{"id":1263,"date":"2012-11-18T21:07:23","date_gmt":"2012-11-18T20:07:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.darkover-con.de\/?page_id=1263"},"modified":"2019-04-22T14:51:06","modified_gmt":"2019-04-22T13:51:06","slug":"berichte-november-2007","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.darkover-con.de\/?page_id=1263","title":{"rendered":"2007 &#8211; Herbst"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Plot zur November Con 2007<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Lord Elhalyn und seine Erben<\/h4>\n\n\n\n<p><strong><em>Vier Monde sind entfloh'n<\/em><\/strong><em><br><strong>Seit ich getrauert hab<\/strong><br><strong>der falbe Wermut gr\u00fcnt schon<\/strong><br><strong>auf meines Herren Grab<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Noch ist Lord Elhalyn nicht gestorben, aber seine Zeit scheint gekommen. Krank und gebrechlich<br>ist er schon seit geraumer Zeit, doch nun kann er nicht mal mehr sein Bett verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fleisch verdorrt, die Augen werden tr\u00fcb.<br>Seine Kr\u00e4fte schwinden und er sp\u00fcrt dies.<br>M\u00fcde ist sein K\u00f6rper, aber klar ist sein Geist und so hat er nur noch einen Wunsch:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eLasst Freund und Feind, Familie und Volk noch einmal vor mein Angesicht treten.<br>Verabschieden m\u00f6chte ich mich und auch meinen Erben bestellen.\"<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kaum hat Elhalyn diese Worte gefl\u00fcstert, verlassen Boten die Burg und tragen den<br>letzten Wunsch des Sterbenden in alle Richtungen des Windes.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen steht sein Friedensmann auf den Zinnen der Burg und betrachtet die schwindende Weite des Landes vor sich.<br>Liebe und Treue verbinden ihn mit seinem Lord.<br>Doch so sehr er ihn in der Vergangenheit auch immer bedingungslos unterst\u00fctzte,<br>so zweifelt er jetzt doch an eben jenem letzten Wunsch.Freund und Feind? Gemeines Volk?<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Herr war schon immer furchtlos gewesen, aber gerade jetzt h\u00e4tte er sich ein friedliches<br>und w\u00fcrdevolleres Ende f\u00fcr ihn gew\u00fcnscht. Friedlich w\u00fcrde es mit Sicherheit nicht werden,<br>wenn sogar Elhalyns Feinde ungestraft durch dieses Tor reiten w\u00fcrden.<br>Als h\u00e4tten sie nicht schon genug Probleme und als w\u00fcrden die Aasv\u00f6gel nicht bereits abwartend und lauernd um den Lord kreisen...<\/p>\n\n\n\n<p>Der Friedensmann sch\u00fcttelt leise den Kopf. Dunkle Wolken \u00fcberziehen den Himmel und es scheint ihm,<br>als w\u00e4re eben dies das Zeichen nahenden Unheils.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wohlan, Vorbereitungen mussten nun getroffen werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong> Und der Friedensmann wendet sich ab, um zum letzten Mal seinem Herrn zu dienen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eingeladen seid nun Ihr, um dem Lord von Elhalyn die letzte Ehre zu erweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Comyn, Freund oder Feind, oder einfaches Volk. Alle seid Ihr eingeladen, um einen letzten Blick<br>auf den Sterbenden zu werfen und sich von ihm zu verabschieden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Out-Time Infos<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Beginnen wird der Plot am Freitagabend, um dann den Samstag \u00fcber fortgesetzt zu werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Folgende Einschr\u00e4nkungen sind zu bedenken:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Ihr gemeines Volk spielt, wird es m\u00f6glicherweise dazu kommen, dass Ihr vom Hauptplot nicht<br>viel mitbekommt, bzw. Ihr im Spielverlauf von den Comyn nicht beachtet werdet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber: der Plot wird diesmal auf einer Burg spielen und diese Burg braucht nat\u00fcrlich auch<br>Bedienstete, die sich um das Wohlergehen der angereisten Comyn k\u00fcmmern.<br>F\u00fcr diejenigen, die vielleicht nicht so eng in das eigentliche Spielgeschehen integriert<br>werden m\u00f6chten, w\u00e4re so ein Charakter wohl entsprechend.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jene, die gern spielen und sich aktiv am Spielgeschehen beteiligen m\u00f6chten, sollten demnach&nbsp; eher einen Comyn spielen.<br><\/strong><br>Zur Auswahl stehen Euch alle hohen Familien Darkovers.<br>Nat\u00fcrlich auch die Familie Elhalyn. Familie soll ja schlie\u00dflich ebenfalls dabei sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Da man sich auf Darkover kennt, wird es wie im letzten Plot auch, von uns eine<br>Charakterzusammenstellung geben, die jedem zugemailt werden wird.<br>Viel Spa\u00df bei der Erstellung eurer Charaktere und auf ein gutes Gelingen des Plots<br>w\u00fcnschen euch<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bredhya<\/strong> und <strong>Levin<\/strong><\/p>\n\n\n<h2><span style=\"color: #993300;\">November Con 2007 - Berichte<br \/><\/span><\/h2>\n<p>Hier findet ihr die Berichte der Cons, die die im Forum gepostet wurden.<\/p>\n<p><a href=\"#ras\">Erz\u00e4hlung Rascard di Asturien<\/a><br \/><a href=\"#lo\">Erz\u00e4hlung Lorett Elhalyn \u2013 di Asturien<\/a><br \/><a href=\"#hay\">Erz\u00e4hlung Hayden Elhalyn<\/a><br \/><a href=\"#li\">Erz\u00e4hlung Linnea Aillard<\/a><br \/><a href=\"#rhi\">Erz\u00e4hlung Rhianna Ridenow<\/a><br \/><a href=\"#al\">Erz\u00e4hlung Alastair Leynier<\/a><br \/><a href=\"#ky\">Erz\u00e4hlung Kyria<\/a><br \/><a href=\"#rc\">Erz\u00e4hlung Reeth Caldason<\/a><br \/><a href=\"#sn\">Stellungnahme Bea Syrtis zu Reeth Caldason<\/a><br \/><a href=\"#die\">Die Ehre des Hauses Aillard<\/a><br \/><a href=\"#mac\">MacArans Aufbesserung der Reisekasse<\/a><br \/><a href=\"#4\">fast 4 Hochzeiten und (k)ein Todesfall<\/a><br \/><a href=\"#zan\">Rechtsstreit Avarra \u2013 Zandru<\/a><\/p>\n<h3><a name=\"ras\"><\/a>Erz\u00e4hlung Rascard di Asturien<\/h3>\n<p>Offener Brief von ihrer Hoheit Rascard di Asturien<br \/>An Corran di Asturien von Greenscarp und Fionn di Asturien,<br \/>versandt nach dem Tode Beltrans von Elhalyn.<\/p>\n<p>Lieber Onkel Corran, lieber Fionn,<\/p>\n<p>Ich habe meine Gemahlin sicher nach Asturias zur\u00fcck gebracht und bin wirklich erleichtert die heimischen H\u00fcgel wieder zu sehen. Denn was sich auf Burg Elhalyn zutrug, \u00fcberstieg alles was ich jemals erlebt habe.<br \/>Wie wir alle nur zugut gelernt haben, bringt der Tod eines Familienoberhauptes immer das schlechteste in den Menschen zu Tage. Wie hungrige Kyorebni \u00fcberfliegen sie das Aas und hoffen alle darauf sich den gr\u00f6\u00dften Teil dabei herauszuschneiden... doch was an den Gestaden des Wolkensees geschah \u00fcbertraf selbst den Krieg zwischen Br\u00fcdern, der einst Asturien in Bann schlug.<\/p>\n<p>Verwahrlosung und Verfall waren es, was meine Augen zuerst wahrnahmen als wir das Stammhaus meiner Frau erreichten.<br \/>Elhalyn wirtschaftete ab\u2026 kein Vergleich zudem was wir vor zwei Jahren dort vorgefunden hatten. Die bl\u00fchende Dom\u00e4ne, der Haushalt, alles schien mit dem Lord zu siechen. Niemand nahm an seiner statt, das Ruder in die Hand und hielt die Ehre der Familie und ihre Gastfreundschaft aufrecht.<br \/>W\u00e4hrend Beltrans zweite Frau, Gabriella, sein Friedensmann und der Heiler vollauf damit besch\u00e4ftigt schienen des alten Mannes wirren Geist in Zaum zu halten und doch damit \u00fcberfordert waren, d\u00fcmpelte das Personal vor sich hin und alles in allem war der Empfang, vor einigen Vertretern der Dom\u00e4nen und der versammelten Familie, mehr als peinlich.<\/p>\n<p>Beltran verstieg sich dazu gleich dreimal in kurzer Folge einen Erben zu benennen.<\/p>\n<p>Zuerst seinen Erstgeborenen, Rafael, Loretts \u00e4ltesten Bruder.<br \/>Der Mann war von Kummer um seine geliebte Frau gezeichnet und schien zuerst sicherlich nicht f\u00e4hig den festen Stand der Elhalyns auf der Erde zu vertreten. Aber wenigstens widersprach er nicht, als Beltran gleichzeitig seine Verheiratung mit Linnea Aillard anbahnte.<br \/>Es war ein Anfang und sicherlich w\u00fcrden wir ihm helfen k\u00f6nnen ihn an seine Pflichten zu erinnern und seinen R\u00fccken zu st\u00fctzen. Doch kaum waren erste Schritte dahin gemacht, als Beltran ein weiteres Mal, verwirrt und tattrig erschien\u2026<\/p>\n<p>Hayden Elhalyn, Elhalyns Paradiesv\u00f6gelchen, der zwitschernde Lyriker aus Thendara, der von Politik Zust\u00e4nde bekommt und von Diplomatie Ausschlag.<br \/>Eine sehr gute Wahl.<br \/>Ehrlich, ich w\u00e4re fast vom Stuhl gekippt.<br \/>Ich kann mir nicht vorstellen, da\u00df Beltran, als er noch klaren Verstandes war, jemals diesen Mann f\u00fcr sein Erbe in betracht gezogen hatte, zumal es ein mehr als offenes Geheimnis war, das sein einziger Sohn Coryn die Erbfolge f\u00fcr Hastur antreten sollte.<br \/>Seine Frau Adriana Hastur, sorgte erst einmal daf\u00fcr, das er nicht gleich in Ohnmacht viel.<br \/>Schadensbegrenzung schien das einzige, was wir einstweilen tun konnten.<\/p>\n<p>Nicht viel, angesichts dessen, da\u00df Beltran Elhalyn noch ein weiteres Mal erschien und dieses Mal Aric, den einzigen Sohn seiner zweiten Frau Gabriella nach vorne rufen lie\u00df.<br \/>Das Chaos schien sich zu komplettieren und es wirkte auf mich, als wurde Beltran sein Laran benutzen, als er einen Vormund f\u00fcr das schwellenkranke und nicht vollj\u00e4hrige j\u00fcngste Kind zu bestimmen gedachte. Er stierte mich an\u2026 und ich sp\u00fcrte im Bauch einen tiefen Groll gegen diese ganze Situation. Diplomatie hin oder her, ich w\u00fcrde protestieren, sollte er meinen Namen nennen. Nichts gegen Aric, er schien mir wie viele junge Leute, formbar und sicherlich willig, aber wer wu\u00dfte zu sagen, ob er die n\u00e4chsten Stunden \u00fcberstehen und in welcher Form die Donas der Familie in treffen w\u00fcrden? Eine seltsame Vision hatte er bereits gehabt\u2026 Ich war mehr als skeptisch.<br \/>Mein Name fiel nicht. Beltrans Blick schwenkte um auf die Leute neben mir und schlie\u00dflich war es Lord Alton, dem er diese B\u00fcrde auferlegte.<\/p>\n<p>Mein Moment zum Protest war vertan, meine Chance dahin, aber ich wei\u00df was meine Familie von mir erwartet. Noch einmal w\u00fcrde es nicht geschehen... um unseres Bundes willen, f\u00fcr den ich Lorette einst zur Frau nahm, Elhalyn musste stark und autark bleiben.<br \/>Fionn glaubt jetzt sicher, da\u00df es auch Trotz war der sich in mir regte. Sicherlich, Cousin, auch der war da...<br \/>Ich ertrage doch keine zehn Jahre Ehe ohne einen Hauch von N\u00e4he, und sehe dann getrost dabei zu, wie der einzige Gewinn, den dieser Bund mit sich brachte, davon schwimmt.<br \/>Elhalyn brauchte einen Erben aus den eigenen Reihen, keinen der eine Marionette einer anderen Familie war wie Aric, keinen dessen Donas ihn schwach und beeinflussbar machten wie Hayden.<\/p>\n<p>Rafael erschien mir immer noch die beste Wahl. Liebeskummer ist eine Schw\u00e4che die sich niemand von uns leisten kann... blieb zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob er f\u00e4hig war der Belastung standzuhalten.<\/p>\n<p>Dom Elhalyn schlief ersch\u00f6pft auf dem Canap\u00e9 ein, vor allen Augen\u2026<br \/>Selbst wenn mir nichts an dem alten Mann gelegen h\u00e4tte, was nicht so war, denn ich erinnerte ihn immer noch als einen weisen Herrn, zu dem mein Gro\u00dfvater ganz zurecht Freundschaft gehalten hatte, so war es immer noch emp\u00f6rend.<br \/>\u2026 und Lorett litt stumm und still, als w\u00e4re sie nicht sie selbst.<br \/>Ich traute meinen Augen kaum, wie ver\u00e4ndert meine Frau pl\u00f6tzlich war. Sie trauerte still und half wo sie nur konnte, dem arg gebeutelten Ruf Elhalyns wiederherzustellen.<br \/>Wo blieb ihr arrogantes Gehabe? Wo ihre Verachtung? Ihr eitler Stolz?<br \/>Ein einziges Mal sah ich es aufblitzen\u2026 und dieses Mal mit Fug und Recht.<\/p>\n<p>Dom Elhalyn war wieder erwacht und empfing nun seine j\u00fcngste Tochter Keshiara, die aus dem Turm von Hali angereist war. Der jungen Frau in ihrer Begleitung hatte ich bislang keine Beachtung geschenkt und nur am Rande mitbekommen, da\u00df diese Begegnung zweimal unterbunden worden war.<br \/>(Ja, ich habe mir Arielles Worte zu Herzen genommen und sicherlich nicht vor meiner Frau unter dem Dach ihrer eigenen Familie Schande zu bereiten\u2026 au\u00dferdem war das M\u00e4dchen, Sophia Snow wie ich sp\u00e4ter erfuhr, eher reizlos. Dem h\u00fcbschen \u201aN\u00fcsschen\u2019 h\u00e4tte man etwas Besseres gew\u00fcnscht, einen ordentlichen Mann z.B.)<br \/>Keshiara trat recht ruhig vor ihren Vater und verk\u00fcndete dann mit einiger Vehemenz das diese Frau, ihre Frau sei. Es gab keine verkleideten Worte, keinen Versuch es sachte und besch\u00f6nigend zu tun. \u201eMeine Frau, meine Lebensgef\u00e4hrtin!\u201c<br \/>Das Lord Elhalyn ob dieser Schande aus der Haut fuhr ist wohl keine Frage.<br \/>Er erhob sich, schrie seine Tochter an\u2026<br \/>\u2026 und brach zusammen.<br \/>Tot.<\/p>\n<p>Welch ein Abgang. Vielleicht mu\u00dfte es so passieren, bei solchen Kindern.<br \/>Lorett schrie ihre Schwester an, gab ihr, so glaube ich, sogar eine Ohrfeige\u2026 Gabrielle kreischte Boshaftigkeiten.<br \/>Ein wunderbares Bild einer wunderbaren Familie, ungeschminkt und ungesch\u00f6nt vor den Augen derer von Aillard, Ridenow und Alton.<\/p>\n<p>Als erstes, kaum das der Leichnam gen Kapelle gebracht war, schnappte ich mir meine Frau und redete ihr all die Tugenden ein, die sie mir selbst vorwarf nicht zu besitzen. Sie mu\u00dfte Fassung bewahren, konnte sich nicht l\u00e4nger gehen lassen\u2026 au\u00dferdem gab es keine Tintenf\u00e4sser, B\u00fccher und Federn mit denen sie h\u00e4tte werfen k\u00f6nnen.<br \/>Keshiara geh\u00f6rte der Hintern versohlt, aber das mu\u00dfte warten bis die unruhige Lage gekl\u00e4rt war. Elhalyn brauchte jetzt sofort einen Mann, der die Geschicke lenkte.<br \/>Es war kein Platz f\u00fcr Trauer, Wut und Verzweiflung... ein einziges Mal in der Geschichte musste Elhalyn stark sein. Lorett fasste sich, erinnerte sich ihrer Pflichten und auch meine Mahnung, sie solle nicht vergessen, das ihre geliebte Ziehmutter nicht ihre leibliche Mutter war, schien zu fruchten.<br \/>Ich h\u00e4tte gar nicht gedacht, das Lorett so schnell mitdenken kann...<\/p>\n<p>Ist der Erbe nicht testamentarisch festgelegt und die Benennung durch den Lord selbst lie\u00df alle Fragen offen, so bleibt nur die Familie die sich zusammenraufen mu\u00df, und geeint einen Namen benennt.<br \/>Also schickte ich Lorett an die Seite ihrer Schwester um einstweilen den Streit beizulegen und mit Hayden reichten ein paar kurze Worte. Er wollte sicherlich nicht erben\u2026<br \/>Rafael stand dieser Platz seit seiner Geburt zu und er zeigte sich in diesem Moment weder unwillig noch schwach.<br \/>Er sagte es in den gleichen Worten, die ich eines Tages verwenden w\u00fcrde.<br \/>\u201eMein Leben lang dazu ausgebildet und vorbereitet ist dies mein Platz!\u201c<br \/>Richtig. Keinen Kommentar mehr w\u00fcrdig und es w\u00e4re ein leichtes gewesen ihn hier und jetzt zu best\u00e4tigen, w\u00e4re da nicht Gabriella gewesen.<br \/>Sie stichelte gegen Keshiara, betonte die Unf\u00e4higkeit Rafaels, seine Schw\u00e4che, seine Gem\u00fctschwankungen, sie brachte vor, da\u00df es auch noch einen anderen Erben geben w\u00fcrde.<br \/>Alan Alton, Sohn von Javanne Alton-Elhalyn, Loretts Tante.<br \/>Sie brachte sogar ein Dokument, aber\u2026 mal ehrlich\u2026 da stand genau das drin, was wir eh gerade tun wollten. Das Pergament war mindestens 35 Jahre alt\u2026 und besagte nur, da\u00df Alan erben solle, solange Beltran keinen eigenen Erben gezeugt hatte.<br \/>Aber Rafael stand hier, leiblicher Sohn Beltrans von Elhalyn und bereit sein Erbe anzutreten.<\/p>\n<p>Rafael beschwichtigte seine Ziehmutter, versuchte es ihr zu erkl\u00e4ren, aber sie lie\u00df nicht nach immer und immer wieder von dem Bund mit Alton zu sprechen\u2026<br \/>Es war nervenzerrei\u00dfend und g\u00e4nzlich unpassend wie diese Frau sich verhielt.<br \/>W\u00e4re ich an Rafaels Stelle gewesen, ich h\u00e4tte ihr einfach den Mund verboten.<br \/>Kein Wunder, das Elhalyn, w\u00e4hrend Beltrans Erkrankung, den Kadarin hinunterging. Ich wage zu behaupten, da\u00df es sich dadurch von der aus Alton stammenden Lady Elhalyn nur leichter an ihrer Verwandtschaft aus Armida verschachern lie\u00df.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich, ich glaube es lag an einem weitern Schub der Schwellenkrankheit bei Aric, verschwand Domna Elhalyn dann doch einmal... und nun hie\u00df es schnell handeln.<br \/>Beltrans vier \u00e4ltesten Kinder, geboren von Lenette Elhalyn, setzten sich eilig zusammen und verfa\u00dften einen Brief ganz \u00e4hnlich dem, den Beltran hinterlassen hatte.<br \/>Keshiara, ganz n\u00fctzliche Leronis und nicht mehr das fatale Weibsst\u00fcck, da\u00df seinen Vater schockierte und t\u00f6tete, wob einen Zauber um unser tun. So blieb es allen Spionen verwert, etwas davon zu bemerken.<br \/>Hayden bewies, das ein Schreiber und Dramatiker nicht schreiben kann\u2026 aber letztlich stand dort, schwarz auf wei\u00df und von sechs Unterschriften best\u00e4tigt, da\u00df Rafael sich als neuen Lord Elhalyn sah, da\u00df Coryn, Haydens Sohn sein Erbe sein w\u00fcrde, solange er keinen eigenen Sohn hatte\u2026<br \/>Das Schreiben wurde gesiegelt und einstweilen verborgen.<\/p>\n<p>Alastair Leynier informierte dar\u00fcber, das Lady Aillard der Ehe zwischen Rafael und Linnea zugestimmt hatte, schr\u00e4nkte aber ein, da\u00df die Eheschlie\u00dfung erst stattfinden k\u00f6nne, wenn die Lady, zur Zeit im Kindbett liegend, wieder bei Kr\u00e4ften sei.<br \/>Es w\u00e4re besser gewesen eine andere Braut zu finden, zumindest um sich abzusichern.<br \/>Damiselas fanden sich bald und Hayden und ich streunten aus um mal vorsichtig abzutasten ob die Damen vielleicht bereit, und wenn ja, wie ihre Loyalit\u00e4t zu Elhalyn aussehen w\u00fcrde.<br \/>Bei den Aillards so hie\u00df es, und ich glaubte Haydens und Keshiaras Worten, da\u00df es dort generel Schwierigkeiten bei Geburten hab.<br \/>Ellemir Alton war zu fest mit ihrer Sippe\u2026 die irgendwo im Hintergrund gegen uns intrigierte, verbandelt. Zumindest erschien es uns so.<br \/>Am Ende hielt ich Bea Syrtis f\u00fcr die beste Wahl.<br \/>Jung genug noch einige Kinder zu geb\u00e4ren, h\u00fcbsch und lebensfroh, zwar als Pflegetochter der Altons aufgewachsen, aber sich durchaus bewu\u00dft, welchen Aufstieg sie mit dieser Ehe machen w\u00fcrde\u2026 und was nicht zu verachten war, nicht schon durch dutzende Ehen und Blutvermischungen mit den Elhalyn verbunden. Angesichts Haydens Leid mit seiner Gabe, die ihn auch an diesem Abend nicht in Ruhe lie\u00df\u2026 (Und ich wei\u00df einfach nichts Besseres als eine kr\u00e4ftige Ohrfeige, damit er wieder zu Verstand kommt), Arics seltsamen Visionen w\u00e4hrend seiner Erkrankung\u2026 und Rafaels Gem\u00fctsschwere\u2026 Keshiaras seltsames Temperament.<br \/>Ich erinnere mich noch, da\u00df mein Vater die Ausz\u00fcge aus den Zuchtb\u00fcchern gr\u00fcndlich studierte ehe er eine Eheschlie\u00dfung befahl. Seine Wahl gefiel mir nicht, aber schaden wollte er dem K\u00f6nigreich sicherlich nicht. Ich wei\u00df nicht ob Caleb und Miranie so gesund w\u00e4ren, wenn seine Wahl anders ausgesehen h\u00e4tte\u2026 zumindest deshalb bin ich froh um Lorett.<\/p>\n<p>Rafael informierte seine Mutter und sehr gl\u00fccklich war sie nicht dar\u00fcber, da\u00df wir ohne sie gehandelt hatten. Sie kam wieder damit, da\u00df ein fester Bund zur Sippe der Alton das Beste w\u00e4re. Sie schleppte sogar den kleinen Aric aus dem Bett, damit er teilhaben konnte an den Entscheidungen, die wir l\u00e4ngst getroffen hatten.<br \/>Bislang hatte ich an Gabriella nie etwas auszusetzen, au\u00dfer das sie gerne glauben wollte, da\u00df zwischen mir und Lorett tiefe Liebe bestand. Aber langsam erh\u00e4rteten sich meine Zweifel und bei der ersten Gelegenheit verlie\u00df ich das diplomatische Parkett, mit dem Gef\u00fchl im Bauch, da\u00df es manchmal doch leichter ist, sein Schwert zu ziehen und f\u00fcr Ruhe zu sorgen.<br \/>Nicht wahr Corran?<\/p>\n<p>Einstweilen suchte ich ein wenig Ruhe, ein bi\u00dfchen Zeit zum Nachdenken und\u2026 etwas Kr\u00e4ftiges zu Trinken. All dies fand ich bald\u2026 und noch ein wenig mehr\u2026<\/p>\n<p>Irgendwann tauchte Lorett vor mir auf, ihr Gesicht noch immer von den Strapazen und dem Kummer gezeichnet.<br \/>\u201cIch mu\u00df gleich noch mal mit dir reden!\u201c<br \/>Ich verdrehte die Augen. Ich kannte diesen Tonfall zu gen\u00fcge. Vermutlich hatte ich aus ihrer Sicht wieder alles falsch gemacht, zu sehr \u00fcber ihre Mutter gest\u00e4nkert, ihrem Vater nicht genug Respekt erwiesen, sie selbst nicht genug hofiert\u2026<br \/>Ich z\u00e4hlte insgeheim schon meine Schandtaten dieses Tages um mich auf einen Streit am Rande der Gesellschaft gefa\u00dft zu machen. Es wurde eine lange Nacht werden, vermutlich eine, die ich wieder Mal auf dem Ottomanen unsere Suite zubringen durfte.<br \/>Hatte ich irgendeiner Damisela zu tief in die Augen geblickt?<br \/>War mir ein Wort entglitten, da\u00df Lorett nicht h\u00f6ren wollte?<br \/>Ich wu\u00dfte es nicht\u2026<br \/>Sie trug ein kleines Sch\u00e4lchen mit Leckereien als ich hinter ihr herging, und w\u00e4hrend ich auf eine Predigt wartete, begann ich daraus zu futtern, nur um ihr zu zeigen, wie unschuldig ich mich f\u00fchlte. Ich war mir wirklich keiner Schuld bewu\u00dft. Ich hatte mich den ganzen Tag anst\u00e4ndig und loyal verhalten\u2026<br \/>\u201eDann jetzt gleich!\u201c Ich stand auf ging neben ihr her, dorthin, wo uns niemand sah\u2026<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df gar nicht wie ich es sagen soll\u2026\u201c Tr\u00e4nen schwammen in ihren Augen und ich runzelte recht verdutzt die Stirn\u2026<br \/>Was soll ich sagen, ich war bla\u00df vor erstaunen.<br \/>Ihr beide kennt Lorett, ihr kennt mich.<br \/>Zuerst dachte ich noch es l\u00e4ge an ihrer Trauer. Sie hatte oft geweint an diesem Abend, verst\u00e4ndlicher Weise. So wie sich alle hier betrugen, da\u00df war Lorett nicht gewohnt. Diese ruppigen Worte, all der Streit. Zu Hause flennt sie schon los, wenn ihre Frisur nicht so sitzt wie sie es w\u00fcnscht.<br \/>Dazu die Trauer im ihren Vater\u2026<br \/>Loretts Tr\u00e4nen an diesem Tag, waren ehrliche Tr\u00e4nen gewesen. Ebenso wie ihre Wut ehrlich war und die Verzweiflung. Die Person die ich dort heute gesehen hatte kannte ich nicht.<\/p>\n<p>Vorsichtig sah ich sie an. \u201eSag es einfach. Ich rei\u00dfe dir nicht den Kopf ab\u2026\u201c Meine G\u00fcte war ich pl\u00f6tzlich tapfer. Nein, um ehrlich zu sein, w\u00e4re ich am liebsten davon gerannt.<\/p>\n<p>\u201eIch verstehe es nicht,\u201c sagte sie z\u00f6gerlich. Ich wartete.<br \/>\u201eWas verstehst du nicht?\u201c<br \/>\u201eDu warst heute so lieb zu mir\u2026\u201c<\/p>\n<p>Ich verfiel in erstaunte Starre\u2026 und in meinem Kopf sammelten sich Momente. Ich hatte mir nicht viel dabei gedacht, aber sie hatte recht. Ich war lieb zu ihr gewesen. Ich h\u00e4tte sie weder ge\u00e4rgert noch ausgelacht, noch war ich ihr aus dem Wege gegangen, wie sonst immer.<br \/>Sie ertrug meine N\u00e4he sonst auch nicht so gut\u2026<br \/>Mehrfach, wann immer die Trauer sie zu \u00fcberrollen drohte hatte ich sie einfach in den Arm genommen. Vorsichtig und distanziert, aber immerhin\u2026 und wenn sie meine Hand gebraucht hatte, um sich hineinzukrallen und nicht die Kontrolle zu verlieren, dann war sie da gewesen.<br \/>So, als w\u00e4re es nie anders gewesen\u2026<\/p>\n<p>Herr des Lichts, warum hatte sie mich nicht von sich geschoben wie sonst? Wir konnten uns nicht leiden, waren wie Feuer und Wasser.<br \/>Lorett redete weiter, aber keines ihrer Worte blieb in meinem Kopf haften.<br \/>Aber ich wei\u00df noch, da\u00df sie ihren Kopf hob und sich dem meinen n\u00e4herte\u2026 und ich lief rot an, wie ein kleiner Junge. Meine Frau wollte mich k\u00fcssen\u2026 freiwillig?<br \/>Lorett hatte an meiner Schulter geweint, als ihr Vater starb. An meiner!<br \/>Ich zog sie zu mir und gab ihr das, was ihr Blick wollte, was sie nicht aussprechen konnte. Ein wenig Zuneigung ein wenig W\u00e4rme\u2026<br \/>Kaum mehr als ein hauchzartes Antasten war es, wie einst, als sie und ich zueinander ins Bett gelegt wurden. Nur war ich damals wund vor Kummer. Meine Eltern hatten mir das M\u00e4dchen geraubt, dem mein Herz geh\u00f6rte und durch Lorett ersetzt.<br \/>Es war unm\u00f6glich sie zu lieben, es war unm\u00f6glich etwas mehr zu empfinden als elende Pflicht. Sie war mir fremd. Sie blieb es\u2026<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht ob es jetzt anders ist. Ich glaube nicht, da\u00df wir uns jetzt, 10 Jahre sp\u00e4ter wirklich kennen. Aber vielleicht ist es ein Anfang, wenn sie nicht mehr kalt ist und mich blo\u00df ertr\u00e4gt um ihre Pflicht zu erf\u00fcllen.<br \/>Sie ist die Mutter meiner Kinder\u2026 es mag sein, ich erfahre noch, wer sie wirklich ist.