moment, als sich ihr K\u00f6rper an mich dr\u00e4ngte, da war selbst die gute Tat Mestru Finns vergessen und ich gab mich ihr hin. Ein langer nie enden wollender Kuss\u2026..und ein abrupter Ruck, der mich meterweit zur\u00fcck taumeln lie\u00df. Ich sah mich unversehens einem H\u00fcnen von Mann gegen\u00fcber, der mich anschrie und bedrohte. Ja, er zog sogar sein Schwert und drohte mir, es tief in meinem Balg zu versenken, wenn ich nicht von seiner Frau ablie\u00dfe.<br \/>Erst sp\u00e4ter begriff ich, das ich nichts begriff und noch in der Nacht fragte ich mich, wie dieser Berserker mit Mestru Finns Frau in Verbindung stand, ihre Ehre verteidigte und sie die Seine nannte.<br \/>Ich kam auch aus dieser Situation glimpflich davon und ich frage mich immer noch, was geschehen w\u00e4re, wenn ich an den versteckten Dolch an meiner rechten Seite heran gekommen w\u00e4re\u2026nun wahrscheinlich w\u00e4re ich bereits an diesem Abend j\u00e4mmerlich verreckt.<\/p>\n<p>Ich zog mich zur\u00fcck, vorsichtig und beteuernd, nie und nichts unehrenhaftes getan zu haben. In einer solchen Situation kann man nur l\u00fcgen und es geht einem gut von den Lippen. Der H\u00fcne lie\u00df von mir ab und wandte sich wieder der wohlwollenden Mestra zu, deren Namen ich bis auf den heutigen Tag nicht erfahren habe und sicher auch nicht mehr erfahren werde. Sie schrie und rief nach ihrem Liebsten und das sie mich lieben w\u00fcrde, doch mir musste mein Leben lieber sein, wenn auch manchmal die Liebe das Leben ist. Der Kuss jedoch brannte noch lange auf meinen Lippen.<\/p>\n<p>In der Taverne trank ich noch, still f\u00fcr mich, das ein oder andere ergaunerte und leider auch bezahlte Bier. Dieser Abend war zuviel f\u00fcr einen Mann, auch wenn er in seinem Leben schon viel erlebt hatte. 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