<\/p>\n<p>Vielleicht solltet ihr diesen Teil des Briefes nicht laut vorlesen. Ich wei\u00df nicht, was Aliciane und Rakhaila dann von mir denken werden\u2026 aber ich wollte es euch wissen lassen.<br \/>Jetzt wo ich hier sitze und schreibe, glaube ich, da\u00df sich etwas in dieser Nacht ver\u00e4ndert hat. Ein klein wenig zum Bessern. Vielleicht reicht das\u2026 vielleicht bin ich stark und \u201alieb\u2019 genug um es auch f\u00fcr Lorett leichter zu machen bei uns zu leben.<br \/>Mama w\u00fcrde es freuen, aber ihr habe ich noch nichts davon verraten!<\/p>\n<h3><a name=\"lo\"><\/a>Erz\u00e4hlung Lorett Elhalyn \u2013 di Asturien<\/h3>\n<p>Verwandtschaft sucht man sich nicht aus ...<\/p>\n<p>Ich wusste schon l\u00e4nger aus den Briefen meiner Mutter, dass es um meinen Vater nicht gut stand und das sich seine Gesundheit verschlechterte. Doch ich hoffte darauf, dass er die Lebenserwartung so vieler Hastur und Elhalyns teilen w\u00fcrde und dieser Zustand der Verwirrung und Gebrechlichkeit nicht so schlimm war. Es w\u00fcrde verr\u00fcber gehen.<br \/>So traf mich die Nachricht dar\u00fcber, dass er Familie, Freund und Feind zusammen rief, um ihnen vor seinem Ableben noch einmal gegen\u00fcber zu stehen, schwer.<br \/>So schnell es uns m\u00f6glich war, folgten wir dem Ruf meines Vaters. Mein Gemahl Rascard und ich brachen mit eilig zusammen gestelltem Gep\u00e4ck auf. Unser Sohn Caleb protestierte dagegen, dass er bei seinen Gro\u00dfeltern, K\u00f6nig Caleb und K\u00f6nigin Arielle von Asturias, bleiben musste. Doch f\u00fcr eine solch eilige Reise war er selbst mit seinen sieben Jahren noch zu jung. Zudem hatten er und seine kleine Schwester Miranie gerade erst eine b\u00f6se Erk\u00e4ltung \u00fcberstanden. So gab er mir ein Geschenk f\u00fcr seinen Gro\u00dfvater Beltran mit, bei dem er sich vor knapp 2 einhalb Jahren so wohl gef\u00fchlt hatte.<\/p>\n<p>Voller Sorge kamen wir auf Burg Elhalyn an, doch konnte ich nicht sofort zu Vater. Er lag noch danieder und sammelte seine schwindende Kraft f\u00fcr die Versammlung, die er einberufen hatte. Rascard und ich bezogen Quartier und trafen mit meinem Bruder Hayden und seiner Frau Adrianna zusammen. Meinen \u00e4ltesten Bruder Rafael sah ich noch nicht in der Halle, ebenso wenig wie Keshiara oder Aric. Etwas Sorgen machte ich mir auch um Rafael, Mutter hatte geschrieben, dass er nicht mehr der Mann mit dem Lebensmut und Elan war, der er vor dem Tod seiner Frau Marguerida gewesen war.<\/p>\n<p>Ehe ich jedoch Vater oder Rafael sehen konnte erschreckte mich der Zustand unseres Coridoms Jareth. Alt war er schon bei meiner Hochzeit mit Rascard vor zehn Jahren gewesen und auch schon bei unserem letzten Besuch kurz vor Margueridas Tod. Doch nun ... All die Menschen waren zu viel f\u00fcr Jareth und sein fr\u00fcher so wacher Geist konnte die G\u00e4ste nicht mehr an ihre Pl\u00e4tze weisen. Wir Kinder hatten uns nahe der Tafel nieder gelassen und pl\u00f6tzlich sa\u00df auch Aric neben Rascard. Doch Keshiara erblickte ich irgendwo ganz anderes an der Tafel, neben einem Mann, der mir wie der Erbe von MacAran erschien. Neben sich hatte sie eine junge Frau, die sie uns als Sofia vorgestellt hatte ohne ihre Familie zu erw\u00e4hnen.<br \/>Als sich die G\u00e4ste fast gesetzt hatten h\u00f6rte ich Vaters Stimme und die von Jedediah, seines Friedensmannes, der ausrief, dass der Lord erschiene. Rafael entdeckte ich dabei ganz alleine am anderen Tisch nahe der Tafel, blass und mit tiefliegenden Augen. Nur noch ein Abbild seines fr\u00fcheren ichs.<\/p>\n<p>Doch der Schrecken \u00fcber seinen Zustand verging, als ich Vater erblickte. Schwer gest\u00fctzt auf Jedediah und sogar noch auf Mutter brachten sie ihn in die Halle. Seine Kleidung wirkte verwahrlost, genau so wie sein \u00e4u\u00dferes. Niemals zuvor habe ich ihn mit solch wirrem Haar gesehen, die Stimme so laut und voller Alterssturheit. Nichts aus Mutters Briefen hatte mich auf diesen Anblick vorbereiten k\u00f6nnen. Sie wollten ihn in den bequemen Fellsessel am Kamin setzten, wo ein Mann seines Zustandes wohl aufgehoben ist, doch er wollte unwirsch dort wieder heraus und sich an die Tafel setzten.<br \/>Mir kamen die Tr\u00e4nen als ich ihn so sah. Fort war der starke Mann meiner Kindheit, der Mann, der sich aufrecht am Tisch hielt und wusste, was er sprach. Dies hier war ein alter Mann, nur noch ein Schatten seines fr\u00fcheren selbst. Und dennoch so Willensstark, dass er in diesem Zustand Familie, Freund und Feind gegen\u00fcber treten wollte. Langsam und schleichend stieg die Angst in mir auf, dass er vielleicht schon nicht mehr wusste, wie es um ihn stand und niemand sich seinem Willen widersetzten konnte, weil wir ihm alle so viele Jahre gefolgt waren. Ich erkannte die Qualen \u00fcber Vaters Zustand auf Jedediahs Gesicht und in dem betroffenen Schweigen der Anwesenden.<\/p>\n<p>Hayden, der Paradisvogel aus Thendara, zeigte sich wieder vollkommen Piet\u00e4tlos, als er sein kleines Lederb\u00fcchlein z\u00fcckte und fl\u00f6tete, dass dies ja noch dramatischer sei als die Oper in Thendara und er das jetzt niederschreiben m\u00fcsse. Am liebsten h\u00e4tte ich ihm einen F\u00e4cher an den Kopf geworfen. Adrianna brachte ihn aber schnell dazu, dass er dies unterlies. Vielleicht hat auch mein Zischen geholfen. Sicherlich hat er von Rascard einen vernichtenden Blick geerntet, ich hoffe es. Ich hatte Rascard nicht im Blick, da ich mich so sehr auf Vater konzentrierte und mir die Tr\u00e4nen den Blick verschleierten.<\/p>\n<p>Die Worte, die nach seinem Erscheinen gesprochen wurden, sind mir entfallen. Fest in Erinnerung ist mir jedoch geblieben, dass der Heiler, den man Tristan rief und der mir unbekannt war, Vater immer wieder n\u00f6tigte Medizin zu sich zu nehmen. Er tr\u00e4ufelte es in seinen Wein und gab es ihm als Pillen. Meist dann, wenn er in seinen Senilit\u00e4t zu unwirsch wurde. Es machte mir Angst.<\/p>\n<p>Jeden von uns Kindern zitierte er an seinen Tisch. Mit Rafael sprach er ernst, dass es Zeit w\u00fcrde, sich wieder zu verm\u00e4hlen. Ich glaube, Rafael widersprach ihm, doch seine Stimme war matt und leise, nicht mehr fest und klar wie fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Hayden hatte sich sicherlich einen gro\u00dfartigeren Auftritt vorgestellt und vorbereitet. Extra f\u00fcr diesen Anlasshatte er ein Gedicht geschrieben. Vaters Zustand hatte ihn jedoch ganz aus dem Konzept bebracht und er schlug zun\u00e4chst die falschen Zeilen an \u2013 die mehr noch als unpassend waren in der Wortwahl.<br \/>Ich habe Hayden nicht erschlagen, doch mit einem Mal bemerkte ich Rascards Hand an meiner Schulter. Ich h\u00e4tte es nicht gedacht, doch diese Geste von ihm gab mir Kraft Haydens Vorstellung durchzustehen, ohne das ich g\u00e4nzlich vor allen in Tr\u00e4nen ausbrach.<br \/>Hayden fand sein richtiges Gedicht, doch Vater schlief dar\u00fcber ein, wachte wieder auf und verlangte, das Hayden es erneut vortrug. Hayden war wohl mehr als pikiert dar\u00fcber, das Vater seiner Kunst nicht zu w\u00fcrdigen wusste.<br \/>Hiernach rief er mich zu sich. Was fragte er mich? Ich wei\u00df es nicht mehr genau. Nach meiner Ehe? Er sagte ihm, das alles gut sei und er wisse doch, das ich und mein Gemahl zwei Kinder h\u00e4tten. Ich hatte nach seiner Hand gegriffen und er hielt sie fest. Diese Geste gab mir unglaublichen Trost und schmerzte zugleich. Er wusste nicht mehr, was f\u00fcr Enkel er hatte und nur noch wage wie Caleb hie\u00df. Er winkte auch Rascard zu sich. Was er ihm sagte, bekam ich nicht mit, denn ich eilte, um ihn das Geschenk zu geben, das Caleb mir f\u00fcr seinen Gro\u00dfvater mitgegeben hatte.<br \/>\u201eVater, sieh nur was Caleb f\u00fcr dich gemacht hat. Er w\u00e4re so gerne mitgekommen, doch er war noch immer etwas krank.\u201c<br \/>Ich reichte ihm die Schriftrolle. Vater rollte sie auseinander und da war das von Kinderhand gemalte Bild. Unsichere Striche, die Vater mit Schild und Schwert darstellten, wie er die Burg von Elhalyn mitsammt seiner Frau (Grossma Gabri) besch\u00fctzte. Ich konnte es auf Vaters Z\u00fcgen sehen, dass er sich \u00fcber das Bild freute. Doch zugleich wurde er wieder unwirsch und schimpfte, das Caleb seinen Namen falsch geschrieben h\u00e4tte und auch Elhalyn.<br \/>Bild<\/p>\n<p>\u201eVater er ist doch erst sieben. Er kann das alles noch nicht so gut.\u201c<br \/>\u201eDas ist doch keine Entschuldigung meinen Namen falsch zu schreiben\u201c, z\u00fcrnte er. Verzweifelt redete ich ihm die Fehler sch\u00f6n, doch viele Worte kamen mir nicht in den Sinn, um ihn zu bes\u00e4nftigen.<br \/>\u201eEr hat das ganz alleine gemacht und wollte sich nicht helfen lassen, nur f\u00fcr dich, Vater.\u201c Es bes\u00e4nftigte ihn und er l\u00e4chelte wieder etwas. Diese kindliche Vorstellung, das er derjenige war, der ganz alleine die Burg besch\u00fctzte, so wie Caleb es gemalt hatte, gefiel ihm glaube ich. Er nahm das Bild an sich und t\u00e4tschelte es. Er strich mir \u00fcber die Hand und schickte uns wieder fort. Es war nicht leicht. Das n\u00e4chste ist wie ein Nebel f\u00fcr mich.<br \/>Hat er auch Keshi und Aric zu sich gerufen und mit ihnen gesprochen? Ich bin mir nicht sicher. Wieder und wieder griffen Jededhia und Tristan ein, um ihn zu b\u00e4ndigen und im Medizin einzufl\u00f6ssen.<br \/>Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt konnte ich dieses Drama nicht weiter ertragen und entschied, meine Mutter zu unterst\u00fctzen. Sie hatte genug mit Vater zu tun, der sie best\u00e4ndig an seiner brauchte, obwohl dies nicht half, seinen Zustand vor der Welt zu verbergen.<br \/>Ich eilte aus der Halle, um in der K\u00fcche nach dem rechten zu sehen. Die wenigen Dienstboten, die an diesem Abend anwesend waren, taten ihr bestes, um den W\u00fcnschen der G\u00e4ste gerecht zu werden. Doch Vater war wohl fr\u00fcher aufgetaucht, als er es Jareth oder Darren angek\u00fcndigt hatte. Ich dachte an das Ansehen unseres Hauses und tat, was ich niemals zuvor getan h\u00e4tte und wof\u00fcr ich Rascard Aldones wei\u00df was angetan h\u00e4tte, h\u00e4tte er dies von mir in unserem Zuhause verlangt. Ich griff nach den Kr\u00fcgen mit Getr\u00e4nken und eilte \u2013 soweit es mein Kleid zulie\u00df \u2013 damit die Treppen hinauf. Darren nahm mir die Kr\u00fcge ab, ehe ich oben in der Halle ankam und wom\u00f6glich einer der G\u00e4ste sah, was ich dort tat.<br \/>Es war eine Wohltat dort zu helfen \u2013 ein unm\u00f6glicher Gedanke ich wei\u00df \u2013 etwas zu tun, anstatt dort oben tatenlos zu sehen zu m\u00fcssen, wie Vater sich zum Narren machte. Ein wenig stieg in mir die Angst auf, dass er vorgef\u00fchrt wurde. Doch ich hatte keine Ahnung von wem oder weshalb. Ich kannte Vater, wenn er sich etwas in den Kopf setzte, dann tat er das auch.<br \/>Dann war Mutter dagegen einfach machtlos.<\/p>\n<p>Verzeiht, wenn ich die Dinge etwas durcheinander werfe und vielleicht manches Ereignis zu einem falschen Zeitpunkt schildere, als es wirklich geschah. Doch es geschah so viel und die ganze Situation hat mich so mitgenommen, dass die Erinnerungen etwas verworren sind.<\/p>\n<p>Habe ich danach mit Rhianna Ridenow gesprochen? Oder war es sp\u00e4ter? Es war ein kurzes Gespr\u00e4ch. Sie teilte mir mit, dass sie als Vertreterin ihres Bruders, dem Lord von Serrais hier sei. Aber auch, dass sie einst in ihrer Jugend zarte Bande zum Hause Elhalyn gekn\u00fcpft hatte. Doch die Verbindung war verboten worden und ihre Angebeteter hatte eine Verbindung mit dem Hause Aillard eingehen m\u00fcssen. Es klang unglaublich romantisch, auch dass sie niemals einen anderen geheiratet hatte und stattdessen ihr Leben den T\u00fcrmen verschrieben hatte. Ihr Leben f\u00fcr den Dienst an uns anderen.<\/p>\n<p>Von Vater Tafel kamen seine Rufe und er verlangte Aufmerksamkeit. Er rief aus, dass er einen Erben benennen m\u00fcsse. Das verwunderte mich, die ich inzwischen wieder an Rascards Seite sa\u00df. Denn mir war nie in den Sinn gekommen, das jemand anderes als Rafael auf den Thron von Elhalyn folgen sollte. Zeit meines Lebens war er derjenige gewesen, dem die meiste und strengste Erziehung von uns allen angediehen worden war.<br \/>Vater versetzte uns allen einen schrecken, als er Hayden rief. Doch es war \u2013 Aldones sei Dank \u2013 nur ein falscher Alarm. Hayden sollte Rafael zu unserem Vater f\u00fchren. Wenn ich nun so dar\u00fcber nachdenke, wollte er Hayden dazu bringen, seinem Bruder mit dieser Geste den R\u00fccken zu st\u00e4rken? Wie es ein Bruder tun soll?<br \/>Ich habe nicht ganz verstanden, was er mit Rafael nach dieser eher wenig \u00fcberraschenden Ank\u00fcndigung sprach. Aber was mir in Erinnerung blieb und bis an mein Ohr drang, ging wohl erneut darum, dass es f\u00fcr Rafael Zeit w\u00fcrde, sich eine neue Frau zu suchen, um die Linie der Elhalyns zu festigen.<br \/>Ich w\u00fcrde Vater darin nicht widersprechen. Es ist unsere Pflicht, der Familie zu Diensten zu sein. Rafael tr\u00e4gt schwer an Margueridas Tod. Er war in der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Lage, das die Frau, die man f\u00fcr ihn ausw\u00e4hlte, auch die Frau war, die er liebte. Wer unter uns Comyn hat schon dieses Gl\u00fcck?<br \/>Vater rief nach Linnea Aillard, die als Vertreterin ihrer Schwester, der Lady Aillard, zugegen war, nach vorne. Sie w\u00fcrde er mit Rafael verm\u00e4hlen. Vaters Argument, das die beiden sich kannten, war ein Gutes in meinen Augen. Linnea war unsere Pflegeschwester gewesen. Auch wenn sie nicht in dem Alter gewesen w\u00e4re, in der Rafael sich viel mit ihm abgegeben h\u00e4tte.<br \/>Str\u00e4flich habe ich meine Pflegeschwester bei diesem Besuch vernachl\u00e4ssig, kaum drei Worte habe ich wohl mit ihr gewechselt. Doch die G\u00f6tter wollten es nicht anders.<br \/>Rascard scharwenzelte herum und sprach mit den verschiedensten Leuten. Sein Blick wirkte sorgenvoll, doch nahm ich das bei meinen eigenen Sorgen nicht wirklich wahr.<\/p>\n<p>Vater verlangte aus der Halle gebracht zu werden. Gleich danach schien sich die Luft etwas zu entspannen und mehr Gespr\u00e4che als zuvor setzten ein.<br \/>Ich schl\u00e4ngelte mich zu dem Buffet, das Reeth, der Koch, hatte auftrage lassen. Dort stie\u00df ich mit Keshi\u2019s Begleiterin zusammen. H\u00f6fflich versuchte ich mich in einer Konversation mit ihr, in dem ich sie nach ihrer Familie fragte, die Keshi uns vorenthalten. Sie teilte mir mit, aus der Familie der Snow\u2019s zu stammen. Meinen eher fragenden Blick deutete sie wohl richtig und f\u00fcgte hinzu, dass dies nur eine sehr kleine Familie sei. Eher B\u00fcrgerliche. Ich versuchte mich zusammen zu rei\u00dfen, als ich nachhackte, dass sie wirklich mit Keshi in Hali arbeite oder dort Novizin sei. Ja, das war richtig, best\u00e4tigte sie mir. Ich war zutiefst schockiert, das Hali B\u00fcrgerlich in seinen Mauern aufnahm. Manch kleiner Turm konnte das tun, aber doch nicht Hali oder Arilinn, die ein Leuchtfeuer des Vorranges der Comyn waren! \u00c4u\u00dferst pikiert \u00fcber diese Neuigkeiten und dar\u00fcber mit wem man Keshi hatte nach Elhalyn reisen lassen, rauschte ich wieder davon. Reichte es den nicht, das Keshi durch einen Unfall mit Haftfeuer ihr Haar hatte auf einem mehr als unziemliche L\u00e4nge hatte k\u00fcrzen m\u00fcssen und nichts tat, dies zu verbergen?<br \/>Das Taschentuch, an dass ich mich seit Vaters auftauchen klammerte reichte nicht mehr. Ich z\u00fcckte meinen F\u00e4cher und f\u00e4chelte mir frische Luft zu.<br \/>F\u00fcr einen Augenblick lie\u00df ich mich bei Rafael nieder, der betroffen und alleine da sa\u00df. Ich fasste seine H\u00e4nde, so wie Vater es zuvor bei mir getan hatte und sprach schwesterlich \u2013 wie ich hoffte \u2013 auf ihn ein. Sein Wohl liegt mir wirklich am Herzen und ihn dort so leiden zu sehen schmerzte. Als Kind war er stets mein Held, dem ich stets das neueste Kleid f\u00fcr meine Puppen zeigen musste. Was konnte ich tun, um ihm zu helfen? Was tun, damit er wieder f\u00fcr Elhalyn der Mann von fr\u00fcher war? Ich redete ihm gut zu, sicherlich Worte, die er schon so oft geh\u00f6rt hatte. Ich meinte sie ehrlich, keiner der Anwesenden h\u00f6rte uns zu. Sprach ich die Gedanken dort schon aus oder tat ich dies erst am folgenden Tag? Das es Margu nicht zur\u00fcck br\u00e4chte, wenn er sich selbst qu\u00e4lt? Das sie sicherlich nicht gewollt h\u00e4tte, dass er aufh\u00f6rt sein Leben zu leben. Ich bilde mir ein, dass meine Worte geholfen haben und ihm f\u00fcr das was noch kam, Kraft gab. Das er der Vorstellung, sich wieder zu verheiraten nicht mehr ganz so auflehnend entgegen sah.<\/p>\n<p>Als ich gerade wieder bei Rascard sowie meinem Bruder Hayden und dessen Gattin Adrianna sa\u00df, kam Vater wieder herauf in die Halle. Sein Zustand hatte sich nicht gebessert. Im Gegenteil erschien er mir verwirrter als zuvor. Wieder war es Rascard, der mir mit Gesten half, die Haltung zu wahren und dies zu \u00fcberstehen. Ja, mit einem Mal ertappte ich mich dabei, wie ich die Hand meines Gatten hielt als sei er ein Haltepunkt. Wie dringend ich diesen Halt, den Rascard mir nun gab brauchte, zeigte sich schnell. Denn Vater schien vergessen zu haben, das er Rafael zu seinem Erben benannt hatte. Er rief aus, er wolle einen Erben benennen. Nun, er war verwirrt und offensichtlich seniler als es bisher geschienen hatte, wenn er nach so kurzer Zeit vergessen hatte, dass er dies schon getan hatte. Er versuchte ruhig zu bleiben und zu ertragen, dass er Rafael noch einmal best\u00e4tigte. Jeder hier konnte sehen, wie es um Vater stand. Ich hoffte nur, das er Rafael von weiteren Nahelegungen vor der ganzen G\u00e4stescharr verschont blieb.<\/p>\n<p>Doch es kam ganz anders. Wieder rief Vater Hayden zu sich. Diesesmal sollte er nicht Rafael zur Seite stehen, sondern selbst Elhalyns n\u00e4chster Lord werden. Haydens Gesicht zeigte deutlich, was er davon hielt. Gar nichts! Seine Gesichtsz\u00fcge drohten zu entgleiten. Tapfer stand er vor Vater und die Anwesenden erhoben verwirrt und z\u00f6gerlich die Stimme auf den Erben von Elhalyn. Vater blieb nicht lange in der Halle. Ich beobachtete ihn sorgenvoll. Ihn, den Heiler und Mutter. Der Gedanke, der mich in der K\u00fcche beschlichen hatte, kam wieder. Unverf\u00e4nglich trat ich zu einer Dienstmagd und befragte sie wegen des Heilers. Wie lange er denn schon auf der Burg sei.<br \/>Zwei Wochen, erkl\u00e4rte sie mir, und dass er schon der vierte Heiler sei. So zerschlug sich der Gedanke, dass der Heiler etwas damit zu tun hatte, dass es Vater so schlecht ging. Doch ganz wurde ich dieses ungute Gef\u00fchl, dass etwas nicht stimmte nicht los. Es machte das ganze nur noch schlimmer. Was wohl als ein ehrenvoller Abschied gedacht war, wurde zu etwas groteskem, bei dem nun Hayden zum k\u00fcnftigen Lord von Elhalyn benannt worden war. \u00dcber den Kopf des \u00e4ltesten Sohnes hinweg, der seit dem Tag seiner Geburt auf diese Rolle vorbereitet worden war. Hayden als Lord von Elhalyn! Wer konnte das wollen? Hayden, der Paradisvogel, der Dichter, der Tr\u00e4umer, der Mann der die Gesellschaft von Thendara mehr liebte als sonst irgend jemand, Lord von Elhalyn?<\/p>\n<p>War es in diesen Augenblicken, das Rascard pl\u00f6tzlich da war und mich im Arm hielt? Es mu\u00df zu diesem Zeitpunkt gewesen sein. Pl\u00f6tzlich hatte ich meinen Gatten an meiner Seite und er stand mir bei. Er war da, wie er in den letzten zehn Jahren nicht da gewesen war. Die leisen Worte, die er zu mir sprach, sagten mir, dass ihm die Situation ebenso suspekt und unangenehm war wie mir. Es war ein Trost zu bemerken, dass ich dies hier nicht alleine ertragen musste. Ein seltsamer Gedanke nach all der Zeit des schlichten nebeneinanders.<\/p>\n<p>Wirkliche Zeit \u00fcber diese Ver\u00e4nderun nachzudenken hatte ich nicht. Denn ich glaube in dieser Phase der Verwirrung nach Haydens Benennung und Vater sich wieder zur\u00fcck gezogen hatte erlitt Aric einen Anfall von Schwellenkrankheit. Bisher war es mir entgangen, obwohl er mitgenommen wirkte. Aber wer von uns war das nicht?<br \/>Aric wurde von der Gabe der Elhalyns gepackt und hatte Visionen, in denen Vater gesund \u00fcber Felder ritt. Ein beruhigender Gedanke, doch jeder, der nur einen Funken der Elhalyn \u2013 Gabe besitzt, wei\u00df, dass dies nur eine von so vielen M\u00f6glichkeiten war. Und bei Vaters Zustand, so traurig es kling, die unwahrscheinlichste.<br \/>Mutter k\u00fcmmerte sich um Aric, selbst von seinem Zustand erschrocken.<br \/>Gemeinsam mit \u2013 Adrianna war es glaube ich \u2013 stellten wir den Cristofero \u2013 M\u00f6nch zur Rede. Er hatte Aric aus Nevarsin nach Hause begleitet und tat sich nun an der hohen Tafel am Bier g\u00fctlich. Er war ein solch engstirniger Mann, wie es dies von diesen Sandalentr\u00e4gern hei\u00dft.<br \/>Obwohl er zu wissen schien, wie es um Aric stand \u2013 schlie\u00dflich hatte man ihn wegen seines Zustandes nach Hause geschickt \u2013 hatte er es nicht f\u00fcr notwendig gehalten, jemanden zu informieren. Aric selbst schien nicht einmal zu wissen, dass er unter der Schwellenkrankheit litt.<br \/>\u201eJungs in diesem Alter sind halt manchmal krank\u201c, waren die lapidaren Worte dieses M\u00f6nchs. Doch er verstrickte sich unter unserer Befragung in Widerspr\u00fcchen. Die M\u00e4nner des Klosters hatten wohl gewusst, woran Aric litt. Doch anstatt ihm zu helfen, schickten sie ihn nach Hause. Auf eine weite und gef\u00e4hrliche Reise, die ihn in seinem Zustand und mit der Gabe der Elhalyn seinen Verstand h\u00e4tte kosten k\u00f6nnen. Man pries diese M\u00e4nner doch immer als so gebildet. F\u00fcr mich zeichnete sich ein \u00fcbles Bild von diesen sich f\u00fcr so heilig haltenden M\u00e4nnern ab.<br \/>Sie nehmen unsere S\u00f6hne auf, die wir ihnen mit dem Ziel schicken, dass sie lesen und schreiben lernen und auch das karbe Leben dort ihren Geist st\u00e4rkt. Sie nehme die Spenden, die wir ihnen mit unseren S\u00f6hnen schicken, doch ihr Wohl scheint ihnen nicht wirklich etwas zu bedeuteten, das sie die Schwellenkrankheit als ein jugendliches Unwohlsein abtun. Vielleicht interessiert es sie auch nicht, da unsere S\u00f6hne nicht ihren Glauben teilen?. Am Liebsten h\u00e4tte ich diesen Scharlatan, der dem Bier so gut zusprach hinaus geworfen. Sollte auf Asturias jemals der Gedanken aufkommen, meine S\u00f6hne nach Nevarsin zu schicken, werde ich vehement dagegen protestieren. Der Toroku, der Caleb unterwei\u00dft, ist gebildet und weit weniger engstirnig als solch ein Sandalentr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Irgendwann in dieser Zeit verst\u00e4rkte sich das ungute Gef\u00fchl \u00fcber meinen Vater, seinen Zustand und die nun etwas verwirrte Erbfolge. Die Sorgen suchten sich einen Grund und peilten die Verwandtschaft meiner Mutter an. Es war ein unsch\u00f6ner Gedanke, doch ich konnte ihn nicht abstreifen. Je skeptischer ich meine Mutter betrachtete, wie sie Vaters Launen nichts entgegen setzte, desto mehr begann ich zu zweifeln. Ich konnte nicht glauben, dass dies einfach nur das Alter war und Vaters Starrsinn.<br \/>Wegen dieser Sorge war es nur nat\u00fcrlich f\u00fcr mich, nach drau\u00dfen zu st\u00fcrzen, als es von dort Tumult gab und jemand vom Fenster rief, der Lord sei im Hof gest\u00fcrtz und erkennen Jedediah nicht mehr.<br \/>Jedediah sah ich drau\u00dfen nirgends, obwohl er doch sonst nicht von Vaters Seite wich. Statt dessen erkannte ich Tante Javanne, die bei Vater kniete. Meine Unruhe wuchs. Vater wirkte benommen, zus\u00e4tzlich zu seiner Verwirrtheit. Jedediah kam und wir brachten ihn zur\u00fcck ins Haus. Eindringlich redete ich auf Vater ein, dass er sich zur Ruhe begeben m\u00fcsse. Ich bezog Jedediah mit ein, dass er Vater zu Bett bringen m\u00fcsse. Er sagte, er versuche es schon l\u00e4ngst. Ein wenig hatte ich den Eindruck, dass Vater einsichtig wurde. Inzwischen w\u00fcnsch ich mir, ich sei vehementer vorgegangen. Wir waren alleine dort unten: Vater, Jedediah, Tante Javanne, ich und inzwischen auch Mutter. W\u00e4re ich doch nur so streng gewesen, wie Vater fr\u00fcher zu uns . Es war kein Gast da, niemand vor dem wir das Gesicht h\u00e4tten wahren m\u00fcssten, wenn wir den Lord wie ein Kind behandelten und ins Bett schickten. Ich h\u00e4tte es einfach befehlen m\u00fcssen, das Jedediah daf\u00fcr Sorge trug, das er die Halle nicht mehr betrat und der Heiler ihm ein Schlafmittel verabreichte. Doch ich tat es nicht. Mutter war da und sie sagte, sie w\u00fcrde sich darum k\u00fcmmern. Ich vertraute ihr, sie ist seine Frau und hat in dem Zustand, in dem Vater sich befand, mehr Entscheidungsgewalt als ich als Tochter.<br \/>Ich konnte den Schritt nicht tun, meinem Vater Befehle zu erteilen. H\u00e4tte ich es getan. Das n\u00e4chste Kapitel dieses Abends w\u00e4re nicht zur Farce geworden und viel Tragisches w\u00e4re uns erspart geblieben.<\/p>\n<p>Ich eilte wieder hinauf in die Halle. Schnell war ich bei Rascard und teilte ihm meine Sorgen mit. Sorge dar\u00fcber, dass ich Tante Javanne alleine bei Vater im Hof angetroffen hatte.<br \/>Stimmen erklangen auf der Treppe und mir schwante schlimmes. Vater hatte sich nicht ins Bett bringen llassen. Er kam wieder in die Halle hinauf und verlangte zum dritten Mal seinen Erben zu benennen. Wie von selbst fand ich mich in Rascard Arm und suchte nach Halt. Meine Hoffnung, er k\u00f6nnte wieder Rafael benennen zerschlug sich schnell.<br \/>Er rief lauthals nach Aric!<br \/>Ich krallte mich f\u00f6rmlich an Rascard. Was sollte das werden, wenn er Aric benannte, der noch nicht einmal ein Mann war und unter der Schwellenkrankheit litt?<br \/>Das Aric nicht in der Verfassung war, eine solch wichtige Position zu \u00fcbernemmen, sollte Vater in den n\u00e4chsten Tagen von uns gehen, bewie\u00df schon Aric vortreten. Er taumelte ein wenig und es gelang ihm nicht, sich auf dem Schemel nieder zu lassen, auf dem schon seine beiden \u00e4lteren Br\u00fcder gesessen hatten. Stattdessen kippte er hinten \u00fcber. Ich vergrub mein Gesicht an Rascards Schulter. Das hier durfte nicht sein. Fast schon hilflos blickte Aric zu unserem Vater auf, als dieser sein Urteil f\u00e4llte und ihn zum Erben von Elhalyn bestimmte. Doch war Vater noch soweit bei klarem Verstand, dass er einen Vormund f\u00fcr diesen k\u00fcnftigen aber noch unm\u00fcndigen Lord bestimmte. Sein Blick wanderte. Rascard vertraute mir sp\u00e4ter an, das Blick kurz auf ihm ruhte. Der Kelch ging an Rascard vor\u00fcber und wurde an Lord Alton gereicht. \u201eEsteban, mein alter Freund!\u201c nannte Vater ihn. Mein Herz setzte aus. Gab es den sonst niemanden? Legte er das Wohl der Dom\u00e4ne in die Hand einer anderen Dom\u00e4ne? Hin oder her, wie viele Verkn\u00fcpfungen es unter unseren Familien gab.<br \/>Keiner von uns Geschwistern protestierte, doch es musste offensichtlich sein, dass keiner von uns diese Entscheidung gut hie\u00df. Etwas wie eine Mauer, still und ohne ein gesprochenes oder gedachtes Wort, bildete sich unter uns. War Mutters Ohnmacht, als Vater Aric zum Erben ernannte, einer der letzten Steine, der die Phalanx gegen die Altons festigte?<\/p>\n<p>Wieder ist vieles wie im Nebel und die Erinnerungen verschwimmen. Es ist mir nicht mehr klar, welche Ereignisse wann geschahen und was hierauf folgte. Bitte verzeiht mir noch einmal, wenn ich die Dinge durcheinander werfe. Dieser Abend hat mich so sehr mitgenommen.<br \/>Gerne w\u00fcrde ich mich auch k\u00fcrzer fassen, doch es gelingt mir nicht. Zu vieles kommt wieder zur\u00fcck und will nicht vergessen werden.<\/p>\n<p>Doch g\u00f6nne ich dem Schreiber, dem ich dies alles hier diktiere eine kleine Pause.<\/p>\n<p>Nun, nach einer entspannten Nacht und einem Tag voller Aufgaben, die meine Schwiegermutter mir auferlegt hat, finde ich wieder die Muse, mich dem Diktat der Ereignisse auf Elhalyn zu widmen.<\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt, laufen mir die Ereignisse etwas durcheinander. So vermag ich nicht mehr zu sagen, ob Hayden seine Visionen vor oder nach Vaters Ableben hatte. Sie erschreckten mich, vor allem in der Art, wie sie ihn zu Boden warfen und um sich schlagen lie\u00dfen. Ihr Inhalt mochte beruhigend erscheinen, doch wie so vieles in den Visionen unserer Gabe nur eine von vielen M\u00f6glichkeiten.<br \/>Vater, der gesund und vital \u00fcber Blumenwiesen ritt? Es mangelte mir an Vorstellungkraft, daran zu glauben. Sein Sohn auf dem Thron der Hasturs \u2013 ein offenens, aber unbest\u00e4tigtes Geheimnis \u2013 hatte ich diese Vision missverstanden? Rafael auf dem Thron der Dom\u00e4ne Elhalyn \u2013 etwas das ich gerne von ihm h\u00f6rte und eine M\u00f6glichkeit, die mir die vorherbestimmte f\u00fcr Elhalyn war. Doch was er noch sah, machte mir schon Angst, obwohl ich wei\u00df, dass dies der Lauf der Zeit ist und immer so sein wird. Das Krieg das Land zerst\u00f6rte, worauf Frieden folgt, der wiederum vom Krieg abgel\u00f6st wird. Ist es nicht das, was geschied, wenn jeder nur das Beste will? Ist dies nicht der Grund f\u00fcr Heiraten? Um B\u00fcndnisse zu schlie\u00dfen, um die Kriege zu verhindern? Oder zumindest mit diesen B\u00fcndnissen zu wissen, das man st\u00e4rker ist als der Gegner. Kein anderer Grund als B\u00fcndnisse hat Rascard und mir die Catenas \u2013 Armreifen umgelegt.<br \/>Die Vision verging und Hayden blieb mehr oder minder unwissend zur\u00fcck. Rascard hatte beherzt eingegriffen, um ihm aus den Visionen heraus zu helfen, indem er ihm eine Ohrfeige verpasste. In dieser Situation regte sich wohl niemand dar\u00fcber auf, dass er ihn geschlagen hatte.<\/p>\n<p>Nun, ein Ereignis geschah mit Gewissheit vor Vaters ableben. Denn es ist wohl als Grund zu nennen, dass er dies an diesem Abend tat.<br \/>Ich erinnere mich genau, dass ich nahe des Kamins stand. Es mu\u00df gemeinsam mit Hayden und Rascard gewesen sein. Nur am Rande bekam ich mit, dass Mutter Keshi zu Vater f\u00fchrte, mit Sophia Snow an ihrer Seite. Pl\u00f6tzlich wurde Vater laut, Keshi\u2019s Stimme klang entschlossen, wenn auch ged\u00e4mpft: \u201eJa, meine Frau! Sie ist meine Gef\u00e4hrtin und Freipartnerin!\u201c Vater und Mutter waren entsetzt und jeder andere, er es mitbekommen hatte, wohl auch.<br \/>Diese Nachricht war zu viel f\u00fcr Vater. Sie schlug ihn nieder als h\u00e4tte Keshi ihm ein Schwert in die Brust gerammt. Meine kleine Schwester Keshiara hatte unseren Vater umgebracht. Ich wusste es, noch ehe Tristan seinen Tod best\u00e4tigte.<br \/>Rascarc hielt mich, as er Schmerz und de Schock mich schier niederdr\u00fccken wollten. Mutter meine ich schimpfte mit Keshi. Diese sah verst\u00f6rt und erschrocken aus als sie mir gegen\u00fcber stand. Doch es interessierte mich nicht im geringsten, was sie empfinden mochte. Kalter Zorn kochte in mir.<br \/>\u201eDu hast Vater umgebracht!\u201c zischte ich sie an und verpasste ihr eine schallende Ohrfeige. Damit wandte ich mich von ihr ab. Wie Rafael, Aric und Hayden kniete ich vor Vater nieder. Ich lie\u00df keine Platz f\u00fcr sie.<br \/>Es war schwer zu begreifen, dass Vater nicht mehr da war, obwohl ich sp\u00fcren konnte, das sein Geist verschwunden war.<br \/>Zaghaft und vorsichtig streckte ich meine Hand aus und ber\u00fchrte seinen Schopf und streichelte sein Haar. Tr\u00e4nen rannen mir \u00fcber die Wangen und es war mir egal, ob irgendjemand sah, das ich die Fassung verlor. Hier lag mein Vater, der gro\u00dfe Lord von Elhalyn, danieder gestreckt von den Worten seiner eigenen Tochter.<br \/>Hayden \u00fcbertrieb es mit seiner Trauer so ma\u00dflos, dass er sich \u00fcber Vater warf. Er kennt kein Ma\u00df.<br \/>Mutter war sicherlich ebenso getroffen wie wir anderen, doch sie versuchte die Fassung zu waren, wie es sich f\u00fcr eine Lady geh\u00f6rt. Tapfer versuchte sie das Chaos zu ordnen und Anweisungen zu geben. Wo sie zuvor machtlos Vater gegen\u00fcber gestanden hatte ... nun, jetzt wiedersprach er nicht mehr, als sie anordnete, dass man ihn aus der Halle tragen und in der Kapelle aufbahren sollte. Rascard half dabei doch er war auch schnell wieder bei mir.<br \/>Der Schock \u00fcber Vaters Tod l\u00e4hmte mich. Ebenso der Zorn \u00fcber Keshiara. Mein Geist nahm gefl\u00fcsterte Worte der Umstehenden auf. \u201eDie Lady hat sie f\u00f6rmlich gedr\u00e4ngt, dem Lord das zu sagen.\u201c Rascard nahm mich in den Arm und tr\u00f6stete mich. Er appelierte an meinen klaren Geist. Das ich mich nicht vor den Geschehnissen verschlie\u00dfen m\u00fcsse. Er gemahnte mich zu offenen Augen \u2013 und dazu zu zweifeln.<br \/>Mein Geist versuchte die Trauer zu bew\u00e4ltigen und das ungute Gef\u00fchl \u00fcber meinen Vater wurde schlimmer und fand ein Ziel, als meine Mutter von den Altons zu sprechen begann. Es war nur ein kleines Wort, das mein Misstrauen aufbranden lie\u00df.<br \/>War es Rascards Erfahrung mit dem Bruderkrieg seiner eigenen Familie, der ihn jetzt so fest an meiner Seite hielt? Wu\u00dfte er, welche Gefahren aus Vaters wankelm\u00fctigem Zustand und den Erbenbenennungen entstehen konnten? Fl\u00fcsterte er mir deshalb zu, dass ich Keshiara jetzt nicht z\u00fcrnen durfte? Das sie mich brauchte? Das wir sie brauchen w\u00fcrden? Rascard ist kein Elhalyn, dass er Visionen gehabt h\u00e4tte. Doch mit Sicherheit ist er ein sehr kluger Mann, dass er mich dazu gemahnte, \u00fcber meinen Zorn auf Keshi hinweg zu gehen.<br \/>Er brachte mich dazu, zu ihr zur\u00fcck zu. Sie, die nun wie eine Ge\u00e4chtete da stand, w\u00e4hrend Mutter sie des Hauses verbannen wollte. Ich h\u00e4tte Mutter zugestimmt, w\u00e4hren nicht die sanften Worte meines Gatten gewesen. Keshi stand starr da, wo ich sie nach meiner Ohrfeige verlassen hatte und wahre Tr\u00e4nen rannen \u00fcber ihre Wangen. Meine zornigen Worte und mein Schlag gegen sie taten mir leid. Sie litt mehr als jeder andere von uns. Sie war sich bewusst, was sie getan hatte. Sie hatte Vater ebenso geliebt wie wir anderen und hatte das sicherlich nicht gewollt.<br \/>Feste nahm ich sie in den Arm und bat sie ihm Verzeihung. Es war fast wie eine Erleichterung, den Bruch zwischen uns zu kitten, ehe er uns vollends trennen konnte.<br \/>Ich werde Rascard jeden Tag dankbar sein, dass er mich dazu gebracht hat, diesen Schritt zu tun .... \u00e4hm ... nein streich den letzten Satz ... oder?<\/p>\n<p>Was sich danach entwickelte und abzeichnete erschien mir wie ein b\u00f6ser Albtraum, wie die Geschichten aus alter Zeit. Das Misstrauen war ges\u00e4t durch Gesten, Blicke und kleine Worte ... und kurz nach Vaters Tod, kaum das man ihn in der Kapelle aufgebahrt hatte, verfestigte es sich g\u00e4nzlich. F\u00fcr mich schien es als wollte Alton die Geschicke der Dom\u00e4ne an sich rei\u00dfen. Mutter wollte Keshiara aus der Halle verbannen \u2013 verst\u00e4ndlich, durchaus \u2013 und brachte recht schnell unseren Verwandten Alan als Erben von Elhalyn auf den Plan. Welche Worte und wie gesprochen wurden, ich wei\u00df es nicht mehr. Doch es erschien mir, als wollte Mutter, der Familie aus der sie entstammt den Vorrang vor der Familie geben, in die sie verheiratet worden war. Nun, wenn man sich die Linie der Altons anschaut, k\u00f6nnte man auch meinen, sie seien Elhalyns. Es lie\u00df mich jedoch zur\u00fcck schrecken, das die Altons sich nun in die Erbfolge einmischten und von Onkel Gabriel gesagt wurde, Rafael k\u00f6nne kein f\u00e4higer Lord sein.<br \/>Schnell wurde davon gesprochen, dass doch dereinst Onkel Gabriels und Tante Javannes Sohn Alan zu Vaters Erben erkl\u00e4rt worden war. Doch damals hatte Vater noch keine eigenen, legitimen Kinder. Was sich mit Rafael ge\u00e4ndert hatte.<br \/>Unsere Base Ellemir brachte jenes Dokument sogar mit nach Elhalyn. Tante Javanne, die es sorgenvoll h\u00fctete reichte es Rafael, damit er es vortrug. Nun ich hatte zum Vortragen eigentliche Hayden vorgeschlagen, da er wohl von allen Anwesenden auf Elhalyn des Lesens am m\u00e4chtigsten war. Doch dies war politisches Parkett.<br \/>Das Dokument sagte deutlich, dass Rafael Erbe von Elhalyn war. Doch welcher Beschlu\u00df von Vater war g\u00fcltiger. Waren die Entscheidungen, die er an diesem Abend seines Todes getroffen hatte, rechtsg\u00fcltig. Wir Kinder waren der Meinung, dass man seine Entscheidungen nicht mit dem Zusatz \u201egetroffen im Vollbesitz seiner geistigen Kr\u00e4fte\u201c versehen konnte.<br \/>Ich f\u00fchlte mich \u00e4u\u00dferst unwohl \u00fcber das, was sich abzeichnete. Familienstreit, Missgunst, ja wenn nicht sogar schlimmeres, wenn falsche Entscheidungen getroffen wurden. Kam es dabei doch auch noch darauf an, wer glaubte, dass eine Entscheidung falsch war. Ich glaube, Mutter hielt uns alle f\u00fcr halsstarrig und undankbar, wo sie nur das Beste wollte. Vielleicht hat sie Recht, vielleicht waren wir vorschnell in unserer Annahme, sie wolle Elhalyn an ihre eigene Familie, die Altons verschachern. War sie doch bei Aric Benennung in Ohnmacht gefallen, l\u00e4chelte sie doch nun in einem fort und setzte uns unter Druck. Was konnten wir anderes Tun als dem entgegen zu steuern. Elhalyn f\u00fcr Elhalyn, was sonst!<br \/>Die G\u00f6tter hatten sich sicherlich ein anderes Spiel um die Macht erhofft. Vielleicht h\u00e4tten sie es gerne gesehen, wenn selbst wir Geschwister uns zerstritten und zerfleischt h\u00e4tten. Doch wir schlugen den G\u00f6ttern ein Schnippchen indem wir uns alle fest hinter Rafael stellten. Hayden wollte auf keinen Fall Lord werden und Aric ... bei seinem Zustand war es fraglich, wie es um ihn nach der Schwellenkrankheit stand. Wenn er noch da sein w\u00fcrde. Zudem bef\u00fcrchteten wir, dass er als Marionette genutzt werden k\u00f6nnte. Keiner sprach dies aus, doch ich bin mir sicher, jeder von uns dachte dies.<br \/>Keshiara und ich waren nur T\u00f6chter, mein eigener bisheriger Sohn w\u00fcrde dereinst K\u00f6nig von Asturias werden. Ich hatte Vater weitere S\u00f6hne versprochen, als er mich zu sich gebeten hatte, doch war ein dritter Sohn von mir und Rascard noch in weiter Ferne, der f\u00fcr Elhalyn einstehen k\u00f6nnte. Hayden und Adrianna \u00fcberraschten uns jedoch mit der Neuigkeit, dass Adrianna nach 12 Jahren wieder guter Hoffnung war und es ein Junge werden sollte. Doch auf ein ungeborenes Kind wollte von uns niemand bauen. Jeder von uns wei\u00df, wie launisch die G\u00f6tter sind, wenn man darauf baut.<\/p>\n<p>Um Rafaels Position als Lord zu festigen, brauchte er einen Erben. Wir hatten ihn soweit, dass er bereit war, erneut zu heiraten. Doch einen legitimen sohn hatte damit noch nicht. Blieb als n\u00e4chster Elhalyn nur noch Hayden \u2013 oder sein Sohn Coryn \u00fcbrig. Hayden disqualifizierte sich von selbst \u2013 oder wie hei\u00dft das Wort, wenn man ablehnt? *verschmitzt l\u00e4chelt*<br \/>Coryn wurde \u2013 wie gesagt \u2013 unter der Hand als Erbe von Lord Loryn Hastur gehandelt, da Adriannas Zwillingsbruder ebenfalls keine Kinder hatte. Nun, lassen wir uns mit Coryn und Erbeinsetzungen so umschreiben: \u201eWer zuerst fragt, malt zu erst.\u201c Durch die Zwillingsverbindung konnte Adrianna mit ihrem Bruder ohne die Relais sprechen. Ihr Bruder hat wohl gelich eingesehen, dass er nun nicht pl\u00f6tzlich offiziell die Hand auf Coryn legen konnte, wo er so viele Jahre gez\u00f6gert hatte. Er willigte ein, auf Coryn zu verzichten und mu\u00df nun wohl seine Hoffnung auf ein ungeborenes Kind legen.<br \/>Als Mutter die Halle verlassen hatte, um sich um Aric zu k\u00fcmmern, setzten wir Kinder aus erster Ehe unseres Vater gemeinsam mit unseren Ehepartnern zusammen, um ein Dokument aufzusetzten, wie Vater es gut 3 einhalb Jahrzehnte zuvor getan hatte. Gerne h\u00e4tten w\u00e4r das Dokument von damals zur Hand gehabt. Mehrere von uns griffen nach einer Schriftrolle, die diesem \u00e4hnlich sah und an Vaters Platz an der Tafel lag. Doch es war nur Calebs Bild. Tante Javanne oder Onkel Beltran mussten das Dokument wieder in ihre Obhut genommen haben. Verst\u00e4ndlich, w\u00fcrde es doch bei geh\u00e4uften Ungl\u00fccken unter uns Geschwistern ihren Sohn wieder an die Position des Erben und Lord von Elhalyn r\u00fccken. Diesen Alan, den ich kaum kannte. Eine unbekannte Gr\u00f6\u00dfe, die unser Unwohlsein gegen ihn nur verst\u00e4rkte.<br \/>Keshiara wob einen Laranzauber um uns, der uns vor Blicken und Lauschern verbergen sollte. Wie gut war es hier, das wir sie nicht f\u00fcr ihren anst\u00f6\u00dfigen Lebensstil, der Vaters Ende besiegelt hatte, versto\u00dfen hatten. doch aufgeschoben, war nicht aufgehoben.<br \/>Unter diesem Zauber sicher, erkl\u00e4rte Rafael als Lord Elhalyn seinen Neffen Coryn zu seinem Erben, bis zu dem Zeitpunkt, der er eigene, legitime S\u00f6hne hatte. Aus den wirklichen Entscheidungen hielt ich mich heraus, ich hatte Rafael meine Unterst\u00fctzung gegeben und Einspruch erhoben, als der Gedanke auf Caleb als Erben fiel. Nun konnte ich nur noch bei den Formulierungen helfen. Nur weil ich nichts von Politik verstehe und nur Marmeladengl\u00e4ser beschriften kann, hei\u00dft das nicht, das ich nicht w\u00fcsste, wie sch\u00f6ne Worte klingen.<\/p>\n<p><em>Mein Schreiber lie\u00df sich zu der Bemerkung hinrei\u00dfen, dass es die k\u00fcnftigen Leser dieser Niederschrift wohl erfreuen w\u00fcrde, wenn ich mich k\u00fcrzer fassen k\u00f6nnte. I was not amused!<br \/>Ich schlug ihm vor, er k\u00f6nne sich ja vom Volk von Marenji zum Schreiber des Sheriffs w\u00e4hlen lassen. Damit war er entlassen und er weilt jetzt nicht mehr als Schreiber auf Asturias. Rascard lie\u00df einige Bemerkungen fallen, die in eine \u00e4hnliche Richtung gingen. Nun ... er merkt schon, was ich von diesen Bemerkungen halte.<br \/>Aber nun zur\u00fcck zu den Geschehnissen bei meiner Familie auf Elhalyn...<\/em><\/p>\n<p>Rascard wurde das besiegelte und unterschriebene Dokument anvertraut. Doch wechselte es mehrfach unter uns Geschwistern (ich z\u00e4hle Rascard und Adrianna auch mit dazu) bis es letztlich bei Rafael verblieb. Rascard, in Familienfehden erfahren, hielt dies f\u00fcr unklug, vor allem, da dieses Dokument nicht offiziell verlesen wurde.<br \/>Es kam wieder zu einer Diskussion mit Mutter \u00fcber die Altons. Inzwischen war sie nicht mehr gegen Rafael als Lord, da Vaters Dokument ihn best\u00e4tigt hatte (Mutter: \u201eJa, Kinder. In diesem Dokument (sie Griff nach Calebs Bild) ist es nieder geschrieben und ich bestreite es nicht (theatralisch entrollte sie die Schriftrolle)!\u201c). Doch mit jemand anderem als Alan konnte sie sich nicht anfreunden. Immer wieder versuchte sie uns klar zu machen, wie wichtig ein B\u00fcndnis mit Alton sein. Sie appellierte an uns als Mutter indem sie fragte: \u201eWar Alton nicht immer gut zu euch?\u201c Ich glaube, sie wollte uns damit fragen, ob sie uns denn keine gute Mutter gewesen war. Zumindest nehme ich das jetzt im Nachhinein an und wei\u00df, sie war stets eine gute und liebevolle Mutter f\u00fcr mich. In diesem Augenblick verschreckte mich die Frage nur. Es wurde mir mit jedem Augenblick zu viel. Weshalb ein weiteres B\u00fcndnis mit Alton? W es in den letzten Generationen schon so viele B\u00fcndnisse durch Heiraten gegeben hatte. Zu eng war inzwischen in mancher Hinsicht schon die Verwandtschaft. All das schien eine Kluft zwischen uns zu treiben.<\/p>\n<p><em>Inzwischen ist schon zu viel Zeit vergangen und die Geschehnisse werden schwammiger und unwirklicher. Vieles kann ich noch weniger benennen als zu Beginn meiner Erz\u00e4hlung. So versuche ich doch, mich etwas k\u00fcrzer zu fassen, denn sonst finde ich wohl nie ein Ende und werde wohl niemals dazu kommen, welche erschreckenden Dinge uns am n\u00e4chsten Tag erwarteten.<\/em><\/p>\n<p>Nun, wie gesagt, nahm mich dieses ganze Hin und Her \u00fcber einen Erben und wer das in wessen Augen sein sollte sehr mit. Ich zog mich etwas in mich selbst zur\u00fcck, nur hier und da hervorgelockt.<br \/>Ich erinnere mich daran, wie ich mich in unsere R\u00e4umlichkeiten zur\u00fcck zog und auch Rascard dort etwas Ruhe zu finden versuchte. Leise gestand ich ihm, dass ich es nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte, doch ich w\u00fcrde mich nach Asturias zur\u00fcck sehnen. Es war ein seltsames Gef\u00fchl als er meine H\u00e4nde ergriff und mir gestand, das auch er dies hier f\u00fcr ... nun ... nein, das sagte er nicht. Er schloss sich eher meinen Worten an. Eine Intrige ist gut und sch\u00f6n, wenn man nicht selbst mitten drin steckt und in sich selbst die Angst aufsteigt, einem Krieg entgegen zu blicken. Ich habe die Elhalyn-Gabe nicht in dem Ma\u00dfe wie Hayden oder Keshiara, die sie auf magische Weise kontrollieren kann, doch ich glaube, niemand brauchte diese Gabe, um diese Bedrohung zu sp\u00fcren. Oder war es doch meine Gabe, die mir vorgaukelte, dass es so viele M\u00f6glichkeiten gab, das dies hier nicht gut enden konnte? Doch ich vertraute Rafael, ja und sogar Hayden, der zwar etwas extravagant ist, aber doch wortgewandt. Ebenso vertraute ich Rascard, der an diesem Abend kaum von meiner Seite wich und meine Geschwister mit seinen Gedanken unterst\u00fctzte, wo er nur konnte.<br \/>Ich glaube, dieses kleine Eingest\u00e4ndnis zwischen Rascard und mir hat uns ein wenig n\u00e4her gebracht. Welchem Mann gef\u00e4llt es nicht, wenn seine Frau, sich in seine Burg zur\u00fcckw\u00fcnscht, anstatt in der elterlichen zu verweilen.<\/p>\n<p>So traf mich wenig sp\u00e4ter gesprochene Worte um so schwerer. Es war wieder in einer Runde, in der die Familie zusammen stand. Ob Mutter zugegen war, wei\u00df ich nicht. Doch Rascard war nicht dort, denn sonst w\u00e4ren die gesprochenen Worte wohl nicht so stumm hingenommen worden. Wir sprachen miteinander \u2013 das leidliche Thema \u2013 und in einer Pause sah Jedediah mich feste an. Ich wei\u00df nicht mehr aus welchem Grund heraus, doch er sagte, dass er \u2013 nun, ich sollte das nicht auf seine Familie beziehen dass er dies nun sage \u2013 doch Vater h\u00e4tte letztlich daran gezweifelt, ob es ein guter Schritt gewesen w\u00e4re, diesen Bund mit Asturias einzugehen. Waren dies in etwa seine Worte? Oder t\u00e4uschte ich mich und er meinte, dass er glaubte, dass sei kein guter Schritt gewesen, denn mein Vater getan h\u00e4tte? Wie dem auch sei, war ich schockiert dar\u00fcber. Zu schockiert dar\u00fcber ihm irgendetwas zu entgegnen. Und wenn ich es tat, so erinnere ich mich nicht mehr an meine Wort. Sicherlich w\u00e4ren es welche gewesen, die hervorhoben, weshalb Vater dieses B\u00fcndnis gew\u00e4hlt hatte und weshalb es immer noch ein gutes B\u00fcndnis war. Doch vor meinem inneren Auge brach fast eine Welt zusammen. Zehn Jahre, zehn Jahre in einer Ehe, da ich neben meinem Mann daher gelebt habe und mit Missachtung bedacht wurde. Indem ich von ihm als wie ... wie ein Etwas behandelt wurde, dass er hatte nehmen m\u00fcssen, weil sein Vater es w\u00fcnschte. Zehn Jahre, in dem ich mich damit aufrecht gehalten hatte, wie wichtig diese Heirat f\u00fcr Elhalyn gewesen war. In denen ich die Welt nicht hatte sehen und sp\u00fcren lassen, dass ich nicht das bekommen hatte, was ich erwartet und gewollt hatte.<br \/>Und JETZT, JETZT wo mein Mann mich beachtete, nett zu mir war und mir in den schweren Stunden zur Seite stand, wo so etwas entstand, dass ... dass ... von dem ich nicht sagen konnte, was es war, kommt dieser, dieser Castamir daher und erz\u00e4hlt mir DAS!!<\/p>\n<p><em>Mein neuer Schreiber r\u00e4t mir, tief Luft zu holen und mich zu beruhigen. Ich w\u00fcrde beginnen mich zu vergessen und es w\u00e4re diesem \u00e4u\u00dferst prononciertem Tonfall schwer gerecht zu werden. Nun, er hat recht. Ich schicke ihn nicht dem anderen Schreiber nach Marenji hinterher.<br \/>(sich Luft zuf\u00e4chelt und sich beruhigt)<\/em><\/p>\n<p>Statt ihm wohl prononcierte Worte an den Kopf zu werfen, verschlug es mir die Sprache \u2013 meine ich mich wie gesagt zu erinnern \u2013 und ich konnte ihn nur erschrocken anstarren. Geholfen nach diesen Worten meine Fassung zu wahren und keine Szene zu machen hat mir dabei mein F\u00e4cher. Ich umklammerte ihn so fest, das meine Kn\u00f6chel wei\u00df hervor traten und ich h\u00e4tte ihn wohl fast zerbrochen. Jetzt, wo ich diesen Augenblick Revue passieren lassen, geht mir auf, dass keines meiner Geschwister etwas gegen diese Worte gesagt hat. Ich stand dem ganz alleine gegen\u00fcber.<br \/>Ich versuchte mich zu fassen und wendete mich von Jedediah ab. Was geschah darauf hin, sehr viel weiteres nehme ich an, doch kenne ich die Reihenfolge nicht mehr (ja, ich neige dazu, dies zu wiederholen, ich wei\u00df). Rascard lie\u00df ich zun\u00e4chst nichts von Jedediahs Worten wissen.<br \/>Zun\u00e4chst ...<\/p>\n<p>Ein weiteres Ereignis ist mir in Erinnerung blieb, war ein K\u00e4stchen, dass pl\u00f6tzlich an der Hohen Tafel stand und dem man einen Brief entnahm. Woher es kam, habe ich nicht mitbekommen und nicht erfahren. Es schien aber wichtig zu sein, denn alle, die dabei waren, schienen aufgeregt. Rafael nahm den Brief, denn das K\u00e4stchen enthielt, an sich. Doch anstatt ihn laut zu verlesen, lass er ihn leise. Ich sah ihm an, dass der Inhalt ihn mitnahm. Der Ausdruck auf seinem Gesicht wurde betroffen, war nicht mehr alleine wehm\u00fctig. Ich eilte zu ihm und best\u00fcrmte ihn mit Fragen, was dies f\u00fcr ein Brief sei. doch er antwortete mir nicht, sondern wandte sich beim Lesen nur weiter fort von allen. Er hielt den Brief jedoch so, dass ich einige Blicke darauf werfen konnte. Meine Begabung im Lesen ist nicht besonders gro\u00df, denn was soll ich mir mit so etwas meine Augen f\u00fcr\u2019s Sticken verderben. So war es mir nicht m\u00f6glich, etwas \u00fcber den Inhalt des Briefes zu erfahren. Einzig die erste und die letzte Zeile konnte ich mehr oder minder lesen. Es gen\u00fcgte, um auch mich nerv\u00f6s werden zu lassen und Rafaels Unruhe zu verstehen. Der Brief begann mit \u201eMein geliebter Beltran\u201c und endete mit: \u201eIn Liebe, Deine ............ Leynier\u201c. Denn Vornamen jener Briefschreiberin konnte ich nicht entziffern.<br \/>Rafael sch\u00fcttelte letztlich meine besorgte Hand ab und verlie\u00df mit z\u00fcgigen Schritten die Halle, den Brief fest umklammert. Den groben Inhalt des Briefes erfuhr ich erst sp\u00e4t am N\u00e4chsten Tag, den Brief selbst bekam ich nie wieder zu Gesicht. Ich denke, dass Rafael unter Verschlu\u00df h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Ein anderes, was geschah, hatte auch mit diesen K\u00e4stchen zu tun. Zumindest vermute ich dies, den Mutter suchte in einem der K\u00e4stchen nach etwas. Sie wirkte ganz verzweifelt \u00fcber etwas. Ich erkundigte mich besorgt, was los sei.<br \/>\u201eBeltrans Siegelring, wir k\u00f6nnen ihn nicht finden. Wei\u00dft du wo er sein k\u00f6nnte?\u201c<br \/>Ich \u00fcberlegte. Ich wusste es nicht wirklich, normalerweise trug Vater ihn bei sich. Doch wenn er dies nicht tat ... ich sprach eine Ahnung aus, mit der ich zugleich etwas anschneiden konnte, das f\u00fcr mich wichtig war.<br \/>\u201eIst es m\u00f6glich, dass er ihn zu Mutters Familienschmuck gelegt hat?\u201c Ein eher unwahrscheinlicher Gedanke, ich wei\u00df. Doch durchaus m\u00f6glich, wenn er ihn sicher w\u00e4hnen wollte.<br \/>\u201eWei\u00dft du, wo er ist?\u201c<br \/>\u201eIn Mutters alten Gem\u00e4chern!\u201c Es sei gesagt, dass ich nun von meiner leiblichen Mutter Lennett Elhalyn sprach.<br \/>\u201eDann geh\u2019 und suche ihn dort. Wir m\u00fcssen den Ring deinem Vater an den Finger stecken... Der Schmuck geh\u00f6rt doch sowieso dir!\u201c<br \/>Dieser letzte Satz, ich traute meinen Ohren nicht. Er geh\u00f6rt doch dir! Meine Mutter \u00fcberlie\u00df mir den Familienschmuck, denn ich mir so sehr w\u00fcnschte. Vergessen war der Bruch, auch wenn ihr Worte so lapidar daher gesagt waren. Ich eilte in Mutters alte Gem\u00e4cher.<br \/>Was soll ich sagen? Soll ich l\u00fcgen und behaupten, ich h\u00e4tte lange nach der Schmuckschatulle suchen m\u00fcssen? Ich wusste genau, wo in Lennett Elhalyns Gem\u00e4chern es aufbewahrt wurde. Sicher in einem Schr\u00e4nkchen, all die Jahre, seid Mutter von uns gegangen war.<br \/>Seit dem Tag, da meine Amme ihn mir gezeigt und davon erz\u00e4hlt hatte, war ich immer wieder heimlich dort gewesen und hatte ihn mir angeschaut. Die G\u00f6tter mochten nur wissen, dass ich ihn besitzen wollte; die Erinnerung weshalb kommt mir erst jetzt beim diktieren wieder.<br \/>Die Schatulle fest in den H\u00e4nden kehrte ich in die Halle zur\u00fcck. Ich hatte nur geraten, doch als Mutter und ich ihn \u00f6ffneten, befand er sich wirklich darin. Vater musste ihn dort deponiert haben, ehe sein Zustand zu schlimm wurde. Mutter gemahnte mich, dass ich Vater den Ring an den Finger stecken musste. Das er ihn tragen musste. (Sp\u00e4ter r\u00e4tselte ich dar\u00fcber, weshalb Vater ihn mit ins Grab nehmen sollte, die Frage beantwortete sich mir nie.)<br \/>Und dann ... nahm Mutter ihre Entscheidung \u00fcber den Schmuck zur\u00fcck. Sie verlangte, dass ich mit Rafael wegen des Schmucks sprechen sollte. Sie nahm mir die Hoffnung, ihn besitzen zu d\u00fcrfen. Was, wenn Rafael entschied, ihn als Lord zu behalten und ihn seiner Frau zu \u00fcbergeben? Als Lord war es sein Recht, als Bruder Unrecht mir das anzutun!<br \/>Mutter zwang mich, sie anzusehen und es ihr zu versprechen. Angst erfasste mich als ich den Blick hob. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich Angst vor der Frau, welche die einzige Mutter war, die ich kannte und die ich wie eine solche liebte.<br \/>Angst vor ihr und davor, ob sie tun w\u00fcrde, wozu ihre Familiengabe sie bef\u00e4higte um sicher zu gehen, dass ich tat was sie verlangte. Zuviel war f\u00fcr mich an diesem Tag geschehen und so kam die Angst leicht und schnell \u00fcber mich. Doch ich zwang mich, sie nicht zu zeigen. Streng musste sie erneut verlangen, dass ich sie ansah und es ihr versprach mit Rafael zu sprechen.<br \/>Es kostete mich viel Kraft zu tun was sie verlangte. Ich musste, ich konnte nicht l\u00fcgen, sie w\u00fcrde es wissen. Und doch wollte ich es nicht. Ich wollte es ihr nicht versprechen, denn es hie\u00df, dass ich verlieren konnte, was ich gewollt hatte, seid ich ein Kind war.<br \/>Ich erstickte fast an dem leisen Versprechen, dass ich ihr gab.<br \/>Ich gab Mutter das Versprechen und eilte hinaus, die Schatulle fest in meinen H\u00e4nden. Ich w\u00fcrde sie nicht wieder aus den H\u00e4nden geben. Rafael w\u00fcrde es mir als Lord befehlen m\u00fcssen. Ich wollte es gleich hinter mich bringen, doch Rafael war damit zugange, die Altons zu beruhigen und zu umgarnen. Politik! Kein guter Zeitpunkt ihn wegen altem Schmuck zu bel\u00e4stigen. Nicht, wo er Vater gerade verloren hatte und uns alles M\u00f6gliche drohte.<br \/>Mutter hatte nicht \u201esofort\u201c gesagt.<\/p>\n<p><em>Nach einigen Unannehmlichkeiten mit Dienstboten und anderem gemeinem Volk habe ich nun wieder die geistige Ruhe, mich den Geschehnissen auf Elhalyn zu widmen.<\/em><\/p>\n<p>Ich gesellte mich zu Rascard, der an der frischen Luft Erholung von all dem Trubel suchte. Es war erholsam, dort drau\u00dfen zu stehen und zu versuchen f\u00fcr einige Augenblick zu vergessen, welche Sorgen \u00fcber uns allen schwebten.<br \/>Rafael war diese Ruhe noch nicht verg\u00f6nnt. Lange sah ich ihn noch mit Onkel Gabriel und Tante Javanne reden, Mutter immer wieder an ihrer Seite. Ich vertraute Rafaels Urteil, schlie\u00dflich hatte er gelernt, was es bedeutet ein Lord zu sein. Der einzige, der diese Erziehung von uns noch genossen hatte, war Rascard. Doch er hatte daheim versprechen m\u00fcssen, sie gut zu benehmen und keine Probleme zu verursachen. Und sicherlich w\u00fcrde es Probleme geben, wenn er sich zu sehr in die Angelegenheiten und Entscheidungen von Elhalyn einmischte. Diese Gedanken brachten mich zu dem, was Jedediah zu mir gesagt hatte.<br \/>In einem ruhigen Augenblick, bat ich Rascard um ein Gespr\u00e4ch nur unter uns. Ohne irgendwelche anderen Ohren und Augen. Ich wollte diese Worte des Friedensmannes meines Vaters nicht an die gro\u00dfe Glocke h\u00e4ngen, ebenso wenig wollte ich den einen oder Rascard blo\u00df stellen oder unter Druck setzen. Wenn ich es Rascard nur unter uns sagte, ohne das jemand wusste \u2013 au\u00dfer Jedediah vielleicht \u2013 dass ich es ihm gesagt hatte, w\u00e4re er nicht gezwungen, irgendetwas zu unternehmen. Oder ich konnte ihn gegebenenfalls davon abhalten, etwas zu unternehmen.<br \/>So bat ich ihn mit zur\u00fcckhaltenden Worten um einen Augenblick seiner Zeit, wenn es ihm gelegen w\u00e4re. Obwohl er sich gerade in gut mit Hayden und dem Erben von MacAran unterhielt, nahm er sich augenblicklich Zeit f\u00fcr mich. Ein Umstand, der mir v\u00f6llig neu war.<br \/>Er wollte zun\u00e4chst nur einige Schritt gehen, doch ich zog ihn weiter von all den anderen fort. Ich wollte ein wenig die Schatten der Nacht nutzen, um verborgen zu sein.<br \/>Es fiel mir schwer, den richtigen Anfang zu finden und so ganz konnte ich Jedediahs Worte nicht mehr getreu wieder geben.<br \/>Doch sobald ich zu sprechen begann war ich wieder aufgew\u00fchlt, von dem, was hinter den Worten steckte.<br \/>Z\u00f6gerlich berichtete ich Rascard, was Vaters Friedensmann zu mir gesagt hatte. Das er meinte, das Vater an seiner Wahl f\u00fcr mich in der letzten Zeit gezweifelt hatte. Das er es inzwischen nicht mehr f\u00fcr so klug gefunden h\u00e4tte, ein B\u00fcndnis mit Asturias einzugehen. Und das Jedediah diese Meinung teilte \u2013 nicht als Castamir, sondern als Vaters Vertrauter, f\u00fcgte ich schnell hinzu.<br \/>Ich glaube, es machte Rascard genau so sprachlos wie mich. Denn zumindest kann ich nicht mehr an seine Erwiderung erinnern. Asturias mag nicht so gro\u00df sein wie, Hastur oder Elhalyn, doch es ist ein bedeutendes K\u00f6nigreich. Und die Familie der di Asturien kann seinen Stammbaum weiter zur\u00fcckverfolgen und legitimieren als Hastur pers\u00f6nlich. Eine \u00c4hnlichkeit, die Rascard und Caldir MacAran zuvor noch scherzend f\u00fcr ihrer beiden Familien festgestellt hatten.<br \/>Was Rascard \u00fcber diese Er\u00f6ffnung der sp\u00e4ten Gedanken meines Vaters und (oder) seines Friedensmannes dachte, kann ich nicht sagen. F\u00fchlte er sich ebenso getroffen und gekr\u00e4nkt wie ich? Ich wollte immer noch nicht glauben, dass Vater diesen Gedanken wirklich gehabt haben sollte. Daf\u00fcr war meine Loyalit\u00e4t zur Familie meines Gatten zu gro\u00df.<br \/>Was auch immer Rascard sagte oder dachte ... nachdem ich ihm zitternd meine Worte vorgetragen hatte, fand ich mich in seinem Arm wieder und er hielt mich fest. Tr\u00f6stend, Kraft spendend ... so wie er den ganzen Tag \u00fcber f\u00fcr mich da gewesen war. Er tat das, was ein Gatte tut \u2013 und das, ohne das jemand ihn dazu h\u00e4tte n\u00f6tigen m\u00fcssen. Ohne das ich ein b\u00f6ses Wort gesagt h\u00e4tte oder seine Mutter es ihm mit Blicken bedeutete. Er war da!<br \/>Ich biss mir leicht auf die Lippen, als ich mich etwas von ihm l\u00f6ste und ihn fragend und verhalte \u00fcberrascht ansah.<br \/>\u201eDu warst heute so nett zu mir\u201c, sagte ich ihm in dankbarem Tonfall. Keine spitzen Worte, keine Vorw\u00fcrfe. Doch dann gab ich meiner Verwirrung nach: \u201eDas ... verstehe ich nicht?\u201c<br \/>Ich glaube, ich sagte ihm noch mehr und er antwortete mir. Doch sicher bin ich mir nicht mehr. Doch eines wei\u00df ich noch genau und ich mu\u00df bei dieser Erinnerung l\u00e4cheln.<br \/>Das wir uns gek\u00fcsst haben, dass ich ihn k\u00fcssen wollte. Und dass ich nicht das Gef\u00fchl hatte, eine politische Pflicht dabei zu erf\u00fcllen. Es war g\u00e4nzlich anders, als das, was wir in den letzten Jahren ausgetauscht haben. Es war dem sehr viel \u00e4hnlicher, was ich mir vorgestellt habe, wie es sein w\u00fcrde, wenn man einen Gatten k\u00fcsst...<br \/>... auch wenn unser Kuss so z\u00fcchtig war, als h\u00e4tte man uns verlobt.<\/p>\n<h3><a name=\"ras\"><\/a>Erz\u00e4hlung Hayden Elhalyn<\/h3>\n<p>Ein turbulenter Freitag....oder Magenta is das neue Schwarz!<\/p>\n<p>\u201eBei Aldones, dem Herrn des Lichts!\u201c,<br \/>entfuhr es mir, nur ein wenig lautstark wie ich meine, als ich meinen geliebten Vater Beltran Elhalyn, Lord Elhalyn zum ersten Mal zu Gesicht bekam.<br \/>Meine Frau Adriana und ich weilten nun schon seit 3 Tagen auf der Burg, sprachen mit meinen Geschwistern, mit weiteren G\u00e4sten und warteten darauf, dass mein Vater uns endlich zu sich an sein Krankenlager rief (die Premiere von Bernardos Oper \u201eDie Entf\u00fchrung aus dem Shanisa\u201c stand ja schlie\u00dflich AUCH kurz bevor und ich wollte nicht den ganzen Winter in dieser verstaubten Burg verbringen, Erbe hin oder her - aber dazu sp\u00e4ter!).<br \/>Der Anblick, der sich uns schlie\u00dflich bot, als wir eines Abends zum gemeinsamen Mahl an die Tafel meines Vaters gebeten wurden, der \u00fcbertraf meine schlimmsten Alptr\u00e4ume, und das ist noch untertrieben.<br \/>Denn mein Vater erschien selbst an seiner Tafel.<br \/>Sicher, er war krank und sicher auch schw\u00e4chlich, aber DAS?<br \/>Seine Haare hingen ihm ungepflegt herunter, es erschien, als sei er seit Tagen nicht rasiert oder gewaschen worden. Zudem hing ihm seine Tunika in Fetzen herunter und er trug keine Schuhe. Er hatte sich eine Art Gebiss anfertigen lassen, welches ihm schief aus dem Mund hing und der Geifer troff ihm aus den Mundwinkeln, als er sich mit Hilfe seines Friedensmannes nieder setzte.<br \/>Mir fiel die Kinnlade herunter und nicht nur mir.<br \/>Die G\u00e4ste schienen mir genauso erschrocken.<br \/>Zu allem \u00dcberfluss war nicht nur mein Vater nur noch ein Abbild seiner selbst und ganz anders als ihn alle in Erinnerung hatten, nein, auch der Dienstbarkeit des Schlosses schien irgendwie aus den Fugen geraten. Die G\u00e4ste und auch meine Wenigkeit hatten nichts zu trinken und auch sonst lie\u00df sich kein Bediensteter in der Halle sehen.<br \/>Nachdem meinem Vater wohl jedweder Anstand entfallen war und er herump\u00f6belte (an meiner Frisur!!) und sich weder von meiner Stiefmutter noch von seinem Friedensmann helfen lie\u00df, noch sich dorthin verfrachten lie\u00df, wo er meiner Meinung nach hingeh\u00f6rte \u2013 in sein Bett \u2013 rief er seine Kinder nach und nach zu sich an den Tisch.<br \/>Zuerst meinen \u00e4ltesten Bruder Rafael \u2013 auch er sah nicht unbedingt wie das bl\u00fchende Leben aus sei hier erw\u00e4hnt - dann meine Schwestern Lorett und Keshiara und schlie\u00dflich auch meine Weinigkeit.<br \/>*theatralisch seufzt* Dass er bei meinem eigens f\u00fchr ihn verfassten Gedicht einschlief und ich bei seinem Wunsch, es erneut h\u00f6ren zu wollen, zu einem - seiner Meinung nach unpassenden - Gedicht \u00fcber den Tod griff muss hier nur kurz erw\u00e4hnt werden, denn ich durfte das Gedicht nicht einmal zu Ende rezitieren.<br \/>Dass er meine k\u00fcnstlerische Ader nicht mehr zu w\u00fcrdigen wusste und er auch nicht den Anstand besa\u00df, meine Frau zu begr\u00fc\u00dfen hatte ich bald vergessen, denn alsbald \u00fcberschlugen sich die Ereignisse.<br \/>Zwischen all den Erkundigungen beschloss der senile und dement wirkende Lord, dass er jetzt seinen Erben benennen w\u00fcrde.<br \/>Die G\u00f6tter wollten es allem Anschein nach nicht verhindern und meine Stiefmutter, der Heiler und der Friedensmann konnten es nicht verhindern, dass er sein Vorhaben in die Tat umsetzte.<br \/>\u201eHayden, komm zu mir!\u201c<br \/>Ein kleiner Schrei entfuhr mir.<br \/>\u201eICH???\u201c, fragte ich unsicher nach und strich mir eine Str\u00e4hne meines magentafarbenen Haares aus der Stirn.<br \/>Das konnte nicht sein Ernst sein, er machte auf seine alten Tage hin Scherze \u2013 schlechte Scherze!!!<br \/>ICH, Hayden Elhalyn, der Poet und Lyriker von Thendara??<br \/>Ich, der Erbe der Dom\u00e4ne Elhalyn??<br \/>\u201eJa, komm und f\u00fchre Deinen Bruder Rafael zu mir!\u201c, ert\u00f6nte es hei\u00dfer.<br \/>Ich atmete auf \u2013 ich h\u00e4tte ihn diesem Moment jeden zu ihm gef\u00fchrt, wirklich jeden, nur um nicht in diesem verstaubten alten Kasten jenseits der Zivilisation bis ans Ende meiner Tage sitzen zu m\u00fcssen um Erbe von Elhalyn zu sein!<br \/>Sichtlich erleichtert schritt ich zu meinem Bruder und tat wie mein Vater mir gehei\u00dfen, ich f\u00fchrte ihn zu dem alten Mann, der ihn \u00f6ffentlich vor allen Anwesenden als seinen Erben ausrief.<br \/>Doch damit nicht genug, er lie\u00df auch Linnea Aillard, die Schwester der Regentin der Dom\u00e4ne Aillard nach vorne geleiten und erkl\u00e4rte, dass die beiden hiermit verlobt seien.<br \/>Das Raunen der Geladenen \u00fcberh\u00f6rend lie\u00df er sich zu Bett f\u00fchren.<br \/>Ich wusste zwar nicht, wie genau es mein Vater anstellen wollte, eine Ehe zu arrangieren, ohne die Zustimmung der Lady Aillard eingeholt zu haben und ich sah die Best\u00fcrzung auf dem Gesicht meines Bruders, aber Hauptsache, ich war hier nicht versehentlich zum Erben ausgerufen worden.<br \/>Innerlich schon fast wieder bes\u00e4nftigt trippelte ich zu meinem Platz an der Seite meiner Gattin und l\u00e4chelte Adriana an.<br \/>Rafael w\u00fcrde eine politische Ehe eingehen m\u00fcssen, das stand hier au\u00dfer Frage und unsere Verwandte Domna Linea war doch eine attraktive Frau. Rafael w\u00fcrde auch einen Erben designieren m\u00fcssen, aber dar\u00fcber konnte man auch sp\u00e4ter noch sprechen.<br \/>Ich war froh, dass Lorett und Rascard, mein Schwager, in meiner N\u00e4he sa\u00dfen und wir den ein oder anderen Klatsch aus Thendara, des Lebens Puls, austauschen konnten.<br \/>Wir Geschwister standen geschlossen hinter meinem Bruder Rafael und so schienen sich alle Probleme in Luft auf zu l\u00f6sen, wenn man von dem Gesundheitszustand meines Vaters absehen wollte, den wir aber nicht \u00e4ndern w\u00fcrden k\u00f6nnen.<br \/>Meinem Vater ging es sichtlich schlecht und es w\u00fcrde eine Erl\u00f6sung sein, wenn ihn Avarra zu sich rufen w\u00fcrde.<br \/>Vielleicht w\u00fcrde ich sogar noch rechtzeitig zu Bernardos Opernpremiere kommen, vielleicht.<br \/>Weit gefehlt!!<br \/>Denn kurz darauf stolperte mein Vater in den Saal und schrie und tobte und erkl\u00e4rte, er w\u00fcrde nun seinen Erben bestimmen wollen.<br \/>Nein, man hatte sich nicht verh\u00f6rt!<br \/>Ich sch\u00fcttelte meinen Kopf und mir klappte erneut die Kinnlade herunter.<br \/>Warum bereitete niemand dieser Farce ein Ende?<br \/>NOCH fand ich diese Posse verwunderlich, vielleicht auch peinlich und hatte Mitleid mit meinem Vater.<br \/>\"Hayden, mein Sohn!\", h\u00f6rte ich die Stimme Beltrans.<br \/>Musste ich wieder jemanden zu ihm f\u00fchren? Ich hatte ja noch einen Bruder, wenn auch Stiefbruder.<br \/>\"Ja?\", piepste ich.<br \/>\"Komm an meine Seite, mein Sohn. Der Sohn, der mir einen Enkel brachte.\"<br \/>Ich krallte mich an Adrianas Arm fest, warf ihr einen verzweifelten Blick zu, der 'Und jetzt?' bedeutete und blickte angstvoll zu meinem Vater.<br \/>'Bitte, bei allen G\u00f6ttern und G\u00f6ttinnen, lasst ihn jetzt nichts Falsches tun. BITTE!', flehte ich.<br \/>Aber die G\u00f6tter erh\u00f6hten meine Bitten nicht.<br \/>Ich blickte meine Stiefmutter an, denn sie sollte doch daf\u00fcr Sorge tragen, dass mein Vater in sein Bett gebracht w\u00fcrde und zwar BEVOR er hier etwas sagte, was ich nicht h\u00f6ren wollte.<br \/>\"Du, Hayden Elhalyn sollst der neue Erbe von Elhalyn und Regent nach meinem Ableben sein!\"<br \/>Er zerrte mich in die Mitte und ich hob z\u00f6gerlich meine Hand, als er um Jubel bat.<br \/>V\u00f6llig verzweifelt dem Versuch die Fassung zumindest halbwegs zu wahrend verfallen suchte ich nach dem Blick meiner Frau.<br \/>'UND JETZT???' sagte dieser Blick jetzt vehementer aus, aber ich konnte nicht mehr nachfragen oder meinen Vater erkl\u00e4ren, dass er doch bereits einen Erben benannt hatte, denn er begann zu husten und verlangte in sein Bett gebracht zu werden.<br \/>Stoisch schlurfte ich zu meinem Platz und lie\u00df mich auf meinen Stuhl fallen.<br \/>Oh G\u00f6tter, was war das f\u00fcr ein mieses Possenspiel und ich nicht nur Protagonist, sondern mitten darin verwickelt.<br \/>Ich sah mich missbilligend um \u2013 die Burg hier w\u00fcrde selbst in einem zarten Eismelonengr\u00fcn und angepasster Akkustik nicht die Art von Wohnort sein, an dem ich l\u00e4ngere Zeit verweilen w\u00fcnschte.<br \/>Aber nicht nur ich blickte verzweifelt und verwirrt, nein, auch meine Geschwister, die Familie an sich und auch die G\u00e4ste wussten nicht wirklich, was sie zu all dem hier sagen sollten.<br \/>Adriana blickte mich tapfer l\u00e4chelnd an.<br \/>\"Geh zu Deinem Bruder und erkl\u00e4re ihm, dass Du seinen Erbanspruch nicht anfechten wirst. Egal, was Dein Vater hier gerade eben erkl\u00e4rt hat, Hayden, das ist jetzt wichtig!\", fl\u00fcsterte sie mir zu.<br \/>Was hatte ich doch f\u00fcr eine brillante Ehefrau.<br \/>Ich wahrte die Fassung und ging so sicher ich es vermochte zu Rafael.<br \/>\"Ich\u2026also ich stehe hinter Dir, st\u00e4rke Dir den R\u00fccken, Rafael, von meiner Seite hast Du nichts zu bef\u00fcrchten!\"<br \/>Er l\u00e4chelte mich bitter an.<br \/>\"Danke Hayden, Danke!\", er sch\u00fcttelte den Kopf, als k\u00f6nne er dies alles noch immer nicht glauben.<br \/>Ich blieb hinter ihm stehen, Rafael hatte den Tod seiner Frau und seines Kindes noch immer nicht \u00fcberwunden und ich musste zugeben, das sah man ihm auch deutlich an.<br \/>\"G\u00f6tter, was soll das alles hier?\", fragte ich nur um die Frage einmal laut auszusprechen, die hier jedem durch den Kopf zu gehen schien.<br \/>Rafael blickte langsam zu mir auf.<br \/>\"Er hat ohne mit mir zu sprechen eine Ehe arrangiert!\", murmelte mein Bruder, als sei alles andere unwichtig.<br \/>\"Ja bitte was hast Du denn erwartet, Rafael? Dass Du hier Regent wirst und munter bis ans Ende Deiner Tage vor Dich hin lebst? Du musst doch gewusst haben, dass Du heiraten MUSST! Rei\u00df Dich zusammen!\"<br \/>Den letzten Satz hatte Rafael heute auch schon zu mir gesagt, als ich beleidigt da sa\u00df, weil mein Vater meine Dichtkunst nicht zu w\u00fcrdigen wusste. Fast h\u00e4tte ich dar\u00fcber gelacht.<br \/>Doch dazu kam ich gar nicht, denn WIEDER h\u00f6rte ich die Stimme meines Vaters, der lautstark verlangte, dass man ihn in die Halle brachte.<br \/>\"Ich will meinen Erben benennen!\".<br \/>Er wollte bitte was?<br \/>Genau das hatte er doch bereits getan \u2013 zweimal schon um genau zu sein und damit bereits einmal zu viel!<br \/>Meine Versuche, Lady Gabriella oder den Friedensmann meines Vaters dazu zu bewegen den Mann endlich im Bett zu belassen, stie\u00dfen auf taube Ohren oder Ohnm\u00e4chtigkeit.<br \/>Unter v\u00f6llig erstaunten Blicken benannte Lord Elhalyn unseren Stiefbruder Airic zu seinem rechtm\u00e4\u00dfigen Erben.<br \/>Airic fiel vor Schreck von seinem Stuhl, seine Mutter in Ohnmacht und ich und alle anderen Anwesenden sch\u00fcttelten nur den Kopf.<br \/>Doch wenn man geglaubt h\u00e4tte, dass es jetzt an Unannehmlichkeiten endlich gen\u00fcg gewesen sei \u2013 weit gefehlt!<br \/>Meine liebenswerte Schwester Keshiara nutzte just diesen Moment der Stunde und Verwirrung, um meinem Vater ihre 'Gef\u00e4hrtin' vorzustellen \u2013 und zwar nicht einfach eine Wegbegleitung, nein, diese Frau sei ihre Lebenspartnerin, Frau und Freundin.<br \/>Nette und abwechslungsreiche Idee meinte ich, aber sicherlich fehl am Platze in dieser Runde und vor allen Dingen zu diesem ZEITPUNKT.<br \/>Mein Vater schien dies auch so zu sehen \u2013 er kippte auf der Stelle um und unser Heiler konnte nur noch den Tod des Lords feststellen.<br \/>Ein Aufschrei von irgendwoher, Tr\u00e4nen, Trauer und ein wildes Durcheinander brachen \u00fcber uns herein.<br \/>M\u00f6chte man jetzt zusammenfassen, so hat mein Vater, Lord Elhalyn also am heutigen Abend unabh\u00e4ngig voneinander gleich 3 Erben benannt und ist kurz darauf ohne weiteres Wort gestorben.<br \/>Tres chic w\u00fcrde ich sagen, wenn dies nicht als piet\u00e4tlos gelten w\u00fcrde.<br \/>Wir waren alle zusammen wir vom Donner ger\u00fchrt und als wir das Ausma\u00df begriffen wurde f\u00fcr Minuten kein Wort gesprochen.<br \/>Schweigen, welches von unmittelbaren Emp\u00f6rungsrufen und Verwunderungsbetitelungen abgel\u00f6st wurde.<br \/>Meine Stiefmutter wollte Keshiara nebst dieser Frau der Halle verweisen. Ich versuchte Mutter zu beruhigen und schob Sophia Snow mit den Worten \"Ich g\u00f6nnen Ihnen den Spa\u00df mit meiner Schwester, aber nicht hier und nicht jetzt!\" beiseite.<br \/>Ich war zum wiederholten Mal der Meinung, im falschen Theaterst\u00fcck zu sitzen und war froh, dass die Familie sich sammelte.<br \/>Meine Stiefmutter Gabriella gab Anweisungen, die Leiche auf zu baren und versuchte die G\u00e4ste zu beruhigen.<br \/>Ich war zugegeben sehr verwundert, dass meine Stiefmutter l\u00e4chelte und dass sie in diesem Moment an unseren Cousin Alan Alton, den bislang designierten Erben dachte und diese Verbindung auch offen und vor aller Leute ansprach.<br \/>Ich war wohl nicht der Einzige, der dies als seltsam empfand und Rafael wies meine Stiefmutter darauf hin, dass wir jetzt sicher kein Gespr\u00e4ch vor all den anderen Leuten beginnen w\u00fcrden.<br \/>Wir Geschwister waren uns zumindes einig!<br \/>Egal, was hier gespielt wurde und gesagt wurde, der Zustand meines Vaters lie\u00df keinen Zweifel zu, dass er nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kr\u00e4fte gewesen war und wir, so schockiert wir auch waren, dies alles als Farce abgalten.<br \/>Der einzige Erbe und jetziger Regent war und blieb Rafael Elhalyn und diese f\u00fcr uns unumstrittene Tatsache bekundeten wir laut und deutlich indem wir Rafael zum neuen Regenten der Dom\u00e4ne Elhalyn ausriefen.<br \/>Ich h\u00f6rte schon deutlichere Jubelrufe (in der Oper, wenn eins meiner St\u00fccke\u2026.aber das geh\u00f6rt nicht hier her).<br \/>Meine geliebte Frau nahm mich sanft beiseite und fl\u00fcsterte in mein Ohr.<br \/>\"Hayden, mein Liebling, es gibt Zeiten zum trauern und Zeiten zum handeln. Rafael muss einen Erben benennen und er hat keinen Sohn. Und das muss er bald tun, bevor etwaige Anspr\u00fcche von anderen Seiten geltend gemacht werden! Er muss zudem eine politische Heirat eingehen und ob die Heirat mit Lady Linea so zielf\u00fchrend ist? Es muss schnell gehen und Lady Aillard liegt im Augenblick im Kindsbett, aber ihre Einwilligung wird ben\u00f6tigt und die Verwandschaft ist sehr nah und das Laran schwierig\u2026..\"<br \/>Ich nickte und bewunderte meine Gattin einmal mehr.<br \/>Kurzum wandte ich mich an meinen Bruder Rafael und gab ihm Adrianas Bedenken als die meinen weiter.<br \/>Rafaels Gesicht verdunkelte sich, doch er nickte.<br \/>\"Du hast Recht!\", erkl\u00e4rte er mir.<br \/>Er blickte sich um \u2013 die Ambitionen, die Erbfolge in Richtung der Dom\u00e4ne Alton zu lenken, die meine Schwiegermutter, wohl ihrer Abstammung wegen, vehement vertrat, schien er nicht zu billigen. So bat er mich, meine Schwester Keshiara, meine Schwester Lorett und ihren Mann Rascard und meine Gattin Adriana zu einem privaten Gespr\u00e4ch bez\u00fcglich der Erbfolge von Elhalyn.<br \/>Adriana l\u00e4chelte mich an und raunte \"Ich wei\u00df, dass Du nicht erben willst, aber Du hast einen Sohn, Coryn, und Alan steht der Erbfolge von Alton zu nah, Hayden! Rascards und Loretts Sohn wird K\u00f6nig von Asturias, sie werden uns sicherlich unterst\u00fctzen\".<br \/>Ich hatte verstanden und nickte ihr l\u00e4chelnd zu, w\u00e4hrend Keshiara mittels Laran ein Netz um uns wob, welches uns von Aussenstehenden abschirmte und auch nicht sichtbar sein lie\u00df.<br \/>Es dauerte nicht wirklich lange und das Dokument, welches meinen Sohn Coryn als designierten Erben von Elhalyn auswies war angefertigt.<br \/>Adriana nahm mentalen Kontakt zu ihrem Bruder Loryn Hastur, Lord Hastur auf und erkl\u00e4rte mir, dass Loryn dieses Dokument anerkannte. Ich gab also diese beruhigende Nachricht, dass Hastur als B\u00fcndnispartner bleiben w\u00fcrde, an Rafael weiter.<br \/>Die Sache mit der politischen Ehe w\u00fcrde man auch morgen noch kl\u00e4ren k\u00f6nnen, doch auch hier waren wir ausnahmslos einer Meinung \u2013 frisches Blut sollte in die Dom\u00e4ne Elhalyn kommen.<br \/>Rafael gab mir das Schriftst\u00fcck mit den Worten \"Pass darauf gut auf, falls mir etwas passiert, Hayden\" in die Hand und ich nickte verstehend.<br \/>Man sollte vielleicht erw\u00e4hnen, dass meine Gabe nicht dann eintrat, wenn ich sie rief oder haben wollte, sondern dann, wann sie es wollte.<br \/>Ich hatte eine Vision!<br \/>Eine Vision wie sie schmerzhafter kaum sein konnte.<br \/>Ich sah Krieg, das Land zerst\u00f6rt. Dann sah ich Frieden zwischen den Dom\u00e4nen. Dann sah ich meinen zweiten Sohn, ein Abbild meiner Selbst um darauf hin meinen Vater, munter und bei bester Gesundheit und letztlich Rafael auf dem Tron der Dom\u00e4ne.<br \/>Auch Airic hatte eine Vision in der er Beltran munter auf einem Pferd reiten sah.<br \/>Ich f\u00fchlte mich mit der ganzen Situation absolut \u00fcberfordert und tingelte konfus zwischen meinen Geschwistern und meiner Mutter hin und her und h\u00f6rte mir verzweifelt die unterschiedlichen Gr\u00fcnde und Meinungen \u00fcber diverse Erbfolgen an.<br \/>Irgendwann beschloss ich verzweifelt, dass ich mich jetzt schlafen legen w\u00fcrde, denn zu wenig Schlaf w\u00fcrde meinem Teint schaden und auch sonst niemandem etwas bringen.<br \/>und turbulent geht es weiter\u2026oder 'ein dezentes Eismelonengr\u00fcn'<\/p>\n<p>Recht fr\u00fch am n\u00e4chsten Morgen klopfe Rascard an unseren R\u00e4umlichkeiten. Ich hatte meine Gurkenmaske noch nicht aufgelegt und hatte mit Sicherheit Ringe unter den Augen.<br \/>Aber dies schien meinen Schwager nicht zu st\u00f6ren.<br \/>Auch er erweckte den Eindruck, weder sonderlich lange noch sonderlich gut geschlafen zu haben.<br \/>Seufzend bat ich ihn Platz zu nehmen, kleidete mich f\u00fcr meine Begriffe SEHR z\u00fcgig an und setzte mich zu ihm.<br \/>Die Geschehnisse des Vortags machten ihm wie meiner Schwester Lorett sehr zu schaffen und wir waren beide hin und hergerissen von Trauer \u00fcber meinen geliebten Vater und Verwicklungen, die der gestrige Tag mit sich gebracht hatte.<br \/>Es galt eine Beisetzung im gro\u00dfen Rahmen zu \u00fcberstehen und das wie und das wo zu kl\u00e4ren, von den sicher anstehenden Unannehmlichkeiten der Erbfolge mal ganz abgesehen.<br \/>Doch all das debattieren brachte nicht viel ein und so beschlossen wir vorerst einmal ein Fr\u00fchst\u00fcck ein zu nehmen und dann alles weitere mit Rafael zu besprechen.<br \/>M\u00fcde und mit den eindeutigen Spuren einer viel zu kurzen Nacht begaben wir uns in den Speisesaal.<br \/>Doch an ein geruhsames Fr\u00fchst\u00fcck war nicht zu denken.<br \/>Meine Gattin und ich konnten gerade den ersten Jako zu uns nehmen, als wir durch laute Schreie aus der gro\u00dfen Halle gest\u00f6rt wurden und uns unverz\u00fcglich zum Ort des Geschehens begaben.<br \/>Als ich hinter meiner Frau die Halle betrat, stockte mir der Atem.<br \/>Hatten wir gerade von Beisetzung meines Vaters gesprochen?<br \/>War der gestrige Tag ein \u00fcbler Traum?<br \/>Ganz sicher nicht!<br \/>Doch wenn mich mein vortreffliches Augenlicht nicht t\u00e4uschte, dann sa\u00df an der Tafel niemand Geringeres als mein Vater selbst.<br \/>Munter, guter Laune und bei bester Gesundheit.<br \/>Ich schrie auf und w\u00e4re am liebsten theatralisch in Ohnmacht gefallen, aber das geh\u00f6rte sich einfach nicht.<br \/>Ich qu\u00e4lte mich nach vorne, einen Schritt nach dem anderen und glaubte noch immer, meinen Augen nicht trauen zu k\u00f6nnen.<br \/>\"Vater?\", fragte ich vorsichtig.<br \/>Ich bekam zwar eine Antwort, aber diese ging in viel Tumult \u00fcber das pl\u00f6tzliche Wiederauftauchen des alten Lord unter.<br \/>Und WIE er wieder aufgetaucht war.<br \/>Er schien nicht nur gesund und munter, sondern schien auch alle guten Manieren und seinen guten Ton vergessen zu haben.<br \/>An seiner Seite sa\u00df eine Frau, die ich nach ihrem \u00c4u\u00dferen eher in einem ganz anderen aber eindeutigen Etablissement zuordnen w\u00fcrde.<br \/>Ich zerw\u00fchlte meine Frisur und wusste einen Moment weder ein noch aus.<br \/>Irgendwer wollte nachsehen, ob mein Vater noch immer aufgebahrt in der Kapelle ruhte und wieder jemand anders schrie, dass unser Heiler ohnm\u00e4chtig am Boden der Kapelle lag und sich nicht r\u00fchrte.<br \/>Noch bevor ich wusste, was genau passiert war, zog mich meine Schwester Keshiara mit den Worten \"Ich brauch Dich zum \u00fcberwachen!\" mit in die Kapelle.<br \/>Ich h\u00e4tte SEHR gerne mit den Fingern geschnipst und alles w\u00e4re einfach gut und wie immer gewesen, aber hier war der Wunsch der Vater des Gedanken.<br \/>Irritiert folgte ich Keshiara und warf noch einen Blick auf den Mann, der behauptete mein Vater zu sein und seiner unseri\u00f6sen Begleitung.<\/p>\n<p>Als ich hinter Keshiara in der Kapelle ankam, lag unser Heiler ohnm\u00e4chtig am Boden. Ich holte tief Luft, versuchte all die Ereignisse zumindest halbwegs aus meinen Gedanken zu verbannen und konzentrierte mich auf meine Matrix um Keshiara zu \u00fcberwachen, die versuchte, unseren Heiler wieder in die Welt der Wachen und Lebenden zur\u00fcck zu holen.<br \/>Kurze Zeit sp\u00e4ter erwachte der Mann und faselte etwas von 'er habe meinen Vater gewaschen und pl\u00f6tzlich stand dieser von seinem Totenbett auf.\" Auch ein glei\u00dfendes Licht wolle er gesehen haben und ab diesem Augenblick konnte er sich an gar nichts mehr erinnern.<br \/>Mir kam einmal mehr der Gedanke, dass keine Oper solche Verwicklungen mit sich brachte und \u00fcberlegte, ob ich mich nicht aus dem ganzen Durcheinander zur\u00fcck ziehen sollte um diese Posse nieder zu schreiben.<br \/>Doch ich rief mich innerlich zur Ordnung \u2013 ich w\u00fcrde mich mit meiner Frau und mit meinem Bruder besprechen m\u00fcssen.<br \/>Hier ging es nicht mit rechten Dingen zu, das zumindest stand bislang au\u00dfer Frage.<br \/>Keshiara best\u00e4tigte mir dies vehement, es galt dringend zu handeln und heraus zu finden, wer bitte diese Erscheinung aus der Halle sei.<br \/>Zur\u00fcck in der Halle besprach sich die Gestallt, die mein Vater zu sein behauptete, mit meinem Bruder Rafael.<br \/>Rafael schien nicht sehr erfreut zu sein, doch er mimte gute Miene zum b\u00f6sen Spiel.<br \/>Diese Gestallt f\u00fchrte sich auf, als sei er hier zu Hause und diese M\u00e4tresse an seiner Seite emp\u00f6rte nur durch ihre Anwesenheit.<br \/>Der Gesichtsausdruck meiner Mutter lie\u00df keine andere Reaktion meinerseits mehr zu.<br \/>Mit einem Zinnbecher bewaffnet st\u00fcrzte ich auf dieses Weib zu und schlug ihr den Becher an die Schl\u00e4fe.<br \/>Heldenhaft wie ich meinte, doch ich fand mich am Boden wieder und diese Frau rieb sich noch nicht einmal den Kopf sondern lachte mich schallend aus. MICH!<br \/>Erz\u00fcrnt stand ich auf und versuchte halbwegs w\u00fcrdevoll zu meiner Familie zu gelangen, die sich abseits gehalten hatte und mir verwundert zugesehen hatte.<br \/>Mit Gewalt war dieser Sache also nicht bei zu kommen, mir schwanden die Sinne, denn wieder hatte ich eine Vision \u2013 und zwar die gleiche wie am gestrigen Abend.<br \/>Luft schnappend setzte ich mich nieder und lieh mir den F\u00e4cher meiner Schwester Lorett um wieder zu mir zu kommen.<br \/>Die G\u00f6tter mochten vielleicht wissen, was sich hier abspielte.<br \/>Und dieser Gedanke schien ein gutes Stichwort zu sein.<br \/>Denn w\u00e4hrend Adriana mir Shallan einfl\u00f6\u00dfte und ich mir noch immer Luft zu f\u00e4cherte, kam Keshiara mit einem Schreiben, welches sie am G\u00fcrtel meines vermeintlichen Vaters 'gefunden' hatte zu uns an den Tisch.<br \/>Mein Vater, der Hitze (Hitze!! Auf Schloss Elhalyn gab es keine zu warmen R\u00e4ume!!!) nicht mehr vertrug hatte inzwischen laut vor sich hinp\u00f6belnd die Halle verlassen!<br \/>Keshiara rief die Geschwister und deren Gatten zu sich und rollte das Papier auf, auf dem eindeutig vermerkt stand, dass mein Vater einen Vertrag mit Zandru h\u00f6chstpers\u00f6nlich eingegangen war, seine Seele verschenkt hatte um einen ewig Lebenden K\u00f6rper zu erhalten (mit Zandrus Seele darin).<br \/>Ich verschluckte mich an meinem Shallan als ich das Schreiben las.<br \/>Das konnte doch einfach alles nicht war sein.<br \/>Alle Erbstreitigkeiten waren vergessen \u2013 jetzt galt es zu handeln und zwar z\u00fcgig, denn wer wollte schon von Zandru regiert werden.<br \/>Also ICH sicherlich nicht!<\/p>\n<p>Alle, wirklich alle Anwesenden sammelten sich.<br \/>Ich will es mal theatralisch ausdr\u00fccken, das retardierende Moment war erreicht.<br \/>Die H\u00fclle meines Vaters, besessen von einer Gottheit, welche hier nicht hergeh\u00f6rte, hatte die Lebenden verlassen, aber nur um in der K\u00fcche zu verweilen oder die Grenzen abzureiten.<br \/>Kurzum, wir hatten ein kleinwenig Zeit, um uns zu beraten, falls es \u00fcberhaupt etwas zu beraten gab.<br \/>\"Wir k\u00f6nnen uns nicht in die Angelegenheiten der G\u00f6tter mischen!\", erkl\u00e4rte ich so lautstark ich es mir zutraute.<br \/>Nur schien es, dass genau dieser Satz einige der Anwesenden zu einer Idee brachte.<br \/>Man wollte Avarra, die dunkle G\u00f6ttin des Todes um Hilfe bitten.<br \/>Ich blickte indigniert, was f\u00fcr eine bizarre Idee. Wir hatten Zandru am Hals und waren gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig der Meinung, dass sich Avarra mit uns abgeben w\u00fcrde?<br \/>So etwas gab es, ja, aber nur in dem ein oder anderen B\u00fchnenst\u00fcck von Bernardo in Thendaras Oper.<br \/>Doch Adriana \u00e4nderte meine Ansicht mit den blo\u00dfen Worten.<br \/>\"Was haben wir zu verlieren?\"<br \/>Alle G\u00e4ste, die Familie, meine Geschwister, wir waren alle der Meinung, dass sich ein Versuch, so bizarr dieser auch erscheinen mochte, lohnen k\u00f6nnte oder zumindest wirklich nichts zu verlieren war.<br \/>Ein Kreis war schnell gebildet und ich sah mich in Mitten von Leronyn Avarra anrufen, die dunkle G\u00f6ttin des Todes.<br \/>So irrsinnig die Idee auch war, so ziel f\u00fchrend schien das Ergebnis.<br \/>Eine Stimme, so rein und klar wie ich sie noch nicht mal auf den B\u00fchnen Thendaras geh\u00f6rt hatte, lie\u00df uns wissen, dass die Idee die richtige sei, aber der Weg der falsche.<br \/>Keuchend und nach Kuchen verlangend l\u00f6ste ich mich aus der Verbindung des Larankreises.<br \/>Ich war froh, dass Adriana nicht in diesem Kreis gewesen war, so wurde unser ungeborenes Kind gesch\u00fctzt und geschont. Ich hatte gestern am Abend die Vision eines zweiten Sohnes gesehen und wollte unbedingt, dass er lebend geboren wurde.<br \/>Wieder gab es eine Zusammenkunft aller Beteiligten in der man das weitere Vorgehen besprechen wollte.<br \/>Doch dann wurde ich zu meinem Vater gerufen, nun gut, er br\u00fcllte das halbe Schloss zusammen um mich an seine Seite zu befehlen.<br \/>Man h\u00f6rte schon munkeln, dass er allen Anwesenden seltsame Angebote unterbreitete, versuchte Druck aufzubauen und Zwietracht zus\u00e4hen.<br \/>Ich gehorchte \u2013 wer wollte schon Zandru pers\u00f6nlich widersprechen.<br \/>Widerstrebend begab ich mich auf den Weg nach oben in den Saal, in dem mein die Gestallt, \u00e4u\u00dferlich mein Vater, sich befand.<br \/>Er rief mich zu sich, legte v\u00e4terlich den Arm um meine Schultern und fragte mich nach meinem Wohlbefinden.<br \/>Ich schluckte und best\u00e4tigte ihm, dass es mir wirklich gut ging.<br \/>Dann fragte er mich direkt und geradeheraus, was ich in Zukunft wollte.<br \/>Ich \u00fcberlegte krampfhaft und w\u00fcnschte mir Adrianas messerscharfen Verstand.<br \/>Z\u00f6gerlich versuchte ich mich pauschal zu halten.<br \/>\"Ich m\u00f6chte in Frieden mit meiner Familie in Thendara leben!\"<br \/>Er lachte dr\u00f6hnend.<br \/>\"Gut, Du sollst in Frieden mit Deinen Kindern in Thendara leben !\"<br \/>Er musste sich verh\u00f6rt haben, doch ich kam nicht zum widersprechen.<br \/>\"Die Ehe mit der Hasturschlampe wird anuliert und Du darfst mit Deinen S\u00f6hnen im Stadthaus bleiben. Du bist entlassen, das Gespr\u00e4ch beendet!\"<br \/>Mir verschlug es die Sprache, aber nur f\u00fcr einen Moment.<br \/>Gott hin oder her, das ging zu weit!<br \/>\"Ich ehre und sch\u00e4tze meine Gattin und w\u00fcnsche mit ihr verheiratet zu bleiben!\", gab ich Widerspruch.<br \/>\"Du tust was ich Dir sage und jetzt geh und verlass die Halle!\"<br \/>Ich war emp\u00f6rt, tat aber wie mir gehei\u00dfen nur um UMGEHEND zu Adriana zu gehen und ihr, nachdem ich ihr von dem Gespr\u00e4ch berichtet hatte, den Umgang mit dieser Kreatur zu verbieten.<br \/>\"Halte Dich fern, Adriana, ich trau diesem Etwas zu, dass er Dir vor all den Anwesenden etwas antut, meine Liebe!\"<br \/>Inzwischen waren meine Geschwister und meine Verwandten aber nicht unt\u00e4tig gewesen. Man hatte eine Kiste entdeckt, in der so etwas wie eine Gebrauchsanweisung vorzufinden war, wie man die G\u00f6ttin Avarra anbeten und um ihre Anwesenheit bitten konnte. Und diese Anwesenheit erschien nicht nur mir dringlich von N\u00f6ten.<br \/>Etliche Rollen von Papier mit detaillierten Anweisungen, Sternenblumen, irgendein Wasser und irgendeinen Kelch, das war alles viel zu viel Tumult f\u00fcr mich.<br \/>Ich beschloss mich dem zu widmen, was mir mehr lag, denn es wurden auch richtige Worte verlangt.<br \/>Gemeinsam mit einer jungen Frau niederen Adels die mit meiner Cousine anreiste und mit meiner Cousine Linea machte ich mich an die Arbeit um einen einer G\u00f6ttin gerechten Text zu verfassen.<br \/>Linea war inzwischen zur Regentin der Dom\u00e4ne Aillard ausgerufen war, da ihre Schwester im Kindbett verstorben war, aber das war im Augenblick keinem wichtig, am wenigsten ihr selbst.<br \/>Es galt einen Gott in die Schranken zu verweisen und dazu ben\u00f6tigten wir g\u00f6ttliche Hilfe.<br \/>Es wurden Zutaten zusammen gesucht, Kr\u00e4uter gemischt, Kelche vor Zandru und seiner Gef\u00e4hrtin versteckt.<br \/>Rascard und Jedidiah stellten sich todesmutig als Ablenkungsman\u00f6ver zur Verf\u00fcgung, um Zandru von unserem Tun nichts merken zu lassen.<br \/>Unser Text war z\u00fcgig geschrieben und Rafael selbst malte die alten Zeichen auf den Boden, um Avarra zu rufen.<br \/>Interessanter Weise ging die Information, dass es noch einen \u00e4lteren Bruder von uns gab, einen nie anerkannten Sohn meines Vaters und dessen einziger Liebe in der ganzen Aufruhr unter. Unser 'neuer' Bruder Alastair erkl\u00e4rte sich mit der Regentschaft von Rafael einverstanden und wir gingen sozusagen zur Tagesordnung \u00fcber und bek\u00e4mpften einen Gott.<br \/>Wie bizarr!<br \/>Doch allem Anschein nach trug unser Tun holde Fr\u00fcchte, denn Avarra erschien, die dunkle G\u00f6ttin begab sich zu uns Niederen und erkl\u00e4rte, Zandru in seine Schranken zu verweisen, was sie auch umgehend in die Tat umsetzte.<br \/>Diesen Wettstreit der G\u00f6tter kann man vielleicht demn\u00e4chst auf den B\u00fchnen Thendaras gespielt sehen, wobei wohl kein Schauspiel an die Wirklichkeiten herankommen wird.<br \/>G\u00f6ttlich tr\u00e4fe es hier in vollstem Ma\u00dfe.<br \/>Avarra erkannte umgehend, dass meines Vaters Seele in einem Dolch gefangen war und rammte diesen Zandru in die Brust \u2013 der K\u00f6rper starb und die Seele meines Vaters war wieder frei. Auch Naotalba, die Gef\u00e4hrtin meines Vaters musste den K\u00f6rper, den sie sich genommen hatte verlassen und war verschwunden.<br \/>Avarra hatte uns zum Sieg verholfen!<br \/>Wir jubelten und freuten uns, \u00fcberall lagen sich die Anwesenden in den Armen, unabh\u00e4ngig welcher Dom\u00e4ne sie angeh\u00f6rten.<br \/>Doch es dauerte nicht all zu lange und man bedachte wieder, dass es damit leider noch nicht zu Ende war.<br \/>Jetzt galt es einen Lord zu bestatten und zuvor musste die Erbfolge gekl\u00e4rt sein. Und DIE war wegen des ganzen Durcheinanders alles, aber nicht gekl\u00e4rt.<br \/>Rafael musste eine Frau finden und, mangels eines eigenen Sohns, einen Erben designieren.<br \/>Und genau hier prallten die unterschiedlichsten Meinungen aufeinander.<br \/>Jeder versuchte seine Position zu vertreten und brachte seine Bedenken, Meinungen und Vorstellungen an Rafael heran.<br \/>Ich h\u00e4tte mich so gerne aus all dem heraus gehalten und mich lediglich der passenden Grabrede f\u00fcr meinen geliebten Vater gewidmet, aber die G\u00f6tter und vorrangig meine Frau sahen dies ein kleinwenig anders.<br \/>\"Hayden, Liebling, ich habe mich mit Loryn in Verbindung gesetzt. Er verlangt, dass an dem Dokument beziehungsweise an Coryn als designierten Erben festgehalten wird!\"<br \/>Ihr Blick war liebevoll, ihre Worte leise gesprochen, doch ich wusste genau, was sich dahinter verbarg.<br \/>Solle Rafael sich den W\u00fcnschen meines Onkels und meiner Tante, Gabriel und Javanne Alton, beugen, so w\u00fcrde Hastur toben.<br \/>Und was das Schlimmste daran war, ich sa\u00df damit geh\u00f6rig zwischen den St\u00fchlen.<br \/>Javanne und Gabriel pochten auf ein Schreiben, in welchem MEINER Ansicht nach nichts anderes stand, als das, was wir hier bereits veranlasst haben. In dem Schreiben stand nichts anderes, als dass ihr Sohn Alan so lange Erbe sein sollte, bis mein Vater einen eigenen Sohn zur Welt brachte und der stand hier vor mir, wenn auch mit m\u00fcrrischem Gesichtsausdruck.<br \/>Ich zuckte die Schultern, rief mir ein fr\u00fcheres Gespr\u00e4ch mit meiner Frau ins Ged\u00e4chtnis und wandte mich an Rafael.<br \/>\"Aillarddonas und Elhalyndonas \u2013 eine gewagte Mischung Rafael \u2013 und Alan steht den W\u00fcrden von Alton zu nahe. Onkel Gabriel mag der Meinung sein, dass es nichts Besseres g\u00e4be, als zwei Dom\u00e4nen aus einer Hand zu regieren, aber ich sehe das nicht so. Zwar steht Coryn als Erbe von Hastur auch in Verhandlung, aber NOCH ist er nicht designiert und ICH bin immer noch Dein Bruder und damit ein Elhalyn, Rafael!\"<br \/>Er nickte und zog sich zum Nachdenken zur\u00fcck.<br \/>Wenn ich jetzt an eine Gurkenmaske zur Entspannung dachte oder an meine Grabrede, dann musste ich dies leider zur\u00fcck stellen, denn just in diesem Augenblick bat mich unsere Cousine Bea Syrtis, Ziehtochter von Gabriel und Javanne, um ein Gespr\u00e4ch unter vier Augen.<br \/>Mich???<br \/>Ich schenkte ihr ein L\u00e4cheln und ging mit ihr ein paar Schritte.<br \/>\"Ich liebe Deinen Bruder, Hayden, ich liebe Rafael. Ich glaube an die einzige und wahre Liebe und bitte Dich innigst, f\u00fcr mich ein zu treten. Bitte Hayden, Dir flie\u00dfen die Worte der Liebe sicher fl\u00fcssiger aus H\u00e4nden und Mund. Sprich f\u00fcr mich.\"<br \/>Ich blickte sie ungl\u00e4ubig an.<br \/>Liebe? Sch\u00f6n und Gut - wenn es um Theaterst\u00fccke ging.<br \/>Aber im wahren Leben? Was hatte die Liebe denn mit Heiraten und Politik und diesem furchtbaren D-Wort (Diplomatie) zu tun?<br \/>Und warum kam sie mit diesem Anliegen denn ausgerechnet zu mir? Gut, ich war der lyrischen Worte m\u00e4chtig, aber w\u00fcrden diese wirklich an Rafaels Ohr dringen?<br \/>Ich seufzte theatralisch, aber als ich Tr\u00e4nen in ihren Augen sah, war es um meine Argumentation geschehen.<br \/>ICH kann keiner Frau widerstehen, wenn sie aus tiefster Seele weint.<br \/>Ich schenkte ihr ein L\u00e4cheln, wenn auch verzweifelt, und versprach ihr, mich so weit es in meiner Macht stand um ihre Belange zu k\u00fcmmern.<br \/>Rafael hatte gerade mit Gabriel und Javanne gesprochen und nun stand deren leibliche Tochter, meine Cousine Elemir pl\u00f6tzlich als Heiratskandidatin im Gespr\u00e4ch.<br \/>Wie genau wir alle, allen voran Rafael, zu einer L\u00f6sung gekommen sind, die all den Beteiligten zugetan sein sollte, wei\u00df ich heute nicht mehr zu berichten, aber am Ende stand die L\u00f6sung zu Buch.<br \/>Rafael, Lord Elhalyn, w\u00fcrde Bea Syrtis zur Frau nehmen.<br \/>Mein Sohn Coryn sollte als Erbe designiert sein. Sollte Coryn die W\u00fcrden Hasturs einnehmen m\u00fcssen, w\u00fcrde die Erbfolge an Alan \u00fcbergehen und sollte dieser die W\u00fcrden Altons einnehmen m\u00fcssen, an Alastair, unseren \"neuen\" Bruder.<br \/>Kompliziert, aber eine gute Entscheidung, wie alle meinten und dies wurde schriftlich unter Zeugen festgehalten.<br \/>Jetzt konnte die Zeit der Trauer anbrechen, der Trauer f\u00fcr einen gro\u00dfen Lord und liebevollen Vater.<br \/>Rafael f\u00fchrte Freunde, Familie und Verwandte an das Grab meines Vaters und hielt eine kurze Rede.<br \/>Tr\u00e4nen liefen \u00fcber mein Gesicht, denn jetzt schlug das Bewusstsein, dass mein Vater gestorben wie ein Feuerball in meinen Geist.<br \/>Ich brachte ihm ein Gedicht an sein Grab und endete wie all die anderen, die an sein Grab tragen, mit den Rituellen Worten 'M\u00f6ge die Erinnerung die Trauer lindern'.<br \/>Gefasst gingen wir zur\u00fcck gen Schloss Elhalyn.<br \/>Wieder war es Rafael, der zu den Anwesenden sprach, er hatte sich in den vergangenen Stunden nahezu vollst\u00e4ndig gewandelt. Nichts erinnerte mehr an den gebrochenen Mann, der kaum zum n\u00e4chsten Schritt in der Lage zu sein schien.<br \/>Mit kr\u00e4ftiger Stimme verk\u00fcndigte er die baldige Heirat mit Bea Syrtis und lud alle Anwesenden an seine Tafel.<br \/>Es war ein Fest, welches einem gro\u00dfen Lord w\u00fcrdig war.<br \/>Und wenn wir nicht gestorben sind, dann feiern wir noch heute\u2026\u2026.<\/p>\n<p>Ergebens<br \/>Euer<br \/>Hayden Elhalyn<\/p>\n<h3><a name=\"li\"><\/a>Erz\u00e4hlung Linnea Aillard<\/h3>\n<p>Was sich auf Burg Elhalyn zutrug \u00fcbertraf meine k\u00fchnsten Erwartungen und entpuppte sich als eine Berg- und Talfahrt durch Leid, Entt\u00e4uschung, Hoffnung und Gefahr. Auch wenn ich mich freute meine Verwandten wiederzusehen, war mir doch viel mehr daran gelegen, so schnell wie m\u00f6glich zu meiner Schwester zu kommen, die kurz vor ihrer Niederkunft stand. Noch hatte sie keine Erbin, da trotz mehren Schwangerschaften kein Kind \u00fcberlebt hatte. H\u00e4tte ich gewusst, was mich an jenem Ort erwartete, w\u00e4re ich niemals in den Luftwagen gestiegen, sondern h\u00e4tte mich in den hintersten Winkels meines Turms verkrochen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst war ich nur erschreckt dar\u00fcber, was aus meinem Onkel geworden war. Beltran erschien als alter, ungepflegter Mann mit verwirrtem Geist, der nur noch ein k\u00fcmmerliches Abbild seiner einst starken Pers\u00f6nlichkeit war. Auch meine Cousins und Cousinen erschienen mir zwar freundlich, aber nicht mehr ganz so vertraut wie fr\u00fcher. Vor allem Rafael hielt sich abseits und wirkte g\u00e4nzlich abwesend. Die ganze Atmosph\u00e4re war verkrampft und recht seltsam. Was war aus dieser Familie geworden?<\/p>\n<p>Einzig Hayden mit seiner leuchtenden Magenta-Signal-Haarfarbe und seiner bunten hochmodisch-ausgeflippten Gaderobe (tr\u00e8s chic) zauberte mir f\u00fcr einige Sekunden ein Schmunzeln auf die Lippen und schien mir unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Mein Friedensmann Alastair war ungehalten \u00fcber die schlechte Haushaltsf\u00fchrung, meiner Zofe Ria war immer noch schlecht, wir hatten Hunger und Durst und irgendwie gab es hier mehr Comyn als Angestellte. Es war doch eine reine Freude hier zu sein, nicht wahr?<\/p>\n<p>Die Erbenernennung wurde zu einem Schauspiel, \u00fcber das ich fast h\u00e4tte lachen k\u00f6nnen, wenn es nicht noch eine weitere Verlautbarung gegeben h\u00e4tte, die mich pers\u00f6nlich betraf. Sicherlich war es nicht gerade erbaulich oder gar hilfreich, dass Beltran 3 mal hintereinander einen anderen Erben verk\u00fcndete. Viel schlimmer f\u00fcr MICH war es jedoch, ohne vorherige Vorwarnung vor allen Versammelten mit seinem \u00e4ltesten Sohn Rafael verlobt zu werden. Und das OHNE die vorherige Absprache und Erlaubnis meiner Schwester, der Lady Aillard (mal ganz abgesehen von meinem Bewahrer ...)!!! Ich war wie vom Donner ger\u00fchrt und mir blieb vor Schreck jedes Wort im Halse stecken. Gott sei Dank war Alaistair so geistesgegenw\u00e4rtig und bestand darauf, dass ohne die Erlaubnis meiner Schwester keine weiteren Schritte unternommen wurden.<\/p>\n<p>Rafael schien von dem Gedanken mich zu heiraten nicht gerade besonders erbaut, w\u00e4hrend Tante Gabriella von dieser Idee schlichtweg begeistert war. So hatte sie ihre lieben Sch\u00e4fchen unter einem Dach und beide unter der Haube. Oh g\u00fctige Avarra! Zwangsverdonnert mit einem unwilligen Gatten, der seiner ersten Frau noch hinterhertrauerte, war diese ach so wundervolle Verbindung f\u00fcr MICH sicherlich kein Quell \u00fcbersch\u00e4umender Freude. Hatte ich doch so sehr darauf gehofft, weiter im Turm bleiben zu k\u00f6nnen und nicht als Zuchtstute f\u00fcr politische und larantechnische Zwecke herhalten zu m\u00fcssen. Nicht, dass ich Rafael nicht mochte, aber ich hatte mir mein Leben eben anders vorgestellt und in seiner gegenw\u00e4rtigen Verfassung als blasser vom Gram gebeugter Schatten seiner Selbst, war er nicht der strahlende Ritter, von dem Frauen nun mal tr\u00e4umen. Eigentlich h\u00e4tte ich Rafael auch \u00fcbel nehmen k\u00f6nnen, dass er mich nicht wollte, aber ich war lediglich erleichtert, dass wir uns darin zumindest einig waren. Irgendwie machte uns das zu Verb\u00fcndeten.<\/p>\n<p>Nun gut, ich hatte ja noch die Hoffnung, dass meine Schwester ein Erbarmen mit mir hat und einsieht, dass die Verbindung zweier doch so naher Verwandter nicht unbedingt die beste Wahl ist. Wie gro\u00df war da meine Entt\u00e4uschung, als sie \u00fcber die Relais ihre Zustimmung gab. Auch wenn die Heirat erst nach der Geburt ihres Kindes und in ihrem Beisein stattfinden sollte, war ich dazu verdammt die Herrscherin \u00fcber die Elhalynsche Burg zu werden! Ohje!<\/p>\n<p>Als dann Beltran vor Schreck \u00fcber die Bekanntmachung mit der \"Ehefrau\" seiner junsten Tochter letztendlich dahinschied, war das Chaos komplett. Nun, wer die Dom\u00e4ne erbt, war mir eigentlich herzlich egal, ich wollte nur nicht seine Hausherrin werden! Nachdem meine Cousins und Cousinen unter sich die Erbfrage mit einer pragmatischen Urkundenf\u00e4lschung gekl\u00e4rt hatten, nahm ich die Gelegenheit wahr, mit meinen lieben Cousin und zuk\u00fcnftigen Ehegatten ein eingehendes Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren. Wir waren zwar beide nicht sonderlich gl\u00fccklich \u00fcber diese Entwicklung, da wir uns aber mochen, kamen wir zu der Erkenntnis, dass wir es auch h\u00e4tten schlimmer treffen k\u00f6nnen. Rafael hatte inzwischen seinen Tr\u00fcbsinn abgesch\u00fcttelt und sein Ergeiz war erwacht. Er war gewillt die Dom\u00e4ne zu \u00fcbernehmen \u2013 komme was wolle - und sah die Notwendigkeit ein, dass er Erben zeugen m\u00fcsse (mit oder ohne mich). Allerdings hatte er noch ein anderes Eisen im Feuer, denn die Altons (die mit Unterst\u00fctzung seiner Stiefmutter gleichzeitig ihren Sohn Alan als ehemals designierten Erben aufrechterhalten wollten) hatte ihm ein Heiratsangebot gemacht.<br \/>Da sieh mal einer an, wie ehrgeizig meine Tante Javanne und ihr Mann Gabriel doch ihr Ziel \u2013 eine Dom\u00e4ne zu ergattern - verfolgten, sei es nun auf die eine oder andere Weise. Nun bitte, meine Idee war es ja nicht gewesen, zu heiraten und wenn das Alton-Angebot f\u00fcr Rafael gewinnbringender sein w\u00fcrde, war ich eben wieder frei!<\/p>\n<p>Aber auch f\u00fcr mich hatte Javanne Alton ein Angebot in Petto. Ich sollte doch lieber Alan als Ehemann w\u00e4hlen. Ein gesunder, starker Alton w\u00e4re doch sicherlich dem blassen und schw\u00e4chlichen Rafael vorzuziehen. Langsam nervte mich dieses Titelgerangel und am liebsten h\u00e4tte ich verk\u00fcndet, dass es noch einen \u00e4lteren Spross des Hause Elhalyns gab, der eigentlich der Erbe sein m\u00fcsste! Aber leider wollte Alaistair \u2013 der das Ergebnis einer geheimen Liebschaft Beltrans mit Doreena Leynier war \u2013 nicht, dass sein Geheimnis zu Tage kam. Wie schade \u2013 aber es war ja noch nicht aller Tage Abend (den Liebesbrief von Doreena an Beltran, der Alastairs Anspruch untermauerte, lie\u00df Rafael nat\u00fcrlich sofort verschwinden ohne seinen Geschwistern nur ein Sterbesw\u00f6rtchen davon zu erz\u00e4hlen.......)<\/p>\n<p>Nachdem Airic diverse Schwellenkr\u00e4mpfe durchlebt hatte, Hayden mit einen theatralischen Fachervorschau-Anfall d\u00fcsterste Visionen verk\u00fcndete und das Intrigenspiel und Heiratsroulette weiter zur H\u00f6chstform auflief, hatte ich genug Aufregung f\u00fcr einen Tag und zog mich zur\u00fcck. Ich machte mir Sorgen um meine Schwester, irgendwas stimmte da nicht. In der Nacht hatte ich einen grauenvollen Alptraum. Meine Schwester lag in den Wehen und schrie vor Schmerz. Ihr Kind \u2013 ein M\u00e4dchen - wollte nicht geboren werden und wehrte sich gegen die Geburt \u2013 mit ihrem Laran, das sie schon im vollem Umfang besa\u00df.... alles war voller Blut ...... . Ich erwachte schwei\u00dfgebadet und konnte kein Auge mehr zutun. Aber am Morgen solle es noch schlimmer kommen.<\/p>\n<p>Ich war gerade aufgestanden und wappnete mich f\u00fcr weitere Possen, als Tante Javanne mich um eine Unterredung bat. Sie war ziemlich betroffen und informierte mich, dass sie \u00fcber die Relais mit meiner Schwester wegen ihres Heiratsangebotes Kontakt aufgenommen hatte........ aber ...... sie kam nicht dazu, weil ....weil .... meine Schwester in der Nacht im Kindbett gestorben war!!!<\/p>\n<p>Diese Nachricht traf mich wie ein Schlag! Mein Traum war also Wirklichkeit geworden! Oh Aliciane, warum musstest Du nur jemanden heiraten, der so nah mit dir verwandt war! Verdammt noch mal, wie konnte sie nur einfach so sterben! Ich war am Boden zerst\u00f6rt und unheimlich w\u00fctend. Ich habe hier meine Zeit verschwendet, w\u00e4hrend meine Schwester zu Hause ihr Leben aushauchte und ich mich noch nicht mal von ihr hatte verabschieden k\u00f6nnen. H\u00e4tte sie mir statt ihrer Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung einfach nur befohlen zu ihr zu kommen......... Was folgte war ein Tr\u00e4nenmeer, das scheinbar kein Ende finden wollte. Ria und Alastair geleiteten mich zu meinem Zimmer und dort verschanzte ich mich bis auch der letzte Tropfen Feuchtigkeit aus meinen Augen entwichen war.<br \/>Nachdem ich mich wieder gefasst hatte, nahmen wir erneut Kontakt mit Valeron auf und erfuhren, dass meine Schwester eine Tochter geboren hatte. Zumindest SIE hatte \u00fcberlebt und war gesund. Aliciane hatte mich sterbend zu ihrer Regentin benannt und mir ihre Tochter anvertraut. Jetzt trug ich die Verantwortung f\u00fcr ein kleines Baby und die Dom\u00e4ne Aillard. Ich war sozusagen die Lady Aillard! Nahm das denn kein Ende! Jetzt musste ich auch noch eine Dom\u00e4ne regieren ..... Musste oder konnte ich jetzt \u00fcberhaupt noch heiraten?<\/p>\n<p>Und war das schon alles.. nein, noch lange nicht. Denn, als ich mich wieder aus meinem Mauseloch traute, war die Burg schon wieder in heller Aufregung. Lord Beltran war von den Toten auferstanden und hatte sogar noch Begleitung mitgebracht. Mit einem wirklich aufreizendem Frauenzimmer stolzierte er durch die Burg, strotzte nur so vor Manneskraft und s\u00e4ate Zwietracht, wo er nun konnte.<br \/>Aber nein, es war nicht Beltran, sondern Zandru der H\u00f6llenf\u00fcrst pers\u00f6nlich. Mein Onkel hatte tats\u00e4chlich seine Seele an ihn verkauft! Mein eigener Schmerz und meine Trauer wurden weggedr\u00e4ngt durch diese neue Bedrohung. Denn Zandru-Beltran hatte es sich in den Kopf gesetzt, einen Krieg gegen Hastur anzuzetteln. \u201eUnd wie steht Aillard zu meiner Sache?\u201c Pl\u00f6tzlich sah ich mich in Verhandlungen mit dem D\u00e4monenlord \u00fcber die Beteiligung meiner Dom\u00e4ne an einem Krieg, den niemand au\u00dfer ihm wollte. Wie viele Mann er hatte, wusste er nicht genau, anzubieten hatte er auch nichts, aber Aillard k\u00f6nne es sich nicht leisten, sich gegen ihn zu stellen. Di Asturien und Alton h\u00e4tten ihm schon zugesagt. Neutralit\u00e4t, nein das wollte er nicht akzeptieren, bis zum Abendessen h\u00e4tte ich Zeit, mir die Sache zu \u00fcberlegen ... ansonsten ... w\u00fcrde es mein Leben kosten. Na wunderbar, jetzt wurde sogar noch mein Leben und meine Dom\u00e4ne bedroht. Aillard w\u00fcrde dann ein Teil seines Reiches sein.... ein wirklich ganz toller Vorschlag! Dieser verfluchte Bastard wurde jetzt echt gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig! Nun, ich blieb ruhig und erbat mir Bedenkzeit, da ich sein Angebot mit meinen Beratern besprechen m\u00fcsse.<br \/>Von wegen Di Asturien h\u00e4tte ihm zugesagt! Rascard wollte genauso wenig wie ich, Krieg gegen Hastur f\u00fchren und hatte ihn ebenfalls hingehalten. Mit den Altons hatte er noch nicht mal gesprochen! Die Kr\u00f6nung war noch, das dieser Mistkerl Rascard immerhin halb Hastur angeboten hatte und mir NICHTS als Anreiz geben hatte, au\u00dfer mein Leben zu behalten! Grrrrr, auch wenn ich niemals auf ein derartiges Angebot eingegangen w\u00e4re, verletzte es doch meinen Stolz, dass er uns Aillard-Frauen so gering achtete. Macho! Aber er sollte die Macht der Frauen noch zu sp\u00fcren bekommen!<\/p>\n<p>Nah einer erfolglosen Anrufung durch einen improvisierten Kreis, gelang es uns mit vereinten Kr\u00e4ften Avarra zu rufen. Sie erschien h\u00f6chstpers\u00f6nlich und zeigte Zanrdu schnell, wer die St\u00e4rkere war, indem sie den Wiederauferstandenen wieder zum Toten machte und Beltrans Seele an sich nahm. So konnten wir dann endlich aufatmen und inzwischen hatte sich die Erbfolge und die Heiratssachlage gekl\u00e4rt. Rafael war der Erbe, Coryn (Haydens Sohn) sein designierter Erbe bei fehlenden S\u00f6hnen, dann folgte Alan Alton (Sohn von Javanne und Gabriel) und dann \u2013 wer h\u00e4tte es gedacht \u2013 mein guter Alaistair als Nummer 3 (schlie\u00dflich war es doch noch herausgekommen, denn es gab noch einen 2. Brief von Beltran, den Alastair besa\u00df...). Airic war \u2013 wie sich inzwischen herausgestellt hatte \u2013 nicht Beltrans Sohn, sondern der Sohn seines Friedensmannes und meiner Tante Gabriella. Durch meine Bef\u00f6rderung zur Lady Aillard war eine Verbindung mit Rafael unm\u00f6glich geworden. Rafael entschied sich Bea Syrtis zu ehelichen (eine wirklich gute Wahl, da sie wirklich ein nettes M\u00e4dchen ist und mit ihm auch nicht zu nah verwandt ist). Ende gut alles gut?<\/p>\n<p>Nun, das auch ich heiraten muss, ist leider nicht zu vermeiden, aber wenigsten habe ich jetzt die M\u00f6glichkeit mir MEINEN Mann selbst zu suchen!<\/p>\n<p>Linnea Aillard, Regentin von Valeron<\/p>\n<h3><a name=\"rhi\"><\/a>Erz\u00e4hlung Rhianna Ridenow<\/h3>\n<p>\u201eDie arme Gabriella!\u201c waren meine Gedanken, als ich den siechen Lord in den Saal wanken sah. Bei einer kurzen Begr\u00fc\u00dfung hatte sich n\u00e4mlich herausgestellt, dass die Lady und ich uns kannten. Nein, nicht von Angesicht, aber wir hatten in fr\u00fcheren Jahren mehr als einmal die Verbindung in den Relais zwischen Neskaya und Dalereuth gehalten. Es w\u00e4re eine Freude gewesen, uns wiederzusehen, wenn nicht der traurige Zustand Lord Elhalyns alle in Schrecken versetzt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Ich hatte den Mann in der Bl\u00fcte seiner Manneskraft kennen gelernt, als ich mit meinem Vater vor zwanzig Jahren auf Schloss Elhalyn weilte. Nun wollte er einen Erben benennen und hatte \u201eFreund und Feind\u201c \u2013 welch\u2019 seltsame Formulierung \u2013 zu sich eingeladen.<br \/>Mein Bruder war in Gesch\u00e4ften in Carthon unterwegs und so fiel es mir zu, die Ridenows auf diesem Treffen zu vertreten.<\/p>\n<p>Der Lord begr\u00fc\u00dfte die Anwesenden mit dem Hinweis, f\u00fcr jeden Zeit f\u00fcr ein paar Worte zu finden, aber das sollte ich nicht mehr erleben. Nachdem er drei verschiedenen Erben bestimmt hatte, gab ihm die Er\u00f6ffnung seiner Tochter, eine Lebenspartnerin im Turm zu Hali zu haben, den Rest und er segnete das Zeitliche, ehe ich ihm die Gr\u00fc\u00dfe unserer Familie \u00fcberbracht hatte.<\/p>\n<p>Das Durcheinander danach kann man sich wohl vorstellen. Die Familie war voll mit sich besch\u00e4ftigt, das Personal geschockt und die G\u00e4ste sa\u00dfen verloren dazwischen. Es war sehr schwierig, seine Meinung kund zu tun, denn irgendwie waren fast alle Anwesenden mit den Elhalyns verwandt und verschw\u00e4gert und wer will schon bei Staatsangelegenheiten ins Fettn\u00e4pfchen treten oder unsensibel erscheinen.<\/p>\n<p>So konnte ich mich nur mit dem Erben des MacAranschen Falkenhofs \u00fcber die ungew\u00f6hnlichen Vorf\u00e4lle austauschen. Auch er war als ein Vertreter seiner Familie gekommen, da sich sein Vater lieber aus den H\u00e4ndeln der Tiefl\u00e4nder heraushielt. Zutiefst besorgt harrten wir der weiteren Dinge, als der M\u00f6nch zu Arics Schwellenkrankheit befragt wurde. Danach versuchte er uns zu missionieren - ohne Erfolg, versteht sich \u2013 und mich zur Beichte zu bewegen: Als ob wir Ridenows je etwas zu beichten gehabt h\u00e4tten!!!<\/p>\n<p>Ich habe noch die verst\u00f6rten S\u00f6hne und T\u00f6chter des verblichenen Lords vor Augen, wie sie \u2013 \u00fcber ein Pergament gebeugt \u2013 gemeinsam versuchten, ein Schriftst\u00fcck \u00fcber die Erbfolge aufzusetzen. Das gab mir Hoffnung auf ein friedliches Ende, h\u00e4tte des Vaters Benennung doch auch zu blutiger Fehde f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen erwachten alle in Erwartung des Begr\u00e4bnisses, als ein lebensfroher, quicklebendiger Lord Beltran mit einer jugendlichen Sch\u00f6nheit auftauchte, mit der ihn wohl mehr als nur eine fl\u00fcchtige Bekanntschaft verband.<\/p>\n<p>\u201eDie arme Gabriella!\u201c schoss es durch meine Gedanken, denn auch meine ehemalige Turmkollegin konnte sich keinen Reim auf die Ver\u00e4nderung ihres Gatten machen. Es war doch wohl Lord Beltran Elhalyn? Er kannte alle beim Namen, wusste um die Beziehungen zur Familie, man konnte ihn nicht eingeschleust haben! Seltsam nur sein Gebaren, die Fenster aufzurei\u00dfen und frische Luft zu atmen, dabei war es reichlich kalt im Saal, denn die Bediensteten hatten in aller Aufregung vergessen, den Kamin anzuheizen. Schnell wurde das nachgeholt, allein schon, um zu beweisen, ob der Lord echt oder ein D\u00e4mon sei.<\/p>\n<p>Nur Avarra konnte uns diese Frage beantworten. Sollte man die dunkle G\u00f6ttin des Todes anrufen, um zu erfragen, ob Lord Beltrans Seele wirklich bei ihr angekommen sei? Einen Versuch war es wert. Im Schlosshof versammelte sich ein Turmkreis. Obwohl ich schon einige Jahre nicht mehr im Turm aktiv bin, besann man sich meiner Ausbildung und so \u00fcberwachte ich mit Adriana Hastur die Arbeit der anderen. Wir suchten Avarra in der \u00dcberwelt, doch Erfolg war uns nicht beschieden.<\/p>\n<p>Inzwischen waren einige omin\u00f6se Schriftst\u00fccke aufgetaucht, die zum einen Lord Beltrans Pakt mit Zandru best\u00e4tigten und zum anderen den Weg zu Avarra wiesen. Hektisch wurde \u00fcber die Umsetzung beraten, Ingredenzien f\u00fcr den Anrufungstrank gesucht und \u00fcberlegt, wessen Laran stark genug war, um die Mission nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Da waren j\u00fcngere Leute als ich gefragt, obwohl mir die Konzentration der Altons in diesem Kreis etwas suspekt war. Nun ja, zumindest war Lady Alton immerhin des Lords Schwester und ihre Tochter Linda wenigstens zur H\u00e4lfte eine Elhalyn, aber wer wei\u00df, wo ihre Loyalit\u00e4ten jetzt lagen?<\/p>\n<p>Ich folgte den Kindern des Lords aus erster Ehe und wir fanden zusammen die Worte f\u00fcr ein Bittgebet an die dunkle G\u00f6ttin, das Hayden als Schreibkundiger zu Papier brachte.<br \/>Abgeschirmt vom wiederaufgelebten Lord und seinem Gefolge entstand unter Rafaels k\u00fcnstlerischem Talent der Plan f\u00fcr den Turmkreis, der mit dem f\u00fcnffachen \u201eAvarra, dunkle G\u00f6ttin, wir rufen dich!\u201c er\u00f6ffnet wurde.<\/p>\n<p>Und siehe da! Die G\u00f6ttin erschien: m\u00e4chtig, imposant und beeindruckend. Sie versprach Hilfe und schien \u00fcber Zandrus Eigenm\u00e4chtigkeit tief gekr\u00e4nkt. Vehement setzte sie sich mit ihm auseinander und gewann die Seele des Lords letztendlich f\u00fcr sich. Aufatmen allerseits!<\/p>\n<p>Doch: \u201eDie arme Gabriella!\u201c Nun hatte sie ihren Gatten zum zweitenmal verloren. Innerlich gefasst \u2013 wohl, weil ein Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende vorzuziehen ist \u2013 lud sie mich zum Tee ein. Gemeinsam mit einigen ihrer Stiefkinder sa\u00df ich am Tisch, genoss das warme Getr\u00e4nk und die pl\u00f6tzliche Ruhe und knabberte an den leckeren K\u00fcchlein, die die Schlossk\u00fcche trotz aller Widrigkeiten gebacken hatte.<\/p>\n<p>Das Wort am Tisch f\u00fchrte Hayden, den es an die Oper von Thendara zog. Da fiel mir ein, dass ich beim St\u00f6bern in alten Dokumenten eine Notenschrift gefunden hatte, die ich ihm nun endlich \u00fcbergeben konnte. Er warf eine fl\u00fcchtigen Blick darauf mit dem vagen Versprechen, sie sp\u00e4ter einmal spielen zu lassen. Er interessiere sich eher f\u00fcr die Texte.<\/p>\n<p>Das entsprach auch der Wahrheit! Als sich alle des Abends zur Beisetzung des Lords einfanden, waren seine Abschiedsworte wohlgereimt, wenn auch mit Traurigkeit vorgetragen. Familie, Personal und G\u00e4ste gedachten des Lords und endlich - wenn auch viel zu sp\u00e4t \u2013 konnte ich die letzten Gr\u00fc\u00dfe meiner Familie \u00fcberbringen.<br \/>M\u00f6gen sie an das Ohr des Lords gedrungen sein \u2013 in Avarras Gefilden oder Zandrus eisigen H\u00f6llen- man wei\u00df ja nie!<\/p>\n<p>Seltsam fand ich nur, dass Aric, des Lords j\u00fcngster Sohn, sich betont oft an der Seite des Friedensmanns aufhielt. Ich dachte , er bed\u00fcrfe des Trostes, aber flinke Zungen berichteten, dass er wohl einen anderen Vater habe als bisher angenommen. Ich war konsterniert!<br \/>Von wegen \u201eDie arme Gabriella!\u201c Vielleicht h\u00e4tte meine Geschichte anders hei\u00dfen sollen...<\/p>\n<h3><a name=\"al\"><\/a>Erz\u00e4hlung Alastair Leynier<\/h3>\n<p>Die Reise im Luftwagen von Neskaya nach Elhalyn war kurz aber aufgrund des schlechten Wetters unangenehm gewesen. Ria, die w\u00e4hrend des ganzen Fluges tapfer gegen ihre \u00dcbelkeit gek\u00e4mpft hatte war immer noch reichlich bla\u00df um die Nase. Ich h\u00e4tte ihr das gerne erspart, doch die Dringlichkeit lie\u00df uns einfach keine andere Wahl als den Luftwagen, wollten wir doch zu Hause sein, bevor bei meiner Herrin, Lady Aliciane Aillard die Wehen einsetzten. Eigens daf\u00fcr hatte sie ihre Schwester aus dem Turm in Neskaya an ihre Seite gebeten. Doch bevor wir den Turm verlie\u00dfen erreichte uns \u00fcber die Relais die Botschaft Dom Beltran Elhalyns und Lady Aliciane bat uns an ihrer Stelle dem Aufruf zu folgen. Eine Reise in ihrem Zustand war schlie\u00dflich v\u00f6llig undenkbar.<\/p>\n<p>An der T\u00fcr der Halle empfing uns der Corydom, den ich anwies unser Gep\u00e4ck ausladen und auf unsere Zimmer bringen zu lassen. Der Corydom war alt und fast taub. W\u00e4re nicht der junge Mann neben ihm gewesen, ich h\u00e4tte gezweifelt, dass unser Gep\u00e4ck auf den richtigen Zimmern landen w\u00fcrde. W\u00e4hrend der Corydom uns zu unseren Pl\u00e4tzen im hinteren Teil der Halle geleitete murmelte er dass Lady Linnea mit ihrer Zofe Ria Eldrin eine Suite bewohnen w\u00fcrden und ich im Dienstbotenfl\u00fcgel untergebracht werden w\u00fcrde. Ich schluckte meine Emp\u00f6rung hinunter \u2013 ich, offizieller Gesandter des Hauses Aillard und Hauptmann der Garde, im Dienstbotenfl\u00fcgel! Ich hoffte mich nur verh\u00f6rt zu haben, andererseits war die Burg mit all den geladenen G\u00e4sten vermutlich hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt. Nun ja, sicher blieb sp\u00e4ter noch Zeit, dies richtig zustellen denn in diesem Moment wurde der Lord Beltran Elhalyn hereingef\u00fchrt, gest\u00fctzt von seinem Friedensmann und begleitet von seiner Gattin Gabriella und einem Heiler. Das Entsetzen der Anwesenden \u00fcber seinen Zustand stand geradezu greifbar im Raum. In den Gesichtern um mich herum las ich Entsetzen, Best\u00fcrzung, Trauer. Auch ich musste schwer schlucken und versuchte den Aufruhr der Gef\u00fchle, der in meinem Inneren tobte zu beherrschen.<\/p>\n<h3><a name=\"ky\"><\/a>Erz\u00e4hlung Kyria<\/h3>\n<p>Liebes Tagebuch,<\/p>\n<p>das war mal wieder ein au\u00dferordentlich lustiges Wochenende, nur die Sache mit Avarra war ein bisschen l\u00e4stig.<br \/>Ich hasse es mir von Ihr den Mund verbieten lassen zu m\u00fcssen.<br \/>Bei den Menschlichen K\u00f6rpern, hat das immer direkt die Folge dass ich gar nichts mehr sagen kann, das st\u00f6rt schon ziemlich, weil ich es eigentlich mag mit lautem Geschimpfe und Drohungen die B\u00fchne zu verlassen. Das macht immer ein wenig mehr Eindruck auf die \u201eAmeisen\u201c, wie Zandru sie immer so liebevoll nennt.<br \/>Ich wei\u00df auch ehrlich nicht warum die Menschen sich immer so einen Aufstand machen, wenn wir uns mal ein wenig Spa\u00df erlauben. Nach 1.000den von Jahren wird es hier unten auch leicht langweilig, obwohl ich mich ja nicht selbst loben will, aber es ist schon eine Kunst sich regelm\u00e4\u00dfig neue Foltermethoden einfallen zu lassen. Und erst die ganzen D\u00e4monen die hier unten rum rennen, meinen immer sie k\u00f6nnten den Aufstand proben, aber nicht mit mir! Nicht mit mir sage ich Dir.<br \/>Dass ich dieses Mal mit hoch komme, war eigentlich nicht geplant, denn normalerweise halte ich mich an die Regeln und gehe nur hoch, wenn wieder mal eine Beschw\u00f6rung falsch l\u00e4uft. Obwohl das hab ich auch schon oft weiterdelegiert, denn wenn ich jedes Mal an die Oberfl\u00e4che gehen w\u00fcrde, w\u00fcrde ich hier unten zu gar nichts mehr kommen.<br \/>Naja, Zandru hat halt gefragt und da Naotalba schon so lange weg ist, hab ich halt ja gesagt. Ich glaube auch nicht dass die sich hier unten noch mal sehen l\u00e4sst. Die h\u00e4ngt bestimmt im Gefolge vom Hastur, so wie alle anderen Weiber auch. Von wegen Avarra h\u00e4tte sie zu sich geholt. Aber anscheinend hat sie es ihm gut genug verkauft.<br \/>Freiwillig w\u00fcrd ich den Job hier unten auch nicht an den Nagel h\u00e4ngen. Macht viel zu viel Spa\u00df.<\/p>\n<p>Ich musste mal wieder feststellen das Menschen eine seltsame Rasse sind. Die ganze Geschichte mit dem Essen und den ganzen Sachen, ist und bleibt mir ein R\u00e4tsel. In gleicher Weise sind sie aber auch tierisch spa\u00dfig. Das mit dem K\u00fcssen und den wohligen Schauern ist schon echt nett.<br \/>Jedenfalls hat Zandru ziemlich lange betteln m\u00fcssen, denn normalerweise find ich Comyn K\u00f6rper wesentlich besser. Die sind gepflegter und es kitzelt immer so lustig wenn sie es merken dass man in ihrem K\u00f6rper ist und dann versuchen einen mit ihrem Laran zu vertreiben. Der K\u00f6rper den er mir angeboten hat, war trotzdem nicht schlecht, zumindest f\u00fcr einen von einer Magd, bin sonst besseres gewohnt.<\/p>\n<p>Aber ich schweife schon wieder ab!<br \/>Selten hat Zandru solch einen guten K\u00f6rper abgegriffen. Gut er ist schon ziemlich alt gewesen, aber hey, ein Lord einer ganzen Dom\u00e4ne, was will man mehr?<br \/>Meiner Meinung nach hat Beltran auch zu Recht seine Seele verscherbelt. Wenn ich mir seine Blagen so anschaue\u2026.<br \/>Der eine jammert seiner Frau hinterher (kleiner Vermerk am Rande, bei uns ist sie nicht angekommen).<br \/>Der zweite schien in einen Farbtopf gefallen zu sein, zumindest lie\u00dfen das seine Haare vermuten oder aber Belmaz hatte da seine Finger im Spiel. Der treibt sich zurzeit in Thendara rum, man muss es ihm lassen er hat immer die besten Ideen, die Lebenden zu \u00c4rgern.<br \/>Dann w\u00e4re da noch die erste Tochter, leicht verpeilt die Gute und immer ein Auge auf den Familienschmuck, au\u00dferdem ein bisschen spinnert ist es schon stundenlang Hastur und Cassilda anzubeten. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden wir uns wiedersehen, denn Diebstahl f\u00fchrt immer zu uns!<br \/>Die zweite Tochter, das kleine Mistst\u00fcck. F\u00fcr die hab ich ein paar ganz besondere Pl\u00e4ne. Zwar muss ich sagen dass der Versuch mich an den Haaren durch den Raum zu ziehen, durchaus mutig war. Doch war es ebenfalls ein gro\u00dfer Fehler. Niemand erz\u00fcrnt die G\u00f6tter und Ihre Helfer. (Memo an mich: Avarra h\u00f6chstpers\u00f6nlich um die Seele bitten!)<br \/>Den kleinen Elhalyn nicht zu vergessen, wobei wir ja alle wissen, das dieser nicht aus den Lenden des Lord stammt. Na ob der die Schwellenkrankheit \u00fcberlebt? Er f\u00fchlte sich ja zwischendurch etwas eingeengt *hehe*<\/p>\n<h3><a name=\"rc\"><\/a>Erz\u00e4hlung Reeth Caldason<\/h3>\n<p>Reeth Caldason liebt seine K\u00fcche und die Herausforderung.<br \/>Nachdem er erst kurz vor dem gro\u00dfen \u201eEmpfang\u201c von Familie, Freund und Feind erfuhr, dass \u201eH\u00e4ppchen\u201c f\u00fcr die G\u00e4ste bereitgestellt werden sollten, machte er sich prompt an die Arbeit. Reeth schaffte es, rechtzeitig fertig zu sein und war mit dem Ergebnis seiner Bem\u00fchungen recht zu frieden.<\/p>\n<p>Das h\u00f6chste Lob, welches er bekam und ihn auch sehr erfreute, kam von seinem Herrn. Dies zeigte ihm, dass der Herr trotz seiner Krankheit sein K\u00f6nnen noch bemerkt hatte und zu sch\u00e4tzen wusste.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich in der oberen Etage des alt erw\u00fcrdigen Gem\u00e4uers dramatische Szenen abspielten, war die K\u00fcche des Hauses Anlaufpunkt f\u00fcr verschiedenste Personengruppen, wie auch Anliegen.<\/p>\n<p>Recht kurze Zeit nach Empfangsbeginn fand sich Keshiara bei Reeth ein. Die junge Lady war schockiert vom Zustand ihres Vaters und erkundigte sich, wie lange dieser schon so sei und warum denn die Heilerin nichts machen k\u00f6nne. Reeth konnte ihr nur mitteilen, dass der Zustand sich \u00fcber die Zeit hin immer mehr verschlechterte, es aber trotz allem immer noch lichte Momente g\u00e4be. Um welche Krankheit es sich handelte und warum die Heilerin ihm bis jetzt noch nicht helfen konnte, sei ihm nicht bekannt. Lady Keshiara bedankte sich f\u00fcr die Ausk\u00fcnfte und begab sich auf die Suche nach der Heilerin.<\/p>\n<p>Einige Zeit sp\u00e4ter fanden sich Bea und Sophia in der K\u00fcche ein, um sich von Reeth mit Kreationen aus Schokolade umsorgen zulassen. So herrschte ein reges Kommen und Gehen im K\u00fcchenbereich. Zu vorger\u00fcckter Stunde erschien auch kurz die Herrin des Hauses um mitzuteilen, dass die H\u00e4ppchen zu ihrer Zufriedenheit angerichtet waren. Welch eine Ehre, da sie sich sonst nicht pers\u00f6nlich die M\u00fche machte. Nachdem die Reste abger\u00e4umt und verr\u00e4umt waren, beendete der K\u00fcchenchef f\u00fcr diesen Tag seine Arbeit.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Reeth am n\u00e4chsten Morgen das Bankett mit Adriana Hastur in der K\u00fcche besprach, wirbelte ein m\u00e4nnliches Wesen durch die K\u00fcche mit einem schmetternden Guten Morgen und der Anweisung, ihm doch gleich das Fr\u00fchst\u00fcck in die Halle nach oben zu bringen. Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen war er auch schon wieder verschwunden. Auf die Nachfrage von Lady Hastur, ob dies Beltran Elhalyn gewesen sei, konnte der K\u00fcchenchef nur antworten, dass es sich so angeh\u00f6rt hatte. Da er mit dem R\u00fccken zum Durchgang stand, war es ihm nicht m\u00f6glich gewesen, die Person zu sehen.<br \/>Es dauerte nicht lange und Reeth reichte in der Halle Beltran und einer ihm nicht bekannten Frau ein reichhaltiges Fr\u00fchst\u00fcck. Reeth wunderte sich zwar etwas \u00fcber das Erscheinen des Herrn, wurde ihm am Abend zuvor doch mitgeteilt, dass der Herr verstorben sei. Auch wo diese Frau so pl\u00f6tzlich herkam war ihm ein R\u00e4tsel. Aber es sollte ihm egal sein, da wenigstens eine Person an diesem Morgen etwas zu essen w\u00fcnschte. Sicher w\u00fcrde man ihn in K\u00fcrze aufkl\u00e4ren, was dies zu bedeuten hatte.<\/p>\n<p>Caldason begab sich in seine K\u00fcche zur\u00fcck, um mit den Vorbereitungen f\u00fcr das Bankett zu beginnen. Bevor jedoch einer der Herrschaften es f\u00fcr notwendig empfand, den K\u00fcchenchef \u00fcber das, was sich gerade in diesem Gem\u00e4uer abspielte zu informieren, stand Beltran mit der Frau bei ihm in der K\u00fcche. Beltran lie\u00df sich vom K\u00fcchenchef h\u00f6chst pers\u00f6nlich mit Getr\u00e4nken und Speisen umsorgen, wobei er sich rege mit Reeth unterhielt. Dieser Beltran gefiel Reeth sehr gut.<\/p>\n<p>Einige Zeit sp\u00e4ter wurden alle Personen, die sich auf der Burg befanden, in den gro\u00dfen Saal gebeten. Das Personal bekam die Information, dass man auch sie br\u00e4uchte. Ebenso sollte es eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Vorkommnisse des bisherigen Tages geben. Auf die Erkl\u00e4rung, was denn vor sich gehe, bzw. ob der Herr nun verstorben sei, oder nicht, wartete Reeth in der Halle vergebens. Alles was er h\u00f6rte machte ihm Angst! Haftfeuer! Eine Kuppel, unter der man atmen kann, aber alles au\u00dferhalb nicht (w\u00fcrde das Personal mit in die Kuppel genommen?)! Explosion! Hilfe!!!! Warum wollte man \u00fcberhaupt mit solchen Mitteln gegen Beltran vorgehen? Der Herr, der sich gerade in seiner K\u00fcche befand und sich an den K\u00f6stlichkeiten des K\u00fcchenchefs labte. Dies konnte doch alles nicht war sein! Kann er, darf er, will er zu all dem etwas sagen? Ja, er wollte. Vorsichtig meldete sich Reeth zu Wort, auch wenn ihm dies nicht leicht fiel. Warum wollten die Herrschaften einen Mann auf solch grausame Art und Weise umbringen, wo sie doch gestern alle noch wollten, dass er weiterlebt. Ein Mann, der so freundlich und gut gelaunt durch das Gem\u00e4uer l\u00e4uft. Ein Beltran, den Reeth mag, da er im Gegensatz zu all den anderen hier etwas f\u00fcr das Personal \u00fcbrig hat, mit diesem spricht und sich auch unter dieses mischt. Kaum hatte er dies ausgesprochen, kam Beltran mit der Frau in die Halle. Alle Gespr\u00e4che in der Halle verstummten. Bevor Reeth in seine K\u00fcche zur\u00fcckgehen konnte, befand er sich Alastair gegen\u00fcber. Alastair fragte nach, seit wann der Herr in der K\u00fcche erscheine und sich dort auch l\u00e4nger aufhalte? Dies hatte er in fr\u00fcheren Zeiten schon h\u00e4ufiger gemacht. W\u00e4hrend seiner Krankheit war er zu solchen Ausfl\u00fcgen jedoch nicht mehr in der Lage. Seit diesem Morgen jedoch schien dies wieder anders zu sein. Kaum hatte Reeth die Frage beantwortet, erschien Rascard di Asturien mit Gattin und baten den Koch mit nach unten zu kommen.<\/p>\n<p>Nachdem die Herrschaften und Reeth Tramontana S\u00fcdhang erreicht hatten, versuchten sie, den Koch davon zu \u00fcberzeugen, ihrem Plan zu zu stimmen. Es w\u00e4re auch f\u00fcr ihn besser. Das sah der Koch nicht ganz so. Wirklich \u00fcberzeugen konnten sie ihn nicht, denn all das, was sie vorbrachten, war recht verwirrend f\u00fcr ihn. Erst recht, da immer wieder von schrecklichen Vernichtungswaffen die Rede war. All das, was sie ihm an Erkl\u00e4rungen und Informationen gaben, konnte ihn nicht von seiner momentanen Einstellung abbringen. So begab er sich nach einiger Zeit in seine K\u00fcche zur\u00fcck, um sich um das Essen f\u00fcr den Abend zu k\u00fcmmern und den Verlauf der Dinge abzuwarten.<\/p>\n<p>Nachdem er sich f\u00fcr einige Zeit hingelegt hatte und in der K\u00fcche gerade nichts vorzubereiten war, beschloss Reeth, sich unter den Damen mal umzusehen. Vorsichtig und auf der Hut seiend, umwarb er Bea. Da dies recht einfach, problemlos und ohne jegliche Reaktion aus den Reihen der Comyn ging, f\u00fchlte er sich immer sicherer. Als dann Bea von ihm weggerufen wurde, um irgendwelchen Pflichten nachzukommen und Reeth die Herrschaften mit einigen H\u00e4ppchen versorgt hatte, da scheinbar keiner den Weg in die K\u00fcche kannte, suchte er sich ein neues Opfer. Lady Linnea war keine so leicht zu bekommende Dame wie Bea Syrtis, aber genau dies reizte ihn. Nach ein, zwei charmanten S\u00e4tzen hatte er sie jedoch zumindest schon davon \u00fcberzeugt, dass es unter seinem Mantel genug W\u00e4rme f\u00fcr zwei g\u00e4be. Ob diese Aussage auch stimmte, wurde von ihr dann auch getestet. So verbrachte er einige Stunden des Tages mit den edlen Damen mitten unter den Herrschaften ohne ein Wort der Entr\u00fcstung zu h\u00f6ren. Auch konnte er die Werbung, wie Vereinigung des jungen Rafael Elhalyn mit Bea Syrtis aus n\u00e4chster N\u00e4he beobachten.<\/p>\n<p>Da die Stunde nun schon recht vorger\u00fcckt war, musste Reeth sich in seine K\u00fcche zur\u00fcck begeben, um die restlichen Vorbereitungen f\u00fcrs Bankett zu treffen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Banketts, an welchem das Personal ebenso teilnehmen durfte, \u00fcberfiel ihn eine pl\u00f6tzliche Eingebung. Die Dame, die am Abend zuvor recht h\u00e4ufig bei ihm in der K\u00fcche war, um sich an seinen Kreationen aus Schokolade zu laben und mit welcher er einige kuschelige Stunden verbracht hatte, sah er nun als seine neue Herrin im Saal. Man sollte meinen, dass er sich nun von ihr fern halten w\u00fcrde. Nein, er stand auf, ging einfach zu den Herrschaften an den Tisch und fragte Bea, ob sie etwas von seiner heutigen Schokoladenkreation versuchen wolle. Rechtzeitig, bevor Rafael Verdacht sch\u00f6pfen konnte, erkundigte er sich auf h\u00f6fliche Weise, ob er auch ihm eine Nachspeise bringen sollte. Dies war die letzte Tat des etwas anderen K\u00fcchenchefs dieses Plots.<\/p>\n<p>Es sei noch angemerkt, dass Reeth es geschafft hat all seine Speisen ohne die \u201epers\u00f6nliche\u201c Eigenw\u00fcrze, f\u00fcr die er hinterher mindestens einen Heiler\/in ben\u00f6tigt h\u00e4tte, auf den Tisch zu bringen. Das einzige Mal, wo er fast einen Heiler\/in ben\u00f6tigte, war bei einer ihm einfachen \u00fcbertragenen Aufgabe. Er sollte den Herrschaften zur Teestunde einen Tee bereiten und auftragen. Bei der Zubereitung des Tees sch\u00fcttete er sich etwas hei\u00dfes Wasser \u00fcber die H\u00e4nde. Ganz ohne einen kleinen K\u00fcchenunfall scheint es bei Reeth dann doch nicht zu gehen.<\/p>\n<p>Gehabt euch wohl Euer Reeth Caldason<\/p>\n<h3><a name=\"sn\"><\/a>Stellungnahme Bea Syrtis zu Reeth Caldason<\/h3>\n<p>Meine k\u00fcnftige Schw\u00e4gerin Bea Syrtis hat mir per Botenvogel eine Nachricht zukommen lassen. Sie schrieb, sie k\u00f6nne die Unversch\u00e4mtheiten von Reeth Caldason nicht so stehen lassen. Und so schickte sie mir mit dem Botenvogel unten stehenden Gespr\u00e4chsausschnitt zwischen ihr und ihrer Zofe.<\/p>\n<p>i.A. der k\u00fcnftigen Lady Elhalyn<br \/>Lorett Elhalyn<\/p>\n<p>--------<\/p>\n<p>Eine Frage der Eh(r)e<\/p>\n<p>Auszug aus einem Gespr\u00e4ch zwischen Bea Syrtis und ihrer Zofe, einer engen Vertrauten, beim Ankleiden<\/p>\n<p>Z: \u2026<br \/>B: WAS HAST DU GEH\u00d6RT??! Sag das noch einmal!<br \/>Z: Der Koch behauptet \u00fcberall, er habe Euch und Lady Linnea umworben, und das sei sehr leicht gewesen, und er habe Euch mit Schokolade verf\u00fchrt\u2026<br \/>B: KEIN WORT MEHR! WER behauptet das? Der KOCH? Welcher KOCH denn?<br \/>Z: Reeth Caldason, hier in der K\u00fcche.<br \/>B: Und wem hat er das gesagt? Wo hast du das her?<br \/>Z: Er marschiert herum mit stolzgeschwellter Brust und erz\u00e4hlt es \u00f6ffentlich jedem, der in der N\u00e4he ist.<br \/>B: Meinst du den gleichen, der sich \u00f6ffentlich gegen seine Herrschaften und alle anderen anwesenden hohen G\u00e4ste gestellt hatte in der unseligen Zandru-Angelegenheit? Der die Trauer und das Entsetzen der Anwesenden mit F\u00fc\u00dfen getreten und das Andenken an den ehrw\u00fcrdigen Lord Elhalyn verspottet hat?<br \/>Z: Ja, genau den.<br \/>B: Wie bitte?! Der lebt noch? Und der ist immer noch angestellt im Hause Elhalyn? Was f\u00fcr eine Personalf\u00fchrung!<br \/>Z: Was werdet Ihr tun?<br \/>B: Nun, selbstverst\u00e4ndlich werde ich mit meinem Verlobten dar\u00fcber sprechen, und ich gehe davon aus, dass Rafael diesen \u2026 Unw\u00fcrdigen zum Schweigen bringen wird. Ich glaube fast, die Beile auf Elhalyn haben schon zu viel Rost angesetzt, und dieser Koch hat zu lange keinen Heiler konsultiert.<br \/>Z: Wird Rafael Euch vertrauen?<br \/>B: Selbstverst\u00e4ndlich \u2013 hoffe ich. Er wei\u00df, wie es in meinem Herzen aussieht. Dennoch wird er \u00fcber solche Ger\u00fcchte nicht gl\u00fccklich sein!<br \/>Z: Der Koch behauptet, man habe Euch mit ihm zusammen gesehen\u2026<br \/>B: Nat\u00fcrlich hat man das. Ich erinnere mich durchaus an seine Schokoladenkreationen, f\u00fcr die ich tats\u00e4chlich sehr geschw\u00e4rmt habe. Aber f\u00fcr die Leckereien, nicht f\u00fcr IHN! Was bildet der sich ein, das zu verwechseln!<br \/>Z: Ihr und Lady Linnea sollt mehr als nett zu ihm gewesen sein\u2026<br \/>B: Ja, sag mal, glaubst du denn diese Geschichte? Ich habe mich bisher bem\u00fcht, zum gesamten Personal nett zu sein. Schlie\u00dflich werde ich als Lady Elhalyn hier leben. Aber anscheinend ist das nicht der richtige Weg und wird ausgenutzt. Ich werde ebenfalls mit meiner zuk\u00fcnftigen Schwiegermutter oder besser noch mit meiner Ziehmutter dar\u00fcber sprechen m\u00fcssen. seufz<br \/>Z: Ojeee, das sieht b\u00f6se aus f\u00fcr Reeth! SEUFZ!<br \/>B: Was denn, magst du ihn etwa?<br \/>Z: Ach, er ist ganz am\u00fcsant\u2026<br \/>B: Aber dumm! Stell dir nur mal f\u00fcr einen Moment vor, an seinen Geschichten w\u00e4re etwas Wahres dran. Wer \u2013 an seiner Stelle \u2013 rennt denn herum und erz\u00e4hlt \u00fcberall davon? Ein Gentleman genie\u00dft und schweigt \u2013 und alle w\u00e4ren zufrieden\u2026 Au\u00dfer nat\u00fcrlich\u2026<br \/>Z: Was denn?<br \/>B: Naja, entweder er ist dumm oder auf kurzen schnellen Ruhm aus \u2026 oder \u2013 und das gibt mir gerade sehr zu denken \u2013 er wird von jemandem daf\u00fcr bezahlt und soll die Ehe zwischen Rafael und mir im letzten Moment verhindern\u2026 Erst seine Haltung in der Zandru-Angelegenheit, jetzt diese Einmischung\u2026 Ich glaube langsam, da steckt eine politische Intrige dahinter!<br \/>Z: Da intrigiert er doch aber gegen die H\u00e4user Elhalyn, Alton, Syrtis\u2026<br \/>B: \u2026 und Aillard nicht zu vergessen, die arme Lady Linnea! Nun, ich hoffe f\u00fcr ihn, dass er gut bezahlt wurde und seine Belohnung schon genie\u00dfen konnte. Denn Rafael wird sich sicher gr\u00fcndlich darum k\u00fcmmern\u2026<br \/>Z: Werdet Ihr Stellung dazu beziehen?<br \/>B: \u00d6ffentlich, meinst du? Nat\u00fcrlich nicht! Und jetzt schn\u00fcr mir mal endlich dieses Kleid zu! Und lass mein Fr\u00fchst\u00fcck kommen. Ich habe Appetit auf Scho\u2026<br \/>Z: WAS?<br \/>B: \u2026ten, p\u00fcriert und mit Pfeffer gew\u00fcrzt.<\/p>\n<p><em>Wieder erreichte mich ein Botenvogel von meiner k\u00fcnftigen Schw\u00e4gerin Bea Syrtis. Sie hatte ein prek\u00e4res Gem\u00e4lde auf dem Anschlag eines Barden (der ihrem k\u00fcnftigen Gatten \u00e4hnelt) gefunden.<\/em><\/p>\n<p>i.A. der k\u00fcnftigen Lady Elhalyn<br \/>Lorett Elhalyn<\/p>\n<p>-------<\/p>\n<p>Einige Tage sp\u00e4ter. Es ist fr\u00fcher Morgen. Beas Zofe klopft und betritt das Schlafgemach.<\/p>\n<p>Z: Guten Morgen!<br \/>B: Guten Morgen, Liebes. Ich bin schon wach. Hast du auch so gut geschlafen? Das wird ein wundervoller Tag. Rafael hat mir versprochen, mir ein bisschen was von der Gegend zu zeigen.<br \/>Z: ... *drucks*<br \/>B: Was ist denn? Du sagst ja gar nichts? Ist etwas passiert?<br \/>Z: \u00c4hm... *r\u00e4usper!*<br \/>B: Nun sag was, ich fang an, mir Sorgen zu machen! Bist du krank? Was hast du da in der Hand?<br \/>Z: Das ist... das ist... Also das lag heute morgen vor der T\u00fcr...<br \/>B: Nun zeig mal her! Was ist das... Ach, ein Bild. Sch\u00f6n. Und weiter?<br \/>Z: Schaut es Euch etwas genauer an.<br \/>B: Hmmm. Ein junger Mann... Bediensteter, wie es scheint... Erinnert mich an irgendwen, dieses Gesicht... Aber worum geht es denn? Was beunruhigt dich so?<br \/>Z: Es ist der Koch!<br \/>B: Aaaach ja. Aber wieso lie\u00df er sich zeichnen? Oder viel wichtiger: Wieso bringst du mir ein Bild vom Koch? Ich verstehe dich nicht!<br \/>Z: Aber IHR seid doch auch auf dem Bild!<br \/>B: Wo denn? Ich sehe da nur noch eine junge Frau... DAS SOLL ICH SEIN?<br \/>Z: ... *drucks*<br \/>B: Oooohhh, ich fange an zu verstehen. Du glaubst, das bin ich? Aber was um alles in der Welt sollte mich denn dazu bringen, dem Koch zu erlauben, sich mir auf derartige Weise zu n\u00e4hern? Und mich dann in dieser Position auch noch zeichnen zu lassen? Es sieht fast aus als st\u00fcnden die zwei da Wange an Wange?! Das bin doch im Leben nicht ICH! Naja, h\u00f6chstens eine gewisse \u00c4hnlichkeit. Aber bei allen G\u00f6ttern \u2013 die Haare liegen gar nicht. Und die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe passt nicht. Und dieses Grinsen. Schamlos! L\u00e4sst du dich davon etwa verunsichern?<br \/>Z: Die Leute glauben es! Die Leute glauben, Ihr hattet doch eine Liebelei mit dem Koch! So wie er es vor ein paar Tagen behauptet hat.<br \/>B: Tssss. Das ist doch nicht dein Ernst! L\u00e4cherlich!<br \/>Z: Es gibt Gerede...<br \/>B: Das gibt es immer... Schau doch! Wer sich ein bisschen mit Kunst auskennt, sieht doch sofort, dass es sich um eine ganz j\u00e4mmerlich einfache Zeichnung handelt \u2013 ohne Talent, ohne Schulung. Vermutlich hat der Koch es selbst gemalt. Seine unanst\u00e4ndigen wilden Phantasien!<br \/>Z: Wirklich?<br \/>B: Ach, jetzt komm! Ich w\u00fcnschte, Rafael w\u00fcrde sich endlich dieser Sache annehmen, es langweilt mich, dauernd meine Ehre in den Schmutz gezogen zu sehen. Im Grunde stimme ich ihm ja zu: belangloses Gerede, wie es an allen H\u00f6fen vorkommt. Aber es trifft mich schon ein bisschen \u2013 da ist man wohlerzogen, tugendhaft und rein, tut m\u00f6glichst nie einen falschen Schritt, ist gut zu jedermann, will niemandem Schande machen \u2013 das ist ja nicht immer leicht! \u2013 und dann kommt so ein... ach, ich hab gar kein Wort, das unw\u00fcrdig genug ist! daher und erz\u00e4hlt solche Geschichten. Und die Leute glauben es!!*w\u00fctend aufstampf!*<br \/>Z: Oh, das wollte ich nicht! Beruhigt Euch bitte...<br \/>B: Jetzt ist nicht die Zeit f\u00fcr Beruhigung! Ich werde mit Lady Gabriella sprechen. Ist sie schon auf? Vielleicht kann sich ja der Friedensmann ein bisschen umh\u00f6ren, wer der Schnellzeichner von diesem ... Machwerk ... ist. Ganz diskret nat\u00fcrlich. Und vielleicht kann er den dann festnehmen und \u2013 zur Not unter Gewaltaus\u00fcbung \u2013 herausfinden, wer ihm den Auftrag f\u00fcr diese F\u00e4lschung gab. Ich bef\u00fcrchte ja immer noch eine politische Intrige. Ach, manchmal w\u00fcnschte ich, ich w\u00e4re ein Mann und h\u00e4tte die Macht. Im Moment bin ich so w\u00fctend! Rafael soll doch bitte diesen Koch vierteilen lassen! Und dem Schnellzeichner w\u00fcrde ich pers\u00f6nlich gen\u00fcsslich die Augen auskratzen...<br \/>Z: Beruhigt Euch doch, Ihr vergesst Euch!<br \/>B: Jaaa, du hast ja recht. Wieder mal viel L\u00e4rm um nichts! ... Hat eigentlich die H\u00fcndin der B\u00e4ckersfrau schon geworfen? Sie hat mir versprochen, dass ich mir einen der kleinen s\u00fc\u00dfen Welpen aussuchen darf...<\/p>\n<p>Also wirklich!<br \/>Ich f\u00fcr meinen Teil kann mich f\u00fcr das Wohlverhalten meiner Pflegeschwester Bea an diesem Wochenende verb\u00fcrgen - nat\u00fcrlich hatte NICHTS mit dem Koch. Dieser vorlaute Kerl sollte seine Nase lieber in die Kochb\u00fccher stecken!<br \/>Ellemir Alton<\/p>\n<p>Liebe Ellemir!<\/p>\n<p>Ich danke Dir von ganzem Herzen f\u00fcr Dein Leumundszeugnis. Ich bin so froh, von Dir zu h\u00f6ren. (Ich war tats\u00e4chlich etwas bedr\u00fcckt, dass keiner aus der Familie es f\u00fcr n\u00f6tig hielt, sich mal einzumischen. M\u00f6glicherweise hat sich das Thema aber auch still und leise \"hinter den Kulissen\" erledigt... hoffe ich.)<\/p>\n<p>Werden wir uns mal wieder sehen oder nehmen Dich Sohn und Turmarbeit zu sehr in Anspruch? Der Fr\u00fchling naht, die Wege werden bald wieder passierbar sein...<\/p>\n<p>Auf jeden Fall w\u00fcnsche ich Dir und den Deinen ein gutes Jahr!<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe,<br \/>Deine Schwester<\/p>\n<h3><a name=\"die\"><\/a>Die Ehre des Hauses Aillard<\/h3>\n<p>An Linnea Aillard, Regentin der Dom\u00e4ne Aillard<br \/>von Alastair Leynier<\/p>\n<p>Liebste Cousine Linnea,<\/p>\n<p>mit Entsetzen mu\u00df ich zur Kenntnis nehmen, da\u00df in der Burg Elhalyn h\u00e4\u00dfliche Ger\u00fcchte kursieren. Der Koch br\u00fcstet sich doch allen Ernstes damit, dass es zwischen ihm selbst und Dir zu Vertraulichkeiten gekommen sei! Ja, er behauptet sogar, dich unter seinem Mantel gew\u00e4rmt zu haben!<br \/>Nun, ich bin nicht dein Bewahrer und wei\u00df, dass in den T\u00fcrmen oft von den sonst \u00fcblichen Regeln des Anstandes abgewichen wird, doch als Regentin der Dom\u00e4ne Aillard mu\u00df Du auf deinen eigenen und vor allem den Ruf des Hauses Aillard achten.<br \/>Ich wei\u00df, dass Du aufgrund der Nachricht vom Tode deiner Schwester ersch\u00fcttert warst (und immer noch bist) und des Trostes bedurftest. Es waren ja gen\u00fcgend nahe Verwandte und Vertraute anwesend, bei denen Du Trost finden konntest und auch gefunden hast. Ich bin \u00fcberzeugt, dass diese Ger\u00fcchte jeder Grundlage entbehren.<br \/>Wir k\u00f6nnen diese Ger\u00fcchte nicht \u00f6ffentlich dementieren, denn sie \u00f6ffentlich zur Kenntnis zu nehmen w\u00fcrde sie zu Tatsachen erheben. Wir sollten sie jedoch auch nicht einfach ignorieren. Wer wei\u00df schon, wem sie bereits zu Ohren gekommen sind oder noch kommen k\u00f6nnen! Wir m\u00fcssen deinen guten Ruf bewahren. Immerhin m\u00fcssen wir f\u00fcr dich noch eine vorteilhafte Ehe arrangieren und ich m\u00f6chte die Verhandlungen nicht unn\u00f6tig durch l\u00e4cherliche Ger\u00fcchte erschweren.<br \/>Wir m\u00fcssen diesen unversch\u00e4mten Koch der L\u00e4cherlichkeit preisgeben. Sich so etwas auszudenken oder einzubilden und damit auch noch hausieren zu gehen! Eine Unversch\u00e4mtheit!<br \/>Du solltest einen Brief an Lady Gabriella Elhalyn schreiben und diese Angelegenheit richtig stellen. Zwar liegt es in Rafaels H\u00e4nden, den Koch zu ma\u00dfregeln, doch steht dir Lady Gabriella n\u00e4her und kann deine Interessen als Frau besser vertreten. Sie wird uns helfen, deinen untadeligen Ruf wieder herzustellen und diese l\u00e4cherlichen Ger\u00fcchte aus der Welt zu schaffen.<\/p>\n<p>Alastair<\/p>\n<p>An Alastair Leynier, Friedensmann und Cousin<br \/>von Linnea Aillard<\/p>\n<p>Mein lieber Cousin (wie froh bin ich Dich endlich offen als Solcher bezeichnen zu k\u00f6nnen),<\/p>\n<p>ich finde es sehr ehrenhaft und l\u00f6blich, dass Du Dich um meine gesellschaftliche Stellung so sorgst, aber ich kann Dich beruhigen. Ich mag freundlich zu dem Koch gewesen sein, aber der \"Mantel\" des Ansto\u00dfes wurde nicht \u00fcber MICH gebreitet. Ich bin ein klein wenig ent\u00e4uscht \u00fcber Dein mangelndes Vertraunen in meine weibliche Integrit\u00e4t .<\/p>\n<p>Ist dir nicht aufgefallen, dass es im Hause Elhalyn eine mir zum Verwechseln \u00e4hnlich sehende Dienerin gibt? Ich meine jene Frau, die beim Festmahl am Samstagabend aufgetragen hat. Es war jene Frau und KEINE Andere, die mit dem Koch angebandelt hat, w\u00e4hrend ICH mit meinem Schiksal und der Diplomatie hadernd einfach nur versuchte bis zum Abendessen zu \u00fcberleben. So wie ich meine Tante kenne, wird sie - als eine weitsichtige und kluge Frau - die Wahrheit bereits erkannt haben. Zumal die \u00c4hnlichkeit zwischen der Dienerin und mir nicht reiner Zufall zu sein scheint. Nun, mein Vater Kermiac war meiner Mutter ein guter Ehemann und mir ein guter Vater, aber vor seiner Ehe mit meiner Mutter war er sicherlich kein enthaltsamer M\u00f6nch. Die Dienerin hei\u00dft Lina und ist ein paar Jahre \u00e4lter als ich (wie verwunderlich eine Name mit L - die Affinit\u00e4t meines Vaters zu Namen mit L kennen wir ja beide....). Ich habe mit ihr gesprochen und sie erz\u00e4hlte mir, dass sie ihren Vater nicht kenne, dass man aber munkelte, dass sie ein Bastard des j\u00fcngeren Elhalyn-Sohnes Kermiac sei. Da ich meinem Vater sehr \u00e4hnlich sehe, liegt die Wahrheit wohl auf der Hand. Jene Frau scheint meine Halbschwester v\u00e4terlicherseits zu sein!<\/p>\n<p>Ich trage mich mit dem Gedanken sie zu mir zu holen, denn schlie\u00dflich habe ich erst eine Schwester verloren und wenn Evanda mir eine Weitere geben hat (auch wenn sie m\u00fctterlicherseits von niederer Geburt und keine Aillard ist), dann m\u00f6chte ich sie gerne um mich haben. Deine Sorgen sind also v\u00f6llig unbegr\u00fcndet. Wenn Du m\u00f6chtest, schreibe ich umgehend an Gabriella und werde ihr mein zuvor geschildertes Anliegen mit der passenden Erkl\u00e4rung (die auch zur Aufkl\u00e4rung des vom Koch aufgestellen Ger\u00fcchtes f\u00fchrt ) schildern. Andererseits \u00e4rgert es mich jedoch, dass bei einem Lord so selbstverst\u00e4ndlich akzeptiert wird, dass er sich mit der weiblichen Dienerschaft vergn\u00fcgt, w\u00e4hrend man einer Lady noch nicht einmal ein wenig k\u00f6rperlichen Zuspruch erlaubt. Ich m\u00f6chte nicht wissen, wie viele uneheliche Erben der Elhalyns noch unter der Dienerschaft weilen... ein Wunder das Beltran nicht einen der ihren zum Erben bestimmt hat..... Nun, genug zu diesem Thema!<\/p>\n<p>In jedem Fall ist es besser seiner Dienerschaft mit G\u00fcte und ein klein wenig Respekt gegenn\u00fcberzutreten, denn wie wichtig dies sein kann, haben wir ja auf Burg Elhalyn gesehen.<br \/>Man bei\u00dft nicht die Hand nicht, die einen f\u00fcttert.<\/p>\n<p>Nun zu meinen \"Ehe\"-Verhandlungen. Wie Du weisst habe ich bereits einige Kontake mit dem Hause Ridenow gekn\u00fcpft und auch von anderer Seite gab es schon Angebote. MIR ist in jedem Fall wichtig, das mein Zuk\u00fcnftiger nicht zu ehrgeizig (also besser kein Alton) ist und im Turm ausgebildet wurde. Ein vierter oder f\u00fcnfter Sohn eines mit mir nicht allzusehr verwandten Hauses (wozu das f\u00fchrt haben wir ja bei meiner lieben Schwester und den Elhalyns gesehen), der im Turm ausgebildet wurde und sich ggf. im Valeron-Turm n\u00fctzlich machen m\u00f6chte, w\u00e4re der ideale Kanidat. Ein Friedensmann und einen milit\u00e4rischen Berater habe ich schon - nicht wahr mein lieber Cousin - und einen r\u00e4nkeschmiedenden Intrigant kann ich WIRKLICH nicht gebrauchen.<\/p>\n<p>Apropos: F\u00fcr den unwahrscheinlichen Fall, dass Rafael keinen Erben bekommt, die beiden weiteren designierten Erben eine andere Dom\u00e4ne beerben und DU Erbe der Elhalyn-D\u00f6mane wirst, m\u00f6chte ich meinerseits eine Absicherung f\u00fcr einen Friedensmann-Nachfolger haben. Hast Du nicht einen Sohn, Freund oder Cousin, der dann Dein Amt \u00fcbernimmt? Wenn ICH mir Gedanken \u00fcber die Absicherung der Aillard-Linie machen muss (auch wenn meine Nichte gesund und stark ist), dann m\u00f6chte - nein verlange ich, dass DU einen Nachfolger ausbildest. Wenn er im richtigen Alter und von Stand ist und ihr auch gef\u00e4llt dann k\u00f6nnen wir ihn auch mit Ria verheiraten. Dann kann ich auch meine mir so teure und wertvolle Zofe behalten.<\/p>\n<p>Ach ja, hatte ich erw\u00e4hnt, dass ich Ellemir Alton und ihr Kind Unterschlupf bei mir angeboten habe? Es hat schon auch sein Gutes Lady Aillard zu sein. Wer kann die Bitte der Herrin von Valeron schon einfach abschlagen? Nun, wenn man sich erst einmal daran gew\u00f6hnt, dann kann man mit Macht und Einfluss auch mal etwas Sinnvolles anfangen!<\/p>\n<p>Deine dich liebende Cousine Linnea<\/p>\n<p>P.S.: Wir m\u00fcssen nach Deinem Urlaub auch noch dringend \u00fcber die Verwendung der Brandnebelkugeln sprechen. Ich m\u00f6chte auf KEINEN Fall, dass Du sie wieder mit dir herumtr\u00e4gst!<\/p>\n<h3><a name=\"mac\"><\/a>MacArans Aufbesserung der Reisekasse<\/h3>\n<p>Mein Vater hat mich, Esteban Caldir MacAran, Erben von MacAran Falkenhof, an seiner Stelle nach Burg Elahyn gesandt, da er sich nach einem Fieber noch nicht so wirklich wieder erholt hatte. Ungern bin ich seiner Bitte nachgekommen, da meine Frau Linell mit unserem 5 Kind hochschwanger und kurz vor der Niederkunft stand.<\/p>\n<p>Ich bin gegen Abend, gerade rechtzeitig zur Zusammenkunft in der gro\u00dfen Halle, auf Burg Elahyn eingetroffen, nach einer ungem\u00fctlichen Reise mit z.T. widrigsten Wetterverh\u00e4ltnissen, so hatte ich gerade Zeit, mir mein Quartier anweisen zu lassen, mich meiner Reisekleidung zu entledigen und wieder in die Halle zu eilen. Der alte Corridom stand hilflos am Eingang, hoffnungslos \u00fcberfordert von all den anwesenden Comyn, somit habe ich mir dann selber einen Platz gesucht.<\/p>\n<p>Die folgenden Ereignisse der Benennung dreier verschiedener Erben sowie das Ableben des Lords sind ja schon von anderen Anwesenden ausf\u00fchrlich beschrieben worden.<\/p>\n<p>Nachdem der Lord standesgem\u00e4\u00df in der Kapelle der Burg aufgebahrt worden ist, bildeten sich under den anwesenden Familienmitgliedern und G\u00e4sten mehrere kleinere Gruppen und Gr\u00fcpchen, die Familie versuchte, die Erbfolge zu kl\u00e4ren und hatte sich in eine Ecke des Saales zur\u00fcck gezogen, andere unterhielten sich \u00fcber das gerade erlebte, und wieder andere hatten sich zu einem W\u00fcrfelspiel \"Comyn \u00e4rgere Dich nicht\" zusammen gefunden. Da ich nicht besonders viele der Anwesenden n\u00e4her kannte, bin ich zu den W\u00fcrfelnden geschlendert. Beim N\u00e4herkommen sah ich dann, da\u00df es sich bei den Spielern um Gabriel Alton sowie Esteban Alton handelte, welcher mich dann auch gleich auf ein neues Spiel einlud.<br \/>Auf Falkenhof ist Bargeld immer eher knapp, so habe ich dann dem Einsatz der Beiden einen ausgebildeten Verrin-Falken engegen gesetzt, was dann nach anf\u00e4nglichem Hin- und Her auch akzeptiert wurde. Also bin ich dann in eine neue Partie mit eingestiegen, und die W\u00fcrfel waren mir, nachdem ich Anfangs doch arg zur\u00fcck lag, endlich hold, und ich durfte dann meine Falken behalten und das Kupfer meiner kargen Reisekasse hinzuf\u00fcgen. Leider ist es dann bei diesem einen Spiel geblieben...<\/p>\n<p><em>Nachdem der Alte endlich wirklich tot und die Erbfolge endg\u00fclig gekl\u00e4rt war, waren zwei Beteiligte brot- und arbeitslos. Zwar bot Rafael uns g\u00fctigerweise an, noch weiterhin in seinem Haushalt zu leben, doch hielten wir es dennoch f\u00fcr angebracht, uns \u00fcber unsere (finanzielle) Zukunft Gedanken zu machen.<br \/>Was liegt da n\u00e4her als sich ganz \"unladylike\" einer kleinen Pokerrunde anzuschlie\u00dfen, zumal weder mein Herr Bruder noch der Lord Neffe entwas dagagen hatten. (H\u00e4tten sie aber gehabt, wenn sie gewusst h\u00e4tten wie das Spiel ausgeht).<br \/>Nun, ich will nicht zu viel ausplaudern. Jedenfalls haben die ehemalige Lady Elhalyn und der ehemalige Friedensmann jetz genug Burgen um jede Jahreszeit in einer anderen zu verbringen, Gabriel d\u00fcrfte \u00c4rger mit seiner Gattin bekommen haben, Rafael kaut wahrscheinlich trockenes Nussbrot und Lord Esteban n\u00e4chtigt unter irgendeiner Br\u00fccke.<br \/>Es war ein wirklich sch\u00f6nes Spiel. <\/em><\/p>\n<h3><a name=\"4\"><\/a>fast 4 Hochzeiten und (k)ein Todesfall<\/h3>\n<p>Verehrte Ladies und Lords, Comynara und Comyn, Darkovanerinnen und Darkovaner,<\/p>\n<p>verzeiht vielmals die sp\u00e4te R\u00fcckmeldung, aber Ihr wi\u00dft ja, wie besch\u00e4ftigt man ist, wenn man einen neuen Turmkreis aufbaut.<br \/>Trotz allem geht meine versp\u00e4teter Dank an meine Verwandten des Hauses Elhalyn, die ich ja vor unserem denkw\u00fcrdigen Treffen im November nicht zu Gesicht bekommen hatte, seit ich den Kinderschuhen entwachsen war. An dieser Stelle auch Gr\u00fc\u00dfe an meine Schwester Bea und ihren Gemahl Rafael, denen hoffentlich schon bald nach ihrer - wie ich geh\u00f6rt habe prachtvollen Hochzeit - der Kindersegen beschert sein wird.<\/p>\n<p>Das denkw\u00fcrdige Wochenende hat meinen Weg in die Zukunft erhellt, auch wenn es ein recht schmerzliches Erlebnis war, daf\u00fcr sei allen Beteiligten Dank.<br \/>Ich hoffe, alle haben sich von dem Schock erholt und finden nun ein wenig Frieden.<\/p>\n<p>Dank gesagt sei hier meinen Eltern, die viel Geduld und Gro\u00dfmut mit meiner weltabgewandten Art bewiesen haben, die ihnen an diesem Wochenende sicherlich einige Unannehmlichkeiten bereitet hat. Aber seid versichert, da\u00df eure Erziehung und das Laran unserer Familie auch an mich nicht verschwendet war.<br \/>Mein Sohn Damon ist bereits ein kr\u00e4ftiger, gesunder Bursche, der dem Hause Alton alle Ehre machen wird. Ich hoffe, ihn Euch zur weiteren Erziehung \u00fcberlassen zu d\u00fcrfen, sobald er richtig laufen kann, denn ein Turm ist kein Ort f\u00fcr ein Kind und wo w\u00e4re er in bessern H\u00e4nden als bei Euch?<br \/>Sollten weder Onkel Esteban noch mein Bruder einen Erben hinterlassen, lege ich Euch Damon ans Herz, er zeigt bereits die Z\u00fcge eines wahren Alton ... (-;<br \/>Um eines m\u00f6chte ich Euch bitten - la\u00dft ihn auch meine Pflegeschwester Bea und seine Elhalyn-Cousins besuchen. Ihr wi\u00dft, da\u00df wir uns sehr nahe standen und da\u00df sie Euch stets eine gute Tochter war. Bitte grollt ihr nicht mehr. Sollte sie wirklich unbotm\u00e4\u00dfig gegen euch gewesen sein, dann schreibt es meinem schlechten Einflu\u00df an diesem Wochenende zu ... manche Leute sollten ihre vorlauten Zungen vielleicht besser hinter Turmmauern lassen! F\u00fcr jeden entstanden Kummer bitte ich Euch um Verzeihung.<\/p>\n<p>Mein Dank gilt nat\u00fcrlich auch meiner Cousine Keshiara Elhalyn f\u00fcr Ihre hervorragenden Leistungen als Bewahrer (fast m\u00f6chte man \"Bewahrerin\" sagen). Ohne ihre F\u00fchrung in einem sich v\u00f6llig unbekannten Kreis (!) w\u00e4re es uns nicht m\u00f6glich gewesen, die \u00fcbermenschliche Aufgabe zu erf\u00fcllen, der wir uns gegen\u00fcber gestellt sahen.<\/p>\n<p>Weiterer zutiefst empfundener Dank geht an Lady Aillard, die es mir erm\u00f6glicht hat, zusammen mit dem Vater meines Sohnes, Edret Lanar, einen neuen Turmkreis in Dalereuth aufzubauen. Ihr Angebot erfolgte in einem Moment, als es um mich am schlimmsten bestellt war. Dies hat mir eine Zukunft und der Laran-Technik Darkovers m\u00f6glicherweise eine neue Richtung gegeben.<\/p>\n<p>Weiterer Dank sei hier gesagt an die vielen anderen, die dieses Wochenende f\u00fcr eine \"Neue\" in Eurem Kreis - trotz der f\u00fcrchterlichen Umst\u00e4nde - zu einer so wichtigen und wunderbaren Erfahrung gemacht haben. Selten habe ich mich in einer neuen Umgebung so aufgenommen gef\u00fchlt! (an dieser Stelle besonderer Dank an den Coridom und seinen Sohn ... (-.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich sein auch den G\u00f6ttern Dank!!! ohne deren Gnade und Einsicht wir jetzt vermutlich alle einen Kopf k\u00fcrzer w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte Euch jetzt alle aufz\u00e4hlen und es gehen mir gerade auch noch jede Menge Namen durch den Kopf. Bitte verzeiht, wenn ich sie nicht alle erw\u00e4hne. Erinnert Euch wie ich mit Freude an unsere Gespr\u00e4che und Ges\u00e4nge f\u00fchlt euch nicht vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n<p>Vielen Dank und auf ein Wiedersehen<\/p>\n<p>Ellemir Alton<\/p>\n<hr \/>\n<p>Liebe Ellemir!<\/p>\n<p>Mein Haushalt ist vorbereitet, einen kleinen Jungen und gern auch seine Mutter aufzunehmen, wenn sie sich f\u00fcr eine Besuchsreise entscheiden. Das Personal hat sich wieder an das Arbeiten gew\u00f6hnt (alte Besen kehren eben nicht immer gut - ohne meiner Schwiegermutter zu nahe treten zu wollen). Es freut mich, von Dir so viel Gutes zu h\u00f6ren - und dass anscheinend etwas Ruhe eingekehrt ist.<\/p>\n<p>Auch der Kontakt zu den Eltern ist wieder etwas harmonischer. Die Zeit heilt eben doch alle Wunden. Nur manchmal holen sie noch die alten Geschichten hervor, dann verkneif ich mir ein G\u00e4hnen und nicke freundlich. Es war damals halt ein bisschen viel auf einmal... Ich glaube \u00fcbrigens, Vater dachte, es sei MEIN schlechter Einfluss auf DICH gewesen, daher verbot er mir den Kontakt zu Dir. Und ich f\u00fcrchtete, er h\u00e4tte Dich versto\u00dfen. Ich glaube, in dem Moment fehlte mir einfach die Kraft, mich zu widersetzen. Zu viel stand auf dem Spiel. Inzwischen... naja, Du wei\u00dft schon, die Z\u00e4hne des alten Wolfes sind auch nicht mehr, was sie mal waren \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Ich hoffe, Dir geht es auch gesundheitlich wieder besser, so dass Du Deinem bestimmt recht anspruchsvollen Sohn gewachsen bist. Gr\u00fc\u00df ihn mal herzlich von seiner Tante.<\/p>\n<p>Und nun f\u00fchl Dich liebevoll umarmt<br \/>von Deiner Schwester Bea<\/p>\n<h3><a name=\"zan\"><\/a>Rechtsstreit Avarra \u2013 Zandru<\/h3>\n<p>Zandru (Gott)<br \/>Kalte Strasse 7<br \/>9. H\u00f6lle<\/p>\n<p>Avarra (G\u00f6ttin)<br \/>D\u00fcstergasse 8<br \/>c\/o Insel des Schweigens<br \/>Grafschaft Marenji<\/p>\n<p>Betr.: Mahnung zur \u00dcberf\u00fchrung der Seele von Lord Beltran Elhalyn<\/p>\n<p>Hoch verehrte Kollegin,<\/p>\n<p>hiermit mahne ich ausdr\u00fccklich und letztmalig zur \u00dcberf\u00fchrung der Seele von Lord Beltran Elhalyn zur<br \/>Schwelle des Totenreichs, 1. H\u00f6lle.<\/p>\n<p>Wie Sie sich sicher erinnern gingen wir vor \u00c4onen einen bindenden Vertrag ein, das die Seelen der Verstorbenen,<br \/>sofern sie unreinen Geistes sind, augenblicklich, ergo mit Eintritt des Todes dem H\u00f6llenf\u00fcrst,<br \/>respektive mir, zur weiteren Bearbeitung zuzusenden sind. Dieser Vertrag bestand und besteht im gegenseitigen Einvernehmen.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Stichhaltigkeit meiner Forderung m\u00f6chte ich folgende Verfehlungen des verstorbenen Lord Beltran Elhalyn<br \/>anf\u00fchren (nicht das Sie der irrigen Annahme erliegen, es handle sich hier um einen guten Menschen der somit der Oberwelt<br \/>und dem innigen Angedenken \u00fcberantwortet werden k\u00f6nnte):<\/p>\n<p># 24 Kriege (zum Gr\u00f6\u00dftenteil Grenzstreitigkeiten)<br \/># 4 Kinder, deren bestehende Lebhaftigkeit allseits als Schande zu betrachten ist (allzumal es sich um Kinder eines Dom\u00e4nenlords handelt)<br \/># Dummheit (die langj\u00e4hrige Beziehung seiner Lady zu seinem Friedensmann zu \u00fcbersehen d\u00fcrfte auch Ihnen allein als Grund dienen)<\/p>\n<p>Bei Bedarf kann eine vollst\u00e4ndige Liste der Verfehlungen, zus\u00e4tzlich auch Zeugenaussagen der in den Kriegen Gefallenen nachgeliefert werden.<\/p>\n<p>Desweiteren m\u00f6chte ich darauf hinweisen, das Sie sich in der Besitzfrage des K\u00f6rpers von Lord Beltran Elhalyn \u00e4usserst unkollegial verhalten haben.<br \/>Es ist von meiner Seite fraglich, welche Verwendung ihnen in dieser Sache vorschwebte.<\/p>\n<p>Zuletzt m\u00f6chte ich Sie darauf hinweisen, das ich die kurzfristige Trennung von meiner Gemahlin Naotalba als einen pers\u00f6nlichen Affront betrachte.<br \/>Ich behalte mir vor, diesbez\u00fcglich in K\u00fcrze entsprechende Schritte zu unternehmen.<\/p>\n<p>In der Hoffnung, diese unseeligen (*haha*) Umst\u00e4nde alsbald zur allseitigen Zufriedenheit l\u00f6sen zu k\u00f6nnen, verbleibe ich<\/p>\n<p>Mit freundlichem Gru\u00df<\/p>\n<p>Zandru, H\u00f6llenf\u00fcrst<\/p>\n<hr \/>\n<p>B\u00fcro von Avarra (G\u00f6ttin), D\u00fcstergasse 8, c\/o Insel des Schweigens, Grafschaft Marenji<\/p>\n<p>An:<\/p>\n<p>Zandru (Gott)<br \/>Kalte Strasse 7<br \/>9. H\u00f6lle<\/p>\n<p>Betr.: Mahnung zur \u00dcberf\u00fchrung der Seele von Lord Beltran Elhalyn<\/p>\n<p>Geehrter Zandru, F\u00fcrst der eiskalten H\u00f6llen und D\u00e4monen,<\/p>\n<p>in Anbetracht der Vorkommnisse am fraglichen Tage, erachtet die Dunkle Mutter Avarra Euer Schreiben als Gegenstandslos. Die Zusendung der Seele des Lord Beltran Elhalyn, nachfolgend Betreffender genannt, wird bis auf weiteres verweigert.<\/p>\n<p>Die Einhaltung des Vertrages, den die hochheilige Avarra, nachfolgend Dunkle Mutter genannt, vor \u00c4onen mit Euch, Zandru, F\u00fcrst der eiskalten H\u00f6llen und D\u00e4monen, geschlossen hat, wird nun nicht mehr als bindet angesehen, da gewisse formale Schritte von Eurer Seite aus nicht eingehalten wurden.<\/p>\n<p>1. Die Dunkle Mutter beh\u00e4lt sich das Recht vor, jede Seele zuvor einer gr\u00fcndlichen \u00dcberpr\u00fcfung zu unterziehen. Euer Handeln war vorschnell und verstie\u00df gegen mindesten zwei Richtlinien, die im G\u00f6tterkodex unter \u00a7 1456 und noch einmal unter \u00a7 4372 nachzulesen sind.<br \/>\u201e(\u2026) sollte eine Seele kurz davor sein, sich von ihrem K\u00f6rper zu trennen, so ist es einzig an Avarra, diese Seele in Empfang zu nehmen und sie unter ihrem Mantel in die Jenseitige Welt zu bringen. Dies beinhaltet auch Seelen von Lords und Ladys, K\u00f6nigen und K\u00f6niginnen, kurzum jeden, der von sich behauptet auf irgendeine Weise von den G\u00f6ttern abzustammen, obwohl keiner von uns sich irgendeiner Schuld bewusst ist. (\u2026)\u201c<br \/>Desweiteren: \u201e(\u2026) Weder Aldones, Evanda oder Zandru haben das Recht, sich einer Seele ohne die ausdr\u00fcckliche Erlaubnis der Avarra zu bem\u00e4chtigen. Eine Genehmigung kann nur nach einer genaueren \u00dcberpr\u00fcfung des vorliegenden Sachverhaltes erteilt werden und ben\u00f6tigt mindestens die Formulare 123 F, sowie 12 A, mit einem Beglaubigungsstempel des Amtes f\u00fcr Seelenbem\u00e4chtigung. (\u2026)\u201c<\/p>\n<p>Eine solche Genehmigung lag bis zum Ablauf der Frist (Todeszeitpunkt) immer noch nicht vor.<\/p>\n<p>2. Der Zeitpunkt der Bem\u00e4chtigung war von Euch, Zandru, alles andere als geschickt gew\u00e4hlt. Es wurde ausdr\u00fccklich vereinbart, dass die Dunkle Mutter nach 22 Uhr keine Seelen zu \u00fcberf\u00fchren hat. Eine solche \u00dcberf\u00fchrung bedeutet \u00dcberstunden und wie am Schwarzen Brett angek\u00fcndigt, wurde vor 30'000 Jahren die Vereinbarung getroffen, dass \u00dcberstunden nicht mehr bezahlt werden k\u00f6nnen und abgefeiert werden m\u00fcssen. Das aktuelle \u00dcberstundenkonto der Dunklen Mutter ist aufgrund diverser unvorhergesehener Kriege und Krankheitswellen derma\u00dfen angef\u00fcllt, dass eine Dienstzeit nach 22 Uhr nicht mehr gerechtfertigt werden kann.<\/p>\n<p>3. Aufgrund der Tatsache, dass Sterbliche die Mittagspause der Dunklen Mutter ausgenutzt haben, um sie anzurufen und zu beschw\u00f6ren, wurde bereits Beschwerde eingelegt. Nach genauer Pr\u00fcfung des Sachverhaltes wurde festgestellt, dass eine solche Beschw\u00f6rung nicht statt gefunden h\u00e4tte, wenn Ihr, Zandru, F\u00fcrst der eiskalten H\u00f6llen und D\u00e4monen, nicht widerrechtlich Besitz von der Seele des Betreffenden genommen h\u00e4ttet. Da das Verhalten der Sterblichen im Anbetracht des Sachverhaltes (N\u00f6tigung, Androhung k\u00f6rperlicher Gewalt, Bestechung) als Entschuldbar zu gelten hat und somit zur Notwehr erkl\u00e4rt wird, muss die Schuldfrage an Euch Zandru, F\u00fcrst der eiskalten H\u00f6llen und D\u00e4monen, abgetreten werden.<\/p>\n<p>Des Weiteren erachtet es die Dunkle G\u00f6ttin als Beleidigung, dass ihr ein fraglicher Verwendungszweck des verstorbenen K\u00f6rpers unterstellt wurde.<br \/>Wie Ihr, Zandru, F\u00fcrst der eiskalten H\u00f6llen und D\u00e4monen, mit Sicherheit festgestellt habt, interessiert sich die Dunkle Mutter nur f\u00fcr die Seelen in einem K\u00f6rper. Das Erstechen des selbigen, um die im Dolch gefangene Seele des Betreffenden wieder in den K\u00f6rper zu schaffen, war ein mehr als n\u00f6tiger Akt. Dass Ihr, Zandru, F\u00fcrst der eiskalten H\u00f6llen und D\u00e4monen, Euch dadurch in Eurer Ehre gekr\u00e4nkt f\u00fchlt, kann kein treffender Mahnungsgrund sein.<br \/>Von fragw\u00fcrdigen Unterstellungen bittet die Dunkle Mutter von nun an Abstand zu nehmen.<\/p>\n<p>Ebenso nimmt sich die G\u00f6ttin das Recht heraus, bereits im Vorfeld gewisse Bestrafungen durchzuf\u00fchren. Der von Euch, Zandru, F\u00fcrst der eiskalten H\u00f6llen und D\u00e4monen, angef\u00fchrte Affront, die Trennung von Eurer Gef\u00e4hrtin, wurde als notwendiges Mittel erachtet, um dem Recht der G\u00f6ttin Geltung zu verschaffen.<\/p>\n<p>Die Seele des Betreffenden wird in Zukunft also in der Oberwelt, nahe der Dunklen Mutter verweilen, bis seine Verfehlungen genauer Untersucht und mit dem geltenden G\u00f6ttlichen Recht abgeglichen sind.<\/p>\n<p>Die Dunkle Mutter sieht es allerdings nicht als Verfehlung an, mit vier Kindern gesegnet zu sein, deren bestehende Lebhaftigkeit als Schande zu betrachten ist. W\u00e4re dies ein wirklich treffender Grund, um eine Seele in eine der neun H\u00f6llen zu schaffen, m\u00fcsste alsbald ein Schild angebracht werden auf dem steht: \u201eWegen \u00dcberf\u00fcllung geschlossen!\u201c<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen,<\/p>\n<p>i.A.<br \/>Melitta<br \/>Chefsekret\u00e4rin und Jacokocherin der Dunklen G\u00f6ttin<\/p>\n<hr \/>\n<p>Zandru (Gott)<br \/>Kalte Strasse 7<br \/>9. H\u00f6lle<\/p>\n<p>Avarra (G\u00f6ttin)<br \/>D\u00fcstergasse 8<br \/>c\/o Insel des Schweigens<br \/>Grafschaft Marenji<\/p>\n<p>Betr.: Mahnung zur \u00dcberf\u00fchrung der Seele von Lord Beltran Elhalyn<\/p>\n<p>Schwer versehrte Kollegin,<\/p>\n<p>euer Sekret\u00e4rin sollte man 3 Dutzend Skorpione in den Ausschnitt stecken...eine Frechheit sondergleichen sich nicht mal die M\u00fche zu machen, meinem Anliegen pers\u00f6nlich zu antworten.<br \/>Soviel kann doch gar nicht zu tun sein, nachdem ihr mir den lustigen Krieg gegen Hastur vermiesst habt.<br \/>Was euch da durch die Lappen gegangen ist....<\/p>\n<p>...und \u00fcberhaupt...was f\u00fcr ein Ton hier angeschlagen wird...kalt und herzlos nenne ich das. Dieser Brief, unter der Hand, der Thendara Stadtzeitung zugef\u00fchrt, w\u00fcrde zu einem imensen Abfall des G\u00f6tterglaubens f\u00fchren und dieser Sattelschlepper bek\u00e4me wieder Aufwind. Das kann nun wirklich nicht in eurem und unserem Sinne liegen.<\/p>\n<p>Doch halt...wenn ich euren Brief richtig deute, scheint ihr ja aufs \u00c4usserste \u00fcberarbeitet. Naja, ihr seid auch nicht mehr die J\u00fcngste.<br \/>Da muss ich als Kollege doch helfen, nicht wahr? Euch unter die Arme greifen...wir sind doch alle eine gro\u00dfe gl\u00fcckliche Familie (ganz im Gegensatz zu der Sippschaft des so vorz\u00fcglichen Spielzeugs, das ihr mir genommen habt).<\/p>\n<p>Neotalba l\u00e4sst sch\u00f6n gr\u00fc\u00dfen, w\u00e4hrend sie sich auf meinem Scho\u00df r\u00e4kelt und Dinge tut, die euch in der derzeitigen Arbeitssituation, gewiss vorz\u00fcgliche Entspannung br\u00e4chten.<\/p>\n<p>In diesem Sinne<\/p>\n<p>Zandru, H\u00f6llenf\u00fcrst<\/p>\n<p>P.S.: Her mit der Seele von dem alten Sack!<\/p>\n<hr \/>\n<p>B\u00fcro von Avarra (G\u00f6ttin), D\u00fcstergasse 8, c\/o Insel des Schweigens, Grafschaft Marenji<\/p>\n<p>An:<\/p>\n<p>Zandru (Gott)<br \/>Kalte Strasse 7<br \/>9. H\u00f6lle<\/p>\n<p>Betr.: Mahnung zur \u00dcberf\u00fchrung der Seele von Lord Beltran Elhalyn<\/p>\n<p>Leidlich ertragener Kollege,<\/p>\n<p>nachdem meine Sektret\u00e4rin nach Erhalt Deines Antwortschreibens in Ohnmacht gefallen ist, muss ich mich nun selbst dieser misslichen Angelegenheit annehmen.<\/p>\n<p>Was bildest du dir eigentlich ein?<br \/>Welches Recht nimmst du dir heraus, einfach so, ohne meine Erlaubnis von einem K\u00f6rper und einer Seele Besitz zu ergreifen?<br \/>Wir haben wohl ein paar Priorit\u00e4ten und vor allem Fu\u00dfnoten vergessen, als wir den Vertrag noch einmal durchgelesen haben, was?<br \/>Oder aber deine kleine Gef\u00e4hrtin hat an einer gewissen Stelle zu fest gedr\u00fcckt und dein Kopf war pl\u00f6tzlich zum Denken f\u00e4hig!<\/p>\n<p>Zuerst und am Wichtigsten: Ich bin nicht alt!<br \/>Ich schaffe es sehr wohl noch alleine, all die Seelen von den Schlachtfeldern und Krankenbetten zu sammeln, ganz zu schweigen von all denen, die ich schon von diversen Gebirgsflanken gekratzt habe!<br \/>\u00dcberstunden hin oder her... ich bin sehr wohl in der Lage meinen Aufgaben nachzukommen. Sehr wohl! MEINEN Aufgaben!<\/p>\n<p>Und wenn ich festhalten darf: das war schlie\u00dflich nicht das erste Mal, dass du versucht hast dich in meinen Aufgabenbereich hineinzudr\u00e4ngen. Ich darf dich an die vielen Fehlalarme informieren, die du in unserer Beh\u00f6rde bereits ausgel\u00f6st hast. Erst einen K\u00f6rper sterben lassen, ich mache mich auf den Weg und pl\u00f6tzlich wird das L\u00e4mpchen wieder rot, weil der Betreffende doch noch lebt!<br \/>Da denkt man doch automatisch, dass man noch in Ruhe seinen Nagellack trocknen lassen kann! Aber nein!!! Herr Zandru muss ja wieder mal die Welt der Sterblichen aufmischen und einen Lord zum Platzen bringen! Keine Sorge, diese Episode habe ich noch nicht vergessen!!<br \/>Bei den ersten Malen war das ja noch ganz am\u00fcsant und hat auch mir ein L\u00e4cheln abgerungen, aber nach ein paar Tausend Jahren wird das doch tats\u00e4chlich ein wenig langweilig!<\/p>\n<p>Strafe muss sein, mein Lieber! Die Seele von Beltran bleibt bei mir!<br \/>Aldones ist auch schon informiert und er ist \u00fcberhaupt nicht am\u00fcsiert! Mach dich bei der n\u00e4chsten Konferenz auf was gefa\u00dft. Ich verrate lieber noch nicht alles. Nur soviel... Sharra wird diesmal nicht am anderen Ende des Tisches von dir sitzen!<\/p>\n<p>Feurige Gr\u00fc\u00dfe,<br \/>Avarra, Dunkle Mutter<\/p>\n<p>P.S. Sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe vom Sattelschlepper. Wir sitzen her grad bei Pralinen und Tee zusammen und besprechen unser neues Gesch\u00e4ftsb\u00fcndnis. Er ist ganz angetan von der Oberwelt und unser Innenarchitekt wird demn\u00e4chst bei ihm vorbeischauen, weil er das Konzept unbedingt auch einf\u00fchren will!<\/p>\n<hr \/>\n<p>+++ Telegramm +++<\/p>\n<p>Zandru (Gott)<br \/>Kalte Strasse 7<br \/>9. H\u00f6lle<\/p>\n<p>Avarra (G\u00f6ttin)<br \/>D\u00fcstergasse 8<br \/>c\/o Insel des Schweigens<br \/>Grafschaft Marenji<\/p>\n<p>Drohung angekommen +STOP+ Bin erstarrt vor....K\u00e4lte +STOP+ Lastentr\u00e4ger bl\u00f6der Sack +STOP+ Sharra lauwarme Berghippe +STOP+ Neotalba viel sch\u00f6ner +STOP+ Aldones selbstgerechter Hasturgeck +STOP+ Opernkarten f\u00fcr die n\u00e4chste Konferenz schon bestellt +STOP+ Gesch\u00e4ftsbeziehung wird aufgel\u00f6st +STOP+ Nie mehr Abladeplatz f\u00fcr B\u00f6se Seelen +STOP+ Selber gucken wo die bleiben +STOP+ Zunahme von Geistererscheinungen vermutet +STOP+ Avarra knochiges Oudrakhi mit h\u00e4sslichem Nagellack +STOP+ Wahrscheinlich Magenta +STOP+ Eisiger Skorpiongru\u00df +STOP+<\/p>\n<p>Zandru, H\u00f6llenf\u00fcrst (selbst\u00e4ndig)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Paketzustelldient GHL<\/p>\n<p>Von: B\u00fcro von Avarra (G\u00f6ttin), D\u00fcstergasse 8, c\/o Insel des Schweigens, Grafschaft Marenji<\/p>\n<p>An:<\/p>\n<p>Zandru (Gott)<br \/>Kalte Strasse 7<br \/>9. H\u00f6lle<\/p>\n<p>P\u00e4ckchen<\/p>\n<p>Beiligend folgender Brief:<\/p>\n<p>Liebster Zandru,<\/p>\n<p>wie immer war es mir eine Freude dich wiederzusehen. Leider ist die Zeit viel zu schnell vergangen. Aber demn\u00e4chst ergibt sich vielleicht doch noch einmal eine Gelegenheit zum Plaudern und Teetrinken.<br \/>Anbei noch ein kleines Geschenk von mir und Lasti. Er h\u00e4tte da ein lukratives Vertragsangebot f\u00fcr dich. Vorraussetzung ist allerdings, dass dir unser kleines Geschenk auch gut steht.<\/p>\n<p>Liebste Gr\u00fc\u00dfe,<br \/>Avarralein<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plot zur November Con 2007 Lord Elhalyn und seine Erben Vier Monde sind entfloh'nSeit ich getrauert habder falbe Wermut gr\u00fcnt schonauf meines Herren Grab Noch ist Lord Elhalyn nicht gestorben, aber seine Zeit scheint gekommen. Krank und gebrechlichist er schon seit geraumer Zeit, doch nun kann er nicht mal mehr sein Bett verlassen. Das Fleisch <a href=\"https:\/\/www.darkover-con.de\/?page_id=1263\" class=\"more-link\">...weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> \"2007 &#8211; Herbst\"<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"parent":1222,"menu_order":12,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1263","page","type-page","status-publish","h-entry","hentry","h-as-page"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1263"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1263\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2531,"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1263\/revisions\/2531"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.darkover-con.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}